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Schlimmes Erwachen im Berufseinstieg
Arion
Junior Member
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Beiträge: 15
Themen: 1
Registriert seit: Dec 2025
#31
10.02.2026, 11:26
4k netto bekomme ich mit gut/VB, 5 Jahren einschlägige BE in einer GK...
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REF.NRW
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Beiträge: 57
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Registriert seit: Jul 2024
#32
10.02.2026, 12:28
(10.02.2026, 01:11)Praktiker schrieb:  
(09.02.2026, 21:33)REF.NRW schrieb:  
(07.02.2026, 16:41)RRalf schrieb:  
(07.02.2026, 00:47)ForumBenutzer schrieb:  Habe im zweiten aus diversen Gründen ein ausreichend obwohl das unter meinen Möglichkeiten lag. Jobangebote waren nicht so traumhaft aber immerhin ein paar Stellen um die 60k, wenn auch keine klassichen stelle  für einen typischen volljuristen. Das verdient wirklich jeder mindestens auch 30 Jahre alt ist und irgendwas studiert hat oder gar Betriebswirt etc. Mit anderen Akademikern kaum zu vergleichen. Eher besserer Durchschnitt unter Azubis

Komplett delulu, lol.

Dass du beim Abschluss 30 bist, ist in erster Linie dein eigener Lebenslauf. Abitur mit 18, 1. Examen mit 23, 2. mit 25. Geben wir ein Jahr Wartezeiten und/oder Verbesserungsversuch drauf, sind wir bei 26. Meinetwegen 27.

Was denkst du, was Absolventen anderer Fachrichtungen zum Einstieg so verdienen? Hint: es sind im Durchschnitt deutlich unter 60k, auch im Bereich MINT. 

Realistisch sind 60k direkt nach dem Master am ehesten noch als Ingenieur oder Informatiker, beides Berufsgruppen, die in der Regel nebenher Berufserfahrung als Werkstudent gesammelt haben. Um drüber zu sein, musst du trotzdem etwas Glück haben, die Mehrheit der Betriebe gibt das nicht her.

Du hast ewig studiert, das 2. Examen mit ausreichend abgelegt und hast mehrere Angebote im Bereich 60k. Du bist deutlich unterdurchschnittlicher Volljurist und kommst selbst im Vergleich mit überdurchschnittlichen Absolventen anderer Fachrichtungen gut weg.

Ich bin in einer oberen Bundesbehörde an der Schnittstelle zur IT. Die Lebensläufe, die sich aktuell auf E13 (zufällig genau deine 60k Einstieg) bewerben, sind zum Teil sehr stark und nicht nur Berufseinsteiger. Selbst auf E10/E11 bewerben sich sogar noch (meist frische) Masterabsolventen ohne Red Flags. Normale Studiendauer, gute Noten, bisschen Praxiserfahrung nebenher gesammelt usw.

“Deutlich unterdurchschnittlicher Volljurist” Skeptical

Anscheinend sind Volljuristen deutlich überdurchschnittlich darin, anderen Volljuristen ihre Qualifikation abzuprechen, um sich für eine kurze Zeit etwas besser zu fühlen. 

Selbst ein deutlich unterdurchschnittlicher Volljurist ist einem durchschnittlichen Absolventen vieler anderer Studiengänge häufig überlegen. Man darf nicht vergessen, dass der durchschnittliche Jura-Student in den ersten Semestern es gar nicht zum Volljuristen gebracht hat. 

Und ja, Absolventen anderer Studiengänge verdienen, solange sie keine Geistes-, Sprach-und Sozialwissenschaften studiert hatten in dem Alter deutlich besser. Nicht nur die von dir angesprochenen ITler und Ingenieure. Das gilt zB auch für Lehrer, Ärzte, BWLer mit StB oder WP-Examen. 

Natürlich entscheidet am Ende das Prinzip “Angebot und Nachfrage”, aber ein Gehalt von 4000 Netto zu erwarten, darf wohl auch für einen “unterdurchschnittlichen” Kandidaten angebracht sein.

Warum genau sollen Lehrer mehr verdienen? Die bekommen A13, Grundschule in manchen Ländern A12. Juristen bekommen auch A13 und steigen im Zweifel schneller auf.

Völlig richtig, ich sage ja auch dass die Lehrer sich mit den 3000 € Netto nicht zufrieden geben würden und alle ein A13 Gehalt beanspruchen und es idR dann auch bekommen. Auch die unterdurchschnittlichen. Alle Schularten: Gymnasium, Realschule, Förderschule.

Bei den Grundschullehrern war es A12 und wurde mittlerweile erhöht, weil viele protestiert hatten.

Wie gesagt, das bekommen dann auch die unterdurchschnittlichen und keiner scheint damit ein größeres Problem zu haben, wie wir Juristen.
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RefNdsOL
Senior Member
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Beiträge: 595
Themen: 21
Registriert seit: May 2024
#33
10.02.2026, 12:35
(10.02.2026, 12:28)REF.NRW schrieb:  
(10.02.2026, 01:11)Praktiker schrieb:  
(09.02.2026, 21:33)REF.NRW schrieb:  
(07.02.2026, 16:41)RRalf schrieb:  
(07.02.2026, 00:47)ForumBenutzer schrieb:  Habe im zweiten aus diversen Gründen ein ausreichend obwohl das unter meinen Möglichkeiten lag. Jobangebote waren nicht so traumhaft aber immerhin ein paar Stellen um die 60k, wenn auch keine klassichen stelle  für einen typischen volljuristen. Das verdient wirklich jeder mindestens auch 30 Jahre alt ist und irgendwas studiert hat oder gar Betriebswirt etc. Mit anderen Akademikern kaum zu vergleichen. Eher besserer Durchschnitt unter Azubis

Komplett delulu, lol.

Dass du beim Abschluss 30 bist, ist in erster Linie dein eigener Lebenslauf. Abitur mit 18, 1. Examen mit 23, 2. mit 25. Geben wir ein Jahr Wartezeiten und/oder Verbesserungsversuch drauf, sind wir bei 26. Meinetwegen 27.

Was denkst du, was Absolventen anderer Fachrichtungen zum Einstieg so verdienen? Hint: es sind im Durchschnitt deutlich unter 60k, auch im Bereich MINT. 

Realistisch sind 60k direkt nach dem Master am ehesten noch als Ingenieur oder Informatiker, beides Berufsgruppen, die in der Regel nebenher Berufserfahrung als Werkstudent gesammelt haben. Um drüber zu sein, musst du trotzdem etwas Glück haben, die Mehrheit der Betriebe gibt das nicht her.

Du hast ewig studiert, das 2. Examen mit ausreichend abgelegt und hast mehrere Angebote im Bereich 60k. Du bist deutlich unterdurchschnittlicher Volljurist und kommst selbst im Vergleich mit überdurchschnittlichen Absolventen anderer Fachrichtungen gut weg.

Ich bin in einer oberen Bundesbehörde an der Schnittstelle zur IT. Die Lebensläufe, die sich aktuell auf E13 (zufällig genau deine 60k Einstieg) bewerben, sind zum Teil sehr stark und nicht nur Berufseinsteiger. Selbst auf E10/E11 bewerben sich sogar noch (meist frische) Masterabsolventen ohne Red Flags. Normale Studiendauer, gute Noten, bisschen Praxiserfahrung nebenher gesammelt usw.

“Deutlich unterdurchschnittlicher Volljurist” Skeptical

Anscheinend sind Volljuristen deutlich überdurchschnittlich darin, anderen Volljuristen ihre Qualifikation abzuprechen, um sich für eine kurze Zeit etwas besser zu fühlen. 

Selbst ein deutlich unterdurchschnittlicher Volljurist ist einem durchschnittlichen Absolventen vieler anderer Studiengänge häufig überlegen. Man darf nicht vergessen, dass der durchschnittliche Jura-Student in den ersten Semestern es gar nicht zum Volljuristen gebracht hat. 

Und ja, Absolventen anderer Studiengänge verdienen, solange sie keine Geistes-, Sprach-und Sozialwissenschaften studiert hatten in dem Alter deutlich besser. Nicht nur die von dir angesprochenen ITler und Ingenieure. Das gilt zB auch für Lehrer, Ärzte, BWLer mit StB oder WP-Examen. 

Natürlich entscheidet am Ende das Prinzip “Angebot und Nachfrage”, aber ein Gehalt von 4000 Netto zu erwarten, darf wohl auch für einen “unterdurchschnittlichen” Kandidaten angebracht sein.

Warum genau sollen Lehrer mehr verdienen? Die bekommen A13, Grundschule in manchen Ländern A12. Juristen bekommen auch A13 und steigen im Zweifel schneller auf.

Völlig richtig, ich sage ja auch dass die Lehrer sich mit den 3000 € Netto nicht zufrieden geben würden und alle ein A13 Gehalt beanspruchen und es idR dann auch bekommen. Auch die unterdurchschnittlichen. Alle Schularten: Gymnasium, Realschule, Förderschule.

Bei den Grundschullehrern war es A12 und wurde mittlerweile erhöht, weil viele protestiert hatten.

Wie gesagt, das bekommen dann auch die unterdurchschnittlichen und keiner scheint damit ein größeres Problem zu haben, wie wir Juristen.

Dir ist aber schon bewusst, dass die Länder nicht jeden fertig studierten Lehrer auch einstellen? Außerhalb von Mangelfächern und/oder unbeliebten Orten gibt es eine durchaus ausgeprägte Konkurrenz, bei der die Note auch eine entscheidende bei der Bewerberauswahl spielt. Das Argument "unterdurchschnittliche" bekämen das gleiche, verfängt somit überhaupt nicht. Ferner demonstriert das schlichte Unkenntnis des öffentlichen Dienstrechtes. Die Besoldung richet sich nach der Bewertung des Dienstpostens, bei tariflicher Beschäftigung (je nach Land bei Lehrkäften sehr verbreitet!) nach der Bewertung des Arbeitsplatzes. 

Die Hybris der Juristen in diesem Forum ist mitunter erstaunlich.

EDIT: Es gerade zu zu insinuieren, dass Grundschullehrer die Erhöhung auf A13 nur deshalb bekommen haben, weil protestiert wurde und nicht etwa, weil sie es aufgrund der Bedeutung ihrer Arbeit auch verdient haben könnten, sag wohl schon alles.
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 10.02.2026, 12:36 von RefNdsOL.)
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Patenter Gast
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Registriert seit: Oct 2022
#34
10.02.2026, 12:42
(10.02.2026, 12:28)REF.NRW schrieb:  
(10.02.2026, 01:11)Praktiker schrieb:  
(09.02.2026, 21:33)REF.NRW schrieb:  
(07.02.2026, 16:41)RRalf schrieb:  
(07.02.2026, 00:47)ForumBenutzer schrieb:  Habe im zweiten aus diversen Gründen ein ausreichend obwohl das unter meinen Möglichkeiten lag. Jobangebote waren nicht so traumhaft aber immerhin ein paar Stellen um die 60k, wenn auch keine klassichen stelle  für einen typischen volljuristen. Das verdient wirklich jeder mindestens auch 30 Jahre alt ist und irgendwas studiert hat oder gar Betriebswirt etc. Mit anderen Akademikern kaum zu vergleichen. Eher besserer Durchschnitt unter Azubis

Komplett delulu, lol.

Dass du beim Abschluss 30 bist, ist in erster Linie dein eigener Lebenslauf. Abitur mit 18, 1. Examen mit 23, 2. mit 25. Geben wir ein Jahr Wartezeiten und/oder Verbesserungsversuch drauf, sind wir bei 26. Meinetwegen 27.

Was denkst du, was Absolventen anderer Fachrichtungen zum Einstieg so verdienen? Hint: es sind im Durchschnitt deutlich unter 60k, auch im Bereich MINT. 

Realistisch sind 60k direkt nach dem Master am ehesten noch als Ingenieur oder Informatiker, beides Berufsgruppen, die in der Regel nebenher Berufserfahrung als Werkstudent gesammelt haben. Um drüber zu sein, musst du trotzdem etwas Glück haben, die Mehrheit der Betriebe gibt das nicht her.

Du hast ewig studiert, das 2. Examen mit ausreichend abgelegt und hast mehrere Angebote im Bereich 60k. Du bist deutlich unterdurchschnittlicher Volljurist und kommst selbst im Vergleich mit überdurchschnittlichen Absolventen anderer Fachrichtungen gut weg.

Ich bin in einer oberen Bundesbehörde an der Schnittstelle zur IT. Die Lebensläufe, die sich aktuell auf E13 (zufällig genau deine 60k Einstieg) bewerben, sind zum Teil sehr stark und nicht nur Berufseinsteiger. Selbst auf E10/E11 bewerben sich sogar noch (meist frische) Masterabsolventen ohne Red Flags. Normale Studiendauer, gute Noten, bisschen Praxiserfahrung nebenher gesammelt usw.

“Deutlich unterdurchschnittlicher Volljurist” Skeptical

Anscheinend sind Volljuristen deutlich überdurchschnittlich darin, anderen Volljuristen ihre Qualifikation abzuprechen, um sich für eine kurze Zeit etwas besser zu fühlen. 

Selbst ein deutlich unterdurchschnittlicher Volljurist ist einem durchschnittlichen Absolventen vieler anderer Studiengänge häufig überlegen. Man darf nicht vergessen, dass der durchschnittliche Jura-Student in den ersten Semestern es gar nicht zum Volljuristen gebracht hat. 

Und ja, Absolventen anderer Studiengänge verdienen, solange sie keine Geistes-, Sprach-und Sozialwissenschaften studiert hatten in dem Alter deutlich besser. Nicht nur die von dir angesprochenen ITler und Ingenieure. Das gilt zB auch für Lehrer, Ärzte, BWLer mit StB oder WP-Examen. 

Natürlich entscheidet am Ende das Prinzip “Angebot und Nachfrage”, aber ein Gehalt von 4000 Netto zu erwarten, darf wohl auch für einen “unterdurchschnittlichen” Kandidaten angebracht sein.

Warum genau sollen Lehrer mehr verdienen? Die bekommen A13, Grundschule in manchen Ländern A12. Juristen bekommen auch A13 und steigen im Zweifel schneller auf.

Völlig richtig, ich sage ja auch dass die Lehrer sich mit den 3000 € Netto nicht zufrieden geben würden und alle ein A13 Gehalt beanspruchen und es idR dann auch bekommen. Auch die unterdurchschnittlichen. Alle Schularten: Gymnasium, Realschule, Förderschule.

Bei den Grundschullehrern war es A12 und wurde mittlerweile erhöht, weil viele protestiert hatten.

Wie gesagt, das bekommen dann auch die unterdurchschnittlichen und keiner scheint damit ein größeres Problem zu haben, wie wir Juristen.

Was ich wirklich schlimm hier finde, ist das präsentierte Halbwissen. Eine Verbeamtung ist für Lehrer zum Beispiel keine Selbstverständlichkeit. Es gibt keine Übernahmegarantie nach dem Ref. Es gibt Bundesländer mit Lehrermangel, in begehrten Ecken wird aber oft nur ein Anstellungsverhältnis angeboten. Inkl. einer Kündigung in den Sommerferien! 
https://www.ra-poeppel.de/lehrer-arbeits...ozial-ist/

Generell ist dieser Vergleich von komplett unterschiedlichen Berufen ziemlicher Unsinn. Wer die Jobchancen als Lehrer so grandios sieht, soll eben Lehrer werden. Geht sogar als Quereinsteiger.

Irgendein Fliesenleger hat mit Anfang 30 schon Rückenschmerzen und würde 3.000 Euro brutto (!) feiern. Der schafft sogar was richtiges und bringt Mehrwert.

Aber ein Jurist, der nicht mal einen Fall im Examen sauber lösen konnte (daher die unterdurchschnittliche Note), fordert für sich selbstverständlich viel mehr. Warum? Weil er sich mehrere Jahre auf dem Weg in die Bib nicht verlaufen hat?

Das tolle in der Juristerei ist, nach dem zweiten Examen kann sich jeder selbstständig machen. Wer also das große Potential und den Mehrwert in seiner Arbeit sieht, kann diesen Weg gehen und bekommt unmittelbar für seine Leistungen Geld. Aber das traut man sich dann auch wieder nicht...
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REF.NRW
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Registriert seit: Jul 2024
#35
10.02.2026, 13:06
(10.02.2026, 12:42)Patenter Gast schrieb:  
(10.02.2026, 12:28)REF.NRW schrieb:  
(10.02.2026, 01:11)Praktiker schrieb:  
(09.02.2026, 21:33)REF.NRW schrieb:  
(07.02.2026, 16:41)RRalf schrieb:  Komplett delulu, lol.

Dass du beim Abschluss 30 bist, ist in erster Linie dein eigener Lebenslauf. Abitur mit 18, 1. Examen mit 23, 2. mit 25. Geben wir ein Jahr Wartezeiten und/oder Verbesserungsversuch drauf, sind wir bei 26. Meinetwegen 27.

Was denkst du, was Absolventen anderer Fachrichtungen zum Einstieg so verdienen? Hint: es sind im Durchschnitt deutlich unter 60k, auch im Bereich MINT. 

Realistisch sind 60k direkt nach dem Master am ehesten noch als Ingenieur oder Informatiker, beides Berufsgruppen, die in der Regel nebenher Berufserfahrung als Werkstudent gesammelt haben. Um drüber zu sein, musst du trotzdem etwas Glück haben, die Mehrheit der Betriebe gibt das nicht her.

Du hast ewig studiert, das 2. Examen mit ausreichend abgelegt und hast mehrere Angebote im Bereich 60k. Du bist deutlich unterdurchschnittlicher Volljurist und kommst selbst im Vergleich mit überdurchschnittlichen Absolventen anderer Fachrichtungen gut weg.

Ich bin in einer oberen Bundesbehörde an der Schnittstelle zur IT. Die Lebensläufe, die sich aktuell auf E13 (zufällig genau deine 60k Einstieg) bewerben, sind zum Teil sehr stark und nicht nur Berufseinsteiger. Selbst auf E10/E11 bewerben sich sogar noch (meist frische) Masterabsolventen ohne Red Flags. Normale Studiendauer, gute Noten, bisschen Praxiserfahrung nebenher gesammelt usw.

“Deutlich unterdurchschnittlicher Volljurist” Skeptical

Anscheinend sind Volljuristen deutlich überdurchschnittlich darin, anderen Volljuristen ihre Qualifikation abzuprechen, um sich für eine kurze Zeit etwas besser zu fühlen. 

Selbst ein deutlich unterdurchschnittlicher Volljurist ist einem durchschnittlichen Absolventen vieler anderer Studiengänge häufig überlegen. Man darf nicht vergessen, dass der durchschnittliche Jura-Student in den ersten Semestern es gar nicht zum Volljuristen gebracht hat. 

Und ja, Absolventen anderer Studiengänge verdienen, solange sie keine Geistes-, Sprach-und Sozialwissenschaften studiert hatten in dem Alter deutlich besser. Nicht nur die von dir angesprochenen ITler und Ingenieure. Das gilt zB auch für Lehrer, Ärzte, BWLer mit StB oder WP-Examen. 

Natürlich entscheidet am Ende das Prinzip “Angebot und Nachfrage”, aber ein Gehalt von 4000 Netto zu erwarten, darf wohl auch für einen “unterdurchschnittlichen” Kandidaten angebracht sein.

Warum genau sollen Lehrer mehr verdienen? Die bekommen A13, Grundschule in manchen Ländern A12. Juristen bekommen auch A13 und steigen im Zweifel schneller auf.

Völlig richtig, ich sage ja auch dass die Lehrer sich mit den 3000 € Netto nicht zufrieden geben würden und alle ein A13 Gehalt beanspruchen und es idR dann auch bekommen. Auch die unterdurchschnittlichen. Alle Schularten: Gymnasium, Realschule, Förderschule.

Bei den Grundschullehrern war es A12 und wurde mittlerweile erhöht, weil viele protestiert hatten.

Wie gesagt, das bekommen dann auch die unterdurchschnittlichen und keiner scheint damit ein größeres Problem zu haben, wie wir Juristen.

Was ich wirklich schlimm hier finde, ist das präsentierte Halbwissen. Eine Verbeamtung ist für Lehrer zum Beispiel keine Selbstverständlichkeit. Es gibt keine Übernahmegarantie nach dem Ref. Es gibt Bundesländer mit Lehrermangel, in begehrten Ecken wird aber oft nur ein Anstellungsverhältnis angeboten. Inkl. einer Kündigung in den Sommerferien! 
https://www.ra-poeppel.de/lehrer-arbeits...ozial-ist/

Generell ist dieser Vergleich von komplett unterschiedlichen Berufen ziemlicher Unsinn. Wer die Jobchancen als Lehrer so grandios sieht, soll eben Lehrer werden. Geht sogar als Quereinsteiger.

Irgendein Fliesenleger hat mit Anfang 30 schon Rückenschmerzen und würde 3.000 Euro brutto (!) feiern. Der schafft sogar was richtiges und bringt Mehrwert.

Aber ein Jurist, der nicht mal einen Fall im Examen sauber lösen konnte (daher die unterdurchschnittliche Note), fordert für sich selbstverständlich viel mehr. Warum? Weil er sich mehrere Jahre auf dem Weg in die Bib nicht verlaufen hat?

Das tolle in der Juristerei ist, nach dem zweiten Examen kann sich jeder selbstständig machen. Wer also das große Potential und den Mehrwert in seiner Arbeit sieht, kann diesen Weg gehen und bekommt unmittelbar für seine Leistungen Geld. Aber das traut man sich dann auch wieder nicht...

Da haben wir sie wieder, die Missgunst ggü anderen, die vielleicht 2-3 Punkte aus 18 weniger haben. Verrueckt

Würde mittlerweile auch jedem empfehlen Lehrer oder Fliesenleger zu werden, da hat man immerhin sympathischere und weniger arrogante Kollegen.

Zum Thema: Natürlich wird nicht jeder Lehrer verbeamtet, aber die Wahrscheinlichkeit ist definitiv höher als bei Volljuristen und der Rest findet idR eine Anstellung an Privatschulen zu einem Gehalt welches eben auch höher als die 3000 netto ist. 

Wie aber gesagt, alles regelt am Ende der Markt. Der für Juristen ist ziemlich überlaufen.
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Patenter Gast
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#36
10.02.2026, 13:54
Nö, nichts mit Missgunst. Nur mal eine saubere Einschätzung der eigenen Leistung und der Marktwirtschaft. Das Argument, was hier ständig gebracht wird, ist einfach nur "ich hatte echt viel Stress, und dafür viel ich jetzt Geld haben". Aber so läuft das nicht. Irgendein Physik-PostDoc ist noch viel schlauer, hat viel mehr Hirn ins Studium gesteckt, und hat es auf dem Arbeitsmarkt noch viel schwerer. 

Wer das anders sieht, wie gesagt, macht eine eigene Kanzlei auf, werdet erfolgreich und stellt dann selbst Angestellte ein und zahlt hohe Gehälter für unterdurchschnittliche Examen. Wenn sich das für euch als Business Case rentiert, ist das doch super.
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Spencer
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Themen: 0
Registriert seit: May 2023
#37
10.02.2026, 13:56
Um mal wieder eine etwas versöhnlichere Note hier hereinzubringen:

Niemand muss mit dem Gefühl leben, sich unter Wert zu verkaufen oder in die berufliche Sackgasse zu laufen, wenn er beim Berufseinstieg nicht direkt mit einem GK-Gehalt aufwarten kann. Auch diese Ü 100.000-Gehälter gibt es ja für die wenigsten dauerhaft, viele gehen nach 2-3 Jahren ja schon wieder und müssen dann idR Abstriche hinnehmen. 

Ich war damals dankbar, überhaupt erstmal einen Job gefunden zu haben. Dafür gabs übrigens 1900 Euro netto (TVÖD 13, Stufe 1)… heute ist es das Dreifache. Immer noch weniger als in der GK zum Einstieg, aber mit deutlich besserer WL-Balance und v.a. dauerhaft.

Will sagen: arbeite ein wenig an deiner Erwartungshaltung. Das schützt vor unnötigen Enttäuschungen.

Dein Motiv aus dem Ausgangspost kann ich dabei absolut nachvollziehen. Nach den 8-10 Jahren Stress, Frust und Buckelei ist der Wunsch nach einer Kompensation groß. Aber da wartet halt am Ende des Tunnels niemand auf einen mit dem großen Füllhorn…
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 10.02.2026, 14:08 von Spencer.)
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Freidenkender
Posting Freak
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Registriert seit: Mar 2022
#38
10.02.2026, 15:37
Die Erwartungshaltung ist das größte Problem. Da hat der Hype der letzten Jahre um GK Gehälter seinen Teil dazu beigetragen. Das ist aber eine besondere Welt mit besonderen Regeln. Die Vergütung bemisst sich nach Angebot und Nachfrage. Da gibt es eine sehr kleine Blase bei den Großkanzleien und ein weites Feld füh den Rest. Kein Unternehmen, keine Kanzlei zahlt dafür, dass man viel Stress im Studium hatte und lange studiert hat. Das ist nicht das entscheidende Kriterium bei der Einstellung. Es geht darum, welche wirtschaftlichen Mehrwert kann der neue Mitarbeiter generieren und zu welchem Preis kann ich das gegenwärtig am Markt einkaufen. Das sind Gehälter um 60.000€. Jahresgehalt schon recht viel. Es ist legitim, mehr zu wollen, Aber es ist häufig nicht realistisch

Das sollte sich jeder Absolvent vor Augen führen. Sonst ist die Enttäuschung am Ende groß. Und Wir sollten aufhören immer wieder die unsägliche Diskussion aufzumachen. Wie viel anspruchsvoller ist das Jura-Studium gegenüber anderen Studiengängen.
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BavarianLawyer
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Beiträge: 227
Themen: 4
Registriert seit: May 2021
#39
10.02.2026, 17:00
(10.02.2026, 11:26)Arion schrieb:  4k netto bekomme ich mit gut/VB, 5 Jahren einschlägige BE in einer GK...

Bei einer 4 Tage Woche? 

Andernfalls ist das keine Großkanzlei per Definition, in der du da tätig bist.
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Arion
Junior Member
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Beiträge: 15
Themen: 1
Registriert seit: Dec 2025
#40
10.02.2026, 17:42
(10.02.2026, 17:00)BavarianLawyer schrieb:  
(10.02.2026, 11:26)Arion schrieb:  4k netto bekomme ich mit gut/VB, 5 Jahren einschlägige BE in einer GK...

Bei einer 4 Tage Woche? 

Andernfalls ist das keine Großkanzlei per Definition, in der du da tätig bist.

Nein, im Unternehmen, in das ich nach der GK gewechselt bin. 

Aber rein interessehalber: Was ist denn eine GK per Definition?
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