16.05.2026, 21:23
Ich bin seit knapp 5 Jahren Syndikus, erst in der Automobilindustrie und jetzt bei einem Technologie-Unternehmen aus dem Süden. Davor war ich 1 1/2 Jahre in der GK. Für mich ist es ein absoluter Traumjob. Meine tägliche Arbeit ist klassisch Commercial und umfasst insbesondere die Verhandlung von Verträgen und die rechtliche Recherche verschiedener Themen, die in meinem Geschäftsbereich so anfallen.
Arbeitszeit ist im Schnitt wahrscheinlich so bei 40h (wenn große Projekte anstehen, etwas mehr. Dafür gibt es aber auch ruhigere Phasen). Mein Fixgehalt liegt bei ca. 132k + Bonus bis 20k + betriebliche Altersvorsorge.
Für mich ist es der perfekte Deal zwischen Karriere und Privatleben :-)
Das einzige negative sind die Aufstiegschancen. Es gibt relativ wenige Lead-Stellen und es kann einige Jahre dauern, bis man aufsteigt.
Arbeitszeit ist im Schnitt wahrscheinlich so bei 40h (wenn große Projekte anstehen, etwas mehr. Dafür gibt es aber auch ruhigere Phasen). Mein Fixgehalt liegt bei ca. 132k + Bonus bis 20k + betriebliche Altersvorsorge.
Für mich ist es der perfekte Deal zwischen Karriere und Privatleben :-)
Das einzige negative sind die Aufstiegschancen. Es gibt relativ wenige Lead-Stellen und es kann einige Jahre dauern, bis man aufsteigt.
16.05.2026, 22:35
(16.05.2026, 20:52)advocatus diaboli schrieb:Sorry aber diese benefits die du grade aufzählst sind ja echt Standard bei einer solchen Stelle. Gleitzeit und 40h eben.. natürlich nicht vergleichbar mit den hier aufgezählte stressigeren Stellen im AT Bereich mit 120K+ aber nicht so außergewöhnlich. Den Punkt mit dem Team und Wohlfühlen gebe ich dir aber, das macht viel aus.(16.05.2026, 19:29)ForumBenutzer schrieb:(16.05.2026, 10:39)advocatus diaboli schrieb:Bei mir liegt der Fall anders, habe nicht die Noten für die Justiz. Aber für so gute Noten und 3 Jahren BE bist du mit 72k aber nicht so gut dabei. Das habe ich und einige Kollegen mit zum Teil ausreichend/befr. Bekommen zum Einstieg…(16.05.2026, 07:11)Graubrot schrieb: Habt ihr euch auch zu irgendeinem Zeitpunkt einmal überlegt, in die Justiz zu gehen? Falls ja, habt ihr jemals bereut, das nicht getan zu haben? Oder seid ihr heilfroh, dass der Kelch Justiz an euch vorüber gegangen ist?
Hatte eigentlich immer vor in die Justiz zu gehen und habe auch die Noten dafür. Inzwischen kann ich mir diesen Schritt nicht mehr so gut vorstellen. Dafür genieße ich die Vorteile, die ich in meiner Position habe, zu sehr. Als Richter/StA kann man auch richtig Pech haben und ein total angesoffenes Dezernat haben.
Ich muss auch sagen, dass ich das menschliche Miteinander im Unternehmen total schätze. Das ist sehr angenehm.
Wenn Gehalt für jemanden alles ist, dann ist mein Arbeitgeber nicht der Richtige für einen und ich könnte woanders auch deutlich mehr verdienen. Mir sind aber andere Dinge wichtiger. Wir haben eine tolle Arbeitsatmosphäre und ich bin noch keinen einzigen Tag nicht gerne zur Arbeit gegangen. Wir haben regelmäßig wirklich gute Teamevents - was ich sehr schätze. Daneben haben wir auch große Flexibilität bei der Gestaltung unserer Arbeit. Es beschwert sich niemand, wenn ich mal um 15 Uhr zum Arzt gehe und danach nicht mehr erreichbar bin. Habe auch schon mal am Freitag nur 3h gearbeitet und bin dann auf einen JGA (ohne Urlaub genommen zu haben + Arbeitszeiterfassung haben wir auch nicht).
Für mich persönlich muss das Gesamtpaket stimmen und Gehalt allein ist für mich nicht ausschlaggebend . Von Vorteilen wie einen Dienstwagen inkl. Tankkarte und Workation will ich gar nicht anfangen.
16.05.2026, 22:54
(16.05.2026, 22:35)ForumBenutzer schrieb:(16.05.2026, 20:52)advocatus diaboli schrieb:Sorry aber diese benefits die du grade aufzählst sind ja echt Standard bei einer solchen Stelle. Gleitzeit und 40h eben.. natürlich nicht vergleichbar mit den hier aufgezählte stressigeren Stellen im AT Bereich mit 120K+ aber nicht so außergewöhnlich. Den Punkt mit dem Team und Wohlfühlen gebe ich dir aber, das macht viel aus.(16.05.2026, 19:29)ForumBenutzer schrieb:(16.05.2026, 10:39)advocatus diaboli schrieb:Bei mir liegt der Fall anders, habe nicht die Noten für die Justiz. Aber für so gute Noten und 3 Jahren BE bist du mit 72k aber nicht so gut dabei. Das habe ich und einige Kollegen mit zum Teil ausreichend/befr. Bekommen zum Einstieg…(16.05.2026, 07:11)Graubrot schrieb: Habt ihr euch auch zu irgendeinem Zeitpunkt einmal überlegt, in die Justiz zu gehen? Falls ja, habt ihr jemals bereut, das nicht getan zu haben? Oder seid ihr heilfroh, dass der Kelch Justiz an euch vorüber gegangen ist?
Hatte eigentlich immer vor in die Justiz zu gehen und habe auch die Noten dafür. Inzwischen kann ich mir diesen Schritt nicht mehr so gut vorstellen. Dafür genieße ich die Vorteile, die ich in meiner Position habe, zu sehr. Als Richter/StA kann man auch richtig Pech haben und ein total angesoffenes Dezernat haben.
Ich muss auch sagen, dass ich das menschliche Miteinander im Unternehmen total schätze. Das ist sehr angenehm.
Wenn Gehalt für jemanden alles ist, dann ist mein Arbeitgeber nicht der Richtige für einen und ich könnte woanders auch deutlich mehr verdienen. Mir sind aber andere Dinge wichtiger. Wir haben eine tolle Arbeitsatmosphäre und ich bin noch keinen einzigen Tag nicht gerne zur Arbeit gegangen. Wir haben regelmäßig wirklich gute Teamevents - was ich sehr schätze. Daneben haben wir auch große Flexibilität bei der Gestaltung unserer Arbeit. Es beschwert sich niemand, wenn ich mal um 15 Uhr zum Arzt gehe und danach nicht mehr erreichbar bin. Habe auch schon mal am Freitag nur 3h gearbeitet und bin dann auf einen JGA (ohne Urlaub genommen zu haben + Arbeitszeiterfassung haben wir auch nicht).
Für mich persönlich muss das Gesamtpaket stimmen und Gehalt allein ist für mich nicht ausschlaggebend . Von Vorteilen wie einen Dienstwagen inkl. Tankkarte und Workation will ich gar nicht anfangen.
Also ich habe mehrere Freunde, die Syndikusrechtsanwälte in anderen Unternehmen sind und die genießen diese Benefits nicht. Ich bin der einzige mit einem Dienstwagen und die Möglichkeit von Workation hat nicht mal die Hälfte. Die meisten sind in Bezug auf ihre Arbeitszeit auch nicht allzu flexibel - das ist bei mir schon anders.
Ich kenne die Benefits von anderen Unternehmen in meiner Stadt sehr gut und kann schon beurteilen, welche Benefits wir bieten und welche in anderen Unternehmen hier geboten werden.
Und mein Gehalt steigt im Sommer auch nochmal um die besagten 4-6%. Mir ist bewusst, dass ich tendenziell eher unbezahlt bin, aber wie gesagt - mir sind andere Benefits wichtiger.
16.05.2026, 23:24
(16.05.2026, 22:35)ForumBenutzer schrieb:(16.05.2026, 20:52)advocatus diaboli schrieb:Sorry aber diese benefits die du grade aufzählst sind ja echt Standard bei einer solchen Stelle. Gleitzeit und 40h eben.. natürlich nicht vergleichbar mit den hier aufgezählte stressigeren Stellen im AT Bereich mit 120K+ aber nicht so außergewöhnlich. Den Punkt mit dem Team und Wohlfühlen gebe ich dir aber, das macht viel aus.(16.05.2026, 19:29)ForumBenutzer schrieb:(16.05.2026, 10:39)advocatus diaboli schrieb:Bei mir liegt der Fall anders, habe nicht die Noten für die Justiz. Aber für so gute Noten und 3 Jahren BE bist du mit 72k aber nicht so gut dabei. Das habe ich und einige Kollegen mit zum Teil ausreichend/befr. Bekommen zum Einstieg…(16.05.2026, 07:11)Graubrot schrieb: Habt ihr euch auch zu irgendeinem Zeitpunkt einmal überlegt, in die Justiz zu gehen? Falls ja, habt ihr jemals bereut, das nicht getan zu haben? Oder seid ihr heilfroh, dass der Kelch Justiz an euch vorüber gegangen ist?
Hatte eigentlich immer vor in die Justiz zu gehen und habe auch die Noten dafür. Inzwischen kann ich mir diesen Schritt nicht mehr so gut vorstellen. Dafür genieße ich die Vorteile, die ich in meiner Position habe, zu sehr. Als Richter/StA kann man auch richtig Pech haben und ein total angesoffenes Dezernat haben.
Ich muss auch sagen, dass ich das menschliche Miteinander im Unternehmen total schätze. Das ist sehr angenehm.
Wenn Gehalt für jemanden alles ist, dann ist mein Arbeitgeber nicht der Richtige für einen und ich könnte woanders auch deutlich mehr verdienen. Mir sind aber andere Dinge wichtiger. Wir haben eine tolle Arbeitsatmosphäre und ich bin noch keinen einzigen Tag nicht gerne zur Arbeit gegangen. Wir haben regelmäßig wirklich gute Teamevents - was ich sehr schätze. Daneben haben wir auch große Flexibilität bei der Gestaltung unserer Arbeit. Es beschwert sich niemand, wenn ich mal um 15 Uhr zum Arzt gehe und danach nicht mehr erreichbar bin. Habe auch schon mal am Freitag nur 3h gearbeitet und bin dann auf einen JGA (ohne Urlaub genommen zu haben + Arbeitszeiterfassung haben wir auch nicht).
Für mich persönlich muss das Gesamtpaket stimmen und Gehalt allein ist für mich nicht ausschlaggebend . Von Vorteilen wie einen Dienstwagen inkl. Tankkarte und Workation will ich gar nicht anfangen.
Also jedenfalls der Dienstwagen + Tankkarte ist alles andere als selbstverständlich, nach allem was ich bisher so gehört habe.
17.05.2026, 20:06
@ForumBenutzer
Das hier ist kein Wettbewerb, und wie einige bereits angemerkt haben, sind Dienstwagen und Tankkarte keineswegs selbstverständlich. Mein Gehalt liegt zwar über dem von advocatus diavoli, allerdings habe ich auch deutlich mehr Berufserfahrung. Nach den Maßstäben, die hier im Forum oft angelegt werden, wäre mein Gehalt dafür wiederum zu niedrig. Ich sehe das Ganze jedoch aus einer anderen Perspektive. Als ehemalige Arbeitsrechtlerin habe ich unzählige Gehaltsabrechnungen aus verschiedensten Branchen und Unternehmen gesehen. Dadurch weiß ich, dass die Gehälter von advocatus diavoli und mir immer noch weit über dem Durchschnitt der Bevölkerung liegen. Ob das jeweils „angemessen“ ist, kann man sicher diskutieren. Ich persönlich finde aber, dass jemand, der z.B. Mathe, Chemie oder Physik studiert und vielleicht sogar promoviert hat, es nicht unbedingt leichter hatte als wir. Trotzdem verdienen viele in diesen Bereichen deutlich weniger als wir Juristen. Ein Beispiel: Der Geschäftsführer der deutschen Tochter eines internationalen Unternehmens hatte laut einer Gehaltsabrechnung, die ich einsehen konnte, „nur“ 6.600 Euro brutto x 12 und trägt dabei erheblich mehr Verantwortung und hat mehr Stress als wir.
Wie schon gesagt wurde, hat jeder andere Prioritäten. Mir wurde vor Kurzem ein Job in einer Kanzlei für 120k plus Bonus angeboten. Die Work-Life-Balance, die ich im Unternehmen habe - flexible Arbeitszeiten, Home Office - hätte ich dort aber nicht gehabt. Und genau diese WLB ist mir persönlich wichtiger als das maximal mögliche Gehalt. Für dich ist ein Job mit Arbeitszeiten bis 19:30 Uhr ein Traumjob. Ich hingegen freue mich, wenn ich um 16:00/16:30 Uhr Feierabend habe. Das sind 3 bis 3 1/2 Stunden mehr Privatleben, die einen enormen Unterschied machen - für mich mit kleinen Kindern, aber auch für jeden, der einfach Zeit für Hobbys, Freunde oder einen spontanen Sommerabend am See haben möchte.
Jeder setzt seine Schwerpunkte anders, und das ist völlig in Ordnung. Deshalb finde ich, dass man niemandem seinen Job schlechtreden muss, nur weil er seine finanziellen Möglichkeiten nicht ausschöpft.
Das hier ist kein Wettbewerb, und wie einige bereits angemerkt haben, sind Dienstwagen und Tankkarte keineswegs selbstverständlich. Mein Gehalt liegt zwar über dem von advocatus diavoli, allerdings habe ich auch deutlich mehr Berufserfahrung. Nach den Maßstäben, die hier im Forum oft angelegt werden, wäre mein Gehalt dafür wiederum zu niedrig. Ich sehe das Ganze jedoch aus einer anderen Perspektive. Als ehemalige Arbeitsrechtlerin habe ich unzählige Gehaltsabrechnungen aus verschiedensten Branchen und Unternehmen gesehen. Dadurch weiß ich, dass die Gehälter von advocatus diavoli und mir immer noch weit über dem Durchschnitt der Bevölkerung liegen. Ob das jeweils „angemessen“ ist, kann man sicher diskutieren. Ich persönlich finde aber, dass jemand, der z.B. Mathe, Chemie oder Physik studiert und vielleicht sogar promoviert hat, es nicht unbedingt leichter hatte als wir. Trotzdem verdienen viele in diesen Bereichen deutlich weniger als wir Juristen. Ein Beispiel: Der Geschäftsführer der deutschen Tochter eines internationalen Unternehmens hatte laut einer Gehaltsabrechnung, die ich einsehen konnte, „nur“ 6.600 Euro brutto x 12 und trägt dabei erheblich mehr Verantwortung und hat mehr Stress als wir.
Wie schon gesagt wurde, hat jeder andere Prioritäten. Mir wurde vor Kurzem ein Job in einer Kanzlei für 120k plus Bonus angeboten. Die Work-Life-Balance, die ich im Unternehmen habe - flexible Arbeitszeiten, Home Office - hätte ich dort aber nicht gehabt. Und genau diese WLB ist mir persönlich wichtiger als das maximal mögliche Gehalt. Für dich ist ein Job mit Arbeitszeiten bis 19:30 Uhr ein Traumjob. Ich hingegen freue mich, wenn ich um 16:00/16:30 Uhr Feierabend habe. Das sind 3 bis 3 1/2 Stunden mehr Privatleben, die einen enormen Unterschied machen - für mich mit kleinen Kindern, aber auch für jeden, der einfach Zeit für Hobbys, Freunde oder einen spontanen Sommerabend am See haben möchte.
Jeder setzt seine Schwerpunkte anders, und das ist völlig in Ordnung. Deshalb finde ich, dass man niemandem seinen Job schlechtreden muss, nur weil er seine finanziellen Möglichkeiten nicht ausschöpft.
17.05.2026, 23:45
(17.05.2026, 20:06)Egal_ schrieb: @ForumBenutzer
Das hier ist kein Wettbewerb, und wie einige bereits angemerkt haben, sind Dienstwagen und Tankkarte keineswegs selbstverständlich. Mein Gehalt liegt zwar über dem von advocatus diavoli, allerdings habe ich auch deutlich mehr Berufserfahrung. Nach den Maßstäben, die hier im Forum oft angelegt werden, wäre mein Gehalt dafür wiederum zu niedrig. Ich sehe das Ganze jedoch aus einer anderen Perspektive. Als ehemalige Arbeitsrechtlerin habe ich unzählige Gehaltsabrechnungen aus verschiedensten Branchen und Unternehmen gesehen. Dadurch weiß ich, dass die Gehälter von advocatus diavoli und mir immer noch weit über dem Durchschnitt der Bevölkerung liegen. Ob das jeweils „angemessen“ ist, kann man sicher diskutieren. Ich persönlich finde aber, dass jemand, der z.B. Mathe, Chemie oder Physik studiert und vielleicht sogar promoviert hat, es nicht unbedingt leichter hatte als wir. Trotzdem verdienen viele in diesen Bereichen deutlich weniger als wir Juristen. Ein Beispiel: Der Geschäftsführer der deutschen Tochter eines internationalen Unternehmens hatte laut einer Gehaltsabrechnung, die ich einsehen konnte, „nur“ 6.600 Euro brutto x 12 und trägt dabei erheblich mehr Verantwortung und hat mehr Stress als wir.
Wie schon gesagt wurde, hat jeder andere Prioritäten. Mir wurde vor Kurzem ein Job in einer Kanzlei für 120k plus Bonus angeboten. Die Work-Life-Balance, die ich im Unternehmen habe - flexible Arbeitszeiten, Home Office - hätte ich dort aber nicht gehabt. Und genau diese WLB ist mir persönlich wichtiger als das maximal mögliche Gehalt. Für dich ist ein Job mit Arbeitszeiten bis 19:30 Uhr ein Traumjob. Ich hingegen freue mich, wenn ich um 16:00/16:30 Uhr Feierabend habe. Das sind 3 bis 3 1/2 Stunden mehr Privatleben, die einen enormen Unterschied machen - für mich mit kleinen Kindern, aber auch für jeden, der einfach Zeit für Hobbys, Freunde oder einen spontanen Sommerabend am See haben möchte.
Jeder setzt seine Schwerpunkte anders, und das ist völlig in Ordnung. Deshalb finde ich, dass man niemandem seinen Job schlechtreden muss, nur weil er seine finanziellen Möglichkeiten nicht ausschöpft.
+1 ich habe mich auch ganz bewusst gegen die GK und für das Unternehmen mit tollem Team und Flexibilität entschieden.
Habe ich zum Einstieg gut verdient? Ja.
War es sechsstellig und wäre objektiv in einer Kanzlei mehr drin gewesen? Nein und natürlich ja.
Waren mir Flexibelität und Freizeit wichtiger? Ja.
Gestern, 00:19
Aus meiner Sicht muss die grundsätzliche Motivation zum Wechsel ins Unternehmen bekannt sein. Möchte man aufgrund verbesserter Work-Life-Balance ins Unternehmen und dabei einen geregelten Job wie „normale“ Angestellte machen, so erhält man in der Regel tarifliche Eingruppierungen - welche oftmals auch schon mehr als überdurchschnittlich sind und für ein gutes Einkommen sorgen (72k ist nicht wenig). Dennoch kann man auch im Unternehmen viel Geld verdienen, wird dann aber auch entsprechende Stunden machen. Dabei unterscheiden sich diese Stellen dann häufig insoweit, als dass man direkter Ansprechpartner des Vorstands/Board etc. ist und im Regelfall mehr strategische Entscheidungen begleitet. Hier sind auch Gehälter weit über 200k p.a. möglich, die Stellen aber seltener.
Ich selbst bin in einem internationalen Konzern mit Gebietsverantwortung. Dabei umfassen die Aufgaben häufig Commercial, M&A/Corporate und Litigation. Aufgrund der Themen ist die Belastung sehr unterschiedlich - zwischen 30h und 60h ist alles möglich. Dafür ist das Gehalt nochmal etwas besser.
Ich selbst bin in einem internationalen Konzern mit Gebietsverantwortung. Dabei umfassen die Aufgaben häufig Commercial, M&A/Corporate und Litigation. Aufgrund der Themen ist die Belastung sehr unterschiedlich - zwischen 30h und 60h ist alles möglich. Dafür ist das Gehalt nochmal etwas besser.
Gestern, 00:59
Also ich habe nach dem 2. Examen zunächst in einer MK angefangen. Eigentlich wollte ich ins private Baurecht, gelandet bin ich dann in der Prozessführung im privaten Haftungsrecht – thematisch verwandt, aber nicht ganz das, was ich mir vorgestellt hatte.
In zwei Jahren habe ich bundesweit knapp 200 Gerichtstermine wahrgenommen. Dafür gab es zunächst 70k, später nach zähen Verhandlungen 72k. Kein Auto, kein Bonus. Dazu tägliches Pendeln mit der Bahn zwischen 30 und 90 Minuten, je nach Zuverlässigkeit der Verbindung.
Abends war ich selten vor 19 Uhr zuhause, oft eher gegen 20 Uhr. Dann was essen und um 22 Uhr ins Bett. Das war auf Dauer einfach belastend – weniger wegen der reinen Arbeitszeit, sondern wegen des Gesamtpakets aus Pendeln, Reisen und fehlender Freizeitenergie.
Meine Frau arbeitet selbst viel im Homeoffice, aber während sie am Wochenende gerne etwas unternehmen wollte, wollte ich häufig einfach nur Ruhe haben und Zeit zuhause verbringen. Das hat irgendwann merklich auf die Beziehung gedrückt.
Da es in meiner Region kaum größere Unternehmen oder passende Inhouse-Stellen gibt, habe ich mich schließlich Richtung öffentlicher Bereich orientiert. Heute arbeite ich in einer Bauverwaltung und mache dort ausschließlich privates Bau- und Architektenrecht. Inhaltlich geht es viel um die Unterstützung der Projektleiter, die Vorbereitung externer Mandatierungen und die Begleitung größerer Bauprojekte und Nachtragsverhandlungen.
Ich pendele inzwischen 30 Minuten mit dem Fahrrad, erfasse meine Zeiten, habe große Freiheit bei der Arbeitsorganisation und verstehe mich sowohl mit den Kollegen als auch mit den Projektmitarbeitern sehr gut. Mit E13 liege ich aktuell bei knapp 71k (obere 15% der Bevölkerung btw), dazu kommt perspektivisch eine mögliche Verbeamtung.
Natürlich kann man sagen, dass anderswo finanziell noch bessere Pakete möglich sind – in großen IG-Metall- oder Chemiekonzernen wird auch viel gebaut. Aber dort muss man erst einmal reinkommen. Und wenn man – wie ich – fachlich in einen bestimmten Bereich möchte, braucht man dafür oft zunächst passende Berufserfahrung (auch wenn man zB die Wahlstation im Unternehmen gemacht hat).
Gehalt und Boni sind nicht das einzig relevante um glücklich zu werden. Pendelzeit, Homeoffice-Regelung, Kollegen, Vorgesetzte und allgemeines Arbeitsklima machen im Alltag oft mindestens genauso viel, wenn nicht mehr, aus.
In zwei Jahren habe ich bundesweit knapp 200 Gerichtstermine wahrgenommen. Dafür gab es zunächst 70k, später nach zähen Verhandlungen 72k. Kein Auto, kein Bonus. Dazu tägliches Pendeln mit der Bahn zwischen 30 und 90 Minuten, je nach Zuverlässigkeit der Verbindung.
Abends war ich selten vor 19 Uhr zuhause, oft eher gegen 20 Uhr. Dann was essen und um 22 Uhr ins Bett. Das war auf Dauer einfach belastend – weniger wegen der reinen Arbeitszeit, sondern wegen des Gesamtpakets aus Pendeln, Reisen und fehlender Freizeitenergie.
Meine Frau arbeitet selbst viel im Homeoffice, aber während sie am Wochenende gerne etwas unternehmen wollte, wollte ich häufig einfach nur Ruhe haben und Zeit zuhause verbringen. Das hat irgendwann merklich auf die Beziehung gedrückt.
Da es in meiner Region kaum größere Unternehmen oder passende Inhouse-Stellen gibt, habe ich mich schließlich Richtung öffentlicher Bereich orientiert. Heute arbeite ich in einer Bauverwaltung und mache dort ausschließlich privates Bau- und Architektenrecht. Inhaltlich geht es viel um die Unterstützung der Projektleiter, die Vorbereitung externer Mandatierungen und die Begleitung größerer Bauprojekte und Nachtragsverhandlungen.
Ich pendele inzwischen 30 Minuten mit dem Fahrrad, erfasse meine Zeiten, habe große Freiheit bei der Arbeitsorganisation und verstehe mich sowohl mit den Kollegen als auch mit den Projektmitarbeitern sehr gut. Mit E13 liege ich aktuell bei knapp 71k (obere 15% der Bevölkerung btw), dazu kommt perspektivisch eine mögliche Verbeamtung.
Natürlich kann man sagen, dass anderswo finanziell noch bessere Pakete möglich sind – in großen IG-Metall- oder Chemiekonzernen wird auch viel gebaut. Aber dort muss man erst einmal reinkommen. Und wenn man – wie ich – fachlich in einen bestimmten Bereich möchte, braucht man dafür oft zunächst passende Berufserfahrung (auch wenn man zB die Wahlstation im Unternehmen gemacht hat).
Gehalt und Boni sind nicht das einzig relevante um glücklich zu werden. Pendelzeit, Homeoffice-Regelung, Kollegen, Vorgesetzte und allgemeines Arbeitsklima machen im Alltag oft mindestens genauso viel, wenn nicht mehr, aus.
Gestern, 09:47
(Gestern, 00:59)numnum schrieb: Also ich habe nach dem 2. Examen zunächst in einer MK angefangen. Eigentlich wollte ich ins private Baurecht, gelandet bin ich dann in der Prozessführung im privaten Haftungsrecht – thematisch verwandt, aber nicht ganz das, was ich mir vorgestellt hatte.
In zwei Jahren habe ich bundesweit knapp 200 Gerichtstermine wahrgenommen. Dafür gab es zunächst 70k, später nach zähen Verhandlungen 72k. Kein Auto, kein Bonus. Dazu tägliches Pendeln mit der Bahn zwischen 30 und 90 Minuten, je nach Zuverlässigkeit der Verbindung.
Abends war ich selten vor 19 Uhr zuhause, oft eher gegen 20 Uhr. Dann was essen und um 22 Uhr ins Bett. Das war auf Dauer einfach belastend – weniger wegen der reinen Arbeitszeit, sondern wegen des Gesamtpakets aus Pendeln, Reisen und fehlender Freizeitenergie.
Meine Frau arbeitet selbst viel im Homeoffice, aber während sie am Wochenende gerne etwas unternehmen wollte, wollte ich häufig einfach nur Ruhe haben und Zeit zuhause verbringen. Das hat irgendwann merklich auf die Beziehung gedrückt.
Da es in meiner Region kaum größere Unternehmen oder passende Inhouse-Stellen gibt, habe ich mich schließlich Richtung öffentlicher Bereich orientiert. Heute arbeite ich in einer Bauverwaltung und mache dort ausschließlich privates Bau- und Architektenrecht. Inhaltlich geht es viel um die Unterstützung der Projektleiter, die Vorbereitung externer Mandatierungen und die Begleitung größerer Bauprojekte und Nachtragsverhandlungen.
Ich pendele inzwischen 30 Minuten mit dem Fahrrad, erfasse meine Zeiten, habe große Freiheit bei der Arbeitsorganisation und verstehe mich sowohl mit den Kollegen als auch mit den Projektmitarbeitern sehr gut. Mit E13 liege ich aktuell bei knapp 71k (obere 15% der Bevölkerung btw), dazu kommt perspektivisch eine mögliche Verbeamtung.
Natürlich kann man sagen, dass anderswo finanziell noch bessere Pakete möglich sind – in großen IG-Metall- oder Chemiekonzernen wird auch viel gebaut. Aber dort muss man erst einmal reinkommen. Und wenn man – wie ich – fachlich in einen bestimmten Bereich möchte, braucht man dafür oft zunächst passende Berufserfahrung (auch wenn man zB die Wahlstation im Unternehmen gemacht hat).
Gehalt und Boni sind nicht das einzig relevante um glücklich zu werden. Pendelzeit, Homeoffice-Regelung, Kollegen, Vorgesetzte und allgemeines Arbeitsklima machen im Alltag oft mindestens genauso viel, wenn nicht mehr, aus.
Finde ich super, dass du im öD glücklich bist und ich kann deine Ausführungen aus eigenem Erleben analog auf entsprechenden Stellen in der freien Wirtschaft bestätigen :-)
Auch an DGCCN volle Zustimmung. Mein Chef bekommt natürlich deutlich mehr Gehalt als ich, muss aber auch allen übergeordneten Stellen und dem Vorstand Rede und Antwort stehen. Oft bekommt er über 100 Mails am Tag. Ich beneide ihn wirklich nicht, denn ich sehe, wie sehr ihn das auslaugt. Geld und Karriere sind nicht alles im Leben. An diesen Punkt kommen viele spätestens dann, wenn sie Kinder haben, ausgelaugt sind oder in ihrem Umfeld Krankheiten und Todesfälle bei Leuten mitbekommen, die viel zu früh gestorben sind (in meinem erweiterten Umfeld gibt es mehrere Leute, die zwischen Ende 30 und Mitte 50 verstorben sind). Keiner dankt es einem, wenn man sich kaputt macht. Gerade diesen letzten Satz kann ich als Arbeitsrechtlerin und den Einblicken in etliche Unternehmen bestätigen. Von daher sucht euch einen Job, der euch glücklich macht und schaut nicht nur darauf, dass ihr das Maximum an Gehalt bekommt. Der Preis dafür ist hoch.
Gestern, 11:41
Was ist Euer Erfahrungswert, wie viel man als Unternehmensjurist ohne Personalverantwortung maximal verdienen kann?
Ein Bekannter von mir ist seit 20 Jahren bei VW und stagniert bei 150-160k. Ein höheres Gehalt wäre laut seiner Aussage nur bei Übernahme von Personalverantwortung möglich.
Ein Bekannter von mir ist seit 20 Jahren bei VW und stagniert bei 150-160k. Ein höheres Gehalt wäre laut seiner Aussage nur bei Übernahme von Personalverantwortung möglich.


