16.06.2022, 14:02
Hallo zusammen,
ich bin derzeit auf der Suche nach neuen beruflichen Perspektiven und habe gedacht, dass ich hier vielleicht etwas Inspiration oder neue Gedankenanstöße bekommen könnte. Eigentlich kann ich mich nicht beschweren: Ich bin seit 2 Jahren Rechtsanwalt in einer größeren Kanzlei, verdiene sehr gut und meine Arbeitszeiten sind im Vergleich zu anderen GK-Anwälten passabel (8:30 Uhr bis 19:30 Uhr, nie am Wochenende oder an Feiertagen gearbeitet). Leider macht mich die Arbeit aber unglücklich. Für mich persönlich ist es zu viel; ich brauche mehr Freizeit, meine Psyche geht sonst den Bach runter. Ich würde gerne auch mal um 18 Uhr zum Sport gehen oder mich mit Freunden und Familie treffen. Und im Anwaltsberuf steigt die Arbeitsbelastung mit den Jahren ja eher, als dass sie sinken würde.
Gleichzeitig ist es mir aber nicht egal, was ich arbeite. Ich würde gerne etwas Sinnvolles machen und dafür angemessen entlohnt werden. Die große Frage ist: In welchen Beruf wechsele ich? Eigentlich ist alles drin. Ich komme aus NRW, bin 29 Jahre alt und habe zwei VBs. Eine andere (große) Kanzlei kommt für mich nicht in Frage. Ich hätte es m.E. als Anwalt nicht besser treffen können. Ich habe ein super Team und einen super Chef.
Unternehmen reizen mich nicht. Die Arbeitszeiten sind m.E. Wundertüten. Und ich identifiziere mich mit keinem Unternehmen so sehr, als dass ich sagen könnte, da will ich unbedingt arbeiten.
Ich denke darüber nach, als Richter anzufangen. Das war auch ursprünglich mein Plan: Erst einmal ein paar Jahre als Anwalt arbeiten und dann Richter werden. Mir hat das im Referendariat Spaß gemacht und ich kann mich gut mit dem Beruf identifizieren. Allerdings höre ich - auch von befreundeten Richtern - öfter, dass sie ebenfalls (zu) viel zu tun haben und ebenfalls von 8-19 Uhr arbeiten. Feiertage (wie heute) werden durchgearbeitet und auch die Wochenenden sind "am Anfang" (das varriiert von 3 Monaten bis 3 Jahren) meistens nicht frei. Ich weiß nicht, ob ich das nach zwei Jahren Anwaltsdasein durchhalten kann / will, zumal es arbeitszeittechnisch eine Verschlechterung wäre. Ich habe Angst, es irgendwann zu bereuen, es nie versucht zu haben; andererseits habe ich Angst, es zu bereuen, es überhaupt angefangen zu haben. Was macht man, wenn es einem nicht gefällt und man auch nicht in den Anwaltsberuf zurück möchte. Kriegt man einen zweiten Berufswechsel (etwa in den öD) ohne Weiteres hin oder muss man sich dann mit dem zufriedengeben, was man noch angeboten bekommt?
Dann gibt es noch den öffentlichen Dienst. Super abwechslungsreich (?), gute Arbeitszeiten (immer?). Doch was ist, wenn einem die Arbeit nicht gefällt? Woher kommen die Berichte vom tristen Beamtendasein? Kann man Behörden wechseln, wenn man die aktuelle Arbeit nicht mehr sehen kann? Kann man theoretisch noch in ein Unternehmen wechseln oder sogar noch Richter werden, falls man gar nicht glücklich wird?
Vielleicht habt ihr ja mal Lust, von euren Werdegängen und Erfahrungen zu berichten und dabei ein paar meiner Fragen zu beantworten.
Beste Grüße
ich bin derzeit auf der Suche nach neuen beruflichen Perspektiven und habe gedacht, dass ich hier vielleicht etwas Inspiration oder neue Gedankenanstöße bekommen könnte. Eigentlich kann ich mich nicht beschweren: Ich bin seit 2 Jahren Rechtsanwalt in einer größeren Kanzlei, verdiene sehr gut und meine Arbeitszeiten sind im Vergleich zu anderen GK-Anwälten passabel (8:30 Uhr bis 19:30 Uhr, nie am Wochenende oder an Feiertagen gearbeitet). Leider macht mich die Arbeit aber unglücklich. Für mich persönlich ist es zu viel; ich brauche mehr Freizeit, meine Psyche geht sonst den Bach runter. Ich würde gerne auch mal um 18 Uhr zum Sport gehen oder mich mit Freunden und Familie treffen. Und im Anwaltsberuf steigt die Arbeitsbelastung mit den Jahren ja eher, als dass sie sinken würde.
Gleichzeitig ist es mir aber nicht egal, was ich arbeite. Ich würde gerne etwas Sinnvolles machen und dafür angemessen entlohnt werden. Die große Frage ist: In welchen Beruf wechsele ich? Eigentlich ist alles drin. Ich komme aus NRW, bin 29 Jahre alt und habe zwei VBs. Eine andere (große) Kanzlei kommt für mich nicht in Frage. Ich hätte es m.E. als Anwalt nicht besser treffen können. Ich habe ein super Team und einen super Chef.
Unternehmen reizen mich nicht. Die Arbeitszeiten sind m.E. Wundertüten. Und ich identifiziere mich mit keinem Unternehmen so sehr, als dass ich sagen könnte, da will ich unbedingt arbeiten.
Ich denke darüber nach, als Richter anzufangen. Das war auch ursprünglich mein Plan: Erst einmal ein paar Jahre als Anwalt arbeiten und dann Richter werden. Mir hat das im Referendariat Spaß gemacht und ich kann mich gut mit dem Beruf identifizieren. Allerdings höre ich - auch von befreundeten Richtern - öfter, dass sie ebenfalls (zu) viel zu tun haben und ebenfalls von 8-19 Uhr arbeiten. Feiertage (wie heute) werden durchgearbeitet und auch die Wochenenden sind "am Anfang" (das varriiert von 3 Monaten bis 3 Jahren) meistens nicht frei. Ich weiß nicht, ob ich das nach zwei Jahren Anwaltsdasein durchhalten kann / will, zumal es arbeitszeittechnisch eine Verschlechterung wäre. Ich habe Angst, es irgendwann zu bereuen, es nie versucht zu haben; andererseits habe ich Angst, es zu bereuen, es überhaupt angefangen zu haben. Was macht man, wenn es einem nicht gefällt und man auch nicht in den Anwaltsberuf zurück möchte. Kriegt man einen zweiten Berufswechsel (etwa in den öD) ohne Weiteres hin oder muss man sich dann mit dem zufriedengeben, was man noch angeboten bekommt?
Dann gibt es noch den öffentlichen Dienst. Super abwechslungsreich (?), gute Arbeitszeiten (immer?). Doch was ist, wenn einem die Arbeit nicht gefällt? Woher kommen die Berichte vom tristen Beamtendasein? Kann man Behörden wechseln, wenn man die aktuelle Arbeit nicht mehr sehen kann? Kann man theoretisch noch in ein Unternehmen wechseln oder sogar noch Richter werden, falls man gar nicht glücklich wird?
Vielleicht habt ihr ja mal Lust, von euren Werdegängen und Erfahrungen zu berichten und dabei ein paar meiner Fragen zu beantworten.
Beste Grüße
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Neue berufliche Perspektive - von GraciasDeNada - 16.06.2022, 14:02
RE: Neue berufliche Perspektive - von Drin - 16.06.2022, 14:22
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RE: Neue berufliche Perspektive - von Gast ÖD - 17.06.2022, 12:22
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