18.06.2026, 16:35
Ich habe gerade mit einem befreundeten Referendar "auf Pause" ein Gespräch geführt. Er hat mir erzählt, dass er sein Referendariat für ca. 1 Jahr pausiert, weil seine Mutter plötzlich an einem Aneurysma verstorben ist. Nun hat er wohl einen Job bei einer mittelständischen Kanzlei angefangen.
Nun kam für mich der Schock:
Er erzählte, dass die Kanzlei ihm bereits ihm mitgeteilt habe, dass sie bei Einstieg maximal nur einen Stundenlohn von 17,40 EUR zahlen - bei 32 bis 40 Stunden die Woche.
Wie gesagt hat er den Job angenommen, aber... ist das nicht viiiiiiel zu wenig? Ich meine immerhin haben wir doch schon ein 1. Staatsexamen und nun auch schon einiges an Praxiserfahrung? (Immerhin darf er wohl 3 von 5 Wochentagen im Home Office arbeiten. Ein VB hat er wohl nicht im 1. StEx, genau ist er dabei aber nicht geworden.)
Bin ich hier vollkommen mit der falschen Erwartungshaltung an die Sache geistig herangetreten wegen der Düsseldorfer GK-Blase, oder ist das wirklich unterirdisch wenig Stundenlohn? Kriegt man nicht sogar im ÖD mehr pro Stunde?
Im Studium wäre das ja mM noch okay gewesen. Aber im Ref/nach 1. StEx?
Ich hoffe mir kann hier jemand ein wenig Perspektive geben.
Nun kam für mich der Schock:
Er erzählte, dass die Kanzlei ihm bereits ihm mitgeteilt habe, dass sie bei Einstieg maximal nur einen Stundenlohn von 17,40 EUR zahlen - bei 32 bis 40 Stunden die Woche.
Wie gesagt hat er den Job angenommen, aber... ist das nicht viiiiiiel zu wenig? Ich meine immerhin haben wir doch schon ein 1. Staatsexamen und nun auch schon einiges an Praxiserfahrung? (Immerhin darf er wohl 3 von 5 Wochentagen im Home Office arbeiten. Ein VB hat er wohl nicht im 1. StEx, genau ist er dabei aber nicht geworden.)
Bin ich hier vollkommen mit der falschen Erwartungshaltung an die Sache geistig herangetreten wegen der Düsseldorfer GK-Blase, oder ist das wirklich unterirdisch wenig Stundenlohn? Kriegt man nicht sogar im ÖD mehr pro Stunde?
Im Studium wäre das ja mM noch okay gewesen. Aber im Ref/nach 1. StEx?

Ich hoffe mir kann hier jemand ein wenig Perspektive geben.
18.06.2026, 16:42
(18.06.2026, 16:35)LäcksSpezialis schrieb: Ich habe gerade mit einem befreundeten Referendar "auf Pause" ein Gespräch geführt. Er hat mir erzählt, dass er sein Referendariat für ca. 1 Jahr pausiert, weil seine Mutter plötzlich an einem Aneurysma verstorben ist. Nun hat er wohl einen Job bei einer mittelständischen Kanzlei angefangen.
Nun kam für mich der Schock:
Er erzählte, dass die Kanzlei ihm bereits ihm mitgeteilt habe, dass sie bei Einstieg maximal nur einen Stundenlohn von 17,40 EUR zahlen - bei 32 bis 40 Stunden die Woche.
Wie gesagt hat er den Job angenommen, aber... ist das nicht viiiiiiel zu wenig? Ich meine immerhin haben wir doch schon ein 1. Staatsexamen und nun auch schon einiges an Praxiserfahrung? (Immerhin darf er wohl 3 von 5 Wochentagen im Home Office arbeiten. Ein VB hat er wohl nicht im 1. StEx, genau ist er dabei aber nicht geworden.)
Bin ich hier vollkommen mit der falschen Erwartungshaltung an die Sache geistig herangetreten wegen der Düsseldorfer GK-Blase, oder ist das wirklich unterirdisch wenig Stundenlohn? Kriegt man nicht sogar im ÖD mehr pro Stunde?
Im Studium wäre das ja mM noch okay gewesen. Aber im Ref/nach 1. StEx?
Ich hoffe mir kann hier jemand ein wenig Perspektive geben.
Ich bekomme mit 2. Staatsexamen derzeit 26,90€/Stunde. Bei einer Körperschaft des ÖR Hessen in FFM.
18.06.2026, 16:53
Hier war gut 17 EUR/h eher üblich als Vergütung für WiMi/Ref; überhaupt eine Vergütung (für Ref) schon nicht selbstverständlich.
18.06.2026, 17:04
Es ist halt momentan der Markt. Aufgrund der langen Ref-Wartezeiten und dem schlechten Markt für Berufseinsteiger gibt es viele Bewerber auf solche Übergangsstellen. Gleichzeitig gibt es infolge der Wirtschaftskrise und KI weniger Bedarf für „einfache juristische Arbeitskraft“. Das drückt die Gehälter.
18.06.2026, 17:35
(18.06.2026, 16:35)LäcksSpezialis schrieb: Ich habe gerade mit einem befreundeten Referendar "auf Pause" ein Gespräch geführt. Er hat mir erzählt, dass er sein Referendariat für ca. 1 Jahr pausiert, weil seine Mutter plötzlich an einem Aneurysma verstorben ist. Nun hat er wohl einen Job bei einer mittelständischen Kanzlei angefangen.
Nun kam für mich der Schock:
Er erzählte, dass die Kanzlei ihm bereits ihm mitgeteilt habe, dass sie bei Einstieg maximal nur einen Stundenlohn von 17,40 EUR zahlen - bei 32 bis 40 Stunden die Woche.
Wie gesagt hat er den Job angenommen, aber... ist das nicht viiiiiiel zu wenig? Ich meine immerhin haben wir doch schon ein 1. Staatsexamen und nun auch schon einiges an Praxiserfahrung? (Immerhin darf er wohl 3 von 5 Wochentagen im Home Office arbeiten. Ein VB hat er wohl nicht im 1. StEx, genau ist er dabei aber nicht geworden.)
Bin ich hier vollkommen mit der falschen Erwartungshaltung an die Sache geistig herangetreten wegen der Düsseldorfer GK-Blase, oder ist das wirklich unterirdisch wenig Stundenlohn? Kriegt man nicht sogar im ÖD mehr pro Stunde?
Im Studium wäre das ja mM noch okay gewesen. Aber im Ref/nach 1. StEx?
Ich hoffe mir kann hier jemand ein wenig Perspektive geben.
Also mir wurde nach meinem 1. Examen (als wissMit neben dem Ref) 14€/h und 15€/h von Kanzleien angeboten. Soweit ich das verstanden habe, zahlen sie nämlich den wissMits mit 1. Examen, die das neben dem Ref machen genauso viel wie den stud. Hilfskräften. Habe dann auch abgelehnt, weil ich dann das gleiche verdient hätte wie bei meiner Vorgänger Kanzlei nur dass ich da noch kein Examen hatte 😅
19.06.2026, 10:16
(18.06.2026, 16:35)LäcksSpezialis schrieb: Ich habe gerade mit einem befreundeten Referendar "auf Pause" ein Gespräch geführt. Er hat mir erzählt, dass er sein Referendariat für ca. 1 Jahr pausiert, weil seine Mutter plötzlich an einem Aneurysma verstorben ist. Nun hat er wohl einen Job bei einer mittelständischen Kanzlei angefangen.
Nun kam für mich der Schock:
Er erzählte, dass die Kanzlei ihm bereits ihm mitgeteilt habe, dass sie bei Einstieg maximal nur einen Stundenlohn von 17,40 EUR zahlen - bei 32 bis 40 Stunden die Woche.
Wie gesagt hat er den Job angenommen, aber... ist das nicht viiiiiiel zu wenig? Ich meine immerhin haben wir doch schon ein 1. Staatsexamen und nun auch schon einiges an Praxiserfahrung? (Immerhin darf er wohl 3 von 5 Wochentagen im Home Office arbeiten. Ein VB hat er wohl nicht im 1. StEx, genau ist er dabei aber nicht geworden.)
Bin ich hier vollkommen mit der falschen Erwartungshaltung an die Sache geistig herangetreten wegen der Düsseldorfer GK-Blase, oder ist das wirklich unterirdisch wenig Stundenlohn? Kriegt man nicht sogar im ÖD mehr pro Stunde?
Im Studium wäre das ja mM noch okay gewesen. Aber im Ref/nach 1. StEx?
Ich hoffe mir kann hier jemand ein wenig Perspektive geben.
Das wären dann bei einer 40h Vollzeit stelle knapp 36k jahresbrutto.. Wenn es jetzt kein großer Konzern odereine namenhafte Kanzlei ist.. gar nicht so abwegig für so eine Übergangsstelle. Er ist ja schließlich kein Anwalt und kann als solcher abgerechnet werden oder beraten. Und für Reno Tätigkeiten ist er auch nicht ausgebildet. Das sind eben die beiden Qualifikationen die in einer Kanzlei gefragt und relevant sind. Alles andere sind meist stud. oder wis. Mitarbeiter zum unterstützen. Und da bekommt nicht jeder 1200€ pro WAT wie bei den großen Namen. Das sind bei bei 250€ am Tag und meist 8-10h arbeiten dann ca 25€/Stunde.
Im Ref (gewesen zu sein?) zu sein ist übrigens an sich keine Qualifikation. Entweder er macht das 2. StX oder steht eben "nur" mit dem ersten StX dar. Ein abgebrochenes Ref bringt mM nach recht wenig. Wäre es denn keine Option das eine Jahr Ref noch weiterzumachen und durchzuziehen?
19.06.2026, 12:07
Ich hab in der Anwaltsstation (Einzelanwalt) und im Nebenjob (~8 BT) während des Refs (2019) je 20€/h bekommen. Hatte damals ausgerechnet, dass das mehr war, als das was ein Kollege, der die Anwaltsstation in der GK gemacht hat, bekommen hat. Ich weiß aber nicht mehr, ob das daran lag, dass er so viel mehr Stunden bringen musste und pro WAT bezahlt wurde oder daran, dass bei mir brutto = netto war und bei ihm nicht.
Als Student waren es glaube ich 10 oder 12€.
Ich würde aber auch sagen, dass 36k/Jahr für so einen Job gar nicht so wenig sind. Das ist fast so viel, wie unsere Refas bekommen und die bringen mir mehr, als ich einer Kanzlei nach dem 1. Examen gebracht hätte.
Dazu kommt noch, dass man die absoluten Kosten sehen muss/kann. Ein Referendar, der nur 40h/Monat für 20€/h arbeitet, kostet mich 800€. Das zu zahlen fällt mir leichter, als 3.400€, die er mich bei 170h/Monat kosten würde.
Als Student waren es glaube ich 10 oder 12€.
Ich würde aber auch sagen, dass 36k/Jahr für so einen Job gar nicht so wenig sind. Das ist fast so viel, wie unsere Refas bekommen und die bringen mir mehr, als ich einer Kanzlei nach dem 1. Examen gebracht hätte.
Dazu kommt noch, dass man die absoluten Kosten sehen muss/kann. Ein Referendar, der nur 40h/Monat für 20€/h arbeitet, kostet mich 800€. Das zu zahlen fällt mir leichter, als 3.400€, die er mich bei 170h/Monat kosten würde.
19.06.2026, 16:19
Das 1. Examen als alleiniger Abschluss wurde schon immer schlecht(er) vergütet. Ich halte das Gehalt für völlig angemessen. Wenn man die aktuellen Umbrüche in unserer Branche berücksichtigt, kann er eigentlich froh sein, ein solches Angebot bekommen zu haben. Vmtl. ist die Arbeit auch heimatnah? Sowas lässt sich seltenst in Geld werten.
19.06.2026, 20:13
Ist kein Highlight, aber offenbar wohl auch nur eine Zwischenstation. In diesem Sinn wird er sich beworben und das auch so kommuniziert haben. Das ist der Unterschied zu jemandem, der nach dem 1. StEx einen Job mit Zukunft sucht.
Ich denke, er sollte schauen, dass er das Referendariat so schnell wie möglich fortsetzt. Es wäre mir neu, dass man, wenn man aussetzen will oder muss, nur einmal im Jahr wieder einsteigen kann.
Ich denke, er sollte schauen, dass er das Referendariat so schnell wie möglich fortsetzt. Es wäre mir neu, dass man, wenn man aussetzen will oder muss, nur einmal im Jahr wieder einsteigen kann.
20.06.2026, 06:07
Außerhalb der GKs zahlt kaum jemand deutlich mehr für WiMis.
Halte 36k leider für normal, auch wenn es der Qualifikation auf Masterebene nicht angemessen erscheint. Am Ende sind die Aufgaben eher Zuarbeit, Mitarbeit und Sachbearbeitung, dahingehend kommt das Gehalt schon eher hin.
Durch die schlechte Wirtschaftslage sinkt auch die Nachfrage, während durch die erhöhte Wartezeit auf Ref.-Plätze in einigen Bundesländern gleichzeitig das Angebot an Absolventen mit erstem Examen, die eine Zwischenbeschäftigung suchen, steigt.
Halte 36k leider für normal, auch wenn es der Qualifikation auf Masterebene nicht angemessen erscheint. Am Ende sind die Aufgaben eher Zuarbeit, Mitarbeit und Sachbearbeitung, dahingehend kommt das Gehalt schon eher hin.
Durch die schlechte Wirtschaftslage sinkt auch die Nachfrage, während durch die erhöhte Wartezeit auf Ref.-Plätze in einigen Bundesländern gleichzeitig das Angebot an Absolventen mit erstem Examen, die eine Zwischenbeschäftigung suchen, steigt.










