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  5. Richterjob - Berufswahl mit Reue?
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Richterjob - Berufswahl mit Reue?
Gast
Unregistered
 
#58
12.09.2021, 15:20
(12.09.2021, 15:16)Gast schrieb:  
(11.09.2021, 19:30)Praktiker schrieb:  
(11.09.2021, 07:22)Gast schrieb:  
(10.09.2021, 18:04)Gast schrieb:  
(10.09.2021, 15:57)Gast schrieb:  Wers glaubt...
Abgesehen davon scheinst du dich für die Krone der Richterschöpfung zu halten.

Wo liegt Dein Problem? Ist doch eine einfache Rechnung. Wenn ich bis zum Examen Pietzner / Ronellenfitsch durchgearbeitet und verstanden habe, dann fange ich damit nicht erst zum Berufsstart an. Ebenso wenn in den Entscheidungsgründen keine Würdigung von Zeugenaussagen stattfindet, sondern eine mehr oder minder wiederholende Wiedergabe.
All das sind Punkte, die im Examen den guten vom mittelmäßigen Juristen unterscheiden.

Und der Abstand vergrößert sich.

Und ehrlich gesagt finde ich es (leicht) amüsant so zu tun, als würden die Uhren beim Berufsstart auf null gestellt. Was machst Du denn als Richter viel anderes, als Entscheidungen zu schreiben?
Sicher, als Anwalt oder Verwaltungsjurist kommt viel Neues, aber die Organisation des eigenen Dezernats ist doch keine Kunst.

Ich lach mich tot…

Ein wirklich riesengroßes Sorry, dass ihr Richter euch in eurem Stolz gekränkt fühlt, wenn ein „schlechterer“ Kollege die Zeugenaussagen bloß „wiedergibt“, anstatt sie schulbuchmäßig so niederzuschreiben, wie wir es bei den Kaisers (oder aus der Feder von Herrn Seegmüllers Urteilen höchstpersönlich) gelernt haben. Die Beteiligten interessiert in allererster Linie, dass die Zeugenaussage überhaupt in Betracht gezogen und bei der Entscheidung berücksichtigt worden ist. Ob sie „mittelmäßig“ oder „großartig“ gewürdigt wurde, ist in 90% der Fälle einfach EGAL. Und eigentlich nur ein weiteres Beispiel dafür, wie hoch unser Elfenbeinturm und die Distanz zu den ganz normalen Menschen da draußen tatsächlich ist…

Und kommt mir jetzt bitte nicht mit Rechtsmittelinstanz…in den meisten Fällen wird eine „mittelmäßig“ gewürdigte Zeugenaussage niemals auffallen, das Urteil wird auf alle Zeiten abgeheftet und gut ist. Der Umstand dieses ojemine so „mittelmäßigen“ Urteils verdient maximal ein paar dicke Krokodilstränen, mehr nicht.  Das Leben der Beteiligten geht weiter, das Leben der Richter auch, die Justiz als solche mahlt weiter langsam aber sicher ihre Mühlen…

Aber gut…wenn es euch Freude bereitet, dann glaubt ruhig weiterhin, dass die arme deutsche Justiz geht den Bach runtergeht…immerhin waren ihre Richter zur Zeit der Juristenschwemme doch noch die crème de la crème…buhuhuuuu

Mal weg von der Notenfrage (auch mit guten Noten kann man sehr faul sein, viele Fehler machen usw.) und alle Emotionen beiseite, sollte man zu einem bloßen Kopieren von Protokoll ins Urteil doch Folgendes noch sagen:
- es ist rechtswidrig, 286 I 2
- wer keine Gründe nennen mag oder kann, hat es sich häufig auch nicht richtig überlegt, denn gerade beim Ausformulieren merkt man erst, ob ein Argument überzeugt
- die Parteien sind darüber ungefähr so glücklich wie die Leute, die sich hier (zu Recht) über Zweitprüfer beschweren, die nur "einverstanden" drunter schreiben, denn: was die Zeugen gesagt haben, wissen die Parteien, aber was sie wissen wollen, ist warum das Gericht dem einen glaubt und dem anderen nicht. Ja, letztlich ist im Leben natürlich alles irgendwo egal, und am Ende ist man tot, aber unter dieser Grenze sollte man sich vielleicht doch bemühen, ordentliche Arbeit zu machen 
- ja, die Rechtsmittelinstanz. Es ist unkollegial und unnötig, wenn ein ganzer Senat nochmal x Zeugen von vorne vernehmen muss, nur weil ein Kollege an fünf Sätzen gespart hat. Und wenn zurückverwiesen werden muss, trifft es einen sogar selbst nochmal...

Der Idealfall ist halt nicht die Regel. 

Aber wer (wie die meisten aus meiner AG damals) nur wegen Jobsicherheit und wenig Arbeit Richter wird und nicht wegen der Tätigkeit, der ist vom Idealfall wahrscheinlich auch etwas weiter weg. Sehe das Notendilemma wie einige leute hier überhaupt nicht. 

Meistens ist es eine Einstellungssache bzw Erwartungshaltung. Wer erwartet immer im 13 Uhr gehen zu können, ist natürlich schnell gefrustet und hat weniger Lust alles ordentlich zu machen. Ich sag nicht, dass das die Regel ist, aber diese Richter gibt es halt auch. 

Mir sind "schlechtere" Richterkollegen die für ihren Job brennen lieber als "gute" Kollegen, die permanent über die Arbeit meckern, insbesondere, wenn sie die Nachmittagsausführung des Kindes in der Schule oder die Tennisrunde arbeitsbedingt nicht schaffen.

Tennis scheint unter den Richtern wirklich weit verbreitet zu sein Cheese
Gefühlt spielt jeder zweite Tennis
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Richterjob - Berufswahl mit Reue? - von Gast_ - 08.09.2021, 07:04
RE: Richterjob - Berufswahl mit Reue? - von Gast - 08.09.2021, 08:02
RE: Richterjob - Berufswahl mit Reue? - von HerrKules - 08.09.2021, 08:43
RE: Richterjob - Berufswahl mit Reue? - von Gast - 08.09.2021, 09:10
RE: Richterjob - Berufswahl mit Reue? - von Gast - 08.09.2021, 10:22
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