01.05.2026, 18:17
(01.05.2026, 11:27)Sonnenschein schrieb:(01.05.2026, 11:01)advocatus diaboli schrieb: Deinen Schilderungen entnehme ich, dass du bei dem Wechsel primär ein steuerrechtliches Fachwissen aufbauen würdest. Deine Jobchancen wären dann wohl bei einem weiteren Wechsel vor allem auch in dem Bereich gut. Ein Wechsel zu anderen Kanzleien in dem Bereich wären dann sicherlich gut möglich.
Ich kenne mich ehrlich gesagt aber nicht so gut mit den Jobchancen aus, wenn man im Steuerrecht In-house arbeiten möchte. Bei uns im Unternehmen sind in der Steuerabteilung tatsächlich fast gar keine Volljuristen tätig. Lediglich von dem Abteilungsleiter weiß ich das mit Gewissheit.
Wenn dir langfristig ein Unternehmen als Arbeitgeber vorschwebt, dürftest du wahrscheinlich mit dem allgemeinen Wirtschaftsrecht besser bedient sein.
Ja, davon gehe ich aus. Ist ja auch eine Steuerberatungsgesellschaft. Mit natürlich Überschneidungen im Gesellschafts-/Arbeits- oder Zivilrecht...
Naja gut, aber Unternehmen wollen natürlich auch gewisse Erfahrungen, welche ich derzeit einfach nicht wirklich sammeln kann. Allgemeines Wirtschaftsrecht habe ich bislang keine Möglichkeiten bekommen, zwecks Konkurrenz :D
Ich bin nicht versteift auf Unternehmen, vll. gefällt mir ja die Beratung besser oder doch eine Kanzlei irgendwann? Jedenfalls ist mein Profil dann "wertvoller"?
Möchte das Steuerrecht hier nicht schwieriger machen als es ist, aber ohne Vorkenntnisse wirst du die ersten Jahre nur damit verbringen den Rückstand auf deine Kollegen aufzuholen. Die werden zu 90% Vorkenntnisse haben. Dazu ist das StB Examen, wie auch das Jura Examen, darauf ausgelegt, breit gefächertes Wissen abzufragen. Musst also erstmal wieder Generalist im Steuerrecht werden um dann dort Spezialist zu werden. Die Spezialisierung "Steuerrecht" gibt es am Markt nicht.
Wenn du das willst, ist das natürlich machbar. Aber der Weg wird weit und nicht leicht. Allein die Statistik spricht dafür, dass du das StB Examen nicht nur einmal schreiben wirst und das ist nur einmal pro Jahr. Wäre also mit Vorbereitung von einem Jahr mal eben wieder drei Jahre bis zum Examen. Und dann geht die Spezialisierung erst richtig los.
04.05.2026, 20:37
(01.05.2026, 18:17)Homer S. schrieb:(01.05.2026, 11:27)Sonnenschein schrieb:(01.05.2026, 11:01)advocatus diaboli schrieb: Deinen Schilderungen entnehme ich, dass du bei dem Wechsel primär ein steuerrechtliches Fachwissen aufbauen würdest. Deine Jobchancen wären dann wohl bei einem weiteren Wechsel vor allem auch in dem Bereich gut. Ein Wechsel zu anderen Kanzleien in dem Bereich wären dann sicherlich gut möglich.
Ich kenne mich ehrlich gesagt aber nicht so gut mit den Jobchancen aus, wenn man im Steuerrecht In-house arbeiten möchte. Bei uns im Unternehmen sind in der Steuerabteilung tatsächlich fast gar keine Volljuristen tätig. Lediglich von dem Abteilungsleiter weiß ich das mit Gewissheit.
Wenn dir langfristig ein Unternehmen als Arbeitgeber vorschwebt, dürftest du wahrscheinlich mit dem allgemeinen Wirtschaftsrecht besser bedient sein.
Ja, davon gehe ich aus. Ist ja auch eine Steuerberatungsgesellschaft. Mit natürlich Überschneidungen im Gesellschafts-/Arbeits- oder Zivilrecht...
Naja gut, aber Unternehmen wollen natürlich auch gewisse Erfahrungen, welche ich derzeit einfach nicht wirklich sammeln kann. Allgemeines Wirtschaftsrecht habe ich bislang keine Möglichkeiten bekommen, zwecks Konkurrenz :D
Ich bin nicht versteift auf Unternehmen, vll. gefällt mir ja die Beratung besser oder doch eine Kanzlei irgendwann? Jedenfalls ist mein Profil dann "wertvoller"?
Möchte das Steuerrecht hier nicht schwieriger machen als es ist, aber ohne Vorkenntnisse wirst du die ersten Jahre nur damit verbringen den Rückstand auf deine Kollegen aufzuholen. Die werden zu 90% Vorkenntnisse haben. Dazu ist das StB Examen, wie auch das Jura Examen, darauf ausgelegt, breit gefächertes Wissen abzufragen. Musst also erstmal wieder Generalist im Steuerrecht werden um dann dort Spezialist zu werden. Die Spezialisierung "Steuerrecht" gibt es am Markt nicht.
Wenn du das willst, ist das natürlich machbar. Aber der Weg wird weit und nicht leicht. Allein die Statistik spricht dafür, dass du das StB Examen nicht nur einmal schreiben wirst und das ist nur einmal pro Jahr. Wäre also mit Vorbereitung von einem Jahr mal eben wieder drei Jahre bis zum Examen. Und dann geht die Spezialisierung erst richtig los.
Das glaube ich. Aber ist die Erwartung überhaupt, dass man als Anwalt dann die Expertise hat wie ein "Vollblut"-Steuerberater der den BWL-Weg gegangen ist? Die würden ja keinen Anwalt speziell einstellen, wenn es keine juristischen Themen geben würde. Natürlich ist man dort nicht in der Mehrheit, es wäre nur ich und ein Partner, aber man möchte speziell den Legal Bereich ausbauen und vergrößern. Sonst könnte man ja schlicht mehr StB einstellen oder heranziehen. Ich sehe aber den Stress mit Examen und Lernen, noch bin ich aber jung und habe keine Kinder. Derzeit habe ich schlicht das Gefühl "zu verdummen" im Unternehmen, prüfe täglich die gleichen Vertragsmuster, NDA... unbeliebte Anfragen eben die kein "echter" Anwalt machen würde für das Geld, eben klassische In House Legal Counsel Zeugs, aber nicht das spannenden mit Verfahren oder Gesellschaften...
05.05.2026, 17:38
(04.05.2026, 20:37)Sonnenschein schrieb:(01.05.2026, 18:17)Homer S. schrieb:(01.05.2026, 11:27)Sonnenschein schrieb:(01.05.2026, 11:01)advocatus diaboli schrieb: Deinen Schilderungen entnehme ich, dass du bei dem Wechsel primär ein steuerrechtliches Fachwissen aufbauen würdest. Deine Jobchancen wären dann wohl bei einem weiteren Wechsel vor allem auch in dem Bereich gut. Ein Wechsel zu anderen Kanzleien in dem Bereich wären dann sicherlich gut möglich.
Ich kenne mich ehrlich gesagt aber nicht so gut mit den Jobchancen aus, wenn man im Steuerrecht In-house arbeiten möchte. Bei uns im Unternehmen sind in der Steuerabteilung tatsächlich fast gar keine Volljuristen tätig. Lediglich von dem Abteilungsleiter weiß ich das mit Gewissheit.
Wenn dir langfristig ein Unternehmen als Arbeitgeber vorschwebt, dürftest du wahrscheinlich mit dem allgemeinen Wirtschaftsrecht besser bedient sein.
Ja, davon gehe ich aus. Ist ja auch eine Steuerberatungsgesellschaft. Mit natürlich Überschneidungen im Gesellschafts-/Arbeits- oder Zivilrecht...
Naja gut, aber Unternehmen wollen natürlich auch gewisse Erfahrungen, welche ich derzeit einfach nicht wirklich sammeln kann. Allgemeines Wirtschaftsrecht habe ich bislang keine Möglichkeiten bekommen, zwecks Konkurrenz :D
Ich bin nicht versteift auf Unternehmen, vll. gefällt mir ja die Beratung besser oder doch eine Kanzlei irgendwann? Jedenfalls ist mein Profil dann "wertvoller"?
Möchte das Steuerrecht hier nicht schwieriger machen als es ist, aber ohne Vorkenntnisse wirst du die ersten Jahre nur damit verbringen den Rückstand auf deine Kollegen aufzuholen. Die werden zu 90% Vorkenntnisse haben. Dazu ist das StB Examen, wie auch das Jura Examen, darauf ausgelegt, breit gefächertes Wissen abzufragen. Musst also erstmal wieder Generalist im Steuerrecht werden um dann dort Spezialist zu werden. Die Spezialisierung "Steuerrecht" gibt es am Markt nicht.
Wenn du das willst, ist das natürlich machbar. Aber der Weg wird weit und nicht leicht. Allein die Statistik spricht dafür, dass du das StB Examen nicht nur einmal schreiben wirst und das ist nur einmal pro Jahr. Wäre also mit Vorbereitung von einem Jahr mal eben wieder drei Jahre bis zum Examen. Und dann geht die Spezialisierung erst richtig los.
Das glaube ich. Aber ist die Erwartung überhaupt, dass man als Anwalt dann die Expertise hat wie ein "Vollblut"-Steuerberater der den BWL-Weg gegangen ist? Die würden ja keinen Anwalt speziell einstellen, wenn es keine juristischen Themen geben würde. Natürlich ist man dort nicht in der Mehrheit, es wäre nur ich und ein Partner, aber man möchte speziell den Legal Bereich ausbauen und vergrößern. Sonst könnte man ja schlicht mehr StB einstellen oder heranziehen. Ich sehe aber den Stress mit Examen und Lernen, noch bin ich aber jung und habe keine Kinder. Derzeit habe ich schlicht das Gefühl "zu verdummen" im Unternehmen, prüfe täglich die gleichen Vertragsmuster, NDA... unbeliebte Anfragen eben die kein "echter" Anwalt machen würde für das Geld, eben klassische In House Legal Counsel Zeugs, aber nicht das spannenden mit Verfahren oder Gesellschaften...
Wenn gewünscht ist, dass du den StB machst wohl schon, ansonsten hat der ja keinen Mehrwert.
Der Anspruch ist nach meiner Erfahrung aber eher einer, der von der Person selbst kommt. Also wenn ich mich in dem Gebiet jeden Tag rumtreibe, will ich auch so viel wie möglich verstehen und auch mitreden können. Zudem wüsste ich nicht so wirklich, wie man zivilrechtliche Gestaltungen berät, ohne die steuerliche Seite mitzudenken. Gerade wenn du jemand bist, der aktuell befürchtet zu verdammen, wirst du ja wahrscheinlich auch nicht mit einer reinen zuliefererrolle zufrieden sein, bei welcher du das "Große und Ganze" nicht verstehst...
Ich würde die dafür notwendige Energie lieber in den Bereich investieren, indem du gerade schon tätig bist - ggf. einen passenden Llm raussuchen und mal über einen Arbeitgeberzuschuss verhandeln
05.05.2026, 21:49
(05.05.2026, 17:38)Homer S. schrieb:Völlig realitsfern bei meinem derzeitigen Arbeitgeber, deshalb will ich ja was neues machen. Ich könnte natürlich auch in Eigenregie einen berufsbegleitenden LLM machen, nur frage ich mich ernsthaft was das bringen soll. Die meisten für mich attraktiven Stellen, bspw. "echte" Syndikusstellen in mittelgroßen Unterenehmen verlangen schlicht Berufserfahrung als Anwalt, Head of Legal oder ähnliches... da sind die Qualifikationen dann zweitrangig (mal Dax Konzerne rausgenommen, da habe ich ohnehin keine Chance gegen die ganzen EX Gkler)...(04.05.2026, 20:37)Sonnenschein schrieb:(01.05.2026, 18:17)Homer S. schrieb:(01.05.2026, 11:27)Sonnenschein schrieb:(01.05.2026, 11:01)advocatus diaboli schrieb: Deinen Schilderungen entnehme ich, dass du bei dem Wechsel primär ein steuerrechtliches Fachwissen aufbauen würdest. Deine Jobchancen wären dann wohl bei einem weiteren Wechsel vor allem auch in dem Bereich gut. Ein Wechsel zu anderen Kanzleien in dem Bereich wären dann sicherlich gut möglich.
Ich kenne mich ehrlich gesagt aber nicht so gut mit den Jobchancen aus, wenn man im Steuerrecht In-house arbeiten möchte. Bei uns im Unternehmen sind in der Steuerabteilung tatsächlich fast gar keine Volljuristen tätig. Lediglich von dem Abteilungsleiter weiß ich das mit Gewissheit.
Wenn dir langfristig ein Unternehmen als Arbeitgeber vorschwebt, dürftest du wahrscheinlich mit dem allgemeinen Wirtschaftsrecht besser bedient sein.
Ja, davon gehe ich aus. Ist ja auch eine Steuerberatungsgesellschaft. Mit natürlich Überschneidungen im Gesellschafts-/Arbeits- oder Zivilrecht...
Naja gut, aber Unternehmen wollen natürlich auch gewisse Erfahrungen, welche ich derzeit einfach nicht wirklich sammeln kann. Allgemeines Wirtschaftsrecht habe ich bislang keine Möglichkeiten bekommen, zwecks Konkurrenz :D
Ich bin nicht versteift auf Unternehmen, vll. gefällt mir ja die Beratung besser oder doch eine Kanzlei irgendwann? Jedenfalls ist mein Profil dann "wertvoller"?
Möchte das Steuerrecht hier nicht schwieriger machen als es ist, aber ohne Vorkenntnisse wirst du die ersten Jahre nur damit verbringen den Rückstand auf deine Kollegen aufzuholen. Die werden zu 90% Vorkenntnisse haben. Dazu ist das StB Examen, wie auch das Jura Examen, darauf ausgelegt, breit gefächertes Wissen abzufragen. Musst also erstmal wieder Generalist im Steuerrecht werden um dann dort Spezialist zu werden. Die Spezialisierung "Steuerrecht" gibt es am Markt nicht.
Wenn du das willst, ist das natürlich machbar. Aber der Weg wird weit und nicht leicht. Allein die Statistik spricht dafür, dass du das StB Examen nicht nur einmal schreiben wirst und das ist nur einmal pro Jahr. Wäre also mit Vorbereitung von einem Jahr mal eben wieder drei Jahre bis zum Examen. Und dann geht die Spezialisierung erst richtig los.
Das glaube ich. Aber ist die Erwartung überhaupt, dass man als Anwalt dann die Expertise hat wie ein "Vollblut"-Steuerberater der den BWL-Weg gegangen ist? Die würden ja keinen Anwalt speziell einstellen, wenn es keine juristischen Themen geben würde. Natürlich ist man dort nicht in der Mehrheit, es wäre nur ich und ein Partner, aber man möchte speziell den Legal Bereich ausbauen und vergrößern. Sonst könnte man ja schlicht mehr StB einstellen oder heranziehen. Ich sehe aber den Stress mit Examen und Lernen, noch bin ich aber jung und habe keine Kinder. Derzeit habe ich schlicht das Gefühl "zu verdummen" im Unternehmen, prüfe täglich die gleichen Vertragsmuster, NDA... unbeliebte Anfragen eben die kein "echter" Anwalt machen würde für das Geld, eben klassische In House Legal Counsel Zeugs, aber nicht das spannenden mit Verfahren oder Gesellschaften...
Wenn gewünscht ist, dass du den StB machst wohl schon, ansonsten hat der ja keinen Mehrwert.
Der Anspruch ist nach meiner Erfahrung aber eher einer, der von der Person selbst kommt. Also wenn ich mich in dem Gebiet jeden Tag rumtreibe, will ich auch so viel wie möglich verstehen und auch mitreden können. Zudem wüsste ich nicht so wirklich, wie man zivilrechtliche Gestaltungen berät, ohne die steuerliche Seite mitzudenken. Gerade wenn du jemand bist, der aktuell befürchtet zu verdammen, wirst du ja wahrscheinlich auch nicht mit einer reinen zuliefererrolle zufrieden sein, bei welcher du das "Große und Ganze" nicht verstehst...
Ich würde die dafür notwendige Energie lieber in den Bereich investieren, indem du gerade schon tätig bist - ggf. einen passenden Llm raussuchen und mal über einen Arbeitgeberzuschuss verhandeln
06.05.2026, 21:13
(04.05.2026, 20:37)Sonnenschein schrieb:(01.05.2026, 18:17)Homer S. schrieb:(01.05.2026, 11:27)Sonnenschein schrieb:(01.05.2026, 11:01)advocatus diaboli schrieb: Deinen Schilderungen entnehme ich, dass du bei dem Wechsel primär ein steuerrechtliches Fachwissen aufbauen würdest. Deine Jobchancen wären dann wohl bei einem weiteren Wechsel vor allem auch in dem Bereich gut. Ein Wechsel zu anderen Kanzleien in dem Bereich wären dann sicherlich gut möglich.
Ich kenne mich ehrlich gesagt aber nicht so gut mit den Jobchancen aus, wenn man im Steuerrecht In-house arbeiten möchte. Bei uns im Unternehmen sind in der Steuerabteilung tatsächlich fast gar keine Volljuristen tätig. Lediglich von dem Abteilungsleiter weiß ich das mit Gewissheit.
Wenn dir langfristig ein Unternehmen als Arbeitgeber vorschwebt, dürftest du wahrscheinlich mit dem allgemeinen Wirtschaftsrecht besser bedient sein.
Ja, davon gehe ich aus. Ist ja auch eine Steuerberatungsgesellschaft. Mit natürlich Überschneidungen im Gesellschafts-/Arbeits- oder Zivilrecht...
Naja gut, aber Unternehmen wollen natürlich auch gewisse Erfahrungen, welche ich derzeit einfach nicht wirklich sammeln kann. Allgemeines Wirtschaftsrecht habe ich bislang keine Möglichkeiten bekommen, zwecks Konkurrenz :D
Ich bin nicht versteift auf Unternehmen, vll. gefällt mir ja die Beratung besser oder doch eine Kanzlei irgendwann? Jedenfalls ist mein Profil dann "wertvoller"?
Möchte das Steuerrecht hier nicht schwieriger machen als es ist, aber ohne Vorkenntnisse wirst du die ersten Jahre nur damit verbringen den Rückstand auf deine Kollegen aufzuholen. Die werden zu 90% Vorkenntnisse haben. Dazu ist das StB Examen, wie auch das Jura Examen, darauf ausgelegt, breit gefächertes Wissen abzufragen. Musst also erstmal wieder Generalist im Steuerrecht werden um dann dort Spezialist zu werden. Die Spezialisierung "Steuerrecht" gibt es am Markt nicht.
Wenn du das willst, ist das natürlich machbar. Aber der Weg wird weit und nicht leicht. Allein die Statistik spricht dafür, dass du das StB Examen nicht nur einmal schreiben wirst und das ist nur einmal pro Jahr. Wäre also mit Vorbereitung von einem Jahr mal eben wieder drei Jahre bis zum Examen. Und dann geht die Spezialisierung erst richtig los.
Das glaube ich. Aber ist die Erwartung überhaupt, dass man als Anwalt dann die Expertise hat wie ein "Vollblut"-Steuerberater der den BWL-Weg gegangen ist? Die würden ja keinen Anwalt speziell einstellen, wenn es keine juristischen Themen geben würde. Natürlich ist man dort nicht in der Mehrheit, es wäre nur ich und ein Partner, aber man möchte speziell den Legal Bereich ausbauen und vergrößern. Sonst könnte man ja schlicht mehr StB einstellen oder heranziehen. Ich sehe aber den Stress mit Examen und Lernen, noch bin ich aber jung und habe keine Kinder. Derzeit habe ich schlicht das Gefühl "zu verdummen" im Unternehmen, prüfe täglich die gleichen Vertragsmuster, NDA... unbeliebte Anfragen eben die kein "echter" Anwalt machen würde für das Geld, eben klassische In House Legal Counsel Zeugs, aber nicht das spannenden mit Verfahren oder Gesellschaften...
Die Doppelqualifikation ist in WPGs oder interdisziplinären Kanzleien interessant, weil du damit perfekt qualifiziert bist, um Unternehmenstransaktionen zu betreuen und zu gestalten. Das war im wesentlichen einer der Hauptaufgaben meiner beiden damaligen RA/StB-KollegInnen in der mittelständischen WPG. Steuergestaltung für Unternehmen und dabei auch die rechtliche Beratung und Umsetzung vornehmen zu können, von der ein BWLer weniger Ahnung hat und darin auch nicht beraten darf.
06.05.2026, 23:00
(06.05.2026, 21:13)Egal_ schrieb:(04.05.2026, 20:37)Sonnenschein schrieb:(01.05.2026, 18:17)Homer S. schrieb:(01.05.2026, 11:27)Sonnenschein schrieb:(01.05.2026, 11:01)advocatus diaboli schrieb: Deinen Schilderungen entnehme ich, dass du bei dem Wechsel primär ein steuerrechtliches Fachwissen aufbauen würdest. Deine Jobchancen wären dann wohl bei einem weiteren Wechsel vor allem auch in dem Bereich gut. Ein Wechsel zu anderen Kanzleien in dem Bereich wären dann sicherlich gut möglich.
Ich kenne mich ehrlich gesagt aber nicht so gut mit den Jobchancen aus, wenn man im Steuerrecht In-house arbeiten möchte. Bei uns im Unternehmen sind in der Steuerabteilung tatsächlich fast gar keine Volljuristen tätig. Lediglich von dem Abteilungsleiter weiß ich das mit Gewissheit.
Wenn dir langfristig ein Unternehmen als Arbeitgeber vorschwebt, dürftest du wahrscheinlich mit dem allgemeinen Wirtschaftsrecht besser bedient sein.
Ja, davon gehe ich aus. Ist ja auch eine Steuerberatungsgesellschaft. Mit natürlich Überschneidungen im Gesellschafts-/Arbeits- oder Zivilrecht...
Naja gut, aber Unternehmen wollen natürlich auch gewisse Erfahrungen, welche ich derzeit einfach nicht wirklich sammeln kann. Allgemeines Wirtschaftsrecht habe ich bislang keine Möglichkeiten bekommen, zwecks Konkurrenz :D
Ich bin nicht versteift auf Unternehmen, vll. gefällt mir ja die Beratung besser oder doch eine Kanzlei irgendwann? Jedenfalls ist mein Profil dann "wertvoller"?
Möchte das Steuerrecht hier nicht schwieriger machen als es ist, aber ohne Vorkenntnisse wirst du die ersten Jahre nur damit verbringen den Rückstand auf deine Kollegen aufzuholen. Die werden zu 90% Vorkenntnisse haben. Dazu ist das StB Examen, wie auch das Jura Examen, darauf ausgelegt, breit gefächertes Wissen abzufragen. Musst also erstmal wieder Generalist im Steuerrecht werden um dann dort Spezialist zu werden. Die Spezialisierung "Steuerrecht" gibt es am Markt nicht.
Wenn du das willst, ist das natürlich machbar. Aber der Weg wird weit und nicht leicht. Allein die Statistik spricht dafür, dass du das StB Examen nicht nur einmal schreiben wirst und das ist nur einmal pro Jahr. Wäre also mit Vorbereitung von einem Jahr mal eben wieder drei Jahre bis zum Examen. Und dann geht die Spezialisierung erst richtig los.
Das glaube ich. Aber ist die Erwartung überhaupt, dass man als Anwalt dann die Expertise hat wie ein "Vollblut"-Steuerberater der den BWL-Weg gegangen ist? Die würden ja keinen Anwalt speziell einstellen, wenn es keine juristischen Themen geben würde. Natürlich ist man dort nicht in der Mehrheit, es wäre nur ich und ein Partner, aber man möchte speziell den Legal Bereich ausbauen und vergrößern. Sonst könnte man ja schlicht mehr StB einstellen oder heranziehen. Ich sehe aber den Stress mit Examen und Lernen, noch bin ich aber jung und habe keine Kinder. Derzeit habe ich schlicht das Gefühl "zu verdummen" im Unternehmen, prüfe täglich die gleichen Vertragsmuster, NDA... unbeliebte Anfragen eben die kein "echter" Anwalt machen würde für das Geld, eben klassische In House Legal Counsel Zeugs, aber nicht das spannenden mit Verfahren oder Gesellschaften...
Die Doppelqualifikation ist in WPGs oder interdisziplinären Kanzleien interessant, weil du damit perfekt qualifiziert bist, um Unternehmenstransaktionen zu betreuen und zu gestalten. Das war im wesentlichen einer der Hauptaufgaben meiner beiden damaligen RA/StB-KollegInnen in der mittelständischen WPG. Steuergestaltung für Unternehmen und dabei auch die rechtliche Beratung und Umsetzung vornehmen zu können, von der ein BWLer weniger Ahnung hat und darin auch nicht beraten darf.
und haben die deshalb mehr verdient als reiner stb oder anwalt bei euch? :o
Gestern, 10:20
Guten Vormittag,
ich wollte den Thread mal wieder hochholen und nachfragen, inwiefern insbesondere im öD ggf neue Erfahrungen gemacht wurden?
Zu mir: Im öD festhängend und bereits seit längerem ziemlich unglücklich; scheine den Absprung verpasst zu haben und jetzt ist der Arbeitsmarkt eben wie er ist ... dh. trotz Berufserfahrung bisher nur Absagen oder Absagen nach Gesprächen. Überlege schon, in die freie Wirtschaft zu wechseln, da dürfte es nur nicht einfacher werden, insbesondere nicht mit einem Profil wie meinem (mein Lebenslauf war seit Semester 2 quasi auf öD ausgelegt).
ich wollte den Thread mal wieder hochholen und nachfragen, inwiefern insbesondere im öD ggf neue Erfahrungen gemacht wurden?
Zu mir: Im öD festhängend und bereits seit längerem ziemlich unglücklich; scheine den Absprung verpasst zu haben und jetzt ist der Arbeitsmarkt eben wie er ist ... dh. trotz Berufserfahrung bisher nur Absagen oder Absagen nach Gesprächen. Überlege schon, in die freie Wirtschaft zu wechseln, da dürfte es nur nicht einfacher werden, insbesondere nicht mit einem Profil wie meinem (mein Lebenslauf war seit Semester 2 quasi auf öD ausgelegt).
Gestern, 10:32
Ich würde sagen, es kommt ein wenig darauf an, von wo aus du startest. Kannst du deine Ausgangsposition zumindest etwas umreißen? Dann kann ich dir evtl. mit einer passenden Anekdote aus dem Kollegenkreis dienen.
Gestern, 11:26
Abschluss Anfang der 20er Jahre gemacht, hatte damals grundsätzlich die Voraussetzungen für die Justiz (insg. 17,X Punkte), habe mich aber für die Verwaltung entschieden (böser Fehler), arbeite in einem Ministerium und versauere dort fachlich bzw. leide an dem zwischenmenschlich miesen Umgang. Da inzwischen BaL kommt ein Umstieg in die Justiz nicht mehr in Betracht (werde mich nicht aus dem Beamtenverhältnis entlassen, nur um noch mal alles gewissermaßen von vorne durchzustehen); hätte mich zunächst gerne weiter im Bereich der obersten Behörden umgesehen, da ist nur kaum etwas ausgeschrieben. Inzwischen würde ich mich auf alles bewerben, das geografisch nicht super ab vom Schuss ist (bin örtlich gebunden) und fachlich kein vom Regen in die Traufe kommen verspricht.
Da ich insbesondere mit dem Niveau hadere, auf dem in meiner Behörde gearbeitet wird, kommt bei mir auch der Gedanke auf, es im öD komplett sein zu lassen ... nur wie bereits angedeutet: Ich bin - leider - ein klassisches öD Gewächs mit entsprechenden Tätigkeiten neben des Studiums, Stationen etc und auch nicht mehr ganz jung .... Und wer weiß, ob wo anders das Gras wirklich grüner ist ....
Da ich insbesondere mit dem Niveau hadere, auf dem in meiner Behörde gearbeitet wird, kommt bei mir auch der Gedanke auf, es im öD komplett sein zu lassen ... nur wie bereits angedeutet: Ich bin - leider - ein klassisches öD Gewächs mit entsprechenden Tätigkeiten neben des Studiums, Stationen etc und auch nicht mehr ganz jung .... Und wer weiß, ob wo anders das Gras wirklich grüner ist ....
Gestern, 11:36
Hast du schon mal an die Möglichkeit eines Richters kraft Auftrags gedacht? Der ist genau für Fälle wie deinen (dh wechselwilliger Beamter auf Lebenszeit) geschaffen worden.
Ansonsten sollte doch in einem riesigen Apparat wie einem Ministerium ein interner Wechsel auf eine Position möglich sein, die fachlich und menschlich besser passt?
Im Übrigen kann ich dir als Wandler zwischen den Welten Justiz und Verwaltung sagen, dass das Gras auch in der Justiz nicht grüner ist und schon gar nicht höher wächst als in einem Bundesministerium ;-)
Ansonsten sollte doch in einem riesigen Apparat wie einem Ministerium ein interner Wechsel auf eine Position möglich sein, die fachlich und menschlich besser passt?
Im Übrigen kann ich dir als Wandler zwischen den Welten Justiz und Verwaltung sagen, dass das Gras auch in der Justiz nicht grüner ist und schon gar nicht höher wächst als in einem Bundesministerium ;-)


