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Schlimmes Erwachen im Berufseinstieg
Sonnenschein
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Beiträge: 111
Themen: 3
Registriert seit: Apr 2025
#111
18.02.2026, 18:34
(18.02.2026, 16:23)Patenter Gast schrieb:  
(18.02.2026, 14:51)Nachtigall schrieb:  Wie soll sich ein Student richtig einschätzrn, wenn das System ihm 4-5 Jahre kein ausreichendes Feedback gibt? Uni-Noten sind praktisch wertlos. In Mathe oder Physik fliegst du nach zwei Semestern raus, wenn du es nicht checkst. 

Ich finde, das System gibt einem schon ordentlich Feedback. Nur viele wollen es nicht hören.

Ich kenne praktisch keinen, der die Uni Klausuren alle mit super Noten abgeschlossen hat, dann aber im Examen in größte Not geraten ist. Es gab ein paar, die sich aus mittelmäßigen Noten im Studium "hochgelernt" haben. Und ein 9er Schnitt in der Zwischenprüfung führt natürlich auch nicht zu einem vb im Examen.

Aber die Kommilitonen, die im Examen so richtig ihre Probleme hatten, waren oftmals die, die auch den kleinen Zivilschein zweimal machen mussten, und in ÖRecht nie über 6 Punkte gekommen sind, die 8 Wochen an einer Hausarbeit saßen und die mit 5 Punkten zurückbekommen haben, usw.

Die Zeichen waren da. Nur gibt es keine Notenschwelle, um zum Examen zugelassen zu werden. Also haben die sich bis zum Examen durchgeschleppt und da kam dann, wenig überraschend, die Klatsche.

Insgesamt finde ich die letzten 2-3 Posts von Dir nicht zutreffend. Es wird sehr wohl in Zwischenprüfungen aussortiert und bei uns an der Uni war das sogar ganz schön heftig, zum Teil 80% in manchen Klausuren... Da sind locker 50% ausgeschieden und haben "freiwillig" dann das Fach gewechselt, genau... Jura war doch nix... bla bla. Nein man ist eben rausgeflogen. Davon hatte ich einige Freunde. Natürlich sind die ab dann auch keine Konkurrenz mehr, da sie Examen machen werden. Aber faktisch wurden die "aussortiert" und zwar vor dem Examen. Mein Arzt meinte das bspw. neulich auch zu mir, dass er die "typischen" 4 Semster Jura auch probiert hätte, aber gescheitert war. Medizin hat er dann aber erfolgreich studiert ;D

Wo du aber Recht hast: Viele Leute wollen die Zeichen nicht sehen, machen Scheine X mal, Schummeln bei Probeklausuren  etc... aber nicht jeder muss 12 Punkte erreichen für seine beruflichen Ziele. Mir wurde zB nach relativ starkem 1. Examen (mehrere Angebote zur Pomotion bekommen) im Ref dann klar, dass ich die klassischen Berufe furchtbar finde und niemals ausüben möchte, deshalb bin ich ins Unternehmen gegangen. Ich bleibe aber bei meinem Standpunkt,  dass jemand der über so viele Jahre Themen so intensiv lernt eine gewisse Qualifikation für den Arbeitsmarkt mitbringt, insbesondere für Unternehmen auch. Bei Kanzlei kommt es natürlich überwiegend drauf an wie schnell man viel Umsatz generiert, da "wächst das Geld nicht auf bäumen"... Aber im Unternehmen... naja :D Bin immer wieder überrascht wie "wenig" manche andere Mitarbeiter bspw. aus dem Marketing oder Sales so "können" oder hinbekommen. Da ist der durchschnittliche 6 Punkte Jurist dann immernoch 5 mal so produktiv oder belastbarer.....
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 18.02.2026, 18:38 von Sonnenschein.)
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Patenter Gast
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Beiträge: 740
Themen: 0
Registriert seit: Oct 2022
#112
18.02.2026, 19:29
(18.02.2026, 18:34)Sonnenschein schrieb:  
(18.02.2026, 16:23)Patenter Gast schrieb:  
(18.02.2026, 14:51)Nachtigall schrieb:  Wie soll sich ein Student richtig einschätzrn, wenn das System ihm 4-5 Jahre kein ausreichendes Feedback gibt? Uni-Noten sind praktisch wertlos. In Mathe oder Physik fliegst du nach zwei Semestern raus, wenn du es nicht checkst. 

Ich finde, das System gibt einem schon ordentlich Feedback. Nur viele wollen es nicht hören.

Ich kenne praktisch keinen, der die Uni Klausuren alle mit super Noten abgeschlossen hat, dann aber im Examen in größte Not geraten ist. Es gab ein paar, die sich aus mittelmäßigen Noten im Studium "hochgelernt" haben. Und ein 9er Schnitt in der Zwischenprüfung führt natürlich auch nicht zu einem vb im Examen.

Aber die Kommilitonen, die im Examen so richtig ihre Probleme hatten, waren oftmals die, die auch den kleinen Zivilschein zweimal machen mussten, und in ÖRecht nie über 6 Punkte gekommen sind, die 8 Wochen an einer Hausarbeit saßen und die mit 5 Punkten zurückbekommen haben, usw.

Die Zeichen waren da. Nur gibt es keine Notenschwelle, um zum Examen zugelassen zu werden. Also haben die sich bis zum Examen durchgeschleppt und da kam dann, wenig überraschend, die Klatsche.

Insgesamt finde ich die letzten 2-3 Posts von Dir nicht zutreffend. Es wird sehr wohl in Zwischenprüfungen aussortiert und bei uns an der Uni war das sogar ganz schön heftig, zum Teil 80% in manchen Klausuren... Da sind locker 50% ausgeschieden und haben "freiwillig" dann das Fach gewechselt, genau... Jura war doch nix... bla bla. Nein man ist eben rausgeflogen. Davon hatte ich einige Freunde. Natürlich sind die ab dann auch keine Konkurrenz mehr, da sie Examen machen werden. Aber faktisch wurden die "aussortiert" und zwar vor dem Examen. Mein Arzt meinte das bspw. neulich auch zu mir, dass er die "typischen" 4 Semster Jura auch probiert hätte, aber gescheitert war. Medizin hat er dann aber erfolgreich studiert ;D

Wo du aber Recht hast: Viele Leute wollen die Zeichen nicht sehen, machen Scheine X mal, Schummeln bei Probeklausuren  etc... aber nicht jeder muss 12 Punkte erreichen für seine beruflichen Ziele. Mir wurde zB nach relativ starkem 1. Examen (mehrere Angebote zur Pomotion bekommen) im Ref dann klar, dass ich die klassischen Berufe furchtbar finde und niemals ausüben möchte, deshalb bin ich ins Unternehmen gegangen. Ich bleibe aber bei meinem Standpunkt,  dass jemand der über so viele Jahre Themen so intensiv lernt eine gewisse Qualifikation für den Arbeitsmarkt mitbringt, insbesondere für Unternehmen auch. Bei Kanzlei kommt es natürlich überwiegend drauf an wie schnell man viel Umsatz generiert, da "wächst das Geld nicht auf bäumen"... Aber im Unternehmen... naja :D Bin immer wieder überrascht wie "wenig" manche andere Mitarbeiter bspw. aus dem Marketing oder Sales so "können" oder hinbekommen. Da ist der durchschnittliche 6 Punkte Jurist dann immernoch 5 mal so produktiv oder belastbarer.....

Zur Abbrecherquote habe ich nur die Statistiken zitiert. Wenn bei euch alleine in der ZP 50% ausscheiden und davor und danach nochmal ein paar, ist eure Uni ein Ausreißer. Wenn man sich Studienanfänger und Absolventenzahlen anschaut, sind das eben nicht 60-70% weniger. Aber das ist natürlich deutschlandweit, Ausreißer kann es überall geben.

Aber das zeigt auch wieder, dass - glaube ich - viele hier eher ein Problem mit Jura an sich haben als mit den konkreten Umständen. Der eine kritisiert, dass zu wenig ausgesiebt wird. Ein anderer führt an, dass sehr viel ausgesiebt wird. 

Ich sage auch nicht, dass der Assessor doof ist. Man hat immerhin zwei Staatsexamen und schon was geleistet. Ich fand die hier zur Schau gestellte Arroganz nur so schlimm, gepaart mit der Unwissenheit. Als ob man ein Anrecht darauf hat, 30.000 Euro mehr wie ein berufserfahrener Handwerker zu verdienen, nur weil man Jura studiert hat...
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Ex-GK
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#113
18.02.2026, 21:57
(18.02.2026, 16:39)Homer S. schrieb:  
(18.02.2026, 16:35)Nachtigall schrieb:  
Zitat:Die Einschätzung bzgl. der argumentativen Schwäche kann ich nicht ganz nachvollziehen

Bitte was? Der Vergleich mit dem Tacker (Der GK-Anwalt, der den Tacker nicht auffüllen kann) war doch reiner Populismus. Man versucht, eine hochspezialisierte akademische Leistung abzuwerten, indem man auf eine irrelevante Alltwgsschwäche hinweist.

Oder “Stress machen sich die Studenten selbst” 

oder “es gibt Leute denen fällt es leicht, also ist es leicht”

Ich hab das ja schon alles zerlegt.

Du bist scheinbar n krasser Macher.

Das Argument mit dem Tacker habe ich komplett anders verstanden. A la: Man kann auch ein juristisches "Genie" sein ohne ein "Universalgenie" zu sein... und nicht so, als wäre Jura so leicht, dass selbst Leute die zu dumm sind sich die Schuhe zu brinden zwei VB schaffen...
Genau so war das gemeint. Es gibt nicht wenige Menschen, die in ihrer jeweiligen Nische außerordentlich gut sind. Das heißt aber nicht, dass sie alles andere ebenso gut können. Das ist auch unter uns Juristen so. Ein guter Richter ist nicht unbedingt auch gleich gut als M&A Anwalt, einfach weil man jeweils andere Dinge braucht und keiner ist besser oder schlechter als der andere. Und ja, das Beispiel ist so passiert und der Kollege ist sehr gut in dem, was er tut. Ich würde ihn jetzt nur nicht um Handwerkstips bitten.
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Sonnenschein
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#114
19.02.2026, 20:41
(18.02.2026, 19:29)Patenter Gast schrieb:  
(18.02.2026, 18:34)Sonnenschein schrieb:  
(18.02.2026, 16:23)Patenter Gast schrieb:  
(18.02.2026, 14:51)Nachtigall schrieb:  Wie soll sich ein Student richtig einschätzrn, wenn das System ihm 4-5 Jahre kein ausreichendes Feedback gibt? Uni-Noten sind praktisch wertlos. In Mathe oder Physik fliegst du nach zwei Semestern raus, wenn du es nicht checkst. 

Ich finde, das System gibt einem schon ordentlich Feedback. Nur viele wollen es nicht hören.

Ich kenne praktisch keinen, der die Uni Klausuren alle mit super Noten abgeschlossen hat, dann aber im Examen in größte Not geraten ist. Es gab ein paar, die sich aus mittelmäßigen Noten im Studium "hochgelernt" haben. Und ein 9er Schnitt in der Zwischenprüfung führt natürlich auch nicht zu einem vb im Examen.

Aber die Kommilitonen, die im Examen so richtig ihre Probleme hatten, waren oftmals die, die auch den kleinen Zivilschein zweimal machen mussten, und in ÖRecht nie über 6 Punkte gekommen sind, die 8 Wochen an einer Hausarbeit saßen und die mit 5 Punkten zurückbekommen haben, usw.

Die Zeichen waren da. Nur gibt es keine Notenschwelle, um zum Examen zugelassen zu werden. Also haben die sich bis zum Examen durchgeschleppt und da kam dann, wenig überraschend, die Klatsche.

Insgesamt finde ich die letzten 2-3 Posts von Dir nicht zutreffend. Es wird sehr wohl in Zwischenprüfungen aussortiert und bei uns an der Uni war das sogar ganz schön heftig, zum Teil 80% in manchen Klausuren... Da sind locker 50% ausgeschieden und haben "freiwillig" dann das Fach gewechselt, genau... Jura war doch nix... bla bla. Nein man ist eben rausgeflogen. Davon hatte ich einige Freunde. Natürlich sind die ab dann auch keine Konkurrenz mehr, da sie Examen machen werden. Aber faktisch wurden die "aussortiert" und zwar vor dem Examen. Mein Arzt meinte das bspw. neulich auch zu mir, dass er die "typischen" 4 Semster Jura auch probiert hätte, aber gescheitert war. Medizin hat er dann aber erfolgreich studiert ;D

Wo du aber Recht hast: Viele Leute wollen die Zeichen nicht sehen, machen Scheine X mal, Schummeln bei Probeklausuren  etc... aber nicht jeder muss 12 Punkte erreichen für seine beruflichen Ziele. Mir wurde zB nach relativ starkem 1. Examen (mehrere Angebote zur Pomotion bekommen) im Ref dann klar, dass ich die klassischen Berufe furchtbar finde und niemals ausüben möchte, deshalb bin ich ins Unternehmen gegangen. Ich bleibe aber bei meinem Standpunkt,  dass jemand der über so viele Jahre Themen so intensiv lernt eine gewisse Qualifikation für den Arbeitsmarkt mitbringt, insbesondere für Unternehmen auch. Bei Kanzlei kommt es natürlich überwiegend drauf an wie schnell man viel Umsatz generiert, da "wächst das Geld nicht auf bäumen"... Aber im Unternehmen... naja :D Bin immer wieder überrascht wie "wenig" manche andere Mitarbeiter bspw. aus dem Marketing oder Sales so "können" oder hinbekommen. Da ist der durchschnittliche 6 Punkte Jurist dann immernoch 5 mal so produktiv oder belastbarer.....

Zur Abbrecherquote habe ich nur die Statistiken zitiert. Wenn bei euch alleine in der ZP 50% ausscheiden und davor und danach nochmal ein paar, ist eure Uni ein Ausreißer. Wenn man sich Studienanfänger und Absolventenzahlen anschaut, sind das eben nicht 60-70% weniger. Aber das ist natürlich deutschlandweit, Ausreißer kann es überall geben.

Aber das zeigt auch wieder, dass - glaube ich - viele hier eher ein Problem mit Jura an sich haben als mit den konkreten Umständen. Der eine kritisiert, dass zu wenig ausgesiebt wird. Ein anderer führt an, dass sehr viel ausgesiebt wird. 

Ich sage auch nicht, dass der Assessor doof ist. Man hat immerhin zwei Staatsexamen und schon was geleistet. Ich fand die hier zur Schau gestellte Arroganz nur so schlimm, gepaart mit der Unwissenheit. Als ob man ein Anrecht darauf hat, 30.000 Euro mehr wie ein berufserfahrener Handwerker zu verdienen, nur weil man Jura studiert hat...
Das kann natürlich eine Rolle spielen, insbesondere mit NC und den Privatunis. Das gleicht sich dann eventuell etwas aus.

Aber der Vergleich hinkt doch schon wieder: Oben ging es um 60k Jahresbrutto als Einstiegsgehalt für einen "normalen" Volljuristen ohne tolle Noten. 30k weniger wären 30k Jahresbrutto, das entspräche fast dem gesetzlichen Mindestlohn (28k Jahresbrutto) und existiert so rechtlich gesehen in Deutschland bei Vollzeitarbeit kaum noch und schon gar nicht im Handwerk wenn man Berufserfahrung hat und es Handwerkermangel gibt(bspw. 10 Jahre und Meister mit 28 Jahren bei Ausbildungsstart mit 16). Da geht keiner mit 30k nach Hause, das ist weltfremd zu glauben :D Selbst ohne Selbstständigkeit ist da deutlich mehr drinnen. 

Aber Ja, 100k müssen es nicht sein für 2 mal Ausr. Das ist klar. Aber stand so nie zur Debatte hier.
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Sesselpupser
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#115
21.02.2026, 08:37
Angebot und Nachfrage, Noten oder Abschlüsse allein berechtigen einen für gar kein Gehalt. Das schöne an der Juristerei ist aber, wer genug Fleiß und Engagement mitbringt, der kann viel Geld verdienen in der Anwaltschaft, auch ohne ein guter Jurist zu sein. Wer wenig Engagement mitbringt, der findet bei der derzeitigen Inflation der Behörden oft noch irgendwo einen gemütlichen Lowperformerjob.
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Almöhi
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#116
21.02.2026, 09:49
(21.02.2026, 08:37)Sesselpupser schrieb:  Angebot und Nachfrage, Noten oder Abschlüsse allein berechtigen einen für gar kein Gehalt. Das schöne an der Juristerei ist aber, wer genug Fleiß und Engagement mitbringt, der kann viel Geld verdienen in der Anwaltschaft, auch ohne ein guter Jurist zu sein. Wer wenig Engagement mitbringt, der findet bei der derzeitigen Inflation der Behörden oft noch irgendwo einen gemütlichen Lowperformerjob.

Gut, dass damit die gängigen Klischees heute schon mal reproduziert wurden ...  Bene Skeptical Genau so ist es. Die Verwaltungen sollen 10% Personal einsparen, die Arbeitsbelastung nimmt eher zu als ab, aber in der Behörde wartet der Lowperformerjob für alldiejenigen, die nicht fleißig genug, sind so zu tun als ob ...? Wo sind denn diese lowperformerjobs konkret, für die mein kein guter Jurist sein muss, die also als einzige Voraussetzung das 2te Staatex fordern und die man anschließend mit "lowperforming" ausfüllt? Würde mich echt mal interessieren.
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 21.02.2026, 09:54 von Almöhi.)
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Sesselpupser
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#117
21.02.2026, 10:43
(21.02.2026, 09:49)Almöhi schrieb:  
(21.02.2026, 08:37)Sesselpupser schrieb:  Angebot und Nachfrage, Noten oder Abschlüsse allein berechtigen einen für gar kein Gehalt. Das schöne an der Juristerei ist aber, wer genug Fleiß und Engagement mitbringt, der kann viel Geld verdienen in der Anwaltschaft, auch ohne ein guter Jurist zu sein. Wer wenig Engagement mitbringt, der findet bei der derzeitigen Inflation der Behörden oft noch irgendwo einen gemütlichen Lowperformerjob.

Gut, dass damit die gängigen Klischees heute schon mal reproduziert wurden ...  Bene Skeptical Genau so ist es. Die Verwaltungen sollen 10% Personal einsparen, die Arbeitsbelastung nimmt eher zu als ab, aber in der Behörde wartet der Lowperformerjob für alldiejenigen, die nicht fleißig genug, sind so zu tun als ob ...? Wo sind denn diese lowperformerjobs konkret, für die mein kein guter Jurist sein muss, die also als einzige Voraussetzung das 2te Staatex fordern und die man anschließend mit "lowperforming" ausfüllt? Würde mich echt mal interessieren.

Also ich hab genau so einen Job gefunden in dem man sich nicht tot arbeitet (auch wenns inhaltlich trotzdem interessant ist), die meisten Behördenjobs die ich kenne abgesehen von den Führungspositionen sind so gestaltet, dass man mit minimalem Aufwand durchkommt, wenn man will. Der Leistungsgedanke hängt hinten an. Heißt jetzt nicht dass ich nur faulenze oder so, wenn man will findet man Arbeit, aber wenn man sich nicht aktiv darum bemüht wird es sehr entspannt. Das weiß auch jeder, und entsprechend finden sich dann auch die Leute bei der Verwaltung, die das so wollen, Teilzeitmütter, Work-Life-Optimierer, Leute mit angespannter Gesundheit (zu denen ich leider zähle und der Job ist perfekt auf meine Einschränkungen zugeschnitten, um trotzdem 40 Stunden zu arbeiten und ordentlich zu verdienen), oder eben (links) politisch angehauchte die Verwaltung als Berufung sehen. Aktuell boomt die Verwaltung eben, und solche Typen sind verbreitet auf dem Markt.
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Sonnenschein
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Registriert seit: Apr 2025
#118
23.02.2026, 18:39
(21.02.2026, 10:43)Sesselpupser schrieb:  
(21.02.2026, 09:49)Almöhi schrieb:  
(21.02.2026, 08:37)Sesselpupser schrieb:  Angebot und Nachfrage, Noten oder Abschlüsse allein berechtigen einen für gar kein Gehalt. Das schöne an der Juristerei ist aber, wer genug Fleiß und Engagement mitbringt, der kann viel Geld verdienen in der Anwaltschaft, auch ohne ein guter Jurist zu sein. Wer wenig Engagement mitbringt, der findet bei der derzeitigen Inflation der Behörden oft noch irgendwo einen gemütlichen Lowperformerjob.

Gut, dass damit die gängigen Klischees heute schon mal reproduziert wurden ...  Bene Skeptical Genau so ist es. Die Verwaltungen sollen 10% Personal einsparen, die Arbeitsbelastung nimmt eher zu als ab, aber in der Behörde wartet der Lowperformerjob für alldiejenigen, die nicht fleißig genug, sind so zu tun als ob ...? Wo sind denn diese lowperformerjobs konkret, für die mein kein guter Jurist sein muss, die also als einzige Voraussetzung das 2te Staatex fordern und die man anschließend mit "lowperforming" ausfüllt? Würde mich echt mal interessieren.

Also ich hab genau so einen Job gefunden in dem man sich nicht tot arbeitet (auch wenns inhaltlich trotzdem interessant ist), die meisten Behördenjobs die ich kenne abgesehen von den Führungspositionen sind so gestaltet, dass man mit minimalem Aufwand durchkommt, wenn man will. Der Leistungsgedanke hängt hinten an. Heißt jetzt nicht dass ich nur faulenze oder so, wenn man will findet man Arbeit, aber wenn man sich nicht aktiv darum bemüht wird es sehr entspannt. Das weiß auch jeder, und entsprechend finden sich dann auch die Leute bei der Verwaltung, die das so wollen, Teilzeitmütter, Work-Life-Optimierer, Leute mit angespannter Gesundheit (zu denen ich leider zähle und der Job ist perfekt auf meine Einschränkungen zugeschnitten, um trotzdem 40 Stunden zu arbeiten und ordentlich zu verdienen), oder eben (links) politisch angehauchte die Verwaltung als Berufung sehen. Aktuell boomt die Verwaltung eben, und solche Typen sind verbreitet auf dem Markt.
werden diese Jobs denn auch noch verbeamtet? Ich habe nur Stellen nach TVH oder TVL gefunden. Abseits der Steuerverwaltung oder BMI wollte man von A13 gar nichts Wissen sondern nur E13.
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Silverywintersweet
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#119
25.03.2026, 16:52
Ich kann den Frust wirklich komplett nachvollziehen. 

Ich hab 2021 mein 2. Staatsexamen gemacht. Eigentlich wollte ich immer in die Justiz. Als ich dann durch war, wollte ich dann doch erstmal Berufserfahrung sammeln in einer Anwaltskanzlei. Ich hab auch direkt einen Job gefunden, aber bei dem Bewerbungsgespräch war ich dann doch sehr negativ überrascht. Da steht man dann mit beiden Examen (VB und gutes befriedigend) und bekommt einen Stundenlohn von 14€ geboten (2021). Ich hab in der Zwischenzeit zwischen 1. Ex und Ref für ein paar Monate in einem MVZ als Hilfskraft gearbeitet und für diese ungelernte Arbeit bereits 14€/h bekommen. Neben dem Ref habe ich in einer Kanzlei als HiWi gearbeitet und 16€/h verdient. Das war dann tatsächlich erstmal ein ziemlicher Schock. In der Kanzlei, in der ich im Ref gearbeitet habe, wollte ich nicht als Anwältin arbeiten, da das Arbeitsklima da wirklich absolut unmöglich war. In der anderen Kanzlei habe ich dann für 17€/h angefangen, also nicht mal 36k Jahresbruttogehalt. Nach 6 Monaten habe ich dann das erste mal nachverhandelt. Und ich muss sagen, dass ich es einfach absolut mühselig finde. Ich hatte wirklich keine Ahnung von der freien Wirtschaft. Urlaubstage nicht angesprochen, zack, gesetzliches Minimum von 20 Tagen im Jahr. Wenn man nicht in eine GK will, hat man als normaler Juraabsolvent auch wirklich absolut gar keine Ahnung, was man überhaupt in normalen/kleineren Kanzleien verlangen kann. Woher soll man das überhaupt wissen? Irgendwie redet niemand über Geld. Natürlich sind 60k Jahresbrutto wirklich viel Geld, aber alle denken auch, dass man als Anwalt einfach viel Geld verdient. Wenn ich mich aber in meinem Umfeld umgucke, bin ich als Anwältin nach dem Abschluss das absolute Rücklicht, was mein Gehalt angeht. Ich hab so viele Freundinnen, die mit einem Geschichtsmaster oder einem Bachelor in Fachkommunikation mehr verdienen als ich bei weniger Wochenarbeitszeit und deutlich weniger Leistungsdruck. Zwei Kommilitoninnen haben in der für 120k und 145k Jahresbruttogehalt angefangen. Ich bin mit 60k Vorstellung in die Gehaltsverhandlung gestartet und hab am Ende nicht mal 36k bekommen. Ich glaube, dass zwischen Berufseinsteigern viel zu wenig darüber geredet wird, was man in Kanzleien, die keine GK sind, überhaupt realistisch als Einstieg verdienen kann. Das Gehalt variiert dazu noch enorm je nach Stadt und Rechtsgebiet. Inzwischen arbeite ich seit 5 Jahren als Anwältin und bin bei 53k Jahresbrutto. Über 60k kann ich bisher nur Träumen. Das ist als Einstiegsgehalt in meiner Stadt auch unrealistisch. Da liegt das Einstiegsgehalt noch immer eher bei 40-50k im Jahr. Da meine aktuelle Kanzlei auch ein wirklich schlechtes Arbeitsklima hat und viele Zusagen nicht eingehalten werden, bin ich erneut auf der Suche und das ist wirklich absolut frustrierend. Stellenangebote gibt es kaum, also bewerbe ich mich initiativ. Bei meinem letzten Bewerbungsgespräch wurden mir 42k Jahresbrutto geboten als Anwalt mit doch ganz passablen Examen und 5 Jahren Berufserfahrung. Es ist einfach absolut enttäuschend. Im ÖD als Angestellter bekommt man e13, Jobticket, Sport, Weihnachtsgeld, 30 Tage Urlaub, Vollzeit sind 38,7 h. Solche Benefits findet man kaum in einer Durchschnittskanzlei. Natürlich haben wir Vertrauensarbeitszeit, aber wenn man tatsächlich mal Überstunden frei machen möchte, wird man schief angeguckt. 

Mir macht das Anwaltsdasein wirklich erstaunlich viel Spaß und ich würde eigentlich gerne weiter als Anwältin arbeiten. Aber das Arbeitsklima in vielen Kanzleien, die Leistungserwartung, die Benefits und das Gehalt, was geboten werden, stehen für mich nicht in einem passenden Verhältnis. Ich werde mein Glück daher wohl doch in der Justiz finden müssen, wie eigentlich geplant.  Aber der Ausflug in das Anwaltsdasein lässt mich aufgrund der Umstände aktuell wirklich sehr frustrieren. Wenn man sich die aktuellen Umfragen der RAK anguckt, geht es ja vielen anderen Berfusanfängern ähnlich wie mir, wodurch viele in den ersten Jahren die Anwaltschaft wieder verlassen. In meiner Kanzlei werden mehr als die Hälfte der Berufsträger in den nächsten 5 Jahren in Rente gehen. Junge Anwälte, die die Mandanten dann übernehmen können, haben wir außer mir nicht.
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Sunshine07
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Registriert seit: Feb 2026
#120
25.03.2026, 17:16
Was soll man dann als Jahresbruttogehalt als Einsteiger angeben? 
Hab in letzter Zeit immer 55.000 € angegeben. Jetzt mache ich mir Sorgen, dass die sich deshalb gar nicht mehr bei mir melden. Man hat halt auch gar keine Vorstellung wie viel man verlangen kann. 
Noten spielen wohl für das Gehalt keine Rolle 😂
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