09.04.2021, 12:08
(09.04.2021, 12:03)Gast schrieb: Natürlich gibt es Lock-in Effekte bei längerer Zugehörigkeit, aber hier geht es doch um Berufsanfänger. Wenn es tatsächlich so schlimm ist, dann müssten viel mehr Berufsanfänger nach 6 Monaten oder 1 Jahr frustriert aufgeben. Die finanziellen Nachteile bei der Pension wären durch Arbeit in der Wirtschaft wieder kompensiert. Dass dies offensichtlich nicht massenhaft erfolgt lässt doch darauf schließen dass es doch machbar ist.
Derartige Aussagen werden aller Voraussicht nach auch von Leuten außerhalb der Justiz stammen bzw. ggf. 2xA-Rambos/Dieselern. Pauschal ergeben die Aussagen gar keinen Sinn.
09.04.2021, 12:23
Bin aus einer GK gekommen und hab es noch keinen Tag bereut Richter zu werden. Arbeitszeiten moderat (<40h), Bezahlung ok (könnte besser sein), Ausstattung ok, Freiheit unbezahlbar.
09.04.2021, 12:23
Zumindest in meinem Bekanntenkreis haben sehr viele Richter vorher noch keinen anderen Job gehabt. Die können also nicht wissen, ob es anderswo überhaupt besser ist, was dagegen spricht, die Sicherheit des Staatsdiensts inklusive Pension zu riskieren. Insbesondere, weil man wohl eher nicht zurück (zum selben Dienstherr) kann.
09.04.2021, 15:18
09.04.2021, 15:30
(09.04.2021, 12:23)HerrKules schrieb: Zumindest in meinem Bekanntenkreis haben sehr viele Richter vorher noch keinen anderen Job gehabt. Die können also nicht wissen, ob es anderswo überhaupt besser ist, was dagegen spricht, die Sicherheit des Staatsdiensts inklusive Pension zu riskieren. Insbesondere, weil man wohl eher nicht zurück (zum selben Dienstherr) kann.
Hier unter den jüngeren Richtern eher so, dass sehr viele vorher GK Luft geschnuppert haben. Zumindest als wimi oder ref, viele aber mehrjährig als Anwalt.
09.04.2021, 15:30
Hier nochmal aus NRW (erste Seite).
Warum viele bleiben ist (denke ich) neben Sicherheit etc auch, dass viele die hohe Kollegialität und Hilfsbereitschaft schätzen. Denn die Leute sind weit überwiegend sehr angenehm. Damit einher geht vielleicht auch die grundsätzliche Persönlichkeitsstruktur hilfsbereiter Menschen, dass sie ihre Kollegen nicht "im Stich lassen" wollen. Zudem gibt es dann hapt genug Leute, die die Rahmenbedingungen schlimm finden, aber unterm Strich noch genug Spaß an der Arbeit haben.
Warum viele bleiben ist (denke ich) neben Sicherheit etc auch, dass viele die hohe Kollegialität und Hilfsbereitschaft schätzen. Denn die Leute sind weit überwiegend sehr angenehm. Damit einher geht vielleicht auch die grundsätzliche Persönlichkeitsstruktur hilfsbereiter Menschen, dass sie ihre Kollegen nicht "im Stich lassen" wollen. Zudem gibt es dann hapt genug Leute, die die Rahmenbedingungen schlimm finden, aber unterm Strich noch genug Spaß an der Arbeit haben.
09.04.2021, 19:27
(09.04.2021, 11:38)Gast schrieb:(09.04.2021, 11:19)Gast schrieb:Vor allem ist es ab einem gewissen Alter finanzieller Selbstmord, das Beamten-/Dienstverhältnis zu verlassen, da der Staat ja nur den Arbeitgeberanteil in die Sozialversicherungen nachzahlt. Ab 35, spätestens 40 kann man einen Wechsel daher vergessen. So sind mir in meinem Referendariat (das ich mit dem klaren Berufswunsch Richter begonnen habe) unglaublich viele ältere Richter und Staatsanwälte begegnet, die mir dringend abgeraten haben und mit ihrem Job und ihrem Leben unglücklich waren. Die kamen aus der Nummer aber einfach nicht mehr raus. Kannte ich so bisher nur von Lehrern und hat mich ganz klar abgeschreckt. Ich hab einfach keine Lust, ab 50 darauf zu warten, dass ich endlich in Pension gehen kann.(09.04.2021, 11:08)Gast schrieb: Es muss doch der Mehrheit trotz aller Missstände letztlich gefallen, ansonsten wäre die Abbruchquote um einiges höher. Mit den Noten für den Staatsdienst (trotz Absenken) sollte eine Einstellung in Wirtschaft/Verwaltung kein Problem sein.
Aber den massenhaften Austritt von Proberichtern aus der Justiz konnte ich nicht beobachten.
Ich kenne mittlerweile eine ganze Reihe von Leuten, die das Handtuch geworfen haben, tlw auch noch nach einigen Jahren.
Und der Grund, warum viele dennoch bleiben, dürfte nicht Zufriedenheit, sondern Angst vor Veränderung/Aufgabe der Beamtenprivilegien sein.
Ein bisschen Off-Topic: Die einzigen beiden Leute in meinem Umfeld, die im höheren Alter (Ü30) mit dem Rauchen angefangen haben, sind beide Richterinnen. Irgendwie scheint dieser Job wirklich sehr sehr stressig zu sein, obwohl er von den äußeren Bedingungen eigentlich sehr chillig erscheint (freie Zeiteinteilung, wenig "Kunden-"kontakt etc.).
Nur mal zur Korrektur, du wirst bei Ausscheiden aus dem Staatsdienst nachversichert, genau wie nach dem Ref.
Das Argument greift also zumindest für die, die sich schlau machen nicht ^^
09.04.2021, 19:51
(09.04.2021, 19:27)GastNRW12 schrieb:(09.04.2021, 11:38)Gast schrieb:(09.04.2021, 11:19)Gast schrieb:Vor allem ist es ab einem gewissen Alter finanzieller Selbstmord, das Beamten-/Dienstverhältnis zu verlassen, da der Staat ja nur den Arbeitgeberanteil in die Sozialversicherungen nachzahlt. Ab 35, spätestens 40 kann man einen Wechsel daher vergessen. So sind mir in meinem Referendariat (das ich mit dem klaren Berufswunsch Richter begonnen habe) unglaublich viele ältere Richter und Staatsanwälte begegnet, die mir dringend abgeraten haben und mit ihrem Job und ihrem Leben unglücklich waren. Die kamen aus der Nummer aber einfach nicht mehr raus. Kannte ich so bisher nur von Lehrern und hat mich ganz klar abgeschreckt. Ich hab einfach keine Lust, ab 50 darauf zu warten, dass ich endlich in Pension gehen kann.(09.04.2021, 11:08)Gast schrieb: Es muss doch der Mehrheit trotz aller Missstände letztlich gefallen, ansonsten wäre die Abbruchquote um einiges höher. Mit den Noten für den Staatsdienst (trotz Absenken) sollte eine Einstellung in Wirtschaft/Verwaltung kein Problem sein.
Aber den massenhaften Austritt von Proberichtern aus der Justiz konnte ich nicht beobachten.
Ich kenne mittlerweile eine ganze Reihe von Leuten, die das Handtuch geworfen haben, tlw auch noch nach einigen Jahren.
Und der Grund, warum viele dennoch bleiben, dürfte nicht Zufriedenheit, sondern Angst vor Veränderung/Aufgabe der Beamtenprivilegien sein.
Ein bisschen Off-Topic: Die einzigen beiden Leute in meinem Umfeld, die im höheren Alter (Ü30) mit dem Rauchen angefangen haben, sind beide Richterinnen. Irgendwie scheint dieser Job wirklich sehr sehr stressig zu sein, obwohl er von den äußeren Bedingungen eigentlich sehr chillig erscheint (freie Zeiteinteilung, wenig "Kunden-"kontakt etc.).
Nur mal zur Korrektur, du wirst bei Ausscheiden aus dem Staatsdienst nachversichert, genau wie nach dem Ref.
Das Argument greift also zumindest für die, die sich schlau machen nicht ^^
Das Geplänkel will in meine Birne so ganz auch nicht rein. Hier sind halt einige 2xa-Rambos/Dieseler unterwegs. Da kommt viel Fehlinformation durch.
09.04.2021, 20:13
(09.04.2021, 19:51)Gast schrieb:(09.04.2021, 19:27)GastNRW12 schrieb:(09.04.2021, 11:38)Gast schrieb:(09.04.2021, 11:19)Gast schrieb:Vor allem ist es ab einem gewissen Alter finanzieller Selbstmord, das Beamten-/Dienstverhältnis zu verlassen, da der Staat ja nur den Arbeitgeberanteil in die Sozialversicherungen nachzahlt. Ab 35, spätestens 40 kann man einen Wechsel daher vergessen. So sind mir in meinem Referendariat (das ich mit dem klaren Berufswunsch Richter begonnen habe) unglaublich viele ältere Richter und Staatsanwälte begegnet, die mir dringend abgeraten haben und mit ihrem Job und ihrem Leben unglücklich waren. Die kamen aus der Nummer aber einfach nicht mehr raus. Kannte ich so bisher nur von Lehrern und hat mich ganz klar abgeschreckt. Ich hab einfach keine Lust, ab 50 darauf zu warten, dass ich endlich in Pension gehen kann.(09.04.2021, 11:08)Gast schrieb: Es muss doch der Mehrheit trotz aller Missstände letztlich gefallen, ansonsten wäre die Abbruchquote um einiges höher. Mit den Noten für den Staatsdienst (trotz Absenken) sollte eine Einstellung in Wirtschaft/Verwaltung kein Problem sein.
Aber den massenhaften Austritt von Proberichtern aus der Justiz konnte ich nicht beobachten.
Ich kenne mittlerweile eine ganze Reihe von Leuten, die das Handtuch geworfen haben, tlw auch noch nach einigen Jahren.
Und der Grund, warum viele dennoch bleiben, dürfte nicht Zufriedenheit, sondern Angst vor Veränderung/Aufgabe der Beamtenprivilegien sein.
Ein bisschen Off-Topic: Die einzigen beiden Leute in meinem Umfeld, die im höheren Alter (Ü30) mit dem Rauchen angefangen haben, sind beide Richterinnen. Irgendwie scheint dieser Job wirklich sehr sehr stressig zu sein, obwohl er von den äußeren Bedingungen eigentlich sehr chillig erscheint (freie Zeiteinteilung, wenig "Kunden-"kontakt etc.).
Nur mal zur Korrektur, du wirst bei Ausscheiden aus dem Staatsdienst nachversichert, genau wie nach dem Ref.
Das Argument greift also zumindest für die, die sich schlau machen nicht ^^
Das Geplänkel will in meine Birne so ganz auch nicht rein. Hier sind halt einige 2xa-Rambos/Dieseler unterwegs. Da kommt viel Fehlinformation durch.
Das stimmt natürlich. Nur für den Fall: § 8 SGB VI
09.04.2021, 20:47
(09.04.2021, 20:13)GastNRW12 schrieb:(09.04.2021, 19:51)Gast schrieb:(09.04.2021, 19:27)GastNRW12 schrieb:(09.04.2021, 11:38)Gast schrieb:(09.04.2021, 11:19)Gast schrieb: Ich kenne mittlerweile eine ganze Reihe von Leuten, die das Handtuch geworfen haben, tlw auch noch nach einigen Jahren.Vor allem ist es ab einem gewissen Alter finanzieller Selbstmord, das Beamten-/Dienstverhältnis zu verlassen, da der Staat ja nur den Arbeitgeberanteil in die Sozialversicherungen nachzahlt. Ab 35, spätestens 40 kann man einen Wechsel daher vergessen. So sind mir in meinem Referendariat (das ich mit dem klaren Berufswunsch Richter begonnen habe) unglaublich viele ältere Richter und Staatsanwälte begegnet, die mir dringend abgeraten haben und mit ihrem Job und ihrem Leben unglücklich waren. Die kamen aus der Nummer aber einfach nicht mehr raus. Kannte ich so bisher nur von Lehrern und hat mich ganz klar abgeschreckt. Ich hab einfach keine Lust, ab 50 darauf zu warten, dass ich endlich in Pension gehen kann.
Und der Grund, warum viele dennoch bleiben, dürfte nicht Zufriedenheit, sondern Angst vor Veränderung/Aufgabe der Beamtenprivilegien sein.
Ein bisschen Off-Topic: Die einzigen beiden Leute in meinem Umfeld, die im höheren Alter (Ü30) mit dem Rauchen angefangen haben, sind beide Richterinnen. Irgendwie scheint dieser Job wirklich sehr sehr stressig zu sein, obwohl er von den äußeren Bedingungen eigentlich sehr chillig erscheint (freie Zeiteinteilung, wenig "Kunden-"kontakt etc.).
Nur mal zur Korrektur, du wirst bei Ausscheiden aus dem Staatsdienst nachversichert, genau wie nach dem Ref.
Das Argument greift also zumindest für die, die sich schlau machen nicht ^^
Das Geplänkel will in meine Birne so ganz auch nicht rein. Hier sind halt einige 2xa-Rambos/Dieseler unterwegs. Da kommt viel Fehlinformation durch.
Das stimmt natürlich. Nur für den Fall: § 8 SGB VI
Der Beitrag mit dem „finanziellen Selbstmord“ ist so oder so nicht ernst zu nehmen. Da steht einfach so unfassbar viel Unsinn drin, dass es quietscht.
Spätestens ab „unglaublich viele ältere Richter und Staatsanwälte“ wurde es recht amüsant. Quasi die gesamte Belegschaft soll das irgendeinem beliebigen Referendar mitgeteilt haben. Es wurde selbstverständlich durchgehend dringend abgeraten. Außerdem kennt er/sie im nahen Umfeld 47 Richter und 34 Staatsanwälte, die wegen beruflicher Tag Überforderung mit dem Trinken begannen. Dabei haben sie per WhatsApp Kettennachrichten geschickt und haben allen bekannten dringend abgeraten, eine Tätigkeit bei der Justiz zu beginnen.
Also bei aller Liebe: es ist doch wirklich absoluter Unfug, seine spezielle Meinung hier als herrschend hinzustellen. Und dazu noch gepaart mit inhaltlich grobem Unfug wie den völlig falsch dargestellten Versicherungsangelegenheiten.



