28.05.2026, 23:54
Hi,
hat jemand Informationen - ggf. auch aus zweiter Hand - wieviele Stellen in diesem Jahr für die Staatsanwaltschaft oder ordentliche Gerichtsbarkeit im Rhein Main Gebiet vergeben wurden?
Gerade ist die Einstellungssituation ja sehr schwierig und die Frage ist nun, ob man sich mit einem Kompromiss zufrieden geben oder doch lieber abwarten sollte, bis sich die Situation wieder etwas entspannt..
hat jemand Informationen - ggf. auch aus zweiter Hand - wieviele Stellen in diesem Jahr für die Staatsanwaltschaft oder ordentliche Gerichtsbarkeit im Rhein Main Gebiet vergeben wurden?
Gerade ist die Einstellungssituation ja sehr schwierig und die Frage ist nun, ob man sich mit einem Kompromiss zufrieden geben oder doch lieber abwarten sollte, bis sich die Situation wieder etwas entspannt..
Erste Infos zum Bewerbungsverfahren für den Justizdienst findest Du auf den Richter-Infoseiten von Juristenkoffer.de:
https://www.juristenkoffer.de/richter/
Darüber hinaus sollte man sich dann mit dem Karriere-Dossier über die Einstellungschancen und Bewerbungsvoraussetzungen informieren. Optional besteht zudem die Möglichkeit, auf die vielen hunderten Erfahrungsberichte anderer Juristen zuzugreifen, die bereits das Bewerbungsverfahren erfolgreich absolviert haben:
https://www.juristenkoffer.de/richter/karriere-dossier-richter-staatsanwalt-werden.php
https://www.juristenkoffer.de/richter/
Darüber hinaus sollte man sich dann mit dem Karriere-Dossier über die Einstellungschancen und Bewerbungsvoraussetzungen informieren. Optional besteht zudem die Möglichkeit, auf die vielen hunderten Erfahrungsberichte anderer Juristen zuzugreifen, die bereits das Bewerbungsverfahren erfolgreich absolviert haben:
https://www.juristenkoffer.de/richter/karriere-dossier-richter-staatsanwalt-werden.php
29.05.2026, 08:09
Staatsanwaltschaft kann ich nicht beurteilen, aber ich hatte mich für die ordentliche Gerichtsbarkeit für die LG Bezirke Frankfurt, Darmstadt und Hessen beworben mit 2xVB (jedoch jeweils nur 9,X) und Berufserfahrung und habe nur eine E-Mail erhalten, dass derzeit keine Stellen gemessen an meinen Präferenzen verfügbar seien und meine Bewerbung in einem Bewerberpool landen würde. In Rheinland-Pfalz wiederum wurde mir sofort eine Stelle angeboten, allerdings auch "nur" im OLG-Bezirk Zweibrücken. Die Bezirke Mainz (zu beliebt) und Bad Kreuznach (zu klein) seien wohl definitiv voll und wenn Stellen frei würden, hätten zunächst interne Wechsler den Vortritt.
29.05.2026, 09:37
Der "Pakt für den Rechtsstaat" scheint ja so gut wie in trockenen Tüchern zu sein, durch den Bundesweit 2000 Stellen geschaffen werden sollen. Das Rhein Main Gebiet ist dennoch speziell. Wenn man die aktuellen Presseberichte verfolgt, sollte man es sich wohl zweimal überlegen, ob man mit 2x9 dort tätig sein möchte.
04.06.2026, 10:13
Hallo in die Runde!
weiß jemand schon etwas neues? der Richterwahlausschuss ist ja Mitte August. Laut Frau Becker werden seit Ende Mai Gespräche geführt, bis Ende Juli sei aber alles offen. Ich bin ein bisschen ratlos ob es sich lohnt zu warten, zeitgleich laufen Fristen für andere Angebote ab.
Vllt. hat jemand von euch ja etwas gehört :)
weiß jemand schon etwas neues? der Richterwahlausschuss ist ja Mitte August. Laut Frau Becker werden seit Ende Mai Gespräche geführt, bis Ende Juli sei aber alles offen. Ich bin ein bisschen ratlos ob es sich lohnt zu warten, zeitgleich laufen Fristen für andere Angebote ab.
Vllt. hat jemand von euch ja etwas gehört :)
08.06.2026, 12:19
Ich habe (nur Flurfunk, keine offizielle Quelle) gehört, dass dieses Jahr wohl keine neuen Einstellungen geplant sind im Rhein-Main-Gebiet. Offenbar werden (nach meinem Verständnis, weiß nicht, ob diese Stellen überhaupt alle) nur Planstellen, die aufgrund Pension o.ä. frei werden nachbesetzt. Diese Pensionierungswelle, die uns damals in der Ausbildung immer versprochen worden ist, ist jedoch ein eher schleichender Prozess. Habe mal bei Bekannten, die noch am Gericht sind/als Richter angefangen haben nachgefragt, ob es denn viele Kollegen gibt, bei denen bald die Pensionierung ansteht, dies sei wohl nicht der Fall. Natürlich kann es immer passieren, dass bis Juli ein Richter aus dem Dienst ausscheiden, ich rechne die Chancen dafür aber als eher gering aus.
Erst war ich ja optimistisch, den Pakt für den Rechtsstaat auszusitzen, allerdings sieht der aktuelle Entwurf laut lto vor, dass die Länder sich neue Stellen aus zwei Jahren aus den Haushalten 2023-2025 anrechnen lassen dürfen. Da Hessen gerade in den letzten Jahren ordentlich vorgelegt hat (2025 50 neue StA, Doppelhaushalt 2023/2024 100 neue Richter/StA) und nach dem referenzierten Königssteiner Schlüssel nur ca. 140 Stellen auf Hessen entfallen, dürfte der Pakt für den Rechtsstaat in unmittelbar absehbarer Zeit keine Verbesserung schaffen.
Erst war ich ja optimistisch, den Pakt für den Rechtsstaat auszusitzen, allerdings sieht der aktuelle Entwurf laut lto vor, dass die Länder sich neue Stellen aus zwei Jahren aus den Haushalten 2023-2025 anrechnen lassen dürfen. Da Hessen gerade in den letzten Jahren ordentlich vorgelegt hat (2025 50 neue StA, Doppelhaushalt 2023/2024 100 neue Richter/StA) und nach dem referenzierten Königssteiner Schlüssel nur ca. 140 Stellen auf Hessen entfallen, dürfte der Pakt für den Rechtsstaat in unmittelbar absehbarer Zeit keine Verbesserung schaffen.
16.06.2026, 11:44
Eigentlich bin ich niemand, der hier Beiträge verfasst. Ich lese meistens mit, bilde mir meine Meinung und gut ist. Die aktuelle Situation geht mir allerdings mittlerweile so auf den Geist, dass ich das einfach einmal loswerden möchte. Vielleicht hilft es auch dem einen oder anderen, der gerade vor derselben Entscheidung steht.
Nach mehreren Monaten des Wartens habe ich für mich die Entscheidung getroffen, meine berufliche Zukunft nicht länger von der aktuellen Einstellungssituation in der Justiz abhängig zu machen.
Ich habe mich bereits Anfang des Jahres beworben und die Rückmeldungen waren durchweg positiv. Trotzdem gibt es bis heute keine konkrete Perspektive, wann und ob es überhaupt weitergeht. Dass Stellen nicht unbegrenzt vorhanden sind, kann ich nachvollziehen. Bewerber über Monate hinweg im Ungewissen zu lassen, finde ich hingegen ein Unding.
Wer viele Jahre in Studium und Referendariat investiert hat, möchte zeitnah ins Berufsleben starten und seine Karriere vorantreiben. Ich kann nicht dauerhaft von einem Richterwahlausschuss zum nächsten vertröstet werden, ohne zu wissen, ob am Ende überhaupt eine Einstellung steht.
Nach den neusten öffentlichen Äußerungen des hessischen Justizministers seien in Hessen ausreichend Richter vorhanden und die Missstände in der Justiz auf Probleme in den Geschäftsstellen zurückzuführen. Zur Beseitigung der Missstände soll nun die Arbeitsbelastung der Geschäftsstellen mittels KI-Einsatzes reduziert werden, weitere Einstellungen von Richtern seien wohl aber nicht geplant. Kurz gesagt: Selbst sehr starke Examina helfen nicht, wenn es schlicht keine realistische Einstellungsperspektive gibt.
Ich habe deshalb beschlossen, meine Karriere außerhalb der Justiz fortzusetzen. Dort bekomme ich zeitnah Entscheidungen und kann mich fachlich weiterentwickeln, statt auf unbestimmte Zeit in einer Warteschleife zu hängen. Wenn selbst Bewerber mit Ergebnissen, die noch vor wenigen Jahren mit Handkuss zu einer Einstellung geführt hätten, heute monatelang hingehalten werden, dann stellt sich irgendwann die Frage, welchen Stellenwert die Justiz dem juristischen Nachwuchs tatsächlich beimisst...
Natürlich kann ich mich, sobald sich die Situation entspannen sollte, erneut in der Justiz bewerben - falls ich es dann noch will. Bis dahin sammle ich aber lieber Berufserfahrung und entwickele sich fachlich weiter, statt die Zeit mit Warten zu verbringen, nur um vielleicht irgendwann eine Rückmeldung zu erhalten.
Deshalb mein Rat an alle, die aktuell auf eine Entscheidung warten oder eine Bewerbung erwägen: Macht eure berufliche Zukunft nicht von der Hoffnung abhängig, dass sich die Situation kurzfristig ändert. Schaut euch auch außerhalb der Justiz um. Wenn selbst sehr gute Leistungen derzeit nicht ausreichen, um zumindest eine verlässliche Perspektive zu erhalten, dann sollte man seine Zeit lieber dort investieren, wo sie tatsächlich geschätzt wird, denke ich.
Nach mehreren Monaten des Wartens habe ich für mich die Entscheidung getroffen, meine berufliche Zukunft nicht länger von der aktuellen Einstellungssituation in der Justiz abhängig zu machen.
Ich habe mich bereits Anfang des Jahres beworben und die Rückmeldungen waren durchweg positiv. Trotzdem gibt es bis heute keine konkrete Perspektive, wann und ob es überhaupt weitergeht. Dass Stellen nicht unbegrenzt vorhanden sind, kann ich nachvollziehen. Bewerber über Monate hinweg im Ungewissen zu lassen, finde ich hingegen ein Unding.
Wer viele Jahre in Studium und Referendariat investiert hat, möchte zeitnah ins Berufsleben starten und seine Karriere vorantreiben. Ich kann nicht dauerhaft von einem Richterwahlausschuss zum nächsten vertröstet werden, ohne zu wissen, ob am Ende überhaupt eine Einstellung steht.
Nach den neusten öffentlichen Äußerungen des hessischen Justizministers seien in Hessen ausreichend Richter vorhanden und die Missstände in der Justiz auf Probleme in den Geschäftsstellen zurückzuführen. Zur Beseitigung der Missstände soll nun die Arbeitsbelastung der Geschäftsstellen mittels KI-Einsatzes reduziert werden, weitere Einstellungen von Richtern seien wohl aber nicht geplant. Kurz gesagt: Selbst sehr starke Examina helfen nicht, wenn es schlicht keine realistische Einstellungsperspektive gibt.
Ich habe deshalb beschlossen, meine Karriere außerhalb der Justiz fortzusetzen. Dort bekomme ich zeitnah Entscheidungen und kann mich fachlich weiterentwickeln, statt auf unbestimmte Zeit in einer Warteschleife zu hängen. Wenn selbst Bewerber mit Ergebnissen, die noch vor wenigen Jahren mit Handkuss zu einer Einstellung geführt hätten, heute monatelang hingehalten werden, dann stellt sich irgendwann die Frage, welchen Stellenwert die Justiz dem juristischen Nachwuchs tatsächlich beimisst...
Natürlich kann ich mich, sobald sich die Situation entspannen sollte, erneut in der Justiz bewerben - falls ich es dann noch will. Bis dahin sammle ich aber lieber Berufserfahrung und entwickele sich fachlich weiter, statt die Zeit mit Warten zu verbringen, nur um vielleicht irgendwann eine Rückmeldung zu erhalten.
Deshalb mein Rat an alle, die aktuell auf eine Entscheidung warten oder eine Bewerbung erwägen: Macht eure berufliche Zukunft nicht von der Hoffnung abhängig, dass sich die Situation kurzfristig ändert. Schaut euch auch außerhalb der Justiz um. Wenn selbst sehr gute Leistungen derzeit nicht ausreichen, um zumindest eine verlässliche Perspektive zu erhalten, dann sollte man seine Zeit lieber dort investieren, wo sie tatsächlich geschätzt wird, denke ich.
16.06.2026, 13:51
(16.06.2026, 11:44)custosiuris schrieb: Eigentlich bin ich niemand, der hier Beiträge verfasst. Ich lese meistens mit, bilde mir meine Meinung und gut ist. Die aktuelle Situation geht mir allerdings mittlerweile so auf den Geist, dass ich das einfach einmal loswerden möchte. Vielleicht hilft es auch dem einen oder anderen, der gerade vor derselben Entscheidung steht.
Nach mehreren Monaten des Wartens habe ich für mich die Entscheidung getroffen, meine berufliche Zukunft nicht länger von der aktuellen Einstellungssituation in der Justiz abhängig zu machen.
Ich habe mich bereits Anfang des Jahres beworben und die Rückmeldungen waren durchweg positiv. Trotzdem gibt es bis heute keine konkrete Perspektive, wann und ob es überhaupt weitergeht. Dass Stellen nicht unbegrenzt vorhanden sind, kann ich nachvollziehen. Bewerber über Monate hinweg im Ungewissen zu lassen, finde ich hingegen ein Unding.
Wer viele Jahre in Studium und Referendariat investiert hat, möchte zeitnah ins Berufsleben starten und seine Karriere vorantreiben. Ich kann nicht dauerhaft von einem Richterwahlausschuss zum nächsten vertröstet werden, ohne zu wissen, ob am Ende überhaupt eine Einstellung steht.
Nach den neusten öffentlichen Äußerungen des hessischen Justizministers seien in Hessen ausreichend Richter vorhanden und die Missstände in der Justiz auf Probleme in den Geschäftsstellen zurückzuführen. Zur Beseitigung der Missstände soll nun die Arbeitsbelastung der Geschäftsstellen mittels KI-Einsatzes reduziert werden, weitere Einstellungen von Richtern seien wohl aber nicht geplant. Kurz gesagt: Selbst sehr starke Examina helfen nicht, wenn es schlicht keine realistische Einstellungsperspektive gibt.
Ich habe deshalb beschlossen, meine Karriere außerhalb der Justiz fortzusetzen. Dort bekomme ich zeitnah Entscheidungen und kann mich fachlich weiterentwickeln, statt auf unbestimmte Zeit in einer Warteschleife zu hängen. Wenn selbst Bewerber mit Ergebnissen, die noch vor wenigen Jahren mit Handkuss zu einer Einstellung geführt hätten, heute monatelang hingehalten werden, dann stellt sich irgendwann die Frage, welchen Stellenwert die Justiz dem juristischen Nachwuchs tatsächlich beimisst...
Natürlich kann ich mich, sobald sich die Situation entspannen sollte, erneut in der Justiz bewerben - falls ich es dann noch will. Bis dahin sammle ich aber lieber Berufserfahrung und entwickele sich fachlich weiter, statt die Zeit mit Warten zu verbringen, nur um vielleicht irgendwann eine Rückmeldung zu erhalten.
Deshalb mein Rat an alle, die aktuell auf eine Entscheidung warten oder eine Bewerbung erwägen: Macht eure berufliche Zukunft nicht von der Hoffnung abhängig, dass sich die Situation kurzfristig ändert. Schaut euch auch außerhalb der Justiz um. Wenn selbst sehr gute Leistungen derzeit nicht ausreichen, um zumindest eine verlässliche Perspektive zu erhalten, dann sollte man seine Zeit lieber dort investieren, wo sie tatsächlich geschätzt wird, denke ich.
ich verstehe dich und kann deinen Frust nachvollziehen. Ich würde mir auch nun definitiv einen Job suchen. Ein kleiner Hinweis aber noch: wer nicht ortgebunden ist, sollte ggf auch über andere Bundesländer nachdenken. Was in Hessen nicht langt, kann in Thüringen etc. schon wieder anders aussehen
16.06.2026, 16:24
(16.06.2026, 11:44)custosiuris schrieb: Eigentlich bin ich niemand, der hier Beiträge verfasst. Ich lese meistens mit, bilde mir meine Meinung und gut ist. Die aktuelle Situation geht mir allerdings mittlerweile so auf den Geist, dass ich das einfach einmal loswerden möchte. Vielleicht hilft es auch dem einen oder anderen, der gerade vor derselben Entscheidung steht.
Nach mehreren Monaten des Wartens habe ich für mich die Entscheidung getroffen, meine berufliche Zukunft nicht länger von der aktuellen Einstellungssituation in der Justiz abhängig zu machen.
Ich habe mich bereits Anfang des Jahres beworben und die Rückmeldungen waren durchweg positiv. Trotzdem gibt es bis heute keine konkrete Perspektive, wann und ob es überhaupt weitergeht. Dass Stellen nicht unbegrenzt vorhanden sind, kann ich nachvollziehen. Bewerber über Monate hinweg im Ungewissen zu lassen, finde ich hingegen ein Unding.
Wer viele Jahre in Studium und Referendariat investiert hat, möchte zeitnah ins Berufsleben starten und seine Karriere vorantreiben. Ich kann nicht dauerhaft von einem Richterwahlausschuss zum nächsten vertröstet werden, ohne zu wissen, ob am Ende überhaupt eine Einstellung steht.
Nach den neusten öffentlichen Äußerungen des hessischen Justizministers seien in Hessen ausreichend Richter vorhanden und die Missstände in der Justiz auf Probleme in den Geschäftsstellen zurückzuführen. Zur Beseitigung der Missstände soll nun die Arbeitsbelastung der Geschäftsstellen mittels KI-Einsatzes reduziert werden, weitere Einstellungen von Richtern seien wohl aber nicht geplant. Kurz gesagt: Selbst sehr starke Examina helfen nicht, wenn es schlicht keine realistische Einstellungsperspektive gibt.
Ich habe deshalb beschlossen, meine Karriere außerhalb der Justiz fortzusetzen. Dort bekomme ich zeitnah Entscheidungen und kann mich fachlich weiterentwickeln, statt auf unbestimmte Zeit in einer Warteschleife zu hängen. Wenn selbst Bewerber mit Ergebnissen, die noch vor wenigen Jahren mit Handkuss zu einer Einstellung geführt hätten, heute monatelang hingehalten werden, dann stellt sich irgendwann die Frage, welchen Stellenwert die Justiz dem juristischen Nachwuchs tatsächlich beimisst...
Natürlich kann ich mich, sobald sich die Situation entspannen sollte, erneut in der Justiz bewerben - falls ich es dann noch will. Bis dahin sammle ich aber lieber Berufserfahrung und entwickele sich fachlich weiter, statt die Zeit mit Warten zu verbringen, nur um vielleicht irgendwann eine Rückmeldung zu erhalten.
Deshalb mein Rat an alle, die aktuell auf eine Entscheidung warten oder eine Bewerbung erwägen: Macht eure berufliche Zukunft nicht von der Hoffnung abhängig, dass sich die Situation kurzfristig ändert. Schaut euch auch außerhalb der Justiz um. Wenn selbst sehr gute Leistungen derzeit nicht ausreichen, um zumindest eine verlässliche Perspektive zu erhalten, dann sollte man seine Zeit lieber dort investieren, wo sie tatsächlich geschätzt wird, denke ich.
Ich kenne ein paar Leute, die in den letzten Wochen und Monaten in Nord- und Mittelhessen eingestellt wurden. Je nach dem, welche Ortswünsche du angegeben hast und wie flexibel du bist, kannst du vielleicht darüber nachdenken, deine Ortswünsche zu ändern. Ansonsten vielleicht auch den Teil Thüringens erwägen, der an Hessen grenzt.
Im Übrigen kann ich deinen Frust aber völlig nachvollziehen. Die Art und Weise, wie die Justiz mit ihren Leuten inkl. den Bewerbern umgeht, ist überhaupt nicht zeitgemäß - um nicht zu sagen respektlos. War dann für mich einer der tragenden Gründe, weshalb ich mich letztlich gegen die Justiz entschieden habe.
Ich wünsche dir alles Gute!
16.06.2026, 16:32
An den Gerichten in Frankfurt hört man aktuell auch, dass unter 2x deutlich zweistellig nichts geht und im nächsten regulären Einstellungsdurchgang auch überhaupt nicht eingestellt wird.
Aktuell zeigt sich leider die unschöne Seite des marktlichen Prinzips von Angebot und Nachfrage am juristischen Arbeitsmarkt. Wenige Stellen für Berufseinsteiger aufgrund wirtschaftlicher Rezession sowie einer KI-Hype bedingt zurückhaltenden Einstellungspolitik in der freien Wirtschaft treffen auf all zu viele Ass. iur., die alle 2 Monate aus dem LJPA gespült werden, was zu einer verstärkten Nachfrage in der Justiz geführt hat, die allerdings wohl mangels fehlender Finanzmittel zur Schaffung neuer Richterstellen nicht bedient werden kann..
Aktuell zeigt sich leider die unschöne Seite des marktlichen Prinzips von Angebot und Nachfrage am juristischen Arbeitsmarkt. Wenige Stellen für Berufseinsteiger aufgrund wirtschaftlicher Rezession sowie einer KI-Hype bedingt zurückhaltenden Einstellungspolitik in der freien Wirtschaft treffen auf all zu viele Ass. iur., die alle 2 Monate aus dem LJPA gespült werden, was zu einer verstärkten Nachfrage in der Justiz geführt hat, die allerdings wohl mangels fehlender Finanzmittel zur Schaffung neuer Richterstellen nicht bedient werden kann..
16.06.2026, 16:51
(16.06.2026, 16:32)indubioprolibertate schrieb: An den Gerichten in Frankfurt hört man aktuell auch, dass unter 2x deutlich zweistellig nichts geht und im nächsten regulären Einstellungsdurchgang auch überhaupt nicht eingestellt wird.
Aktuell zeigt sich leider die unschöne Seite des marktlichen Prinzips von Angebot und Nachfrage am juristischen Arbeitsmarkt. Wenige Stellen für Berufseinsteiger aufgrund wirtschaftlicher Rezession sowie einer KI-Hype bedingt zurückhaltenden Einstellungspolitik in der freien Wirtschaft treffen auf all zu viele Ass. iur., die alle 2 Monate aus dem LJPA gespült werden, was zu einer verstärkten Nachfrage in der Justiz geführt hat, die allerdings wohl mangels fehlender Finanzmittel zur Schaffung neuer Richterstellen nicht bedient werden kann..
Nach Angaben aus der Frankfurter Rundschau vom letzten Mai ist das Amtsgericht Frankfurt komplett am absaufen und benötigt dringend Personal. Sollte man sich vielleicht auch zweimal überlegen, ob man für so einen abgesoffenen Gerichtsbezirk arbeiten will und tendentiell staut sich da ja auch immer mehr Arbeit an. Sonst wird der Traumberuf auch ganz schnell zum Alptraumberuf.
Ich plädiere für Mut sich auch bei einem anderen der 15 Dienstherren zu melden.










