13.12.2025, 00:09
Ich bin Proberichter bei einer StA - wo genau möchte ich nicht ausführen. Dass betreffend Arbeitszeiten etc. große Unterschiede zwischen den BL bestehen, kann ich mir aber auch nicht vorstellen. Es dürfte noch nicht einmal auf die einzelne Behörde ankommen, sondern das konkrete Dezernat und deine eigene Einstellung, und daneben in gewissem Maße auf die Abteilung bzw. den Abteilungsleiter. Bei den Abteilungen gilt als Faustregel: Je mehr Masse und/oder Haftsachen, desto stressiger. Man kann letztlich Glück haben, oder extremes Pech und vorher weiß man es einfach nicht. Persönlich wurde ich auf ein völlig abgesoffenes Allgemein-Dezernat gesetzt, das zuvor lange von Kollegen neben ihrer eigentlichen Arbeit vertreten wurde. Von diesem Schreckgespenst des "abgesoffenen" Dezernats hatte ich immer selbst gelesen und es für übertrieben gehalten, aber was das konkret heißt, versteht man wohl erst dann wirklich, wenn man es am eigenen Leib erlebt. Ich stoppe meine Zeiten nicht, aber mit einer 40-Stunden Woche komme ich definitiv nicht annähernd hin und trotzdem ist es eigentlich noch zu wenig. Der Mehrzahl der Assessoren hier geht es ähnlich, ich kenne aber auch Kollegen, die ein top aufgeräumtes Dezernat geerbt haben und eher ungläubig über die Stapel staunen, die bei anderen jeden Tag auflaufen.
Zum Thema "Stumpfes Abarbeiten ohne wirklich über die Fälle nachzudenken?" kann man eigentlich nur sagen: Leider nein ;-)
Im Ernst, man komm sehr schnell an den Punkt, dass man für jedes Verfahren, das sich stumpf abarbeiten lässt, dankbar ist. Von den harten Nüssen, die einen viel zu viel Zeit und Energie kosten, und dennoch nur als eine Erledigung für die Statistik zählen, gibt es mehr als genug.
Wenn du "Strafrecht aber schon immer gemocht" und "die Fälle und die Menschen dahinter spannend" fandest, klingt das grds. schon so als könnte die Tätigkeit etwas für dich sein. Denn interessant ist es schon. Jeden Tag bekommt man irgendwelche irren Geschichten mit und hat einfach ganz andere Einblicke als der Durchschnittsbürger. Das ist spannend, aber auch erschreckend. Ich habe eigentlich viel Spaß an schwarzem Humor und fand deswegen auch immer die Fälle im Strafrecht witzig, komme damit jedoch inzwischen an Grenzen und gehe durch die Arbeit echt mit anderen Augen durch die Welt. Durch das Lachen und Schäkern mit Kollegen mag man Druck vom Tank nehmen, doch danach muss man trotzdem irgendwie damit leben, wie abgefuckt die Welt ist.
Die Chance, dass ich mich auf Lebenszeit ernennen lasse, würde ich derzeit mit 50/50 ansetzen.
Zum Thema "Stumpfes Abarbeiten ohne wirklich über die Fälle nachzudenken?" kann man eigentlich nur sagen: Leider nein ;-)
Im Ernst, man komm sehr schnell an den Punkt, dass man für jedes Verfahren, das sich stumpf abarbeiten lässt, dankbar ist. Von den harten Nüssen, die einen viel zu viel Zeit und Energie kosten, und dennoch nur als eine Erledigung für die Statistik zählen, gibt es mehr als genug.
Wenn du "Strafrecht aber schon immer gemocht" und "die Fälle und die Menschen dahinter spannend" fandest, klingt das grds. schon so als könnte die Tätigkeit etwas für dich sein. Denn interessant ist es schon. Jeden Tag bekommt man irgendwelche irren Geschichten mit und hat einfach ganz andere Einblicke als der Durchschnittsbürger. Das ist spannend, aber auch erschreckend. Ich habe eigentlich viel Spaß an schwarzem Humor und fand deswegen auch immer die Fälle im Strafrecht witzig, komme damit jedoch inzwischen an Grenzen und gehe durch die Arbeit echt mit anderen Augen durch die Welt. Durch das Lachen und Schäkern mit Kollegen mag man Druck vom Tank nehmen, doch danach muss man trotzdem irgendwie damit leben, wie abgefuckt die Welt ist.
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