06.03.2025, 12:11
Ich kann von mir aus Bewerbersicht berichten, dass nur die allerwenigsten Kontakte mit Headhuntern überhaupt irgendwie zielführend waren. Deswegen habe ich vor Kurzem auch die Erwartungshaltung einer früheren Kommilitonin gebremst, die sich nach etlichen Jahren in ein und derselben Kanzlei mithilfe eines Headhunters umsehen wollte. Vielleicht wird es besser, wenn SIE den Headhunter beauftragt, aber ich glaube es nicht.
Man merkt bei den meisten, dass sie sehr wahllos Bewerber anschreiben, in der Hoffnung, die könnten auf eine ihrer Stellen passen. Durch dieses Gießkannenprinzip ist der Output allerdings sehr gering und ich kann verstehen, wenn es für die Unternehmen/Kanzleien ebenso nervig ist, wie für mich als potenziellen Bewerber.
Dass die Headhunter wenig Zeit in die Bewerbung stecken, ist für die Kanzlei sicher nervig. Für mich als Bewerber aufgrund des angewendeten Gießkannenprinzips dann aber doch wieder ok, weil ich nicht so viel Zeit für eine qualitativ sowieso schlechte Bewerbung investieren will. Genau genommen beißt sich die Katze da aber in den Schwanz, denn wenn der HH für mich eine schlechte Bewerbung rausschickt, kann ich es auch gleich lassen und mich selbst bewerben.
Deswegen halte ich die meisten HH für überflüssig und würde jeder Kanzlei und jedem Unternehmen raten, die Stellen selbst auszuschreiben. Wer dies auf den gängigen Plattformen der macht, dürfte seine Zielgruppe auch ohne HH erreichen.
Dass die Bewerbung anders aussieht, als eine normale Bewerbung, glaube ich sofort, liegt aber in der Natur der Sache. Wer selbst die Kanzlei oder das Unternehmen anschreibt, wird die Bewerbung anders formulieren als jemand, der über einen HH geworben wurde. Manche Headhunter stellen die Kandidaten dem Arbeitgeber auch erst anonymisiert vor.
Vor- oder Nachteile? Mir hat eine Headhunterin, die selber eine juristische Ausbildung hatte, mal erzählt, dass die Kanzleien darauf achten, was die Einstellung des Bewerbers kostet. Bei schlechten Noten hat sie daher empfohlen, sich lieber ohne Headhunter zu bewerben. Wer gute Noten hat und daher begehrt ist, wird sicher trotz der hohen Kosten keine Probleme haben.
Legalhead sehe ich aber ebenfalls nicht als Headhunter. Es wird keine aktive Vermittlung betrieben, sondern nur die Möglichkeit geschaffen, Kanzlei und Bewerber durch einstellen eines Profils zusammenzuführen.
Wer sich dort anmeldet, tut dies bewusst und in Kenntnis der Kosten, die auf ihn zukommen.
Eine kleine Auswahl meiner Headhunter-Erlebnisse:
- HH hält den Termin für das vereinbarte Telefonat nicht ein, gibt mir vorher aber auch nicht Bescheid, dass sich der Termin verschiebt. Ich warte zunächst das akademische Viertel, widme mich dann aber wieder meiner Arbeit. Das Telefonat führte ich dann eine Stunde später im Auto, als ich nach Hause fuhr
- gleiche Headhunterin und ihre Chefin führen mit mit ein paar Tage später ein Telefonat via Teams. Sie sitzen im Großraumbüro und als ihre Kollegen nach Hause gehen, durfte ich den Umarmungen mit mehreren Kollegen beiwohnen
- mehrmals passiert: HH schickt mir eine Stelle, die mindestens 100km von meinem Wohnort entfernt liegt, das weiteste waren ca. 400km
- (vermutlich kinderloser) junger HH vereinbart mit mir einen Telefontermin, dann noch einmal am Tag darauf und wiederum den Tag darauf rief er mich erneut an. Alle drei Anrufe jeweils gegen 17 Uhr, die für jemanden, der Kinder hat, etwas ungünstig liegen, und organisatorischen Aufwand verursachen
- mehrfach völlig unpassende Stellenangebote wie das Angebot für eine kleine Kanzlei 100km entfernt Hartz 4 Bescheide zu bearbeiten, weil ich als jahrelange Arbeitsrechterin auf Arbeitgeberseite in meinem Lebenslauf angegeben hatte, einen kleinen Teil Sozialrecht mitzumachen
Mir fällt bestimmt noch mehr ein, wenn ich länger darüber nachdenke. Vielleicht wundert sich der ein oder andere hier mitlesende Referendar, warum mich diese Erlebnisse nerven, aber das werdet ihr noch merken, wenn ihr selber fest im Berufsleben steht. Zeit ist ein knappes Gut und zu wertvoll, als dass man sie mit Dingen verschwendet, die zu nichts führen. Deswegen erwarte ich von einem guten(!) Headhunter, dass er mein Profil gelesen hat, mich nicht mit unpassenden Stellenangeboten nervt und nicht ewig meine Zeit beansprucht wenn daraus sowieso nichts wird. Diese Zeit habe ich in meinem Alltag einfach nicht und sie fehlt mir, um meine Arbeit zu erbringen oder mich um meine Familie zu kümmern.
Bisher war ich immer freundlich, aber manchmal fällt es schwer, nicht genervt zu reagieren.
Man merkt bei den meisten, dass sie sehr wahllos Bewerber anschreiben, in der Hoffnung, die könnten auf eine ihrer Stellen passen. Durch dieses Gießkannenprinzip ist der Output allerdings sehr gering und ich kann verstehen, wenn es für die Unternehmen/Kanzleien ebenso nervig ist, wie für mich als potenziellen Bewerber.
Dass die Headhunter wenig Zeit in die Bewerbung stecken, ist für die Kanzlei sicher nervig. Für mich als Bewerber aufgrund des angewendeten Gießkannenprinzips dann aber doch wieder ok, weil ich nicht so viel Zeit für eine qualitativ sowieso schlechte Bewerbung investieren will. Genau genommen beißt sich die Katze da aber in den Schwanz, denn wenn der HH für mich eine schlechte Bewerbung rausschickt, kann ich es auch gleich lassen und mich selbst bewerben.
Deswegen halte ich die meisten HH für überflüssig und würde jeder Kanzlei und jedem Unternehmen raten, die Stellen selbst auszuschreiben. Wer dies auf den gängigen Plattformen der macht, dürfte seine Zielgruppe auch ohne HH erreichen.
Dass die Bewerbung anders aussieht, als eine normale Bewerbung, glaube ich sofort, liegt aber in der Natur der Sache. Wer selbst die Kanzlei oder das Unternehmen anschreibt, wird die Bewerbung anders formulieren als jemand, der über einen HH geworben wurde. Manche Headhunter stellen die Kandidaten dem Arbeitgeber auch erst anonymisiert vor.
Vor- oder Nachteile? Mir hat eine Headhunterin, die selber eine juristische Ausbildung hatte, mal erzählt, dass die Kanzleien darauf achten, was die Einstellung des Bewerbers kostet. Bei schlechten Noten hat sie daher empfohlen, sich lieber ohne Headhunter zu bewerben. Wer gute Noten hat und daher begehrt ist, wird sicher trotz der hohen Kosten keine Probleme haben.
Legalhead sehe ich aber ebenfalls nicht als Headhunter. Es wird keine aktive Vermittlung betrieben, sondern nur die Möglichkeit geschaffen, Kanzlei und Bewerber durch einstellen eines Profils zusammenzuführen.
Wer sich dort anmeldet, tut dies bewusst und in Kenntnis der Kosten, die auf ihn zukommen.
Eine kleine Auswahl meiner Headhunter-Erlebnisse:
- HH hält den Termin für das vereinbarte Telefonat nicht ein, gibt mir vorher aber auch nicht Bescheid, dass sich der Termin verschiebt. Ich warte zunächst das akademische Viertel, widme mich dann aber wieder meiner Arbeit. Das Telefonat führte ich dann eine Stunde später im Auto, als ich nach Hause fuhr
- gleiche Headhunterin und ihre Chefin führen mit mit ein paar Tage später ein Telefonat via Teams. Sie sitzen im Großraumbüro und als ihre Kollegen nach Hause gehen, durfte ich den Umarmungen mit mehreren Kollegen beiwohnen
- mehrmals passiert: HH schickt mir eine Stelle, die mindestens 100km von meinem Wohnort entfernt liegt, das weiteste waren ca. 400km
- (vermutlich kinderloser) junger HH vereinbart mit mir einen Telefontermin, dann noch einmal am Tag darauf und wiederum den Tag darauf rief er mich erneut an. Alle drei Anrufe jeweils gegen 17 Uhr, die für jemanden, der Kinder hat, etwas ungünstig liegen, und organisatorischen Aufwand verursachen
- mehrfach völlig unpassende Stellenangebote wie das Angebot für eine kleine Kanzlei 100km entfernt Hartz 4 Bescheide zu bearbeiten, weil ich als jahrelange Arbeitsrechterin auf Arbeitgeberseite in meinem Lebenslauf angegeben hatte, einen kleinen Teil Sozialrecht mitzumachen
Mir fällt bestimmt noch mehr ein, wenn ich länger darüber nachdenke. Vielleicht wundert sich der ein oder andere hier mitlesende Referendar, warum mich diese Erlebnisse nerven, aber das werdet ihr noch merken, wenn ihr selber fest im Berufsleben steht. Zeit ist ein knappes Gut und zu wertvoll, als dass man sie mit Dingen verschwendet, die zu nichts führen. Deswegen erwarte ich von einem guten(!) Headhunter, dass er mein Profil gelesen hat, mich nicht mit unpassenden Stellenangeboten nervt und nicht ewig meine Zeit beansprucht wenn daraus sowieso nichts wird. Diese Zeit habe ich in meinem Alltag einfach nicht und sie fehlt mir, um meine Arbeit zu erbringen oder mich um meine Familie zu kümmern.
Bisher war ich immer freundlich, aber manchmal fällt es schwer, nicht genervt zu reagieren.
Nachrichten in diesem Thema
Legalhead/Personalvermittlung - von Juraprinz - 04.03.2025, 21:14
RE: Legalhead/Personalvermittlung - von MichaelJordan - 04.03.2025, 21:43
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RE: Legalhead/Personalvermittlung - von Juraprinz - 05.03.2025, 11:15
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RE: Legalhead/Personalvermittlung - von guga - 14.03.2025, 17:56


