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ranger
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#51
31.01.2026, 10:40
Geil, dass der Einzelhandelstyp hier wieder unterwegs ist. Irgendwie muss ich dabei immer an Jonas von den Discountern denken.

Ich selbst bin heilfroh, in der Bundeshauptstadt mit 20 P. + LL.M. schlussendlich von meiner Ref-Ausbildungskanzlei (bekannt + bewährt, 100k) eingestellt worden zu sein. Hatte vorher interessehalber ein paar Bewerbungen an FF, HL etc. geschickt, und nur unbegründete Absagen erhalten - obwohl langjährige Erfahrung im Rechtsgebiet vorhanden ist. Mein Absage-Hightlight bzgl. einer Stelle, die einen Tag vorher veröffentlich wurde: 

Nach Prüfung der Einsatzmöglichkeiten müssen wir Dir leider mitteilen, dass wir Dir aktuell kapazitätsbedingt keine passende Position anbieten können.
Wir würden uns freuen, wenn Du Dich noch einmal zu einem späteren Zeitpunkt bei uns meldest, gerne auch direkt an Talents@XXXX.com.
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Buffo
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Registriert seit: Jan 2026
#52
31.01.2026, 11:44
(31.01.2026, 07:42)RatlosimNorden schrieb:  Meine eigenen Erwartungen wurden im Bewerbungsprozess der letzten Monate radikal zusammengestutzt.

Lektion 1: Die Leute ausblenden, die schon lange Jobs haben und einem Zuversicht zusprechen wollen, das bestimmt bald alles besser wird. Das ist aus vielen Gründen nicht absehbar. Wenn die Leute nicht suchen oder im Personalmanagement stärker eingebunden sind, als hin und wieder ein Bewerbungsgespräch zu führen, haben sie keine Ahnung. 
Lektion 2: Die Leute ausblenden, die selber suchen und nur ihrer wachsenden Verzweiflung Luft machen wollen. 
Lektion 3: Die Zufällig- und Willkürlichkeiten des Bewerbungsrodeos akzeptieren: Ich habe wirklich wilde Bewerbungsverfahren hinter mir, wobei Ghosting noch das kleinste Übel war. Der mittlerweile fehlende Code of Conduct bei Bewerbungsgesprächen ist auch ein Problem: Bei frühen Gesprächen habe ich zB das Thema Homeoffice früh, freundlich und professionell angesprochen, weil ich dachte, das sei heutzutage normal, und bin massiv angeeckt. Später habe ich mir die Frage dann für Zweit- oder Drittgespräche aufgespart, bis ich bei einem Erstgespräch am Ende fast schon wütend gefragt wurde, worum ich denn nicht nach Gehalt und Homeoffice fragen würde.
Lektion 4: Wir leben wieder in Zeiten in denen man auch bei einem guten Profil froh sein muss, überhaupt etwas zu bekommen. Soll heißen, dass Ansprüche zurückstehen sollten, um erstmal unterzukommen. Man kann sich dann vielleicht hocharbeiten. Es gibt noch immer traumhafte Einstiegsstellen da draußen, die zu bekommen setzt aber auch sehr glückliches Timing voraus. 
Lektion 5: Überbrückungstätigkeit erwägen. Das gibt Selbstvertrauen und hilft im Bewerbungsprozess, solange man sich nicht zu fest bindet. 

Letztlich bin ich nun bei einer MK in einer mittelgroßen Stadt untergekommen und werde im ersten Jahr bei fast null Homeoffice und viel Arbeit 80k verdienen (um auch auf den Titel zurückzukommen). Ursprünglich hatte ich mir sehr viel Arbeit, moderat Homeoffice und min. 140k vorgestellt. Das Austarieren der Work-Life-Balance zu realistischen Aufstiegschancen wird die Herausforderung des nächsten Jahres.

Aus Arbeitgebersicht ist dein Beitrag erfrischend ehrlich. Das größte Missverständnis zwischen Bewerbern und Kanzleien ist der ausgeblendete transaktionale Charakter des Arbeitsverhältnisses. Viele Bewerber (insbesondere Einsteiger) führen ein Bewerbungsgespräch ausschließlich unter der Frage, was sie bekommen (Gehalt, Home-Office, Dienstwagen, etc.). Diesem gegenüber sitzt aber einer, der aus den Äußerungen abzuschätzen versucht, ob der Bewerber hinreichend Umsatz generieren kann. Wer das Bewerbungsgespräch wie eine Einkaufsliste führt, braucht sich über Willkür nicht wundern. 

Die meisten Bewerber unterschätzen auch völlig, wie viele Bewerbungen eingehen.

Noten und Gehälter hängen nur indirekt zusammen. Wer Doppel-VB hat, 'kann' theoretisch mehr Angebote bekommen und sich das Beste raussuchen. Nur daraus entsteht eine bessere Verhandlungsposition. Auch hier im Forum wird regelmaßig ausgeblendet, dass kein Arbeitgeber aus Dankbarkeit für ein Doppel-VB ein Einstiegsgehalt von 100 k zahlen will. Gehalt ist kein Orden, sondern eine Teilsumme des eigenen Umsatzergebnisses. Wer ein hohes ROI verspricht, bekommt einen höheren Anteil am Return.

Die Diskussion wirkt teilweise so, als reiche ein Doppel-VB aus und man werde dann für bloße Anwesenheit bezahlt. Als Arbeitgeber ist ein gescheiterter Einsteiger echt teuer (nicht nur finanziell). Das macht man vielleicht zweimal mit, danach sortiert man die Ankündigungskönige aus.

Starke Bewerber können realistisch über Umsätze sprechen und kommen nicht mit Phrasen wie "Aber FF zahlt 100 k". Dann geh doch zu FF, denkt man sich dann völlig entnervt als AG bei so einer Naivität. Wir ghosten zwar nicht, aber ich kann es verstehen.
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Bro
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#53
31.01.2026, 11:59
(31.01.2026, 11:44)Buffo schrieb:  
(31.01.2026, 07:42)RatlosimNorden schrieb:  Meine eigenen Erwartungen wurden im Bewerbungsprozess der letzten Monate radikal zusammengestutzt.

Lektion 1: Die Leute ausblenden, die schon lange Jobs haben und einem Zuversicht zusprechen wollen, das bestimmt bald alles besser wird. Das ist aus vielen Gründen nicht absehbar. Wenn die Leute nicht suchen oder im Personalmanagement stärker eingebunden sind, als hin und wieder ein Bewerbungsgespräch zu führen, haben sie keine Ahnung. 
Lektion 2: Die Leute ausblenden, die selber suchen und nur ihrer wachsenden Verzweiflung Luft machen wollen. 
Lektion 3: Die Zufällig- und Willkürlichkeiten des Bewerbungsrodeos akzeptieren: Ich habe wirklich wilde Bewerbungsverfahren hinter mir, wobei Ghosting noch das kleinste Übel war. Der mittlerweile fehlende Code of Conduct bei Bewerbungsgesprächen ist auch ein Problem: Bei frühen Gesprächen habe ich zB das Thema Homeoffice früh, freundlich und professionell angesprochen, weil ich dachte, das sei heutzutage normal, und bin massiv angeeckt. Später habe ich mir die Frage dann für Zweit- oder Drittgespräche aufgespart, bis ich bei einem Erstgespräch am Ende fast schon wütend gefragt wurde, worum ich denn nicht nach Gehalt und Homeoffice fragen würde.
Lektion 4: Wir leben wieder in Zeiten in denen man auch bei einem guten Profil froh sein muss, überhaupt etwas zu bekommen. Soll heißen, dass Ansprüche zurückstehen sollten, um erstmal unterzukommen. Man kann sich dann vielleicht hocharbeiten. Es gibt noch immer traumhafte Einstiegsstellen da draußen, die zu bekommen setzt aber auch sehr glückliches Timing voraus. 
Lektion 5: Überbrückungstätigkeit erwägen. Das gibt Selbstvertrauen und hilft im Bewerbungsprozess, solange man sich nicht zu fest bindet. 

Letztlich bin ich nun bei einer MK in einer mittelgroßen Stadt untergekommen und werde im ersten Jahr bei fast null Homeoffice und viel Arbeit 80k verdienen (um auch auf den Titel zurückzukommen). Ursprünglich hatte ich mir sehr viel Arbeit, moderat Homeoffice und min. 140k vorgestellt. Das Austarieren der Work-Life-Balance zu realistischen Aufstiegschancen wird die Herausforderung des nächsten Jahres.

Aus Arbeitgebersicht ist dein Beitrag erfrischend ehrlich. Das größte Missverständnis zwischen Bewerbern und Kanzleien ist der ausgeblendete transaktionale Charakter des Arbeitsverhältnisses. Viele Bewerber (insbesondere Einsteiger) führen ein Bewerbungsgespräch ausschließlich unter der Frage, was sie bekommen (Gehalt, Home-Office, Dienstwagen, etc.). Diesem gegenüber sitzt aber einer, der aus den Äußerungen abzuschätzen versucht, ob der Bewerber hinreichend Umsatz generieren kann. Wer das Bewerbungsgespräch wie eine Einkaufsliste führt, braucht sich über Willkür nicht wundern. 

Die meisten Bewerber unterschätzen auch völlig, wie viele Bewerbungen eingehen.

Noten und Gehälter hängen nur indirekt zusammen. Wer Doppel-VB hat, 'kann' theoretisch mehr Angebote bekommen und sich das Beste raussuchen. Nur daraus entsteht eine bessere Verhandlungsposition. Auch hier im Forum wird regelmaßig ausgeblendet, dass kein Arbeitgeber aus Dankbarkeit für ein Doppel-VB ein Einstiegsgehalt von 100 k zahlen will. Gehalt ist kein Orden, sondern eine Teilsumme des eigenen Umsatzergebnisses. Wer ein hohes ROI verspricht, bekommt einen höheren Anteil am Return.

Die Diskussion wirkt teilweise so, als reiche ein Doppel-VB aus und man werde dann für bloße Anwesenheit bezahlt. Als Arbeitgeber ist ein gescheiterter Einsteiger echt teuer (nicht nur finanziell). Das macht man vielleicht zweimal mit, danach sortiert man die Ankündigungskönige aus.

Starke Bewerber können realistisch über Umsätze sprechen und kommen nicht mit Phrasen wie "Aber FF zahlt 100 k". Dann geh doch zu FF, denkt man sich dann völlig entnervt als AG bei so einer Naivität. Wir ghosten zwar nicht, aber ich kann es verstehen.

Der HR-Partner in meiner jetzigen Kanzlei ("kleine GK") hat mir gesagt, dass sie derzeit täglich über 50 (Initiativ-)Bewerbungen erhalten und regelmäßig Doppel-VB Kandidaten absagen müssen. Nur Doppel-Gut und aufwärts werden überhaupt in Betracht gezogen.

Das Thema HO habe ich in meinem ersten Interview angesprochen, das bis dahin echt gut lief. Danach hat man die Verstimmung der Gesprächspartner gemerkt, obwohl sie - wie nahezu alle Kanzleien - mit flexiblen Arbeitsmodellen und insb. HO werben. Mein Fazit derzeit: Kaum eine Kanzlei möchte HO anbieten. Kaum eine Kanzlei möchte auch wirklich einstellen. Vielen Stellenangebote sind nur da, um dem Markt zu zeigen, dass man existiert bzw. um "Zufallsgewinne" abzubekommen (vielleicht bewirbt sich da doch ein Doppel-Gut Kandidat mal bei uns).
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 31.01.2026, 12:01 von Bro.)
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Bro
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#54
31.01.2026, 12:01
(31.01.2026, 07:42)RatlosimNorden schrieb:  Meine eigenen Erwartungen wurden im Bewerbungsprozess der letzten Monate radikal zusammengestutzt.

Lektion 1: Die Leute ausblenden, die schon lange Jobs haben und einem Zuversicht zusprechen wollen, das bestimmt bald alles besser wird. Das ist aus vielen Gründen nicht absehbar. Wenn die Leute nicht suchen oder im Personalmanagement stärker eingebunden sind, als hin und wieder ein Bewerbungsgespräch zu führen, haben sie keine Ahnung. 
Lektion 2: Die Leute ausblenden, die selber suchen und nur ihrer wachsenden Verzweiflung Luft machen wollen. 
Lektion 3: Die Zufällig- und Willkürlichkeiten des Bewerbungsrodeos akzeptieren: Ich habe wirklich wilde Bewerbungsverfahren hinter mir, wobei Ghosting noch das kleinste Übel war. Der mittlerweile fehlende Code of Conduct bei Bewerbungsgesprächen ist auch ein Problem: Bei frühen Gesprächen habe ich zB das Thema Homeoffice früh, freundlich und professionell angesprochen, weil ich dachte, das sei heutzutage normal, und bin massiv angeeckt. Später habe ich mir die Frage dann für Zweit- oder Drittgespräche aufgespart, bis ich bei einem Erstgespräch am Ende fast schon wütend gefragt wurde, worum ich denn nicht nach Gehalt und Homeoffice fragen würde.
Lektion 4: Wir leben wieder in Zeiten in denen man auch bei einem guten Profil froh sein muss, überhaupt etwas zu bekommen. Soll heißen, dass Ansprüche zurückstehen sollten, um erstmal unterzukommen. Man kann sich dann vielleicht hocharbeiten. Es gibt noch immer traumhafte Einstiegsstellen da draußen, die zu bekommen setzt aber auch sehr glückliches Timing voraus. 
Lektion 5: Überbrückungstätigkeit erwägen. Das gibt Selbstvertrauen und hilft im Bewerbungsprozess, solange man sich nicht zu fest bindet. 

Letztlich bin ich nun bei einer MK in einer mittelgroßen Stadt untergekommen und werde im ersten Jahr bei fast null Homeoffice und viel Arbeit 80k verdienen (um auch auf den Titel zurückzukommen). Ursprünglich hatte ich mir sehr viel Arbeit, moderat Homeoffice und min. 140k vorgestellt. Das Austarieren der Work-Life-Balance zu realistischen Aufstiegschancen wird die Herausforderung des nächsten Jahres.

Kann das meiste so unterschreiben. Und habe so langsam auch akzeptiert, dass es derzeit "sicher" nur bei einer MK klappen würde. Deshalb mach ich wohl erstmal in der jetzigen Kanzlei weiter, auch wenn ich da überhaupt keine Lust drauf hab.
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#55
31.01.2026, 13:41
Bei den meisten juristischen Stellen, sei es Kanzlei oder im Unternehmen, sind 2-3Tage HO an sich nicht so ein Problem langfristig. Nur viele Bewerber glauben dann ab Tag 1 einen Anspruch auf mindestens 3 Tage zu haben... zumindest einen Teil der Probezeit sollte man schon mal bereit sein vor Ort zu erscheinen um Abläufe zu lernen. Ich hatte es z.B. ganz aufgegeben mit dem HO in den ersten Gesprächen um nicht unattraktiv zu wirken auf meine gegenüber. Oftmals haben es dann entweder die HR Leute selbst erwähnt, oder der Partner ggfs. Bei meiner jetzigen Stelle meinte mein Chef dann nach der Einstellung, dass natürlich für alle HO gilt (auch schon in der Probezeit), aber man keine Bewerber braucht denen es nur darauf ankommt und nicht auf das Unternehmen und die Arbeit, die sollte natürlich im Vordergrund stehen. Man sortiert damit eine gewisse Personengruppe einfach aus, weil damit schlechte Erfahrungen gemacht wurden. Trifft natürlich nicht auf jeden zu 100% zu und ich persönlich teile das auch nur bedingt, bin allerdings auch GenZ und nicht GenX :D
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#56
31.01.2026, 13:50
(31.01.2026, 11:44)Buffo schrieb:  
(31.01.2026, 07:42)RatlosimNorden schrieb:  Meine eigenen Erwartungen wurden im Bewerbungsprozess der letzten Monate radikal zusammengestutzt.

Lektion 1: Die Leute ausblenden, die schon lange Jobs haben und einem Zuversicht zusprechen wollen, das bestimmt bald alles besser wird. Das ist aus vielen Gründen nicht absehbar. Wenn die Leute nicht suchen oder im Personalmanagement stärker eingebunden sind, als hin und wieder ein Bewerbungsgespräch zu führen, haben sie keine Ahnung. 
Lektion 2: Die Leute ausblenden, die selber suchen und nur ihrer wachsenden Verzweiflung Luft machen wollen. 
Lektion 3: Die Zufällig- und Willkürlichkeiten des Bewerbungsrodeos akzeptieren: Ich habe wirklich wilde Bewerbungsverfahren hinter mir, wobei Ghosting noch das kleinste Übel war. Der mittlerweile fehlende Code of Conduct bei Bewerbungsgesprächen ist auch ein Problem: Bei frühen Gesprächen habe ich zB das Thema Homeoffice früh, freundlich und professionell angesprochen, weil ich dachte, das sei heutzutage normal, und bin massiv angeeckt. Später habe ich mir die Frage dann für Zweit- oder Drittgespräche aufgespart, bis ich bei einem Erstgespräch am Ende fast schon wütend gefragt wurde, worum ich denn nicht nach Gehalt und Homeoffice fragen würde.
Lektion 4: Wir leben wieder in Zeiten in denen man auch bei einem guten Profil froh sein muss, überhaupt etwas zu bekommen. Soll heißen, dass Ansprüche zurückstehen sollten, um erstmal unterzukommen. Man kann sich dann vielleicht hocharbeiten. Es gibt noch immer traumhafte Einstiegsstellen da draußen, die zu bekommen setzt aber auch sehr glückliches Timing voraus. 
Lektion 5: Überbrückungstätigkeit erwägen. Das gibt Selbstvertrauen und hilft im Bewerbungsprozess, solange man sich nicht zu fest bindet. 

Letztlich bin ich nun bei einer MK in einer mittelgroßen Stadt untergekommen und werde im ersten Jahr bei fast null Homeoffice und viel Arbeit 80k verdienen (um auch auf den Titel zurückzukommen). Ursprünglich hatte ich mir sehr viel Arbeit, moderat Homeoffice und min. 140k vorgestellt. Das Austarieren der Work-Life-Balance zu realistischen Aufstiegschancen wird die Herausforderung des nächsten Jahres.

Aus Arbeitgebersicht ist dein Beitrag erfrischend ehrlich. Das größte Missverständnis zwischen Bewerbern und Kanzleien ist der ausgeblendete transaktionale Charakter des Arbeitsverhältnisses. Viele Bewerber (insbesondere Einsteiger) führen ein Bewerbungsgespräch ausschließlich unter der Frage, was sie bekommen (Gehalt, Home-Office, Dienstwagen, etc.). Diesem gegenüber sitzt aber einer, der aus den Äußerungen abzuschätzen versucht, ob der Bewerber hinreichend Umsatz generieren kann. Wer das Bewerbungsgespräch wie eine Einkaufsliste führt, braucht sich über Willkür nicht wundern. 

Die meisten Bewerber unterschätzen auch völlig, wie viele Bewerbungen eingehen.

Noten und Gehälter hängen nur indirekt zusammen. Wer Doppel-VB hat, 'kann' theoretisch mehr Angebote bekommen und sich das Beste raussuchen. Nur daraus entsteht eine bessere Verhandlungsposition. Auch hier im Forum wird regelmaßig ausgeblendet, dass kein Arbeitgeber aus Dankbarkeit für ein Doppel-VB ein Einstiegsgehalt von 100 k zahlen will. Gehalt ist kein Orden, sondern eine Teilsumme des eigenen Umsatzergebnisses. Wer ein hohes ROI verspricht, bekommt einen höheren Anteil am Return.

Die Diskussion wirkt teilweise so, als reiche ein Doppel-VB aus und man werde dann für bloße Anwesenheit bezahlt. Als Arbeitgeber ist ein gescheiterter Einsteiger echt teuer (nicht nur finanziell). Das macht man vielleicht zweimal mit, danach sortiert man die Ankündigungskönige aus.

Starke Bewerber können realistisch über Umsätze sprechen und kommen nicht mit Phrasen wie "Aber FF zahlt 100 k". Dann geh doch zu FF, denkt man sich dann völlig entnervt als AG bei so einer Naivität. Wir ghosten zwar nicht, aber ich kann es verstehen.

Das stimmt. Wobei es schon Unterschiede gibt. FF zahlt keine 100k sondern eher 160k+. Da sind natürlich Angebote mit 40k-50k Jahresbrutto schon fragwürdig, zumindest wenn viele Stunden und billables erwartet werden. Als ob man nur 1/4 der Produktivität erwarten würde. Natürlich spielen auch die Stundensätze eine Rolle. Aber die sind in vielen MK auch nicht unter 200€ für einen Associate und davon macht der eben auch 1000 im Jahr, eher 1300 (Zahlen wurden mir in Gesprächen so genannt als Vorgabe). Kommt man schnell auf 250k Bruttojahresumsatz, was bei einer Quotelung von 1/3 für die Kosten etc, bei 86k rechnerisch landet und nicht weniger. Also entweder man verlangt dann deutlich weniger billables und somit Arbeitsleistung, oder zahlt eben entsprechend. Oftmals stimmt dieses Verhältnis aber grade nicht. Das führt zu der Frustration.
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Buffo
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#57
31.01.2026, 16:09
(31.01.2026, 13:50)ForumBenutzer schrieb:  
(31.01.2026, 11:44)Buffo schrieb:  
(31.01.2026, 07:42)RatlosimNorden schrieb:  Meine eigenen Erwartungen wurden im Bewerbungsprozess der letzten Monate radikal zusammengestutzt.

Lektion 1: Die Leute ausblenden, die schon lange Jobs haben und einem Zuversicht zusprechen wollen, das bestimmt bald alles besser wird. Das ist aus vielen Gründen nicht absehbar. Wenn die Leute nicht suchen oder im Personalmanagement stärker eingebunden sind, als hin und wieder ein Bewerbungsgespräch zu führen, haben sie keine Ahnung. 
Lektion 2: Die Leute ausblenden, die selber suchen und nur ihrer wachsenden Verzweiflung Luft machen wollen. 
Lektion 3: Die Zufällig- und Willkürlichkeiten des Bewerbungsrodeos akzeptieren: Ich habe wirklich wilde Bewerbungsverfahren hinter mir, wobei Ghosting noch das kleinste Übel war. Der mittlerweile fehlende Code of Conduct bei Bewerbungsgesprächen ist auch ein Problem: Bei frühen Gesprächen habe ich zB das Thema Homeoffice früh, freundlich und professionell angesprochen, weil ich dachte, das sei heutzutage normal, und bin massiv angeeckt. Später habe ich mir die Frage dann für Zweit- oder Drittgespräche aufgespart, bis ich bei einem Erstgespräch am Ende fast schon wütend gefragt wurde, worum ich denn nicht nach Gehalt und Homeoffice fragen würde.
Lektion 4: Wir leben wieder in Zeiten in denen man auch bei einem guten Profil froh sein muss, überhaupt etwas zu bekommen. Soll heißen, dass Ansprüche zurückstehen sollten, um erstmal unterzukommen. Man kann sich dann vielleicht hocharbeiten. Es gibt noch immer traumhafte Einstiegsstellen da draußen, die zu bekommen setzt aber auch sehr glückliches Timing voraus. 
Lektion 5: Überbrückungstätigkeit erwägen. Das gibt Selbstvertrauen und hilft im Bewerbungsprozess, solange man sich nicht zu fest bindet. 

Letztlich bin ich nun bei einer MK in einer mittelgroßen Stadt untergekommen und werde im ersten Jahr bei fast null Homeoffice und viel Arbeit 80k verdienen (um auch auf den Titel zurückzukommen). Ursprünglich hatte ich mir sehr viel Arbeit, moderat Homeoffice und min. 140k vorgestellt. Das Austarieren der Work-Life-Balance zu realistischen Aufstiegschancen wird die Herausforderung des nächsten Jahres.

Aus Arbeitgebersicht ist dein Beitrag erfrischend ehrlich. Das größte Missverständnis zwischen Bewerbern und Kanzleien ist der ausgeblendete transaktionale Charakter des Arbeitsverhältnisses. Viele Bewerber (insbesondere Einsteiger) führen ein Bewerbungsgespräch ausschließlich unter der Frage, was sie bekommen (Gehalt, Home-Office, Dienstwagen, etc.). Diesem gegenüber sitzt aber einer, der aus den Äußerungen abzuschätzen versucht, ob der Bewerber hinreichend Umsatz generieren kann. Wer das Bewerbungsgespräch wie eine Einkaufsliste führt, braucht sich über Willkür nicht wundern. 

Die meisten Bewerber unterschätzen auch völlig, wie viele Bewerbungen eingehen.

Noten und Gehälter hängen nur indirekt zusammen. Wer Doppel-VB hat, 'kann' theoretisch mehr Angebote bekommen und sich das Beste raussuchen. Nur daraus entsteht eine bessere Verhandlungsposition. Auch hier im Forum wird regelmaßig ausgeblendet, dass kein Arbeitgeber aus Dankbarkeit für ein Doppel-VB ein Einstiegsgehalt von 100 k zahlen will. Gehalt ist kein Orden, sondern eine Teilsumme des eigenen Umsatzergebnisses. Wer ein hohes ROI verspricht, bekommt einen höheren Anteil am Return.

Die Diskussion wirkt teilweise so, als reiche ein Doppel-VB aus und man werde dann für bloße Anwesenheit bezahlt. Als Arbeitgeber ist ein gescheiterter Einsteiger echt teuer (nicht nur finanziell). Das macht man vielleicht zweimal mit, danach sortiert man die Ankündigungskönige aus.

Starke Bewerber können realistisch über Umsätze sprechen und kommen nicht mit Phrasen wie "Aber FF zahlt 100 k". Dann geh doch zu FF, denkt man sich dann völlig entnervt als AG bei so einer Naivität. Wir ghosten zwar nicht, aber ich kann es verstehen.

Das stimmt. Wobei es schon Unterschiede gibt. FF zahlt keine 100k sondern eher 160k+. Da sind natürlich Angebote mit 40k-50k Jahresbrutto schon fragwürdig, zumindest wenn viele Stunden und billables erwartet werden. Als ob man nur 1/4 der Produktivität erwarten würde. Natürlich spielen auch die Stundensätze eine Rolle. Aber die sind in vielen MK auch nicht unter 200€ für einen Associate und davon macht der eben auch 1000 im Jahr, eher 1300 (Zahlen wurden mir in Gesprächen so genannt als Vorgabe). Kommt man schnell auf 250k Bruttojahresumsatz, was bei einer Quotelung von 1/3 für die Kosten etc, bei 86k rechnerisch landet und nicht weniger. Also entweder man verlangt dann deutlich weniger billables und somit Arbeitsleistung, oder zahlt eben entsprechend. Oftmals stimmt dieses Verhältnis aber grade nicht. Das führt zu der Frustration.

Man muss denke ich zwischen Einsteigern und Berufserfahrenen unterscheiden. 40-50 k bei echter BE ist in der Tat niedrig, weil höherer Umsatz schneller erreicht werden kann. Beim Einsteiger hinkt der Vergleich.

Deine Annahme setzt voraus, dass der Bewerber diese Angebote tatsächlich hat oder dort überhaupt realistisch unterkommen könnte. Fehlt das, etwa außerhalb der großen Städte, preist man sich schnell selbst aus dem Markt.

In vielen mittelgroßen Städten sind vielleicht fünf oder sechs Stellen ausgeschrieben. Drei passen fachlich nicht, bei den übrigen scheitert es an Gehaltsforderung oder Erwartungshaltung. Am Ende sitzt der Bewerber mit seiner Gehaltsforderung von 85 k zu Hause ohne Job. Da wird einfach Seller und Buyer verwechselt.

Im Grunde sage ich ja nur, dass man mit etwas Berufserfahrung eine deutlich bessere Verhandlungsposition hat, als mit reinen Noten. Wer weiß, wie viel Umsatz er macht, kann spätestens bei der nächsten Kanzlei deutlich höhere Gehälter verhandeln.
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#58
31.01.2026, 17:17
(31.01.2026, 16:09)Buffo schrieb:  
(31.01.2026, 13:50)ForumBenutzer schrieb:  
(31.01.2026, 11:44)Buffo schrieb:  
(31.01.2026, 07:42)RatlosimNorden schrieb:  Meine eigenen Erwartungen wurden im Bewerbungsprozess der letzten Monate radikal zusammengestutzt.

Lektion 1: Die Leute ausblenden, die schon lange Jobs haben und einem Zuversicht zusprechen wollen, das bestimmt bald alles besser wird. Das ist aus vielen Gründen nicht absehbar. Wenn die Leute nicht suchen oder im Personalmanagement stärker eingebunden sind, als hin und wieder ein Bewerbungsgespräch zu führen, haben sie keine Ahnung. 
Lektion 2: Die Leute ausblenden, die selber suchen und nur ihrer wachsenden Verzweiflung Luft machen wollen. 
Lektion 3: Die Zufällig- und Willkürlichkeiten des Bewerbungsrodeos akzeptieren: Ich habe wirklich wilde Bewerbungsverfahren hinter mir, wobei Ghosting noch das kleinste Übel war. Der mittlerweile fehlende Code of Conduct bei Bewerbungsgesprächen ist auch ein Problem: Bei frühen Gesprächen habe ich zB das Thema Homeoffice früh, freundlich und professionell angesprochen, weil ich dachte, das sei heutzutage normal, und bin massiv angeeckt. Später habe ich mir die Frage dann für Zweit- oder Drittgespräche aufgespart, bis ich bei einem Erstgespräch am Ende fast schon wütend gefragt wurde, worum ich denn nicht nach Gehalt und Homeoffice fragen würde.
Lektion 4: Wir leben wieder in Zeiten in denen man auch bei einem guten Profil froh sein muss, überhaupt etwas zu bekommen. Soll heißen, dass Ansprüche zurückstehen sollten, um erstmal unterzukommen. Man kann sich dann vielleicht hocharbeiten. Es gibt noch immer traumhafte Einstiegsstellen da draußen, die zu bekommen setzt aber auch sehr glückliches Timing voraus. 
Lektion 5: Überbrückungstätigkeit erwägen. Das gibt Selbstvertrauen und hilft im Bewerbungsprozess, solange man sich nicht zu fest bindet. 

Letztlich bin ich nun bei einer MK in einer mittelgroßen Stadt untergekommen und werde im ersten Jahr bei fast null Homeoffice und viel Arbeit 80k verdienen (um auch auf den Titel zurückzukommen). Ursprünglich hatte ich mir sehr viel Arbeit, moderat Homeoffice und min. 140k vorgestellt. Das Austarieren der Work-Life-Balance zu realistischen Aufstiegschancen wird die Herausforderung des nächsten Jahres.

Aus Arbeitgebersicht ist dein Beitrag erfrischend ehrlich. Das größte Missverständnis zwischen Bewerbern und Kanzleien ist der ausgeblendete transaktionale Charakter des Arbeitsverhältnisses. Viele Bewerber (insbesondere Einsteiger) führen ein Bewerbungsgespräch ausschließlich unter der Frage, was sie bekommen (Gehalt, Home-Office, Dienstwagen, etc.). Diesem gegenüber sitzt aber einer, der aus den Äußerungen abzuschätzen versucht, ob der Bewerber hinreichend Umsatz generieren kann. Wer das Bewerbungsgespräch wie eine Einkaufsliste führt, braucht sich über Willkür nicht wundern. 

Die meisten Bewerber unterschätzen auch völlig, wie viele Bewerbungen eingehen.

Noten und Gehälter hängen nur indirekt zusammen. Wer Doppel-VB hat, 'kann' theoretisch mehr Angebote bekommen und sich das Beste raussuchen. Nur daraus entsteht eine bessere Verhandlungsposition. Auch hier im Forum wird regelmaßig ausgeblendet, dass kein Arbeitgeber aus Dankbarkeit für ein Doppel-VB ein Einstiegsgehalt von 100 k zahlen will. Gehalt ist kein Orden, sondern eine Teilsumme des eigenen Umsatzergebnisses. Wer ein hohes ROI verspricht, bekommt einen höheren Anteil am Return.

Die Diskussion wirkt teilweise so, als reiche ein Doppel-VB aus und man werde dann für bloße Anwesenheit bezahlt. Als Arbeitgeber ist ein gescheiterter Einsteiger echt teuer (nicht nur finanziell). Das macht man vielleicht zweimal mit, danach sortiert man die Ankündigungskönige aus.

Starke Bewerber können realistisch über Umsätze sprechen und kommen nicht mit Phrasen wie "Aber FF zahlt 100 k". Dann geh doch zu FF, denkt man sich dann völlig entnervt als AG bei so einer Naivität. Wir ghosten zwar nicht, aber ich kann es verstehen.

Das stimmt. Wobei es schon Unterschiede gibt. FF zahlt keine 100k sondern eher 160k+. Da sind natürlich Angebote mit 40k-50k Jahresbrutto schon fragwürdig, zumindest wenn viele Stunden und billables erwartet werden. Als ob man nur 1/4 der Produktivität erwarten würde. Natürlich spielen auch die Stundensätze eine Rolle. Aber die sind in vielen MK auch nicht unter 200€ für einen Associate und davon macht der eben auch 1000 im Jahr, eher 1300 (Zahlen wurden mir in Gesprächen so genannt als Vorgabe). Kommt man schnell auf 250k Bruttojahresumsatz, was bei einer Quotelung von 1/3 für die Kosten etc, bei 86k rechnerisch landet und nicht weniger. Also entweder man verlangt dann deutlich weniger billables und somit Arbeitsleistung, oder zahlt eben entsprechend. Oftmals stimmt dieses Verhältnis aber grade nicht. Das führt zu der Frustration.

Man muss denke ich zwischen Einsteigern und Berufserfahrenen unterscheiden. 40-50 k bei echter BE ist in der Tat niedrig, weil höherer Umsatz schneller erreicht werden kann. Beim Einsteiger hinkt der Vergleich.

Deine Annahme setzt voraus, dass der Bewerber diese Angebote tatsächlich hat oder dort überhaupt realistisch unterkommen könnte. Fehlt das, etwa außerhalb der großen Städte, preist man sich schnell selbst aus dem Markt.

In vielen mittelgroßen Städten sind vielleicht fünf oder sechs Stellen ausgeschrieben. Drei passen fachlich nicht, bei den übrigen scheitert es an Gehaltsforderung oder Erwartungshaltung. Am Ende sitzt der Bewerber mit seiner Gehaltsforderung von 85 k zu Hause ohne Job. Da wird einfach Seller und Buyer verwechselt.

Im Grunde sage ich ja nur, dass man mit etwas Berufserfahrung eine deutlich bessere Verhandlungsposition hat, als mit reinen Noten. Wer weiß, wie viel Umsatz er macht, kann spätestens bei der nächsten Kanzlei deutlich höhere Gehälter verhandeln.
Das stimmt alles. Das ist allerdings nicht das derzeitge Problem was wir auf dem Markt beobachten können. Leute mit BE sind nach wie vor sehr gefragt. Nur hält man sich sehr zurück Berufseinsteiger nach dem Ref einzustellen. Diese stehen vor ernsthaften Problemen oder eher "Herausforderungen" :D
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RRalf
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#59
31.01.2026, 20:37
(31.01.2026, 11:59)Bro schrieb:  Der HR-Partner in meiner jetzigen Kanzlei ("kleine GK") hat mir gesagt, dass sie derzeit täglich über 50 (Initiativ-)Bewerbungen erhalten und regelmäßig Doppel-VB Kandidaten absagen müssen. Nur Doppel-Gut und aufwärts werden überhaupt in Betracht gezogen.

Nirgendwo wird so viel Scheiße über Noten erzählt wie unter Juristen. Auch 50+ tägliche (Initiativ-)Bewerbungen sind völlig utopisch bei 8-9k Absolventen im Jahr deutschlandweit.

Mach mal die Statistik für das 1. und 2. Staatsexamen auf, es haben unter 2% der Absolventen ein doppeltes Gut. Davon wird es einen beträchtlichen Teil zum Staat ziehen, sei es in die Justiz, in Richtung Professur oder ins Nurnotariat und ein paar ins Ministerium. Den ein oder anderen Überzeugungstäter, der sofort eine eigene Kanzlei gründet, für eine NGO arbeitet o.Ä., wird es darunter auch noch geben, kannte lustigerweise einen.

Wie viele sollen sich davon überhaupt noch bei einer beliebigen "kleineren GK" bewerben, anstatt sich 160k+ bei FF zu genehmigen? 

Vermutlich kriegt ihr nur 1x im Jahr überhaupt eine so hochkarätige Bewerbung rein und am Ende des Tages werden aus 2x Gut eher 2x VB. Wenn man den Bewerber schon aus der Station kennt oder dringend wen für ein bestimmtes Rechtsgebiet braucht, reichen plötzlich auch 1x VB 1x hohes B, aber das steht nirgendwo, es wird natürlich immer der elitäre Ruf projiziert.
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 31.01.2026, 20:41 von RRalf.)
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01.02.2026, 10:22
(31.01.2026, 20:37)RRalf schrieb:  
(31.01.2026, 11:59)Bro schrieb:  Der HR-Partner in meiner jetzigen Kanzlei ("kleine GK") hat mir gesagt, dass sie derzeit täglich über 50 (Initiativ-)Bewerbungen erhalten und regelmäßig Doppel-VB Kandidaten absagen müssen. Nur Doppel-Gut und aufwärts werden überhaupt in Betracht gezogen.

Nirgendwo wird so viel Scheiße über Noten erzählt wie unter Juristen. Auch 50+ tägliche (Initiativ-)Bewerbungen sind völlig utopisch bei 8-9k Absolventen im Jahr deutschlandweit.

50 Bewerbungen pro Tag  Upside_down außerdem macht er alleine 10 Mio Umsatz, ne? 

50 Bewerbungen am Tag = 250 Bewerbungen die Woche = 13.000 Bewerbungen im Jahr

Bei knapp unter 9.000 neuen Volljuristen pro Jahr, bewirbt sich also nicht nur jeder Absolvent bei denen, sondern on top kommen noch 4.000 wechselwillige Associates aus anderen Kanzleien.

Mal der Gegencheck: Wir sind eine kleinere Kanzlei und in unserem Bereich Tier 1/2. Stehen in allen Rankings drin. Wir bekommen knapp 10 ernsthafte Bewerbungen pro Jahr. Doppel-vb haben davon vielleicht zwei. Und wir zahlen auch sechsstellig zum Einstieg.
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