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  5. Schlimmes Erwachen im Berufseinstieg
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Schlimmes Erwachen im Berufseinstieg
MissJura
Unregistered
 
#81
15.02.2026, 23:38
Lehrer verdienen A13, je nach Bundesland sind das knapp 3.500 EUR netto (Stufe 1, nach Abzug PKV). Hierbei handelt es sich um einen Masterabschluss.

Ich kann verstehen, wenn einige VOLLJuristen etwas unzufrieden sind, weil unsere Ausbildung mit einem sehr viel höherem Druck kommt und das nicht, weil sich die Leute "Stress machen" wie PatenterGast behauptet, sondern weil man bei 2-maligem Durchfallen auf sein Abi zurückfällt nach ca. 4-5 Jahren Studium und andere bis dahin schon ihren Bachelor/Master haben und wir DANN noch das 2. Staatsexamen machen MÜSSEN, UM auf eine A13 Stelle zu kommen oder überhaupt kommen zu können (Notengrenze). Ich kenne gar keine Notengrenze bei Verbeamtung der Lehrer.


Dann geht es darum, dass die Ausbildung so lange dauert und man mit einem sehr geringen Einstiegsgehalt besser leben könnte, wenn es nur insgesamt 5 Jahre dauern würde (zB so lange wie Bachelor/Master) und dann hätte man schon 2 Jahre mehr für die hier so stark angepriesene Berufserfahrung.

Ich gehe davon aus, dass derjenige, der geschrieben hat, dass sich Fliesenleger über ein Gehalt von 3.000EUR brutto freuen könnten, jedenfalls nicht aus dem Arbeiterumfeld kommt. Dieses Privileg hatte ich und daher kann ich sagen, dass Handwerk u.a. SEHR gut bezahlt wird. Jeder, den ich aus dem Handwerk KENNE, wundert sich über den vergleichsweise recht geringen Gehaltspegel bei VollJuristen und das nicht nur, weil wir eine sehr sehr lange Ausbildung genießen durften, sondern unsere Positionen mit sehr viel mehr Gehirnschmalzverbrennung und Verantwortung zu tun haben. Bachelor / Master in sonstigen Bereichen liegen bei ca. 3.000 EUR +/- netto je nach Bereich. Auch normale Berufe mit Zulagen bewegen sich bei 2.500 - 4.000 EUR netto (ICH KENNE DIESE MENSCHEN, falls jemand behauptet, es wäre erfunden). Wir reden hier von Menschen, die NICHT studiert haben und die Zeit fürs Arbeiten und Zurücklegen genutzt haben. 

Ich kann daher grundsätzlich den Frust einiger Volljuristen verstehen. Ein großes PLUS unserer Ausbildung sind unsere Aufstiegschancen und unsere vielseitige Einsetzbarkeit, welche tatsächlich kein anderer Berufszweig mit sich bringt. Normale Arbeiter haben den Verhandlungsspielraum beim Gehalt nicht so wie wir. Daher haben wir auf LANGE Sicht definitiv die besseren Karten :) Das ist ein schöner und guter Lichtblick! Ich kann daher unterm Strich beide Seiten verstehen.

Wichtiger Point: Es handelt sich um den Berufseinstieg und es kann vergleichsweise schnell steigen. Das ist nicht zu vernachlässigen.
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nachdenklich
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#82
16.02.2026, 09:48
1. Lehramt wird auch auf Staatsexamen studiert. Danach steht das Referendariat an mit Lehrproben usw. Keiner hindert dich daran, Lehrer zu werden. Angebot und Nachfrage. Es gab Phasen, mit viel zu vielen Lehramtsabsolventen und es wurde kaum eingestellt bzw ernannt . Die haben sich dann notgedrungen als Journalist versucht oder konkurrierten für die wenigen Stellen bei Verlagen (Lektorat) oder Schulämtern. Des Weiterne sind deine Chanen auf einen schnellen Einstieg (und auch auf die Verbeamtung) vom Bundesland, Schul- und der Fächerwahl abhängig.
Du kannst ja gerne Französisch und Deutsch o.ä. auf Lehramt studieren und dann vergleichen welches Studium "einfacher" oder "stressfreier" ist. Ich gehe davon aus, dass du sehr überrascht sein könntes (aber ist ja sowieso alles subjektiv).

2. Zu den Handwerkern: Ich kenne, abgesehen von Inhabern, ganz andere Zahlen; im Übrigen dürften die bekannten die Durchschnitts- und Medianzahlen ausdrucksstärker sein.
Aber unabhängig davon würde auch hier gelten: Angebot und Nachfrage, einfach machen! Ausbildung, Gesellenprüfung, Meisterpürfung und ab geht die Post (anscheinend!?!) !
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 16.02.2026, 09:54 von nachdenklich.)
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Greif
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#83
16.02.2026, 12:13
Einstiegsgehälter von Juristen mit Gehältern von gestandenen Handwerkern, die schon 10-15 Jahre im Job sind, zu vergleichen, ist eben auch Quatsch. Kein angestellter, frisch ausgelernter Handwerker bekommt zum Einstieg 60k brutto.
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Patenter Gast
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#84
16.02.2026, 12:17
(15.02.2026, 19:47)HLLM schrieb:  
(15.02.2026, 19:31)Sonnenschein schrieb:  
(11.02.2026, 18:55)Patenter Gast schrieb:  
(11.02.2026, 18:05)kumpelanton schrieb:  
(10.02.2026, 21:04)Praktiker schrieb:  Staatlich verknappt sind die Notare und die Vertragsärzte, die anderen sind nur reglementierte Berufe. Da geht es um den Schutz des Publikums und nicht den Schutz des Einkommens. Wer das zweite Staatsexamen, die Approbation oder was es sonst an Qualifikationen braucht mitbringt, kann loslegen. 

Auch Physiotherapeuten haben einen geregelten Berufszugang, aber keine künstliche Verknappung. Schönes Beispiel, was die bloße Berufszugangsregelung für das Einkommen bedeutet: gar nichts.

Alles was aus obigen Beispielen deutlich wird, ist dass Ärzte dringender gesucht werden als Juristen mit entsprechenden Folgen für das Einkommen. Das kann sich auch umkehren, sieht aber momentan nicht danach aus.

ist doch egal, was der zweck ist. faktisch findet eine verknappung statt, wenn 1000 studenten anfangen und am ende nur ein paar als volljuristen übrig bleiben, weil das 1. und 2. examen den rest aussiebt.


Problem ist halt nur, dass Rechtswissenschaften eines der Fächer mit der niedrigsten Abbruchquote ist. Da wird also weniger ausgesiebt als in anderen Fächern  Happywide du hast somit gar keine Verknappung. Das einzige was du hast, ist das etwas anachronistische Modell des Staatsexamens. Aber mein Gott, Tierärzte haben auch ein Staatsexamen.
Ich weiß nicht, an welcher Universität du studiert hast, klingt nach Brucerius oder EBS :D Aber bei uns an der staatlichen Uni waren von 500 Leuten im 1. Semster dann im 1. Staatsexamen noch ~150 dabei. (Erfahrung Studiumsbeginn 2015)
Zu behaupten es gäbe keine Abbruchsquote ist absolut verfehlt. Noch dazu gibt es ja sogar eine Durchfallquote in beiden Examina, soll heißen selbst von den 150 Leuten machen nicht mal alle das erste Examen und schon gar nicht beide Examina.. Also bleiben von den 500 Leuten am Ende 100. Keine Ahnung wie man bei diesen Zahl auch nur denken könnte Jura hätte keine Abbruchquote. Alleine in der Zwischenprüfung (anderorts kleine Scheine genannt) wurden bei uns 50%+ rausgeworfen oder zu einem Wechsel motiviert.
Das habe ich mir auch gedacht. Aus meiner Tutorengruppe haben es gerade einmal 5 von 23 Leuten bis zum 1. SteX durchgezogen.

Ich kann doch auch nur mit den offiziellen Statistiken sprechen  Happywide und laut Statistiken hat Jura eben eine niedrige Abbruchquote.

Mal ganz platt: Pro Jahr fangen 14-16.000 Studierende mit Jura an. 9-10.000 schließen das erste StEx pro Jar ab und ca. 8.000 das zweite StEx. 

Das sind also 20%, wie von euch wahrgenommen, sondern eben 50-60%. Dazu kommt, dass ein Haufen von Studenten nach 1-2 Semestern abbricht und auf einen anderen Studiengang wechselt, einfach weil es einem nicht gefällt. Das ist auch nicht der große Aussiebeeffekt.
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Patenter Gast
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#85
16.02.2026, 12:27
(15.02.2026, 23:38)MissJura schrieb:  Ich kann verstehen, wenn einige VOLLJuristen etwas unzufrieden sind, weil unsere Ausbildung mit einem sehr viel höherem Druck kommt und das nicht, weil sich die Leute "Stress machen" wie PatenterGast behauptet, sondern weil man bei 2-maligem Durchfallen auf sein Abi zurückfällt nach ca. 4-5 Jahren Studium und andere bis dahin schon ihren Bachelor/Master haben und wir DANN noch das 2. Staatsexamen machen MÜSSEN, UM auf eine A13 Stelle zu kommen oder überhaupt kommen zu können (Notengrenze). Ich kenne gar keine Notengrenze bei Verbeamtung der Lehrer.


Dann geht es darum, dass die Ausbildung so lange dauert und man mit einem sehr geringen Einstiegsgehalt besser leben könnte, wenn es nur insgesamt 5 Jahre dauern würde (zB so lange wie Bachelor/Master) und dann hätte man schon 2 Jahre mehr für die hier so stark angepriesene Berufserfahrung.

Wer ernsthafte Sorgen hat, dass er durch das Staatsexamen fällt, sollte besser schon vorher abbrechen und auf einen anderen Studiengang wechseln. Im Übrigen gilt dein Einwand mit dem Staatsexamen für alle solche Studiengänge. Auch der Veterinärmediziner steht ohne Staatsexamen mit nichts in den Händen da.

Auch das Studium dauert nicht zwingend länger. Es gibt genug, die nach 8-9 Semester ihr Examen schreiben und damit sind sie sogar schneller als in einer Bachelor/Master Kombi. Sicher, danach kommt noch das Ref aber dafür braucht man in BWL fast zwingend ein Auslandsjahr und/oder ein langes Praktikum. Kurzum, wer in BWL flott ist, kann nach 6 Jahren einen begehrten Job anfangen und in Jura nach 7 Jahren. Das ist nun auch nicht der Game Changer.

Ich finde, die Pros und Cons für Jura liegen sehr offen und bekannt auf dem Tisch. Wer einen sicheren Weg gehen will, kann z.B. Wirtschaftsjura oder BWL studieren, hat seine Zwischenabschlüsse und wahrscheinlich einen sichereren Einstieg im Bereich von 45-55k. Dafür ist man eben nach oben hin mit diesen Studiengängen deutlich stärker begrenzt, außer man studiert BWL an einer Target Uni mit top 1er Abschlüssen und/oder guten Kontakten. 

Es tut mir Leid, es immer wieder sagen zu müssen, aber niemand bezahlt euch dafür, dass es für euch anstrengend war...
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Praktiker
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#86
16.02.2026, 16:25
(16.02.2026, 12:17)Patenter Gast schrieb:  
(15.02.2026, 19:47)HLLM schrieb:  
(15.02.2026, 19:31)Sonnenschein schrieb:  
(11.02.2026, 18:55)Patenter Gast schrieb:  
(11.02.2026, 18:05)kumpelanton schrieb:  ist doch egal, was der zweck ist. faktisch findet eine verknappung statt, wenn 1000 studenten anfangen und am ende nur ein paar als volljuristen übrig bleiben, weil das 1. und 2. examen den rest aussiebt.


Problem ist halt nur, dass Rechtswissenschaften eines der Fächer mit der niedrigsten Abbruchquote ist. Da wird also weniger ausgesiebt als in anderen Fächern  Happywide du hast somit gar keine Verknappung. Das einzige was du hast, ist das etwas anachronistische Modell des Staatsexamens. Aber mein Gott, Tierärzte haben auch ein Staatsexamen.
Ich weiß nicht, an welcher Universität du studiert hast, klingt nach Brucerius oder EBS :D Aber bei uns an der staatlichen Uni waren von 500 Leuten im 1. Semster dann im 1. Staatsexamen noch ~150 dabei. (Erfahrung Studiumsbeginn 2015)
Zu behaupten es gäbe keine Abbruchsquote ist absolut verfehlt. Noch dazu gibt es ja sogar eine Durchfallquote in beiden Examina, soll heißen selbst von den 150 Leuten machen nicht mal alle das erste Examen und schon gar nicht beide Examina.. Also bleiben von den 500 Leuten am Ende 100. Keine Ahnung wie man bei diesen Zahl auch nur denken könnte Jura hätte keine Abbruchquote. Alleine in der Zwischenprüfung (anderorts kleine Scheine genannt) wurden bei uns 50%+ rausgeworfen oder zu einem Wechsel motiviert.
Das habe ich mir auch gedacht. Aus meiner Tutorengruppe haben es gerade einmal 5 von 23 Leuten bis zum 1. SteX durchgezogen.

Ich kann doch auch nur mit den offiziellen Statistiken sprechen  Happywide und laut Statistiken hat Jura eben eine niedrige Abbruchquote.

Mal ganz platt: Pro Jahr fangen 14-16.000 Studierende mit Jura an. 9-10.000 schließen das erste StEx pro Jar ab und ca. 8.000 das zweite StEx. 

Das sind also 20%, wie von euch wahrgenommen, sondern eben 50-60%. Dazu kommt, dass ein Haufen von Studenten nach 1-2 Semestern abbricht und auf einen anderen Studiengang wechselt, einfach weil es einem nicht gefällt. Das ist auch nicht der große Aussiebeeffekt.

Abgesehen davon spielt, wie nun oft gesagt, am Arbeitsmarkt nur eine untergeordnete Rolle, wie schwierig die Ausbildung ist - nämlich vor allem dann, wenn durch die Schwierigkeit weniger Absolventen als Arbeitsplätze da sind, und das ist in Jura offenbar momentan nicht der Fall, sonst würden wir die Diskussion nicht führen.

Der Gedanke rührte auch nur daher, dass jemand meinte, es liege eine staatliche Verknappung vor, aus der ein Anspruch auf hohe Gehälter folge. Das ist aber, wie dargelegt, gerade nicht der Fall. Das gibt es nur im Notariat, dass nur so viele zugelassen werden, dass alle noch gut verdienen, und hilft deshalb erkennbar nicht weiter für alle, die keine Notare werden...
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 16.02.2026, 16:25 von Praktiker.)
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Ex-GK
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#87
16.02.2026, 19:46
Ich kann es langsam nicht mehr hören und schließe mich entsprechenden Vorpostern hierzu (insb. Patenter Gast) an: Der Schwierigkeitsgrad eines Studiums und die Dauer sind oft nun mal auch sehr individuell. Ich störe mich insbesondere immer wieder insbesondere an dem Gedanken einiger in diesem Forum, Jura sei so super schwer. Wenn einem die Inhalte im Studium liegen, kann man in der Regelstudienzeit auch ohne große Anstrengung top Noten erzielen - sollte diese Person dann weniger als andere Jura-AbsolventInnen verdienen? Auch der Vergleich zu anderen Fachbereichen irritiert sehr. Wie viele der Kommentierenden kennen denn tatsächlich die Inhalte eines Lehramts- oder BWL-Studiums? Woher kommt die Annahme? Ich habe mal ein BWL-nahes Fach in der Uni (nicht als Modul für Juristen) belegt und bei höherer Statistik bin ich bspw. raus - Soziologie, was zB auch immer als easy wahrgenommen wird, wäre für mich jedenfalls an einigen Unis so nicht oder nur schwer machbar. Die Wenigsten werden in der Lage sein, sich alles aneignen zu können - ich bezweifle stark, dass gewisse Poster in einer anderen Welt ebenso gute Handwerker wie Juristen wären, wenn es genug ausgewachsene Rechtsanwälte in Großkanzleien gibt, die denken der Tacker ist kaputt, nur weil die Heftklammern ausgegangen sind (mehrfach passiert!). Oder Lehrer - ich kann mir nur sehr wenige KollegInnen vorstellen, die mE ebenso gute Lehrer wären, wie sie Juristen sind. Nicht aus intellektuellen Gründen, aber weil die ua nach 5 Minuten in einem Raum mit 30 Teenagern, die einem nicht zuhören, ausrasten würden. Ihr seid alle gut ausgebildet, das ist keine Frage, aber wir Juristen sind keine so besondere Gruppe, dass alleine der Abschluss des Studiums uns in die "Elite" katapultieren sollte.

Bitte tut Euch einen Gefallen und steckt diese Anspruchshaltung zurück. Typischerweise steigert sich das Gehalt im Laufe des Arbeitslebens, insbesondere durch steigende Erfahrung und Spezialisierung. Jura ist recht generalistisch, die wenigsten haben sich zum Berufseinstieg spezialisiert. Angebot und Nachfrage sind nun mal die Haupttreiber des (Arbeits-)Markts und wenn man selbst anbietet, was sehr viele andere auch ähnlich vorweisen können, reißt sich halt niemand darum. Die Wertschöpfung in der Wirtschaft entsteht nun mal idR nicht regelmäßig durch uns. Mein Tip: sucht zum Einstieg etwas, dass Euch langfristig Spaß/Motivation bringt und perspektivisch einen guten Weg für die Zukunft aufzeigt (nicht nur in Bezug auf das Gehalt, sondern auch mit Blick darauf, wo Ihr Euch später im Leben sehen könntet). Lasst Euch fair bezahlen, findet Euren Platz/Nische und nutzt die Anfangsjahre Euch im Markt zu positionieren.
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Äfes
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#88
16.02.2026, 20:39
(16.02.2026, 19:46)Ex-GK schrieb:  Ich kann es langsam nicht mehr hören und schließe mich entsprechenden Vorpostern hierzu (insb. Patenter Gast) an: Der Schwierigkeitsgrad eines Studiums und die Dauer sind oft nun mal auch sehr individuell. Ich störe mich insbesondere immer wieder insbesondere an dem Gedanken einiger in diesem Forum, Jura sei so super schwer. Wenn einem die Inhalte im Studium liegen, kann man in der Regelstudienzeit auch ohne große Anstrengung top Noten erzielen - sollte diese Person dann weniger als andere Jura-AbsolventInnen verdienen? Auch der Vergleich zu anderen Fachbereichen irritiert sehr. Wie viele der Kommentierenden kennen denn tatsächlich die Inhalte eines Lehramts- oder BWL-Studiums? Woher kommt die Annahme? Ich habe mal ein BWL-nahes Fach in der Uni (nicht als Modul für Juristen) belegt und bei höherer Statistik bin ich bspw. raus - Soziologie, was zB auch immer als easy wahrgenommen wird, wäre für mich jedenfalls an einigen Unis so nicht oder nur schwer machbar. Die Wenigsten werden in der Lage sein, sich alles aneignen zu können - ich bezweifle stark, dass gewisse Poster in einer anderen Welt ebenso gute Handwerker wie Juristen wären, wenn es genug ausgewachsene Rechtsanwälte in Großkanzleien gibt, die denken der Tacker ist kaputt, nur weil die Heftklammern ausgegangen sind (mehrfach passiert!). Oder Lehrer - ich kann mir nur sehr wenige KollegInnen vorstellen, die mE ebenso gute Lehrer wären, wie sie Juristen sind. Nicht aus intellektuellen Gründen, aber weil die ua nach 5 Minuten in einem Raum mit 30 Teenagern, die einem nicht zuhören, ausrasten würden. Ihr seid alle gut ausgebildet, das ist keine Frage, aber wir Juristen sind keine so besondere Gruppe, dass alleine der Abschluss des Studiums uns in die "Elite" katapultieren sollte.

Bitte tut Euch einen Gefallen und steckt diese Anspruchshaltung zurück. Typischerweise steigert sich das Gehalt im Laufe des Arbeitslebens, insbesondere durch steigende Erfahrung und Spezialisierung. Jura ist recht generalistisch, die wenigsten haben sich zum Berufseinstieg spezialisiert. Angebot und Nachfrage sind nun mal die Haupttreiber des (Arbeits-)Markts und wenn man selbst anbietet, was sehr viele andere auch ähnlich vorweisen können, reißt sich halt niemand darum. Die Wertschöpfung in der Wirtschaft entsteht nun mal idR nicht regelmäßig durch uns. Mein Tip: sucht zum Einstieg etwas, dass Euch langfristig Spaß/Motivation bringt und perspektivisch einen guten Weg für die Zukunft aufzeigt (nicht nur in Bezug auf das Gehalt, sondern auch mit Blick darauf, wo Ihr Euch später im Leben sehen könntet). Lasst Euch fair bezahlen, findet Euren Platz/Nische und nutzt die Anfangsjahre Euch im Markt zu positionieren.

Amen.
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Pontifex Maximus
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#89
17.02.2026, 15:50
(16.02.2026, 20:39)Äfes schrieb:  
(16.02.2026, 19:46)Ex-GK schrieb:  Ich kann es langsam nicht mehr hören und schließe mich entsprechenden Vorpostern hierzu (insb. Patenter Gast) an: Der Schwierigkeitsgrad eines Studiums und die Dauer sind oft nun mal auch sehr individuell. Ich störe mich insbesondere immer wieder insbesondere an dem Gedanken einiger in diesem Forum, Jura sei so super schwer. Wenn einem die Inhalte im Studium liegen, kann man in der Regelstudienzeit auch ohne große Anstrengung top Noten erzielen - sollte diese Person dann weniger als andere Jura-AbsolventInnen verdienen? Auch der Vergleich zu anderen Fachbereichen irritiert sehr. Wie viele der Kommentierenden kennen denn tatsächlich die Inhalte eines Lehramts- oder BWL-Studiums? Woher kommt die Annahme? Ich habe mal ein BWL-nahes Fach in der Uni (nicht als Modul für Juristen) belegt und bei höherer Statistik bin ich bspw. raus - Soziologie, was zB auch immer als easy wahrgenommen wird, wäre für mich jedenfalls an einigen Unis so nicht oder nur schwer machbar. Die Wenigsten werden in der Lage sein, sich alles aneignen zu können - ich bezweifle stark, dass gewisse Poster in einer anderen Welt ebenso gute Handwerker wie Juristen wären, wenn es genug ausgewachsene Rechtsanwälte in Großkanzleien gibt, die denken der Tacker ist kaputt, nur weil die Heftklammern ausgegangen sind (mehrfach passiert!). Oder Lehrer - ich kann mir nur sehr wenige KollegInnen vorstellen, die mE ebenso gute Lehrer wären, wie sie Juristen sind. Nicht aus intellektuellen Gründen, aber weil die ua nach 5 Minuten in einem Raum mit 30 Teenagern, die einem nicht zuhören, ausrasten würden. Ihr seid alle gut ausgebildet, das ist keine Frage, aber wir Juristen sind keine so besondere Gruppe, dass alleine der Abschluss des Studiums uns in die "Elite" katapultieren sollte.

Bitte tut Euch einen Gefallen und steckt diese Anspruchshaltung zurück. Typischerweise steigert sich das Gehalt im Laufe des Arbeitslebens, insbesondere durch steigende Erfahrung und Spezialisierung. Jura ist recht generalistisch, die wenigsten haben sich zum Berufseinstieg spezialisiert. Angebot und Nachfrage sind nun mal die Haupttreiber des (Arbeits-)Markts und wenn man selbst anbietet, was sehr viele andere auch ähnlich vorweisen können, reißt sich halt niemand darum. Die Wertschöpfung in der Wirtschaft entsteht nun mal idR nicht regelmäßig durch uns. Mein Tip: sucht zum Einstieg etwas, dass Euch langfristig Spaß/Motivation bringt und perspektivisch einen guten Weg für die Zukunft aufzeigt (nicht nur in Bezug auf das Gehalt, sondern auch mit Blick darauf, wo Ihr Euch später im Leben sehen könntet). Lasst Euch fair bezahlen, findet Euren Platz/Nische und nutzt die Anfangsjahre Euch im Markt zu positionieren.

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Nachtigall
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#90
18.02.2026, 01:48
(16.02.2026, 19:46)Ex-GK schrieb:  Ich kann es langsam nicht mehr hören und schließe mich entsprechenden Vorpostern hierzu (insb. Patenter Gast) an: Der Schwierigkeitsgrad eines Studiums und die Dauer sind oft nun mal auch sehr individuell. Ich störe mich insbesondere immer wieder insbesondere an dem Gedanken einiger in diesem Forum, Jura sei so super schwer. Wenn einem die Inhalte im Studium liegen, kann man in der Regelstudienzeit auch ohne große Anstrengung top Noten erzielen - sollte diese Person dann weniger als andere Jura-AbsolventInnen verdienen? Auch der Vergleich zu anderen Fachbereichen irritiert sehr. Wie viele der Kommentierenden kennen denn tatsächlich die Inhalte eines Lehramts- oder BWL-Studiums? Woher kommt die Annahme? Ich habe mal ein BWL-nahes Fach in der Uni (nicht als Modul für Juristen) belegt und bei höherer Statistik bin ich bspw. raus - Soziologie, was zB auch immer als easy wahrgenommen wird, wäre für mich jedenfalls an einigen Unis so nicht oder nur schwer machbar. Die Wenigsten werden in der Lage sein, sich alles aneignen zu können - ich bezweifle stark, dass gewisse Poster in einer anderen Welt ebenso gute Handwerker wie Juristen wären, wenn es genug ausgewachsene Rechtsanwälte in Großkanzleien gibt, die denken der Tacker ist kaputt, nur weil die Heftklammern ausgegangen sind (mehrfach passiert!). Oder Lehrer - ich kann mir nur sehr wenige KollegInnen vorstellen, die mE ebenso gute Lehrer wären, wie sie Juristen sind. Nicht aus intellektuellen Gründen, aber weil die ua nach 5 Minuten in einem Raum mit 30 Teenagern, die einem nicht zuhören, ausrasten würden. Ihr seid alle gut ausgebildet, das ist keine Frage, aber wir Juristen sind keine so besondere Gruppe, dass alleine der Abschluss des Studiums uns in die "Elite" katapultieren sollte.

Ist es nicht ironisch, dass du eigentlich genau das Mantra reproduzierst, was man dir in den zwei Staatsexamina eingetrichtert hat: Suck it up, bitch!

Ich glaube, viele kognitiven Dissonanzen der Kollegen entstehen genau dadurch: Das Ausbildungssystem suggeriert durch seine übermäßige Härte eine Elitärheit, die von der Praxis später oft gar nicht gespiegelt wird.
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