26.09.2020, 14:31
(26.09.2020, 14:08)Gast schrieb: Sehe es anders als die meisten hier. Das Problem sind nicht miese Korrektoren oder mangelndes Glück. Das Problem ist, dass die meisten Prüflinge überhaupt nicht sauber argumentieren können. Sofern das Problem überhaupt erkannt wird, beschränkt sich die "Leistung" der meisten schlicht darauf, einen Lösungsweg zu nennen. Argumente fehlen meist völlig. Man lernt aber schon im 1. Semester die juristischen Auslegubgsmethoden. Es kann nicht zu viel verlangt sein, Argumente selbst anhand Sinn und Zweck, Wortlaut und Systematik zu finden. Wer sich abheben will bringt dabei nicht nur Argumente, die für die eigene Lösung sprechen, sondern auch die dagegen und warum diese nicht greifen. Das ist etwas, das, so mein Eindruck aus langjähriger Korrektorentätigkeit, nur bei den wenigsten Prüflingen anzutreffen ist. Und das sind dann auch die, die es in die zweistelligen Punkteränge schaffen.
Man sieht es auch hier im Forum, dass der RPFlocki hier seine Lösungen wörtlich reingeschrieben hat und alle waren begeistert, was für eine tolle Lösung, liest sich wie vom Bundesverfassungsgericht etc...
Wer aber Erfahrung hat, konnte sofort sehen. Viel zu kurze Lösung, in dem Umfang die relevanten Probleme in der nötigen Ausführlichkeit und Tiefe zu erörtern unmöglich. Und das führt mich am Rande noch zu einem andern Punkt. Das Examen ist dazu da, wie unter Stress eine brauchbare und fundierte Lösung erstellt werden kann. Es geht also vor allem um die Zeit. W
Ich (TE) sehe es ähnlich, auch wenn ich es (u.a. mangels eigener Korrekturerfahrung) nicht so drastisch formuliert habe.
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