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Arbeitsbedingungen im jur. Bereich
Sesselpupser
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#34
14.04.2026, 10:26
(14.04.2026, 09:02)Freidenkender schrieb:  
(13.04.2026, 23:26)Sesselpupser schrieb:  Dafür ist aber in erster Linie das System verantwortlich, also das System Verwaltung und weniger das System Beamte/Tarifangestellte. Dadurch dass das System träge, massiv überreguliert, festgefahren und satt ist, die Kohle eh fließt und es keine Arbeitsanreize gibt außer für die paar Karrieristen die unbedingt Führungsversntwortung haben wollen. Dazu kommt das Problem bei Beamten und Tarifangestellten der faktischen Unkündbarkeit (gut, die gibt es in großen Konzernen auch mal), Home Office, und dann das allgemeine Problem der sterigen Zunahmen der Aufgaben aber Abnahme der finanziellen Mittel, der Subventionen für alles und jeden, Abklappern von Formalien und Choreografien an Nebensächlichkeiten, und der allgemeine Gedanke dass das System nicht mehr lange so funktioniert. Das System Verwaltung zieht eben entsprechende Menschen an, die vom Typ her oft stromlinienförmige Lowperformer sind die Sicherheit und Pedanterie mit dem wohligen Gefühl auf der richtigen Seite zu stehen verbinden. Betrachtet man das alles und gibt noch die mittlerweile völlig abgehobenen Vorgaben der Politik hinzu, die sich mehr und mehr von der Realität entfernen, dann kommt man zunehmend zu einer Disfunktionalität der Verwaltung, die man auch nicht mehr so einfach durch Abschaffung von Beamtenprivilegien reformiert bekommt, sondern wenn überhaupt nur durch groß angelegte Reformen und Gesundschrumpfen. Die Kettensäge ist eine schöne Metapher dafür. Leider ist in Deutschland der Bürokratieabbau und die Deregulierung nur eine leere Floskel und wird nicht angegangen, weil sich die Politik in ihrer falsch verstandenen Klientelpolitik für Staatsdiener und sonstige Steuergeldverbraucher dazu nicht veranlasst fühlt. Das sehe ich auch wieder wenn ich als Beamter morgen mich an den Schreibtisch setze und bestenfalls 3 Stunden von 8 was zu tun habe, und davon auch nicht viel wirklich sinnvolles. Und das gruseligste ist dann noch der Einblick in den Haushalt meiner Behörde, fast so gruselig wie durch die Innenstadt nach Hause zu laufen.

wenn du es als so schlimm empfindest, dann ändere doch was. Entweder im System, aber wenn dir das zu träge ist, dann kann man sein Glück auch woanders suchen. Oder willst du bis zum Eintritt in die Pension frustriert jeden Tag da hin gehen?

Im Prinzip hast du Recht, aber abgesehen von persönlichen Umständen ist es halt wirklich keine leichte Wahl, die fast 5k netto für so wenig Arbeit und so angenehme Benefits wegzuwerfen, um dann in irgendeiner Kanzlei für die Hälfte deutlich mehr zu arbeiten. Auch wenn mich der Bore-Out schon manchmal packt, aber dann ist insgesamt das Paket doch wieder zu attraktiv. Wenn ich gehe dann kommt halt ein anderer der den Job macht, und ich darf es mitfinanzieren. Meine Noten und Berufserfahrung stehen auch nicht dafür dass die Topjobs sonst Schlange stehen, aber wenn die persönlichen Umstände passen, dann werde ich mich mal weiterbewerben auf eine Führungsposition in einer Behörde. Aktuell ist dafür aber der falsche Zeitpunkt für mich.

Jedenfalls bezeichnend dass die Umstände hier die anderen ähnlich sehen. Wenn ich im RL mit Kollegen die auch bei Behörden sind spreche, kriege ich auch ähnliche Rückmeldungen, soweit man sich „traut“, sich als Lowperformer zu outen. Das Ganze schreit nach Reformen, und es tut mir ziemlich weh, das mit anzusehen aktuell. Wenn ich sehe dass wir massiv Sozialleistungen durch Schulden zulasten der jüngeren und kommenden Generationen finanzieren, damit die Politik gut da steht und im jetzt Wähler ködern kann, wird es mir jedes Mal übel.
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