23.03.2021, 11:26
Hallo,
eigentlich wollte ich schon immer gerne in eine Bundes- oder Landesbehörde, auch wenn ich Justiz nie ganz ausgeschlossen habe. Ich habe mich daher nach dem Examen direkt in ein paar wenigen, passenden Behörden beworben. Wegen Covid fanden aber schlicht keine Auswahlverfahren statt, sodass ich nun nach 5 Monaten immer noch ohne alles dastehe. Ich habe mich daher als Alternative bei der Justiz beworben und wurde unerwartet schnell zu einem Gespräch eingeladen.
Nun ist folgendes Dilemma: Ich kriege jetzt voraussichtlich bei der Justiz eine Zusage und könnte dort anfangen, obwohl ich ja eigentlich eher auf Behörde gehofft habe. Ich könnte Justiz also absagen und weiter auf Behörde hoffen - ohne sicher zu wissen ob es klappt. Gerade kam wieder eine passende Behördenausschreibung rein, aber an sich gibts das was ich machen will nur alle paar Monate mal ausgeschrieben. Die Behörden, bei denen ich mich beworben habe, werden im Sommer sicher wieder Verfahren stattfinden lassen können.
Also: Soll ich bei der Justiz anfangen, ggf. mit der Option mich später abordnen zu lassen oder immer noch in eine Behörde wechseln zu können? Vorteil: Lieber den Spatz in der Hand, Arbeitserfahrung, kann mir den Job als Richter mal ansehen und muss mir später nicht sagen "hätte ich es mal ausprobiert."
Oder: Justiz absagen (dann ist man aber wohl ggf. verbrannt), auf Behörde hoffen, mit dem Nachteil, dass der Berufseinstieg noch einige Monate dauert und mit Unsicherheit behaftet ist, dafür aber ggf. direkt den Job machen, von dem man hofft dass es der Traumjob ist?
Ich tendiere momentan eher dazu, Justiz einfach mal zu versuchen, vielleicht ist es ja total mein Ding, Behörde geht ja immer noch. Es ist dann nur eben ein "Umweg", aber ich bin noch nicht steinalt und könnte mir 1-3 Jahre Justiz sicher im Lebenslauf erlauben, bevor es in eine Behörde geht.
Was denkt ihr?
eigentlich wollte ich schon immer gerne in eine Bundes- oder Landesbehörde, auch wenn ich Justiz nie ganz ausgeschlossen habe. Ich habe mich daher nach dem Examen direkt in ein paar wenigen, passenden Behörden beworben. Wegen Covid fanden aber schlicht keine Auswahlverfahren statt, sodass ich nun nach 5 Monaten immer noch ohne alles dastehe. Ich habe mich daher als Alternative bei der Justiz beworben und wurde unerwartet schnell zu einem Gespräch eingeladen.
Nun ist folgendes Dilemma: Ich kriege jetzt voraussichtlich bei der Justiz eine Zusage und könnte dort anfangen, obwohl ich ja eigentlich eher auf Behörde gehofft habe. Ich könnte Justiz also absagen und weiter auf Behörde hoffen - ohne sicher zu wissen ob es klappt. Gerade kam wieder eine passende Behördenausschreibung rein, aber an sich gibts das was ich machen will nur alle paar Monate mal ausgeschrieben. Die Behörden, bei denen ich mich beworben habe, werden im Sommer sicher wieder Verfahren stattfinden lassen können.
Also: Soll ich bei der Justiz anfangen, ggf. mit der Option mich später abordnen zu lassen oder immer noch in eine Behörde wechseln zu können? Vorteil: Lieber den Spatz in der Hand, Arbeitserfahrung, kann mir den Job als Richter mal ansehen und muss mir später nicht sagen "hätte ich es mal ausprobiert."
Oder: Justiz absagen (dann ist man aber wohl ggf. verbrannt), auf Behörde hoffen, mit dem Nachteil, dass der Berufseinstieg noch einige Monate dauert und mit Unsicherheit behaftet ist, dafür aber ggf. direkt den Job machen, von dem man hofft dass es der Traumjob ist?
Ich tendiere momentan eher dazu, Justiz einfach mal zu versuchen, vielleicht ist es ja total mein Ding, Behörde geht ja immer noch. Es ist dann nur eben ein "Umweg", aber ich bin noch nicht steinalt und könnte mir 1-3 Jahre Justiz sicher im Lebenslauf erlauben, bevor es in eine Behörde geht.
Was denkt ihr?
Erste Infos zum Bewerbungsverfahren für den Justizdienst findest Du auf den Richter-Infoseiten von Juristenkoffer.de:
https://www.juristenkoffer.de/richter/
Darüber hinaus sollte man sich dann mit dem Karriere-Dossier über die Einstellungschancen und Bewerbungsvoraussetzungen informieren. Optional besteht zudem die Möglichkeit, auf die vielen hunderten Erfahrungsberichte anderer Juristen zuzugreifen, die bereits das Bewerbungsverfahren erfolgreich absolviert haben:
https://www.juristenkoffer.de/richter/karriere-dossier-richter-staatsanwalt-werden.php
https://www.juristenkoffer.de/richter/
Darüber hinaus sollte man sich dann mit dem Karriere-Dossier über die Einstellungschancen und Bewerbungsvoraussetzungen informieren. Optional besteht zudem die Möglichkeit, auf die vielen hunderten Erfahrungsberichte anderer Juristen zuzugreifen, die bereits das Bewerbungsverfahren erfolgreich absolviert haben:
https://www.juristenkoffer.de/richter/karriere-dossier-richter-staatsanwalt-werden.php
23.03.2021, 11:34
Was spricht denn dagegen, in der Justiz anzufangen und parallel das Verfahren bei der Behörde laufen zu lassen. Sobald sich dann die Behörde als realistische Chance (ab mündlichen Angebot) stellt, könnte man bei der Justiz aufhören.
23.03.2021, 11:43
In welchem Bundesland bist du denn?
Ich denke nicht, dass du bei der Justiz bei einer Absage verbrannt wärest. Ich persönlich habe schon mehrere Stellen von der Justiz abgelehnt, weil diese absolut nicht meinen bei der Bewerbung angegebenen Ortswünschen entsprochen haben. Die Justiz ist doch schon noch auf Bewerber angewiesen.
Bei welchen Behörden hattest du dich denn beworben? Also ich hatte in letzter Zeit auch mehrere Bewerbungsgespräche bei verschiedenen Ministerien und in einer Stadtverwaltung (in Bayern). Habe mich letztendlich dagegen entschieden und warte im Moment wieder auf Rückmeldung bzgl. geeigneter Stellen bei der Justiz.
Bewerbung bei Ministerien waren hier recht fix. Meistens Rückmeldung und Bewerbungsgespräch (mit Maske, vor Ort) nach 2-4 Wochen nach Bewerbungseingang. Auch in der allg. Verwaltung ging es recht schnell. Hier wurden aber eigentlich nur sehr flexibel Stellen im Gesundheitsministerium angeboten, da enorm viel Bedarf gerade wegen Corona.
Eigentlich sucht v.a. Verwaltung, Ministerium und Städte sehr verzweifelt nach guten Bewerbern. Kommt mir zumindest in Bayern so vor. Ich denke mit etwas mehr Geduld wird es mit Verwaltung sicher was. Schau doch auch mal auf spezielle Jura Karriere Seiten nach Stellen in deiner Region. Da inserieren auch teilweise Städte und Ministerien öfters!
Viel Erfolg
Ich denke nicht, dass du bei der Justiz bei einer Absage verbrannt wärest. Ich persönlich habe schon mehrere Stellen von der Justiz abgelehnt, weil diese absolut nicht meinen bei der Bewerbung angegebenen Ortswünschen entsprochen haben. Die Justiz ist doch schon noch auf Bewerber angewiesen.
Bei welchen Behörden hattest du dich denn beworben? Also ich hatte in letzter Zeit auch mehrere Bewerbungsgespräche bei verschiedenen Ministerien und in einer Stadtverwaltung (in Bayern). Habe mich letztendlich dagegen entschieden und warte im Moment wieder auf Rückmeldung bzgl. geeigneter Stellen bei der Justiz.
Bewerbung bei Ministerien waren hier recht fix. Meistens Rückmeldung und Bewerbungsgespräch (mit Maske, vor Ort) nach 2-4 Wochen nach Bewerbungseingang. Auch in der allg. Verwaltung ging es recht schnell. Hier wurden aber eigentlich nur sehr flexibel Stellen im Gesundheitsministerium angeboten, da enorm viel Bedarf gerade wegen Corona.
Eigentlich sucht v.a. Verwaltung, Ministerium und Städte sehr verzweifelt nach guten Bewerbern. Kommt mir zumindest in Bayern so vor. Ich denke mit etwas mehr Geduld wird es mit Verwaltung sicher was. Schau doch auch mal auf spezielle Jura Karriere Seiten nach Stellen in deiner Region. Da inserieren auch teilweise Städte und Ministerien öfters!
Viel Erfolg
23.03.2021, 12:07
lieber anfangen und ggf. wechseln. Viel besser als die andere Option m.E.
23.03.2021, 12:11
Wenn Du die Noten für die Justiz hast sind Deine Chancen in der Verwaltung doch mehr als gut.
Wenn das deine erste Wahl ist, warum mit weniger zufrieden geben? Ich würde außerdem bedenken, dass gerade die ersten 1-3 Jahre in der Justiz sehr schrecklich/stressig/anstrengend sind und die meisten diesen workload nur durchhalten, weil sie wissen/hoffen, dort anschließend ein entspannteres Leben zu haben.
Nutze die Zeit bis Sommer doch lieber für Dich.
Wenn das deine erste Wahl ist, warum mit weniger zufrieden geben? Ich würde außerdem bedenken, dass gerade die ersten 1-3 Jahre in der Justiz sehr schrecklich/stressig/anstrengend sind und die meisten diesen workload nur durchhalten, weil sie wissen/hoffen, dort anschließend ein entspannteres Leben zu haben.
Nutze die Zeit bis Sommer doch lieber für Dich.
23.03.2021, 21:39
Auf jeden Fall erst mal in der Justiz anfangen. Wechseln kannst du hinterher immer noch. Und wer weiß, ob du das AC überhaupt bestehst. Daher würde ich dir auf jeden Fall raten, die Justiz zumindest als Berufserfahrung mitzunehmen.
Und der positive Nebeneffekt ist, dass du Geld verdienst und nicht ca. 1 Jahr lang arbeitslos bist. ;)
Und der positive Nebeneffekt ist, dass du Geld verdienst und nicht ca. 1 Jahr lang arbeitslos bist. ;)
24.03.2021, 08:15
Bei der Justiz anfangen.
Kaum bist du R1 kannst du in der restlichen Verwaltung mit A14 einsteigen. Verlierst nichts und gewinnst noch kostbare Erfahrung (und verdienst etwas Geld).
Kaum bist du R1 kannst du in der restlichen Verwaltung mit A14 einsteigen. Verlierst nichts und gewinnst noch kostbare Erfahrung (und verdienst etwas Geld).
24.03.2021, 08:21
Ja in der Justiz beginnen. Aber: Die Arbeit ist um 500% anspruchsvoller, du hast keine Stechkarte und 50 Stunden Wochen sind in den ersten 1-2 Jahren ganz normal. Genauso wie kurzfristige Wechsel des Dienstortes und/oder des Dezernats. Achso: natürlich auch WE-Arbeit. Ist auch ganz klar. 5 Tage reichen bei so manchen Dezernat nicht aus. Wenn die Probezeit rum ist, ist es ein ganz netter Job. Davor musst du vieles entbehren. Meine Ehe wäre fast in die Brüche gegangen und meine Kinder haben mich nur abends 15 Minuten gesehen und dann teilweise am Sonntag.
24.03.2021, 08:44
(24.03.2021, 08:21)Hustiz schrieb: Ja in der Justiz beginnen. Aber: Die Arbeit ist um 500% anspruchsvoller, du hast keine Stechkarte und 50 Stunden Wochen sind in den ersten 1-2 Jahren ganz normal. Genauso wie kurzfristige Wechsel des Dienstortes und/oder des Dezernats. Achso: natürlich auch WE-Arbeit. Ist auch ganz klar. 5 Tage reichen bei so manchen Dezernat nicht aus. Wenn die Probezeit rum ist, ist es ein ganz netter Job. Davor musst du vieles entbehren. Meine Ehe wäre fast in die Brüche gegangen und meine Kinder haben mich nur abends 15 Minuten gesehen und dann teilweise am Sonntag.
Muss ja jeder selbst wissen, aber das würde ich für das Gehalt nicht mit mir machen lassen. Montags bis freitags jeweils zehn Stunden wären okay, aber ansonsten keine Sekunde länger. Wäre mir dann herzlich egal, ob der aktenberg noch weiter anwächst. Verstehe um ehrlich zu sein eh nicht, warum manche Leute meinen, sich so in der Justiz zerreißen zu müssen. Vor einer Kündigung oder ähnlichem muss man doch keine Angst haben, wenn man die Noten für Justiz mitbringt, da man ansonsten überall einen besser bezahlten Job bekommt
24.03.2021, 10:06
Danke für eure Einschätzung. Ich fühle mich auch etwas wohler damit, in der Justiz zu beginnen und mich dann aus "bequemer" Position heraus woanders bewerben zu können.
Dass gerade die ersten Jahre in der Justiz anstrengend sein können, ist mir bewusst. Allerdings beginne ich beim VG, wo die Lage ja noch ein wenig entspannter ist als am LG. Im Übrigen stört es mich nicht, zu Beginn viel zu arbeiten. Mir ist es nur wichtig, mir meine Chance auf eine Stelle in der Verwaltung nicht abzuschneiden.
Dass gerade die ersten Jahre in der Justiz anstrengend sein können, ist mir bewusst. Allerdings beginne ich beim VG, wo die Lage ja noch ein wenig entspannter ist als am LG. Im Übrigen stört es mich nicht, zu Beginn viel zu arbeiten. Mir ist es nur wichtig, mir meine Chance auf eine Stelle in der Verwaltung nicht abzuschneiden.










