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Enjoy your 20s vs Grinding
Patenter Gast
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#16
29.01.2026, 18:40
(29.01.2026, 18:28)ForumBenutzer schrieb:  
(28.01.2026, 22:28)EinJurist schrieb:  
(28.01.2026, 21:42)Spencer schrieb:  Da sprichst du eine wichtige Frage an, die sich viele gar nicht stellen. 

Uns wurde damals Anfang des Jahrtausends im 1. Semester noch von Professoren erzählt, wir sollten uns ordentlich reinhängen, sonst könnten wir es auch direkt sein lassen. Ohne Doppel-VB hätte man keine Chance auf gute Jobs. Das war natürlich damals schon übertrieben pessimistisch. Aber viele von uns haben deshalb auch sehr fokussiert studiert. Wenn ich damals von anderen Studiengängen (zB Lehramt) gehört habe, was die in den 3 Monaten Semesterferien für Weltreisen unternommen haben, während ich gerade mal wieder an einer Hausarbeit gesessen oder für eine Klausur gelernt habe… da kam bei mir schon öfter mal das Gefühl auf, gerade das Leben zu verpassen. 

Andererseits kenne ich auch die Fälle von Kollegen, die es mit der Feierei und Reiserei übertrieben haben, später mit schwachen Noten auf den Arbeitsmarkt gestolpert sind und jahrelang in miesen Jobs gefangen waren…

Die wahre Lebenskunst ist es deshalb mE, die richtige Balance zwischen Studium und Freizeit hinzubekommen. Sich komplett wegzuschließen ist genauso falsch und kann irgendwann in der Midlifecrisis enden wie eine komplette laisser faire-Einstellung mit bösem Erwachen bei der Jobsuche.
Da stimme ich dir zu 100% zu. Die Balance ist beim Studieren enorm wichtig. Da habe ich für mich ein sehr guten Weg gefunden nur mit Blick auf den Berufseinstieg nach Studium/Ref fällt es mir schwer abzuwägen ob es sich nicht doch lohnt 2-3 Jahre in einer GK zu arbeiten um dann eine Summe von 100k+ ansparen zu können die es mir eventuell ermöglicht später mal mehr Freiheiten nach dem Wechsel zu haben und etwa mal in Teilzeit gehen zu können als Beispiel
Die Frage ist natürlich, ob man wirklich in der Zeit 100.000 Euro netto ansparen kann. Die allermeisten Associates die ich kenne haben mit dem Einstieg in der GK ihren Lebensstandard erheblich hochgefahren. Wohnung in FFM, Auto, ausschließlich auswärts essen, party, Luxus Hotels, teure Reisen, relativ schnell teure Mode und Statussymbole... Selbst 7k netto garantieren keine große Sparquote wenn man ein Ausgaben Problem hat. Selbst wenn, reichen 100k doch hinten und vorne nicht um eine dauerhafte Teilzeitarbeit zu ermöglichen... Aber ja, es kann ein guter "Boost" sein, wenn man irgendwann mal eine Immobiliee für 1-1,5 Mio finanzieren will...wobei dann 300-400k besser wären. Zumal du nach einem Wechsel vermutlich weniger verdienen wirst, dann kämen nur noch 2k rein bei teilzeit...

Also besser 100k als Vermögen haben statt sie nicht zu haben.  Wink bei den heutigen GK-Gehältern sollten knapp 30k sparen p.a. auch kein Problem sein. Die Lifestyle-Inflation, die du ansprichst, ist natürlich ein reales Problem und diesem sollte man sich bewusst sein. Mit einem normalen Lebensstil (so 3k netto im Monat), sollte man aber wahrscheinlich sogar eher 40k-50k p.a. ansparen können.

Aber am Ende ist immer die Frage, woran hat man Spaß, wo will man hin. Selbst drei Jahre würde ich nicht traurig verbringen, nur um Geld ansparen zu können. Das macht einen auch nicht glücklich. Wenn man die Arbeit aber mal versuchen will, ist das Geld ein schöner Nebeneffekt. 

Dazu muss man auch in sich selbst reinhören: Wo sehe ich mich in 10-20 Jahren, was macht mich glücklich, was will ich beruflich und privat erreichen. Das kann man auch immer wieder nachjustieren, nur gibt es hier keine Allgemeingültigkeit. Ich habe Freunde, die haben sich nach dem Doppel-Prädikat gefreut, dass sie endlich in die sichere Richterstelle können. Und andere hatten das Ziel, so viel Erfolg und Geld wie möglich aus ihren Fähigkeiten zu schlagen.

PS: Wenn ich hier lese "richtiges Vermögen in Deutschland ohnehin vererbt und nicht erarbeitet wird." Das ist nicht zutreffend. Man kann sich richtiges Vermögen in Deutschland erarbeiten. Ja, es wird auch vererbt aber man kann auch selbst so ein Erblasser werden. Dazu gehört auch Glück und mit einem normalen Job kommt kein Vermögen. Aber als Jurist hat man zumindest die Chance dazu, weil man als Anwalt schnell genug Geld verdienen kann (!, nicht muss), um einen Grundstock zu haben, mit dem man weiter investieren kann. Und immer dran denken, die meisten Multimillionäre sind es nicht mit Anfang 40 geworden, sondern in ihren 60igern. Das ist in der Regel eine Langstrecke und kein Sprint.
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 29.01.2026, 18:44 von Patenter Gast.)
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