22.04.2026, 14:00
(22.04.2026, 13:56)Negatives Tatbestandsmerkmal schrieb: Das ist auch ein in-sich-Argument
Womit hängen denn die hohen Kosten maßgeblich zusammen?
Mit den Gehältern und den sich auch dort widerspiegelnden Steuern und Versicherungsabgaben.
Ein höheres Netto lässt sich bekanntlich auf zwei Wegen erreichen: Entweder durch geringere Abgaben oder eben durch ein höheres Brutto. Dabei ist ein höheres Brutto für den Staat natürlich viel interessanter, da so entsprechend auch wieder mehr Geld eingenommen werden kann und zur Verfügung steht. Rund die Hälfte jeder Bruttolohnerhöhung wird bekanntlich von Abgaben und vom Staat konsumiert
Das gesamte Steuer- und Abgabensystem ist ein riesiger Verschiebebahnhof, wobei am Ende die einfachen Bürger da draußen diejenigen sind, die immer weniger übrig haben.
Genau deswegen ist ja die Anhebung des Mindeslohns so beliebt. Der einzige, der daran wirklich profitiert, ist der Staat. Der AG muss höhere Löhne und Abgaben leisten, damit seine Produkte teurer machen. Der AN zahlt mehr Steuern und Abgaben, hat netto nur minimal mehr, insbesondere wenn man die Inflation berücksichtigt. Nur der Staat hat dadurch einfach mehr Steuereinnahmen.
22.04.2026, 14:07
(22.04.2026, 13:56)Negatives Tatbestandsmerkmal schrieb: Das ist auch ein in-sich-Argument
Womit hängen denn die hohen Kosten maßgeblich zusammen?
Mit den Gehältern und den sich auch dort widerspiegelnden Steuern und Versicherungsabgaben.
Ein höheres Netto lässt sich bekanntlich auf zwei Wegen erreichen: Entweder durch geringere Abgaben oder eben durch ein höheres Brutto. Dabei ist ein höheres Brutto für den Staat natürlich viel interessanter, da so entsprechend auch wieder mehr Geld eingenommen werden kann und zur Verfügung steht. Rund die Hälfte jeder Bruttolohnerhöhung wird bekanntlich von Abgaben und vom Staat konsumiert
Das gesamte Steuer- und Abgabensystem ist ein riesiger Verschiebebahnhof, wobei am Ende die einfachen Bürger da draußen diejenigen sind, die immer weniger übrig haben.
Das ist jetzt nicht Dein Ernst, oder? Bei der ganzen Reform geht es vorrangig darum, unter dem Druck des BVerfG nach Jahren endlich dafür zu sorgen, dass Beamten der unteren Besoldungsgruppen nicht in Armutsgefährdung geraten. Das sind Polizeibeamte, Mannschaften und Unteroffiziere bei der Bundeswehr usw. Anstatt die Diskussion juristisch zu führen, hauen wir uns jetzt Wahlkampfphrasen um die Ohren und spielen einfache Beamten und nichtbeamtete einfache Bürger gegeneinander aus?
22.04.2026, 14:11
(22.04.2026, 13:20)Negatives Tatbestandsmerkmal schrieb:(22.04.2026, 12:53)Spencer schrieb:Zitat:In einer Zeit, in der wir uns alle darauf einstellen müssen/sollen, den Gürtel enger zu schnallen und an den Tankstellen die ersten Vorboten der kommenden Inflationen bereits jetzt zu spüren bekommen, gehen erstmal saftig die Alimentierungen der Staatsdiener nach oben.… nachdem der Staat seine Beamten viele Jahre verfassungswidrig niedrig alimentiert hatte
Wie wäre es, wenn man im Gegenzug auch Beamte in die oder in eine Art gesetzliche Rentenversicherung einzahlen lassen würde? Dann stünde die anstehende Bruttosolderhöhung in einem ganz anderen Licht und es ergäbe sich für den Normalsterblichen da draußen auch eine viel größere Vergleichbarkeit.
Das ist aber irgendwie auch nicht gewollt. Komisch.
Entweder denke ich das immer zu einfach oder es ist wirklich so simpel:
Was bringt es "die Beamten" in die gesetzliche RV (oder wie du sagst "in eine Art gesetzliche RV") einzahlen zu lassen? Wie du ja selbst weißt, zahlt ja nicht irgendein privater Unternehmer als Arbeitgeber das "Gehalt" eines Beamten, sondern der Staat (Bund, Land, Kommune; i.E. der Steuerzahler). Es würde doch also letztlich nur noch höhere Staatsausgaben zur Folge haben?
Und die Lösung kann es doch nicht sein, dass diese Abgabe dann von einem unveränderten Brutto-Gehalt erfolgen soll, der Beamte also faktisch mehrere Hundert-Euro weniger Netto deswegen hat?
22.04.2026, 14:13
jetzt sind wir in einer typisch deutschen Neiddiskussion gelandet.
Der öffentliche Dienst ist attraktiv. Ja, das war er aber schon immer. Und wenn da nun jemand hinschaut und das Gras so grün findet, dann kann ich nur sagen: such dir dort einen Job und wenn du die Noten dafür nicht hast, dann hat es offensichtlich im Studium und Ref nicht gereicht. Dann muss man sich mehr anstrengen, dann muss man ggf Verbesserungsversuch schreiben. Jeder ist seines Glückes Schmied
Der öD ist aber auch nicht das Paradies. Es gibt genug Jobs, die ähnlich attraktiv sind. Jeder dieser Jobs hat seine Vor- aber auch Nachteile. Und wenn ich in der freien Wirtschaft bin, dann muss ich vielleicht mehr strampeln, um (finanziell) nach oben zu kommen. Die Möglichkeiten weit über öD zu verdienen sind da aber auch da.
Nur zu jammern, wie gut es die Beamten haben, was soll das?
Der öffentliche Dienst ist attraktiv. Ja, das war er aber schon immer. Und wenn da nun jemand hinschaut und das Gras so grün findet, dann kann ich nur sagen: such dir dort einen Job und wenn du die Noten dafür nicht hast, dann hat es offensichtlich im Studium und Ref nicht gereicht. Dann muss man sich mehr anstrengen, dann muss man ggf Verbesserungsversuch schreiben. Jeder ist seines Glückes Schmied
Der öD ist aber auch nicht das Paradies. Es gibt genug Jobs, die ähnlich attraktiv sind. Jeder dieser Jobs hat seine Vor- aber auch Nachteile. Und wenn ich in der freien Wirtschaft bin, dann muss ich vielleicht mehr strampeln, um (finanziell) nach oben zu kommen. Die Möglichkeiten weit über öD zu verdienen sind da aber auch da.
Nur zu jammern, wie gut es die Beamten haben, was soll das?
22.04.2026, 14:19
(22.04.2026, 14:13)Freidenkender schrieb: jetzt sind wir in einer typisch deutschen Neiddiskussion gelandet.
Der öffentliche Dienst ist attraktiv. Ja, das war er aber schon immer. Und wenn da nun jemand hinschaut und das Gras so grün findet, dann kann ich nur sagen: such dir dort einen Job und wenn du die Noten dafür nicht hast, dann hat es offensichtlich im Studium und Ref nicht gereicht. Dann muss man sich mehr anstrengen, dann muss man ggf Verbesserungsversuch schreiben. Jeder ist seines Glückes Schmied
Der öD ist aber auch nicht das Paradies. Es gibt genug Jobs, die ähnlich attraktiv sind. Jeder dieser Jobs hat seine Vor- aber auch Nachteile. Und wenn ich in der freien Wirtschaft bin, dann muss ich vielleicht mehr strampeln, um (finanziell) nach oben zu kommen. Die Möglichkeiten weit über öD zu verdienen sind da aber auch da.
Nur zu jammern, wie gut es die Beamten haben, was soll das?
Ich finde sogar, dass die fehlende Sozialversicherungspflicht einer dieser Nachteile des Beamtentums ist. Hätte ich die Wahl anstatt für 65k brutto ohne Sozialversicherungspflicht für 100k mit Sozialversicherungspflicht Beamter zu sein, ich würde letzteres wählen. Weil durch die fehlende Sozialversicherung ist man irgendwann wirklich lebenslang dabei, man kann das System nur mit großen finanziellen Verlusten verlassen. Mal für fünf Jahre als Profi in die Wirtschaft wechseln und dann wieder zurück ist nicht möglich.
22.04.2026, 14:28
(22.04.2026, 14:19)Homer S. schrieb:Das ist einer der Gründe, warum die Dienstherren an diesem Modell bleiben heute festhalten.(22.04.2026, 14:13)Freidenkender schrieb: jetzt sind wir in einer typisch deutschen Neiddiskussion gelandet.
Der öffentliche Dienst ist attraktiv. Ja, das war er aber schon immer. Und wenn da nun jemand hinschaut und das Gras so grün findet, dann kann ich nur sagen: such dir dort einen Job und wenn du die Noten dafür nicht hast, dann hat es offensichtlich im Studium und Ref nicht gereicht. Dann muss man sich mehr anstrengen, dann muss man ggf Verbesserungsversuch schreiben. Jeder ist seines Glückes Schmied
Der öD ist aber auch nicht das Paradies. Es gibt genug Jobs, die ähnlich attraktiv sind. Jeder dieser Jobs hat seine Vor- aber auch Nachteile. Und wenn ich in der freien Wirtschaft bin, dann muss ich vielleicht mehr strampeln, um (finanziell) nach oben zu kommen. Die Möglichkeiten weit über öD zu verdienen sind da aber auch da.
Nur zu jammern, wie gut es die Beamten haben, was soll das?
Ich finde sogar, dass die fehlende Sozialversicherungspflicht einer dieser Nachteile des Beamtentums ist. Hätte ich die Wahl anstatt für 65k brutto ohne Sozialversicherungspflicht für 100k mit Sozialversicherungspflicht Beamter zu sein, ich würde letzteres wählen. Weil durch die fehlende Sozialversicherung ist man irgendwann wirklich lebenslang dabei, man kann das System nur mit großen finanziellen Verlusten verlassen. Mal für fünf Jahre als Profi in die Wirtschaft wechseln und dann wieder zurück ist nicht möglich.
Ein weiterer ist, dass ein Beamter bei Dienstpflichtverletzungen seine Pensionsansprüche komplett verlieren kann. Das diszipliniert die meisten ungemein und unterscheidet die rechtsstaatliche Hygiene unseres Staatsdienstes von manch anderen.
Auch stellt die Alimentation die Kompensation für das fehlende Streikrecht dar. Niemand von uns will glaube ich in einem Staat leben, in dem Polizei, Lehrer usw. wochenlang streiken.
Nicht zuletzt schützt das Lebenszeitmodell vor übermäßiger politischer Einflussnahme im Falle eines Regierungswechsels. Man schaue sich nur mal an, welche negativen Folgen das Hire and Fire einer irrlichternden Staatsführung in den USA für das Staatsgefüge bereits nach sich gezogen hat.
Den Wert unseres öD werden die meisten erst zu schätzen wissen, wenn er nicht mehr da ist.
22.04.2026, 14:33
22.04.2026, 15:17
(22.04.2026, 12:00)Negatives Tatbestandsmerkmal schrieb: Das sind Plattitüden. Jeder der etwas rechnen konnte wusste, dass der Staatsdeal kein schlechter ist.
Komisch, ich wurde angeschaut wie ein Außerirdischer, als ich mit Doppelprädikat aus Interesse in eine IT-Behörde gegangen bin. Man hätte doch so viel bessere Möglichkeiten, der öD sei doch nicht attraktiv. A13 wurde als eine Art Mindestlohn für bessere Volljuristen behandelt.
Es ist erst wenige Jahre her, dass man problemlos mit 12 Punkten ges. in die Verwaltung gekommen ist. Als Informatiker oder IT-affiner Ingenieur/Mathematiker/Physiker war es im technischen Dienst auch absolut easy, weil sich kaum jemand beworben hat.
Von den Ebenen drunter, will ich gar nicht anfangen. Im gD wurden zum Teil nicht mal alle Studienplätze besetzt, mit etwas Flexibilität, 3,7er Fachabitur oder irgendeiner Berufsausbildung und sicherer Sprachbeherrschung hätte man problemlos Beamter werden können.
Können alle vom frischen Schulabgänger bis zum Volljuristen oder MINT-Absolventen nicht rechnen? Oder bestätigt sich hier einfach nur das altbekannte Klischee: in den guten Zeiten wird der öD belächelt, in den schlechten wird er gehasst.
Wie arrogant vor ein paar Jahren über den öD gesprochen wurde, ist wirklich ein absurder Kontrast zum heutigen Zeitpunkt. Kannst ja mal hier ein paar Posts lesen. Selbst von Menschen, die bereits länger fest im Beruf stehen, hört man privat plötzlich ganz andere Töne, obwohl die selbst von nichts betroffen sind - einfach nur auf Basis irgendwelcher Hetzartikel.
22.04.2026, 15:19
(22.04.2026, 13:56)Negatives Tatbestandsmerkmal schrieb: Das ist auch ein in-sich-Argument
Womit hängen denn die hohen Kosten maßgeblich zusammen?
Mit den Gehältern und den sich auch dort widerspiegelnden Steuern und Versicherungsabgaben.
Ein höheres Netto lässt sich bekanntlich auf zwei Wegen erreichen: Entweder durch geringere Abgaben oder eben durch ein höheres Brutto. Dabei ist ein höheres Brutto für den Staat natürlich viel interessanter, da so entsprechend auch wieder mehr Geld eingenommen werden kann und zur Verfügung steht. Rund die Hälfte jeder Bruttolohnerhöhung wird bekanntlich von Abgaben und vom Staat konsumiert
Das gesamte Steuer- und Abgabensystem ist ein riesiger Verschiebebahnhof, wobei am Ende die einfachen Bürger da draußen diejenigen sind, die immer weniger übrig haben.
Zunächst: Wow - diese Diskussion wollte ich jetzt überhaupt nicht lostreten und finde sie in diesem Unterforum auch absolut ot.
Dennoch kurz an dich: Ja, Lohnkosten sind ein wichtiger Teil der Gesamtkosten – aber sie sind nicht der alleinige Treiber. Gerade in vielen Branchen spielen auch Energie, Mieten, Bürokratiekosten oder Vorleistungen eine große Rolle. Das nur auf ‘Gehälter + Abgaben’ zu reduzieren, greift zu kurz.
Auch die Aussage, dass ‘die Hälfte jeder Bruttolohnerhöhung vom Staat konsumiert wird’, ist so pauschal schlicht nicht korrekt. Die tatsächliche Abgabenquote hängt stark vom Einkommen ab und ist progressiv. Außerdem fließt das Geld ja nicht einfach weg, sondern finanziert Leistungen, die man sonst privat tragen müsste (Gesundheit, Rente, Infrastruktur etc.).
Und beim Thema ‘höheres Brutto ist für den Staat interessanter’ würde ich widersprechen: Ein höheres Brutto ist in erster Linie für den Arbeitnehmer interessant, weil es seine Verhandlungsmacht und seinen Lebensstandard erhöht. Dass der Staat daran partizipiert, ist systembedingt, aber nicht der eigentliche Zweck.
Bürokratieabbau schön und gut bin ich auch für, aber nicht zu Lasten unseres Rechtsstaates. Das Einhalten von Normen und Regeln bringt nun einmal Bürokratie mit sich. Ich glaube, inzwischen wünscht sich niemand mehr argentinische Verhältnisse.
Unabhängig davon - wir sind hier beim Thema Berufseintritt bzw aktueller Arbeitsmarkt- stünde dir als Volljurist zumindest früher der Weg zum Staat frei... Ich habe wie gesagt mit einem run gerechnet...was momentan passiert ist wirklich heftig oder waren die Stellen nur zufällig besonders attraktiv.
22.04.2026, 17:22
(22.04.2026, 15:19)Almöhi schrieb:(22.04.2026, 13:56)Negatives Tatbestandsmerkmal schrieb: Das ist auch ein in-sich-Argument
Womit hängen denn die hohen Kosten maßgeblich zusammen?
Mit den Gehältern und den sich auch dort widerspiegelnden Steuern und Versicherungsabgaben.
Ein höheres Netto lässt sich bekanntlich auf zwei Wegen erreichen: Entweder durch geringere Abgaben oder eben durch ein höheres Brutto. Dabei ist ein höheres Brutto für den Staat natürlich viel interessanter, da so entsprechend auch wieder mehr Geld eingenommen werden kann und zur Verfügung steht. Rund die Hälfte jeder Bruttolohnerhöhung wird bekanntlich von Abgaben und vom Staat konsumiert
Das gesamte Steuer- und Abgabensystem ist ein riesiger Verschiebebahnhof, wobei am Ende die einfachen Bürger da draußen diejenigen sind, die immer weniger übrig haben.
Bürokratieabbau schön und gut bin ich auch für, aber nicht zu Lasten unseres Rechtsstaates. Das Einhalten von Normen und Regeln bringt nun einmal Bürokratie mit sich. Ich glaube, inzwischen wünscht sich niemand mehr argentinische Verhältnisse.
Genau diese Einstellung ist das Problem. "Diese Normen sind nunmal da und dafür brauchen wir halt Stellen". Nein, Gesetze können tatsächlich auch wieder aufgehoben werden. Und dass das ziemlich sinnvoll sein kann, zeigt gerade das von dir gescholtene Argentinien. Dort wurden seit Ende 2023 fast 20% der Stellen im ÖD gestrichen. Aber gut, dort haben ja zuletzt mittelbar ca. 1/3 im ÖD gearbeitet. Welche Erfolge hatte das? Arbeitsplätze in der Privatwirtschaft sind um stark gestiegen (ca. 400k), insbesondere Industriearbeitsplätze. Insgesamt ist die Wirtschaft seit Ende 2023 um über 10% gewachsen (davor jahrelang geschrumpft). Prognosen sehen auch für die nächsten Jahre Wachstum im Bereich von 5%. Private Investitionen steigen. Die Armutsquote wurde halbiert. Lohne sind real um ca. 15% gestiegen. Es gibt einen Haushaltsüberschuss. Die Verschuldung sank von 99,4% des BIP auf 43,1% des BIP. So viel zum Thema "keiner will argentinische Verhältnisse" (außer, wenn du die Verhältnisse vor Milei meintest).


