30.11.2020, 18:26
Guten Abend,
gerade diejenigen, die ihr Examen schon erfolgreich hinter sich gebracht haben würde ich gerne fragen, wie sie - rückwirkend betrachtend - die letzten vier Monate der Vorbereitung am Besten verbracht hätten. Bei mir stehen die letzten vier Monate nämlich nun bevor und ich weiß nicht so recht, wie ich die Sache am Besten angehe.
Ich bin für Berichte, Tipps und Hinweise sehr dankbar =)
gerade diejenigen, die ihr Examen schon erfolgreich hinter sich gebracht haben würde ich gerne fragen, wie sie - rückwirkend betrachtend - die letzten vier Monate der Vorbereitung am Besten verbracht hätten. Bei mir stehen die letzten vier Monate nämlich nun bevor und ich weiß nicht so recht, wie ich die Sache am Besten angehe.
Ich bin für Berichte, Tipps und Hinweise sehr dankbar =)
30.11.2020, 19:43
Ich schließe mich an. Wäre interessant :-)
30.11.2020, 20:58
Ihr habt noch viel Zeit. Füllt sie vor allem damit die absoluten Basics drauf zu haben wie zb. Aufbau und Formulierungen bzgl. VU, Widerklage etc. Ihr habt keine Zeit dafür euch erst in der Klausur zu überlegen an welche Stelle nochmal welche Formulierung muss und wie der Aufbau vom Rubrum, der Widerklage etc. ist. Mitunter kann es dort schwierigere Konstellationen geben und diese solltet ihr am besten kennen.
Lernt ggf. sogar ein paar feste, gute Formulierungen auswendig. Das kann Sicherheit geben. Beispiel: Einspruch gegen VU; Antrag Revision am Ende etc.; ZLK der Widerklage.
Diese Dinge zeigen kein besonderes juristisches Können, sodass sie sich dazu eignen "stumpf" auswendig gelernt zu werden. Fehlen sie jedoch oder sind sie nicht sauber formuliert, fällt es definitiv auf.
Hierfür ein Beispiel: ich habe in einer RA Klausur am Ende innerhalb von 2 Minuten die gesamte WK durchgeprüft und konnte - da ich die Formulierung zur ZLK bzw. die 3, 4 Sätze (die ja in der Regel völlig unproblematisch ist) auswendig konnte - diese innerhalb ganz kurzer Zeit unter enormen Zeit- und somit auch "Kopf"-Stress runter schreiben. Hätte ich das nicht auswendig gekonnt, hätte ich es nicht geschafft.
Ansonsten:
Klausuren schreiben - übt unter realen Bedingungen euch in unbekannte Konstellationen hereindenken zu müssen und unter Stress zu geraten. Ich würde definitiv nun 15-20 Minuten abziehen bei der Klausurübung.
Lösungsskizzen skizzieren - so übt ihr auch, die sich wiederholenden Probleme zu sehen und ein Auge für wiederkehrende Konstellationen zu haben.
Materielles Recht möglichst gut beherrschen. Klingt logisch, einfach ist es aber nicht.
Mental gut vorbereitet sein - die zwei Wochen waren bei mir die härtesten in der ganzen Studiums und Ref-Zeit. Unterschätzt das nicht, es ist natürlich eine Typfrage, aber falls ihr da ähnlich wie ich Probleme mit habt:
versucht euch auch darauf einzustellen, dass zB. die ersten drei Klausuren miserabel laufen könnten. Sagt euch dann: es ist noch lange nichts verloren. GAS GEBEN! KÄMPFEN! NICHT AUFGEBEN! Denn: jede Klausur steht für sich.
Diese Aspekte fielen mir spontan ein.
Alles Gute
Lernt ggf. sogar ein paar feste, gute Formulierungen auswendig. Das kann Sicherheit geben. Beispiel: Einspruch gegen VU; Antrag Revision am Ende etc.; ZLK der Widerklage.
Diese Dinge zeigen kein besonderes juristisches Können, sodass sie sich dazu eignen "stumpf" auswendig gelernt zu werden. Fehlen sie jedoch oder sind sie nicht sauber formuliert, fällt es definitiv auf.
Hierfür ein Beispiel: ich habe in einer RA Klausur am Ende innerhalb von 2 Minuten die gesamte WK durchgeprüft und konnte - da ich die Formulierung zur ZLK bzw. die 3, 4 Sätze (die ja in der Regel völlig unproblematisch ist) auswendig konnte - diese innerhalb ganz kurzer Zeit unter enormen Zeit- und somit auch "Kopf"-Stress runter schreiben. Hätte ich das nicht auswendig gekonnt, hätte ich es nicht geschafft.
Ansonsten:
Klausuren schreiben - übt unter realen Bedingungen euch in unbekannte Konstellationen hereindenken zu müssen und unter Stress zu geraten. Ich würde definitiv nun 15-20 Minuten abziehen bei der Klausurübung.
Lösungsskizzen skizzieren - so übt ihr auch, die sich wiederholenden Probleme zu sehen und ein Auge für wiederkehrende Konstellationen zu haben.
Materielles Recht möglichst gut beherrschen. Klingt logisch, einfach ist es aber nicht.
Mental gut vorbereitet sein - die zwei Wochen waren bei mir die härtesten in der ganzen Studiums und Ref-Zeit. Unterschätzt das nicht, es ist natürlich eine Typfrage, aber falls ihr da ähnlich wie ich Probleme mit habt:
versucht euch auch darauf einzustellen, dass zB. die ersten drei Klausuren miserabel laufen könnten. Sagt euch dann: es ist noch lange nichts verloren. GAS GEBEN! KÄMPFEN! NICHT AUFGEBEN! Denn: jede Klausur steht für sich.
Diese Aspekte fielen mir spontan ein.
Alles Gute
30.11.2020, 22:04
So viele Klausuren schreiben wie möglich. Das ist noch wichtiger als beim 1. Examen, weil es im 2. eine deutlich größere Varianz von Aufgabentypen gibt und die zur Verfügung stehende Zeit extrem knapp bemessen ist.
30.11.2020, 22:07
(30.11.2020, 22:04)Gast schrieb: So viele Klausuren schreiben wie möglich. Das ist noch wichtiger als beim 1. Examen, weil es im 2. eine deutlich größere Varianz von Aufgabentypen gibt und die zur Verfügung stehende Zeit extrem knapp bemessen ist.
Aber wie verhält sich deiner Meinung nach das Klausurenschreiben zum "normalen" Lernen? Soll ich tatsächlich jeden Tag eine Klausur schreiben und nicht mehr "theoretisch" lernen? Lerne ich die theoretischen Fragen auf diese Weise automatisch mit? Oder sollte nur das materielle Recht theoretisch gelernt werden weil die Formalien durch das Klausurenschrieben kommen?
30.11.2020, 22:10
Jeden Tag ist mMn unrealistisch. Du hast noch 4 Monate, davon fallen die letzten 2-3 Wochen wegen der Rückgabefrist weg. Ich würde daher round about 15 Klausuren für die drei Monate einplanen. Das ist zeitlich und auch finanziell machbar. Die saubere und vernünftige Nacharbeit ist nämlich auch super wichtig.
Aber wie verhält sich deiner Meinung nach das Klausurenschreiben zum "normalen" Lernen? Soll ich tatsächlich jeden Tag eine Klausur schreiben und nicht mehr "theoretisch" lernen? Lerne ich die theoretischen Fragen auf diese Weise automatisch mit? Oder sollte nur das materielle Recht theoretisch gelernt werden weil die Formalien durch das Klausurenschrieben kommen?
Aber wie verhält sich deiner Meinung nach das Klausurenschreiben zum "normalen" Lernen? Soll ich tatsächlich jeden Tag eine Klausur schreiben und nicht mehr "theoretisch" lernen? Lerne ich die theoretischen Fragen auf diese Weise automatisch mit? Oder sollte nur das materielle Recht theoretisch gelernt werden weil die Formalien durch das Klausurenschrieben kommen?
30.11.2020, 22:11
oooh man ey, hier ist was schiefgegangen :) daher nun nochmal meine Antwort:
Jeden Tag ist mMn unrealistisch. Du hast noch 4 Monate, davon fallen die letzten 2-3 Wochen wegen der Rückgabefrist weg. Ich würde daher round about 15 Klausuren für die drei Monate einplanen. Das ist zeitlich und auch finanziell machbar. Die saubere und vernünftige Nacharbeit ist nämlich auch super wichtig.
Jeden Tag ist mMn unrealistisch. Du hast noch 4 Monate, davon fallen die letzten 2-3 Wochen wegen der Rückgabefrist weg. Ich würde daher round about 15 Klausuren für die drei Monate einplanen. Das ist zeitlich und auch finanziell machbar. Die saubere und vernünftige Nacharbeit ist nämlich auch super wichtig.
30.11.2020, 22:44
(30.11.2020, 22:07)Gast schrieb:(30.11.2020, 22:04)Gast schrieb: So viele Klausuren schreiben wie möglich. Das ist noch wichtiger als beim 1. Examen, weil es im 2. eine deutlich größere Varianz von Aufgabentypen gibt und die zur Verfügung stehende Zeit extrem knapp bemessen ist.
Aber wie verhält sich deiner Meinung nach das Klausurenschreiben zum "normalen" Lernen? Soll ich tatsächlich jeden Tag eine Klausur schreiben und nicht mehr "theoretisch" lernen? Lerne ich die theoretischen Fragen auf diese Weise automatisch mit? Oder sollte nur das materielle Recht theoretisch gelernt werden weil die Formalien durch das Klausurenschrieben kommen?
Ich habe in dieser Phase zwei bis drei Klausuren die Woche geschrieben. Mehr wäre für mich mental und körperlich nicht leistbar gewesen.
30.11.2020, 22:47
Schreibe auch zwei bis drei pro Woche.
01.12.2020, 10:07
1. Man kann auch die allseits bekannten Klausuren aus dem Berliner Klausurenkurs lösen. Dann hast Du erst einmal einen Fundus an Klausuren.
2. Viele machen es auch so, dass sie wöchentlich eine Klausur vollständig ausformuliert in ihrem OLG-Bezirk schreiben und auch abgeben. Wichtig ist dann die Besprechung und Nacharbeit der Klausur! Zusätzlich lösen sie dann noch 2 - 3 Klausuren stichwortartig, bspw. die o. g. Berliner Klausuren und korrigieren sie anschließend anhand der Lösungsskizze selbst.
3. Aus einer Antwort zuvor ging schon hervor, dass das materielle Recht nicht unterschätzt werden darf!!! Vor allem im Strafrecht müssen die Grundlagen sitzen. Da hast Du keine Zeit stundenlang im Kommentar rumzublättern um eine 1-A-Diebstahlsprüfung hinzulegen.
Ich lege mich mal ganz weit aus dem Fenster und behaupte, dass die Klausuren besser ausfallen würden, wenn man ohne Kommentare schreiben würde. Viele verlassen sich komplett auf die Kommentare und versuchen die Klausuren anhand dieser zu lösen. Das funktioniert aber nur, wenn man nicht nur fünf Stunden, sondern fünf Tage Zeit hätte.
2. Viele machen es auch so, dass sie wöchentlich eine Klausur vollständig ausformuliert in ihrem OLG-Bezirk schreiben und auch abgeben. Wichtig ist dann die Besprechung und Nacharbeit der Klausur! Zusätzlich lösen sie dann noch 2 - 3 Klausuren stichwortartig, bspw. die o. g. Berliner Klausuren und korrigieren sie anschließend anhand der Lösungsskizze selbst.
3. Aus einer Antwort zuvor ging schon hervor, dass das materielle Recht nicht unterschätzt werden darf!!! Vor allem im Strafrecht müssen die Grundlagen sitzen. Da hast Du keine Zeit stundenlang im Kommentar rumzublättern um eine 1-A-Diebstahlsprüfung hinzulegen.
Ich lege mich mal ganz weit aus dem Fenster und behaupte, dass die Klausuren besser ausfallen würden, wenn man ohne Kommentare schreiben würde. Viele verlassen sich komplett auf die Kommentare und versuchen die Klausuren anhand dieser zu lösen. Das funktioniert aber nur, wenn man nicht nur fünf Stunden, sondern fünf Tage Zeit hätte.










