Gestern, 00:59
Also ich habe nach dem 2. Examen zunächst in einer MK angefangen. Eigentlich wollte ich ins private Baurecht, gelandet bin ich dann in der Prozessführung im privaten Haftungsrecht – thematisch verwandt, aber nicht ganz das, was ich mir vorgestellt hatte.
In zwei Jahren habe ich bundesweit knapp 200 Gerichtstermine wahrgenommen. Dafür gab es zunächst 70k, später nach zähen Verhandlungen 72k. Kein Auto, kein Bonus. Dazu tägliches Pendeln mit der Bahn zwischen 30 und 90 Minuten, je nach Zuverlässigkeit der Verbindung.
Abends war ich selten vor 19 Uhr zuhause, oft eher gegen 20 Uhr. Dann was essen und um 22 Uhr ins Bett. Das war auf Dauer einfach belastend – weniger wegen der reinen Arbeitszeit, sondern wegen des Gesamtpakets aus Pendeln, Reisen und fehlender Freizeitenergie.
Meine Frau arbeitet selbst viel im Homeoffice, aber während sie am Wochenende gerne etwas unternehmen wollte, wollte ich häufig einfach nur Ruhe haben und Zeit zuhause verbringen. Das hat irgendwann merklich auf die Beziehung gedrückt.
Da es in meiner Region kaum größere Unternehmen oder passende Inhouse-Stellen gibt, habe ich mich schließlich Richtung öffentlicher Bereich orientiert. Heute arbeite ich in einer Bauverwaltung und mache dort ausschließlich privates Bau- und Architektenrecht. Inhaltlich geht es viel um die Unterstützung der Projektleiter, die Vorbereitung externer Mandatierungen und die Begleitung größerer Bauprojekte und Nachtragsverhandlungen.
Ich pendele inzwischen 30 Minuten mit dem Fahrrad, erfasse meine Zeiten, habe große Freiheit bei der Arbeitsorganisation und verstehe mich sowohl mit den Kollegen als auch mit den Projektmitarbeitern sehr gut. Mit E13 liege ich aktuell bei knapp 71k (obere 15% der Bevölkerung btw), dazu kommt perspektivisch eine mögliche Verbeamtung.
Natürlich kann man sagen, dass anderswo finanziell noch bessere Pakete möglich sind – in großen IG-Metall- oder Chemiekonzernen wird auch viel gebaut. Aber dort muss man erst einmal reinkommen. Und wenn man – wie ich – fachlich in einen bestimmten Bereich möchte, braucht man dafür oft zunächst passende Berufserfahrung (auch wenn man zB die Wahlstation im Unternehmen gemacht hat).
Gehalt und Boni sind nicht das einzig relevante um glücklich zu werden. Pendelzeit, Homeoffice-Regelung, Kollegen, Vorgesetzte und allgemeines Arbeitsklima machen im Alltag oft mindestens genauso viel, wenn nicht mehr, aus.
In zwei Jahren habe ich bundesweit knapp 200 Gerichtstermine wahrgenommen. Dafür gab es zunächst 70k, später nach zähen Verhandlungen 72k. Kein Auto, kein Bonus. Dazu tägliches Pendeln mit der Bahn zwischen 30 und 90 Minuten, je nach Zuverlässigkeit der Verbindung.
Abends war ich selten vor 19 Uhr zuhause, oft eher gegen 20 Uhr. Dann was essen und um 22 Uhr ins Bett. Das war auf Dauer einfach belastend – weniger wegen der reinen Arbeitszeit, sondern wegen des Gesamtpakets aus Pendeln, Reisen und fehlender Freizeitenergie.
Meine Frau arbeitet selbst viel im Homeoffice, aber während sie am Wochenende gerne etwas unternehmen wollte, wollte ich häufig einfach nur Ruhe haben und Zeit zuhause verbringen. Das hat irgendwann merklich auf die Beziehung gedrückt.
Da es in meiner Region kaum größere Unternehmen oder passende Inhouse-Stellen gibt, habe ich mich schließlich Richtung öffentlicher Bereich orientiert. Heute arbeite ich in einer Bauverwaltung und mache dort ausschließlich privates Bau- und Architektenrecht. Inhaltlich geht es viel um die Unterstützung der Projektleiter, die Vorbereitung externer Mandatierungen und die Begleitung größerer Bauprojekte und Nachtragsverhandlungen.
Ich pendele inzwischen 30 Minuten mit dem Fahrrad, erfasse meine Zeiten, habe große Freiheit bei der Arbeitsorganisation und verstehe mich sowohl mit den Kollegen als auch mit den Projektmitarbeitern sehr gut. Mit E13 liege ich aktuell bei knapp 71k (obere 15% der Bevölkerung btw), dazu kommt perspektivisch eine mögliche Verbeamtung.
Natürlich kann man sagen, dass anderswo finanziell noch bessere Pakete möglich sind – in großen IG-Metall- oder Chemiekonzernen wird auch viel gebaut. Aber dort muss man erst einmal reinkommen. Und wenn man – wie ich – fachlich in einen bestimmten Bereich möchte, braucht man dafür oft zunächst passende Berufserfahrung (auch wenn man zB die Wahlstation im Unternehmen gemacht hat).
Gehalt und Boni sind nicht das einzig relevante um glücklich zu werden. Pendelzeit, Homeoffice-Regelung, Kollegen, Vorgesetzte und allgemeines Arbeitsklima machen im Alltag oft mindestens genauso viel, wenn nicht mehr, aus.
Nachrichten in diesem Thema
Syndikus/ Inhouse /Legal Counsel - Erfahrungen - von Graubrot - 15.05.2026, 10:54
RE: Syndikus/ Inhouse /Legal Counsel - Erfahrungen - von Sonnenschein - 15.05.2026, 11:31
RE: Syndikus/ Inhouse /Legal Counsel - Erfahrungen - von SyndikusRAin - 15.05.2026, 11:54
RE: Syndikus/ Inhouse /Legal Counsel - Erfahrungen - von Egal_ - 15.05.2026, 20:48
RE: Syndikus/ Inhouse /Legal Counsel - Erfahrungen - von advocatus diaboli - 15.05.2026, 22:04
RE: Syndikus/ Inhouse /Legal Counsel - Erfahrungen - von Ref0815 - 15.05.2026, 22:27
RE: Syndikus/ Inhouse /Legal Counsel - Erfahrungen - von advocatus diaboli - 16.05.2026, 10:35
RE: Syndikus/ Inhouse /Legal Counsel - Erfahrungen - von Graubrot - 15.05.2026, 22:47
RE: Syndikus/ Inhouse /Legal Counsel - Erfahrungen - von Egal_ - 16.05.2026, 00:42
RE: Syndikus/ Inhouse /Legal Counsel - Erfahrungen - von SyndikusRAin - 16.05.2026, 00:45
RE: Syndikus/ Inhouse /Legal Counsel - Erfahrungen - von Graubrot - 16.05.2026, 07:11
RE: Syndikus/ Inhouse /Legal Counsel - Erfahrungen - von Joko - 16.05.2026, 07:16
RE: Syndikus/ Inhouse /Legal Counsel - Erfahrungen - von advocatus diaboli - 16.05.2026, 10:39
RE: Syndikus/ Inhouse /Legal Counsel - Erfahrungen - von ForumBenutzer - 16.05.2026, 19:29
RE: Syndikus/ Inhouse /Legal Counsel - Erfahrungen - von advocatus diaboli - 16.05.2026, 20:52
RE: Syndikus/ Inhouse /Legal Counsel - Erfahrungen - von ForumBenutzer - 16.05.2026, 22:35
RE: Syndikus/ Inhouse /Legal Counsel - Erfahrungen - von advocatus diaboli - 16.05.2026, 22:54
RE: Syndikus/ Inhouse /Legal Counsel - Erfahrungen - von Ref0815 - 16.05.2026, 23:24
RE: Syndikus/ Inhouse /Legal Counsel - Erfahrungen - von Egal_ - 16.05.2026, 14:10
RE: Syndikus/ Inhouse /Legal Counsel - Erfahrungen - von lawD - 16.05.2026, 16:07
RE: Syndikus/ Inhouse /Legal Counsel - Erfahrungen - von ForumBenutzer - 16.05.2026, 19:31
RE: Syndikus/ Inhouse /Legal Counsel - Erfahrungen - von Graubrot - 16.05.2026, 20:00
RE: Syndikus/ Inhouse /Legal Counsel - Erfahrungen - von lawD - 16.05.2026, 20:41
RE: Syndikus/ Inhouse /Legal Counsel - Erfahrungen - von Syndiskus-RA - 16.05.2026, 21:23
RE: Syndikus/ Inhouse /Legal Counsel - Erfahrungen - von Egal_ - 17.05.2026, 20:06
RE: Syndikus/ Inhouse /Legal Counsel - Erfahrungen - von Joko - 17.05.2026, 23:45
RE: Syndikus/ Inhouse /Legal Counsel - Erfahrungen - von DDCGN - Gestern, 00:19
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