Vor 11 Stunden
Moin! Damit bist Du nicht allein. Ich habe mich erst für das knappe Verpassen des VB im 1. Examen und dann für mein niedriges B im 2. Examen sehr geschämt. Letztlich war diese miese Note für meine Persönlichkeitsentwicklung und das von Dir genannte Verhalten das Beste was mir passieren konnte:
1. Die Note bildet deine Fähigkeiten nur zum Teil ab. Ich arbeite (neben dem Verbesserungsversuch) in einer Boutique und bekomme (wie auch in teils sehr anspruchsvollen beruflichen Stationen zuvor) sehr gutes Feedback. Einer der Partner hatte auch kein super Examen, ist aber super erfolgreich in seinem Rechtsgebiet und hat Mandate im GK-Format. Vielleicht konnte er keinen guten Bescheid schreiben, vielleicht war seine Anklageschrift nicht perfekt. Juckt niemanden. Er ist ein super Wirtschaftsanwalt. Abseits der Bubble der guten Volljuristen interessiert die Note noch weniger. Ein Bekannter hat das erste Examen mit "ausreichend" bestanden und das Ref nie gemacht. Er ist jetzt Abteilungsleiter in einem großen Unternehmen. Mein Onkel verdient mit 2x ausreichend in einem Beratungsunternehmen mehr als die meisten Doppel-VB-Absolventen in Kanzleien. Es kommt (selbst in Jura) auf mehr als Noten an.
2. Gerade nach dem Ref muss man lernen sich vom Beruf zu distanzieren. Man sollte den Beruf ernst nehmen (wir tragen viel Verantwortung), aber von Ausnahmefällen abgesehen geht es nur um Geld. Gerade in der GK stirbt niemand, wenn Du mal einen Fehler machst. Wir sind keine Ärzte, Feuerwehrmänner oder Offiziere. Lern aus deinen Fehlern und mach den Beruf so gut wie möglich, aber am Ende sind 99% der Fehler korrigierbar oder schlimmstenfalls ein Haftungsfall. Die meisten Fehler kommen Dir in dem Moment schlimm vor, sind aber bald vergessen.
3. Du bist mehr als deine Note. Ich habe mich selber immer als "Ich heiße X und arbeite bei Y (hier GK etc. einfügen, die eine gewisse Note impliziert)" vorgestellt. Ich habe Job/Note als Teil meiner Identität und damit als wertbildend angesehen. Gerade in der GK/Uni-Bubble passiert das leicht. Weder Note noch Beruf definieren deinen Wert als Mensch. Mein Opa war normaler Mitarbeiter der Bahn und trotzdem war die größte Kirche der Stadt zu klein für die Beerdigung. Einfach weil er ein guter Mensch war. Niemand liebt Dich für deine Note oder deine Performance im Job. Also nimm sie nicht zu wichtig (nur meine Meinung). Du musst deinen Wert abseits des Berufs sehen.
1. Die Note bildet deine Fähigkeiten nur zum Teil ab. Ich arbeite (neben dem Verbesserungsversuch) in einer Boutique und bekomme (wie auch in teils sehr anspruchsvollen beruflichen Stationen zuvor) sehr gutes Feedback. Einer der Partner hatte auch kein super Examen, ist aber super erfolgreich in seinem Rechtsgebiet und hat Mandate im GK-Format. Vielleicht konnte er keinen guten Bescheid schreiben, vielleicht war seine Anklageschrift nicht perfekt. Juckt niemanden. Er ist ein super Wirtschaftsanwalt. Abseits der Bubble der guten Volljuristen interessiert die Note noch weniger. Ein Bekannter hat das erste Examen mit "ausreichend" bestanden und das Ref nie gemacht. Er ist jetzt Abteilungsleiter in einem großen Unternehmen. Mein Onkel verdient mit 2x ausreichend in einem Beratungsunternehmen mehr als die meisten Doppel-VB-Absolventen in Kanzleien. Es kommt (selbst in Jura) auf mehr als Noten an.
2. Gerade nach dem Ref muss man lernen sich vom Beruf zu distanzieren. Man sollte den Beruf ernst nehmen (wir tragen viel Verantwortung), aber von Ausnahmefällen abgesehen geht es nur um Geld. Gerade in der GK stirbt niemand, wenn Du mal einen Fehler machst. Wir sind keine Ärzte, Feuerwehrmänner oder Offiziere. Lern aus deinen Fehlern und mach den Beruf so gut wie möglich, aber am Ende sind 99% der Fehler korrigierbar oder schlimmstenfalls ein Haftungsfall. Die meisten Fehler kommen Dir in dem Moment schlimm vor, sind aber bald vergessen.
3. Du bist mehr als deine Note. Ich habe mich selber immer als "Ich heiße X und arbeite bei Y (hier GK etc. einfügen, die eine gewisse Note impliziert)" vorgestellt. Ich habe Job/Note als Teil meiner Identität und damit als wertbildend angesehen. Gerade in der GK/Uni-Bubble passiert das leicht. Weder Note noch Beruf definieren deinen Wert als Mensch. Mein Opa war normaler Mitarbeiter der Bahn und trotzdem war die größte Kirche der Stadt zu klein für die Beerdigung. Einfach weil er ein guter Mensch war. Niemand liebt Dich für deine Note oder deine Performance im Job. Also nimm sie nicht zu wichtig (nur meine Meinung). Du musst deinen Wert abseits des Berufs sehen.
Nachrichten in diesem Thema
Noten-Kult - von RefHessen23 - Gestern, 22:16
RE: Noten-Kult - von KissingSpines - Heute, 09:05
RE: Noten-Kult - von HLLM - Vor 11 Stunden
RE: Noten-Kult - von NRW556 - Vor 10 Stunden
RE: Noten-Kult - von Fröhlicher Richter - Vor 9 Stunden


