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MrJudgeBW
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#81
22.07.2022, 12:31
(22.07.2022, 12:22)Gast schrieb:  Gast
(22.07.2022, 12:05)Erwartungshaltungen gehen immer mal wieder auseinander. schrieb:  Es ist aber ein großer Unterschied, ob es fachlich mal nicht gepasst oder ob man psychische Probleme hat. Das eine schließt das andere nicht aus. Das Problem hier ist aber anscheinend nicht, dass es fachlich nicht gepasst hat (was immer mal vorkommen kann), sondern dass danach psychische Probleme aufgekommen sind/ausgelöst wurden.

Ja eben, du sagst es. Ein Teufelskreis.

Problem auf persönlicher Ebene -> kein Problem, einfach anderswo schauen und auf "red flags" vielleicht bisschen besser achten
Problem auf fachlicher Ebene -> Lücken schließen / anderswo hingehen (zB GK -> Justiz, machen jedes Jahr ja Hunderte) 

Aber ich finde da halt nicht raus und weiß auch nicht, was ich beruflich mit mir anfangen soll, weil mich einfach auch nichts mehr begeistert. Und ja, ich sehe natürlich das Problem, irgendwann werde ich das nehmen müssen, was kommt, und sei es stumpfe Doc Review im Keller...

Mir scheint, als hättest Du in Deinem früheren Job eine sehr tiefe Kränkung erfahren, die Dich so sehr aus der Bahn geworfen hat, dass Du das große Ganze und zuletzt Dich selbst in Frage stellst. Ich frage mich, wieso Dir diese Kritik von einer einzigen Person so viel bedeutet. Hast Du Dir da mehr erhofft? Möglicherweise hat Du Dich zu sehr mit einer Idee identifziert und jetzt fühlst Du Dich so, als würdest Du vor den Trümmern Deiner beruflichen Exisitenz stehen. Möglicherweise bewertest Du diese eine, vielleicht sehr heftige Kritik auch einfach über. Ein anderer Partner oder anderer Arbeitgeber hätte sich vielleicht ganz anders verhalten, Dich mehr "an die Hand" genommen oder Dich einfach anders eingearbeitet. Kritik im Job, teilweise auch sehr heftige, muss glaube ich jeder mal erfahren. Und ich würde lügen, wenn ich Kritik gerne höre. Ich hatte es auch schon, dass meine Entwürfe total verrissen wurden, das tut natürlich weh. Wenn es konstruktive Kritik ist, kann man damit zwar besser umgehen, aber ganz generell freut man sich doch mehr über positives Feedback. Bist Du vielleicht generell gegenüber Kritik etwas sehr empfindlich? NIcht, schlimm, wenn es so ist, aber das konnte vielleicht ein Erklärungsansatz sein. Vor allem, wenn man vorher sehr viel Lob gewohnt war. Aber Du schreibst ja selbst, dass Du Dich "hochgearbeitet" hast. Möglicherweise hat man Dir das erste mal im Leben beruflich eine Grenze aufgezeigt.
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#82
22.07.2022, 12:40
(22.07.2022, 12:31)MrJudgeBW schrieb:  
(22.07.2022, 12:22)Gast schrieb:  Gast
(22.07.2022, 12:05)Erwartungshaltungen gehen immer mal wieder auseinander. schrieb:  Es ist aber ein großer Unterschied, ob es fachlich mal nicht gepasst oder ob man psychische Probleme hat. Das eine schließt das andere nicht aus. Das Problem hier ist aber anscheinend nicht, dass es fachlich nicht gepasst hat (was immer mal vorkommen kann), sondern dass danach psychische Probleme aufgekommen sind/ausgelöst wurden.

Ja eben, du sagst es. Ein Teufelskreis.

Problem auf persönlicher Ebene -> kein Problem, einfach anderswo schauen und auf "red flags" vielleicht bisschen besser achten
Problem auf fachlicher Ebene -> Lücken schließen / anderswo hingehen (zB GK -> Justiz, machen jedes Jahr ja Hunderte) 

Aber ich finde da halt nicht raus und weiß auch nicht, was ich beruflich mit mir anfangen soll, weil mich einfach auch nichts mehr begeistert. Und ja, ich sehe natürlich das Problem, irgendwann werde ich das nehmen müssen, was kommt, und sei es stumpfe Doc Review im Keller...

Mir scheint, als hättest Du in Deinem früheren Job eine sehr tiefe Kränkung erfahren, die Dich so sehr aus der Bahn geworfen hat, dass Du das große Ganze und zuletzt Dich selbst in Frage stellst. Ich frage mich, wieso Dir diese Kritik von einer einzigen Person so viel bedeutet. Hast Du Dir da mehr erhofft? Möglicherweise hat Du Dich zu sehr mit einer Idee identifziert und jetzt fühlst Du Dich so, als würdest Du vor den Trümmern Deiner beruflichen Exisitenz stehen. Möglicherweise bewertest Du diese eine, vielleicht sehr heftige Kritik auch einfach über. Ein anderer Partner oder anderer Arbeitgeber hätte sich vielleicht ganz anders verhalten, Dich mehr "an die Hand" genommen oder Dich einfach anders eingearbeitet. Kritik im Job, teilweise auch sehr heftige, muss glaube ich jeder mal erfahren. Und ich würde lügen, wenn ich Kritik gerne höre. Ich hatte es auch schon, dass meine Entwürfe total verrissen wurden, das tut natürlich weh. Wenn es konstruktive Kritik ist, kann man damit zwar besser umgehen, aber ganz generell freut man sich doch mehr über positives Feedback. Bist Du vielleicht generell gegenüber Kritik etwas sehr empfindlich? NIcht, schlimm, wenn es so ist, aber das konnte vielleicht ein Erklärungsansatz sein. Vor allem, wenn man vorher sehr viel Lob gewohnt war. Aber Du schreibst ja selbst, dass Du Dich "hochgearbeitet" hast. Möglicherweise hat man Dir das erste mal im Leben beruflich eine Grenze aufgezeigt.


Ich bin eher recht kritikfähig, im Privaten wie im Beruflichen und halte da viel aus, sogar auch Unsachliches (was ich aber im Job nicht erlebt habe). 

Bin auch der Typ, der am Effektivsten aus Fehlern lernt. Ich bin gar nicht so der Skript-Aufsauger, sondern "Macher" (aber schon mit Konzept, nicht einfach drauflos). War auch schon im Studium / Ref so, am meisten habe ich aus schlechten Klausuren gelernt. Aber das passt halt vielleicht nicht in eine Kultur, wo halt Fehler (nach meiner Wahrnehmung) nicht so super gerne gesehen sind. Und das blockt mich immer mehr selbst...
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Gast
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#83
22.07.2022, 12:48
@MrJudgeBW

Danke erstmal für Deinen Input. 

Auch krass von Dir zu hören, dass Du auch mal Deine Downs hattest. Ich habe ja jetzt viel Zeit, hier die Threads durchzustöbern und Du hast ja mit den Examina nicht so Deine Probleme gehabt, zumindest im Ergebnis...  Cheese

Und saubere Sache, dass Du so reflektiert hinsichtlich Deiner Berufswahl warst. Ich meine, jeder GK-Partner würde dir aus Frankfurt/München die S-Klasse mit Fahrer nach BaWü schicken, um Dich zum Bewerbungs-Essen abzuholen...
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guga
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#84
22.07.2022, 12:52
(22.07.2022, 11:24)Gast schrieb:  
(22.07.2022, 11:18)guga schrieb:  
(22.07.2022, 10:51)Gast schrieb:  
(22.07.2022, 07:42)Gast schrieb:  
(21.07.2022, 19:15)Gast schrieb:  18.4, arbeitslos. 

Leider kein Witz. Bin in meiner alten Kanzlei gegangen worden & komme psychisch nicht auf die Beine.

Woran scheitert es (psychisch?)


Ja wenn ich das wüsste… 
Habe jedes Selbstbewusstsein verloren und weiß nichts mit mir anzufangen. Halte mich für jede denkbare Tätigkeit für unfähig.

Irgendwann werde ich was anpacken müssen, wenn ich nicht in Hartz landen will, nur was…??

Wieso wurdest du gegangen?


Unzufriedenheit mit meiner Leistung. War sowieso nie sonderlich selbstbewusst, aber das blockt mich so auf allen Ebenen...

Was genau an deiner Leistung? Qualität? Quantität? Zu flache Leistungssteigerungskurve? Wurdest du eingelernt? Passte das Rechtgebiet zu dir? Stimmt die Einschätzung zur Leistung überhaupt? Das ist keine Körpergröße, die man einfach messen kann. Leistungsmessung bei Bürojobs ist höchst subjektiv. Ein Partner denkt du bist ein Halbgott und der andere denkt du kannst dir nicht einmal die Schuhe selbst anziehen.
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Gast
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#85
22.07.2022, 12:55
(22.07.2022, 12:40)Gast schrieb:  
(22.07.2022, 12:31)MrJudgeBW schrieb:  
(22.07.2022, 12:22)Gast schrieb:  Gast
(22.07.2022, 12:05)Erwartungshaltungen gehen immer mal wieder auseinander. schrieb:  Es ist aber ein großer Unterschied, ob es fachlich mal nicht gepasst oder ob man psychische Probleme hat. Das eine schließt das andere nicht aus. Das Problem hier ist aber anscheinend nicht, dass es fachlich nicht gepasst hat (was immer mal vorkommen kann), sondern dass danach psychische Probleme aufgekommen sind/ausgelöst wurden.

Ja eben, du sagst es. Ein Teufelskreis.

Problem auf persönlicher Ebene -> kein Problem, einfach anderswo schauen und auf "red flags" vielleicht bisschen besser achten
Problem auf fachlicher Ebene -> Lücken schließen / anderswo hingehen (zB GK -> Justiz, machen jedes Jahr ja Hunderte) 

Aber ich finde da halt nicht raus und weiß auch nicht, was ich beruflich mit mir anfangen soll, weil mich einfach auch nichts mehr begeistert. Und ja, ich sehe natürlich das Problem, irgendwann werde ich das nehmen müssen, was kommt, und sei es stumpfe Doc Review im Keller...

Mir scheint, als hättest Du in Deinem früheren Job eine sehr tiefe Kränkung erfahren, die Dich so sehr aus der Bahn geworfen hat, dass Du das große Ganze und zuletzt Dich selbst in Frage stellst. Ich frage mich, wieso Dir diese Kritik von einer einzigen Person so viel bedeutet. Hast Du Dir da mehr erhofft? Möglicherweise hat Du Dich zu sehr mit einer Idee identifziert und jetzt fühlst Du Dich so, als würdest Du vor den Trümmern Deiner beruflichen Exisitenz stehen. Möglicherweise bewertest Du diese eine, vielleicht sehr heftige Kritik auch einfach über. Ein anderer Partner oder anderer Arbeitgeber hätte sich vielleicht ganz anders verhalten, Dich mehr "an die Hand" genommen oder Dich einfach anders eingearbeitet. Kritik im Job, teilweise auch sehr heftige, muss glaube ich jeder mal erfahren. Und ich würde lügen, wenn ich Kritik gerne höre. Ich hatte es auch schon, dass meine Entwürfe total verrissen wurden, das tut natürlich weh. Wenn es konstruktive Kritik ist, kann man damit zwar besser umgehen, aber ganz generell freut man sich doch mehr über positives Feedback. Bist Du vielleicht generell gegenüber Kritik etwas sehr empfindlich? NIcht, schlimm, wenn es so ist, aber das konnte vielleicht ein Erklärungsansatz sein. Vor allem, wenn man vorher sehr viel Lob gewohnt war. Aber Du schreibst ja selbst, dass Du Dich "hochgearbeitet" hast. Möglicherweise hat man Dir das erste mal im Leben beruflich eine Grenze aufgezeigt.


Ich bin eher recht kritikfähig, im Privaten wie im Beruflichen und halte da viel aus, sogar auch Unsachliches (was ich aber im Job nicht erlebt habe). 

Bin auch der Typ, der am Effektivsten aus Fehlern lernt. Ich bin gar nicht so der Skript-Aufsauger, sondern "Macher" (aber schon mit Konzept, nicht einfach drauflos). War auch schon im Studium / Ref so, am meisten habe ich aus schlechten Klausuren gelernt. Aber das passt halt vielleicht nicht in eine Kultur, wo halt Fehler (nach meiner Wahrnehmung) nicht so super gerne gesehen sind. Und das blockt mich immer mehr selbst...


Ich kenne sehr erfolgreiche, renommierte Menschen mit Depressionen. Das hat nichts mit deinem Erfolg oder Standing zu tun, sondern ist eine Krankheit. Da bringt es auch wenig, das auf einer normal logischen Ebene anzugehen, sondern man muss es ärztlich behandeln lassen (genauso gut könnte man einer Magersüchtigen auch sagen, dass sie doch einfach mehr essen soll, sie wird schon nicht dick werden).
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MrJudgeBW
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#86
22.07.2022, 12:55
(22.07.2022, 12:40)Gast schrieb:  
(22.07.2022, 12:31)MrJudgeBW schrieb:  
(22.07.2022, 12:22)Gast schrieb:  Gast
(22.07.2022, 12:05)Erwartungshaltungen gehen immer mal wieder auseinander. schrieb:  Es ist aber ein großer Unterschied, ob es fachlich mal nicht gepasst oder ob man psychische Probleme hat. Das eine schließt das andere nicht aus. Das Problem hier ist aber anscheinend nicht, dass es fachlich nicht gepasst hat (was immer mal vorkommen kann), sondern dass danach psychische Probleme aufgekommen sind/ausgelöst wurden.

Ja eben, du sagst es. Ein Teufelskreis.

Problem auf persönlicher Ebene -> kein Problem, einfach anderswo schauen und auf "red flags" vielleicht bisschen besser achten
Problem auf fachlicher Ebene -> Lücken schließen / anderswo hingehen (zB GK -> Justiz, machen jedes Jahr ja Hunderte) 

Aber ich finde da halt nicht raus und weiß auch nicht, was ich beruflich mit mir anfangen soll, weil mich einfach auch nichts mehr begeistert. Und ja, ich sehe natürlich das Problem, irgendwann werde ich das nehmen müssen, was kommt, und sei es stumpfe Doc Review im Keller...

Mir scheint, als hättest Du in Deinem früheren Job eine sehr tiefe Kränkung erfahren, die Dich so sehr aus der Bahn geworfen hat, dass Du das große Ganze und zuletzt Dich selbst in Frage stellst. Ich frage mich, wieso Dir diese Kritik von einer einzigen Person so viel bedeutet. Hast Du Dir da mehr erhofft? Möglicherweise hat Du Dich zu sehr mit einer Idee identifziert und jetzt fühlst Du Dich so, als würdest Du vor den Trümmern Deiner beruflichen Exisitenz stehen. Möglicherweise bewertest Du diese eine, vielleicht sehr heftige Kritik auch einfach über. Ein anderer Partner oder anderer Arbeitgeber hätte sich vielleicht ganz anders verhalten, Dich mehr "an die Hand" genommen oder Dich einfach anders eingearbeitet. Kritik im Job, teilweise auch sehr heftige, muss glaube ich jeder mal erfahren. Und ich würde lügen, wenn ich Kritik gerne höre. Ich hatte es auch schon, dass meine Entwürfe total verrissen wurden, das tut natürlich weh. Wenn es konstruktive Kritik ist, kann man damit zwar besser umgehen, aber ganz generell freut man sich doch mehr über positives Feedback. Bist Du vielleicht generell gegenüber Kritik etwas sehr empfindlich? NIcht, schlimm, wenn es so ist, aber das konnte vielleicht ein Erklärungsansatz sein. Vor allem, wenn man vorher sehr viel Lob gewohnt war. Aber Du schreibst ja selbst, dass Du Dich "hochgearbeitet" hast. Möglicherweise hat man Dir das erste mal im Leben beruflich eine Grenze aufgezeigt.


Ich bin eher recht kritikfähig, im Privaten wie im Beruflichen und halte da viel aus, sogar auch Unsachliches (was ich aber im Job nicht erlebt habe). 

Bin auch der Typ, der am Effektivsten aus Fehlern lernt. Ich bin gar nicht so der Skript-Aufsauger, sondern "Macher" (aber schon mit Konzept, nicht einfach drauflos). War auch schon im Studium / Ref so, am meisten habe ich aus schlechten Klausuren gelernt. Aber das passt halt vielleicht nicht in eine Kultur, wo halt Fehler (nach meiner Wahrnehmung) nicht so super gerne gesehen sind. Und das blockt mich immer mehr selbst...

Das klingt ja schonmal ganz gut. Die Fehlerkultur ist so eine Sache. Viele behaupten gerne, eine gute Fehlerkultur zu haben. Ob es dann tatsächlich so ist, sieht man dann, wenn es drauf ankommt. Wobei es natürlich solche und solche Fehler gibt. Wenn - um ein doofes Beispiel zu nennen - ein Kollege bei der Staatsanwaltschaft beim Ausbleiben eines Angeklagten ein VU beantragt, dann wäre das ein Fehler, der so derart grottig ist, dass man sich ernsthaft fragen muss, was da schief gelaufen ist. Was es an Kardinalfehlern gibt, ist sicher von Branche zu Branche verschieden. Ob das vielleicht auch bei Dir der Fall war, weiß ich nicht. Vielleicht waren es aus Sicht der Partner auch zu viele kleine Fehler gewesen, die aus deren Sicht die Annahme gerechtfertigt haben, dass der Job vielleicht nichts für Dich ist. Manchmal spielen ja auch persönliche Gründe eine Rolle.

Anyway: Es scheint mir fast ein wenig widersprüchlich, wenn Du auf der einen Seite schreibst, recht umfassend kritikfähig zu sein, auf der anderen Seite aber dadurch blockiert wirst, wenn die Fehlertoleranz nicht so hoch ist. Es scheint Dich ja so sehr entmutigt zu haben, dass du aktuell "für nichts mehr zu gebrauchen bist", wenn ich das mal so übertreiben darf. Vielleicht hast Du auch einfach eine Kanzlei erwischt, die eine andere Vorstellung vom Umgang mit Fehlern hat, als Du. Wenn Du hoffentlich ganz bald wieder auf die Beine kommst, wirst Du feststellen, dass es sicher auch in anderen Unternehmen ganz anders laufen kann. Ich hoffe, Du findest bald wieder den Mut, es an anderer Stelle aufs neue zu probieren.
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#87
22.07.2022, 12:58
(22.07.2022, 12:52)guga schrieb:  
(22.07.2022, 11:24)Gast schrieb:  
(22.07.2022, 11:18)guga schrieb:  
(22.07.2022, 10:51)Gast schrieb:  
(22.07.2022, 07:42)Gast schrieb:  Woran scheitert es (psychisch?)


Ja wenn ich das wüsste… 
Habe jedes Selbstbewusstsein verloren und weiß nichts mit mir anzufangen. Halte mich für jede denkbare Tätigkeit für unfähig.

Irgendwann werde ich was anpacken müssen, wenn ich nicht in Hartz landen will, nur was…??

Wieso wurdest du gegangen?


Unzufriedenheit mit meiner Leistung. War sowieso nie sonderlich selbstbewusst, aber das blockt mich so auf allen Ebenen...

Was genau an deiner Leistung? Qualität? Quantität? Zu flache Leistungssteigerungskurve? Wurdest du eingelernt? Passte das Rechtgebiet zu dir? Stimmt die Einschätzung zur Leistung überhaupt? Das ist keine Körpergröße, die man einfach messen kann. Leistungsmessung bei Bürojobs ist höchst subjektiv. Ein Partner denkt du bist ein Halbgott und der andere denkt du kannst dir nicht einmal die Schuhe selbst anziehen.

Qualität und zu flache Leistungssteigerungskurve.

Eingelernt - nein, obwohl ich mich hierum bei meinem Mentor bemüht habe. 

Ob das Rechtsgebiet passt - Interesse ist da und die Mandantenerfordernisse / strategischen Ziele verstehe ich 

Ob die Einschätzung stimmt? Ja, also ich glaube es wäre schon vermessen, mit meinem Urteil das von mehreren Partnern verdrängen zu wollen. Tatsache ist aber halt auch, das man mich im Ref zu meiner Zukunft nach dem Examen angesprochen hat, und das nicht nur ein Mal. Deshalb bin ich klar auch ein wenig verwundert, dass sich das Bild so um 180 Grad gedreht hat, aber kommt vor...?
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MrJudgeBW
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#88
22.07.2022, 13:12
(22.07.2022, 12:48)Gast schrieb:  @MrJudgeBW

Danke erstmal für Deinen Input. 

Auch krass von Dir zu hören, dass Du auch mal Deine Downs hattest. Ich habe ja jetzt viel Zeit, hier die Threads durchzustöbern und Du hast ja mit den Examina nicht so Deine Probleme gehabt, zumindest im Ergebnis...  Cheese

Und saubere Sache, dass Du so reflektiert hinsichtlich Deiner Berufswahl warst. Ich meine, jeder GK-Partner würde dir aus Frankfurt/München die S-Klasse mit Fahrer nach BaWü schicken, um Dich zum Bewerbungs-Essen abzuholen...

Da darf man sich aber nicht vom "schönen Schein" blenden lassen. Um ein anderes Beispiel zu bringen: Man kann auch in einem Luxushaus in Malibu mit 10 Mio. Euro auf dem Konto und Privatjet vor der Tür mega unglücklich sein. Andererseits kann man auch als sehr einfach Mann ein glückliches und erfülltes Leben führen. Es kommt da immer auf die individuellen Ansprüche an und was man so erreichen will. Ja klar freue ich mich über das Ergebnis, aber da gehörte mich Sicherheit auch viel Glück dazu, die Tagesform, etc. Das hätte auch deutlich anders laufen können: Anderer Termin, andere Prüfer, scheiß Tag, etc. Während meines Studiums und auch noch im Ref hatte ich zum Teil mit heftigen Panikattacken zu kämpfen, die mich auch heute noch gelegentlich begleiten. Nur kann ich damit inzwischen umgehen, sodass sie mich kaum noch beeinträchtigen. Habe mich halt selbst heftig unter Druck gesetzt, um vor allem auch den (vermeintlicihen) Ansprüchen andererer (oder das, was ich glaubte, anderen beweisen zu müssen) gerecht zu werden. Daher habe ich mich auch bewusst gegen manche möglichen Karriereoptionen entschieden, auch wenn sie verlockend klingen. Aber das ist nur ein Aspekt von vielen. Will nur sagen: Der Weg dahin war heftig und auch für mich psychisch enorm herausfordernd. Also keineswegs ein "Durchmarsch".
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 22.07.2022, 13:15 von MrJudgeBW.)
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#89
22.07.2022, 13:43
(22.07.2022, 13:12)MrJudgeBW schrieb:  
(22.07.2022, 12:48)Gast schrieb:  @MrJudgeBW

Danke erstmal für Deinen Input. 

Auch krass von Dir zu hören, dass Du auch mal Deine Downs hattest. Ich habe ja jetzt viel Zeit, hier die Threads durchzustöbern und Du hast ja mit den Examina nicht so Deine Probleme gehabt, zumindest im Ergebnis...  Cheese

Und saubere Sache, dass Du so reflektiert hinsichtlich Deiner Berufswahl warst. Ich meine, jeder GK-Partner würde dir aus Frankfurt/München die S-Klasse mit Fahrer nach BaWü schicken, um Dich zum Bewerbungs-Essen abzuholen...

Da darf man sich aber nicht vom "schönen Schein" blenden lassen. Um ein anderes Beispiel zu bringen: Man kann auch in einem Luxushaus in Malibu mit 10 Mio. Euro auf dem Konto und Privatjet vor der Tür mega unglücklich sein. Andererseits kann man auch als sehr einfach Mann ein glückliches und erfülltes Leben führen. Es kommt da immer auf die individuellen Ansprüche an und was man so erreichen will. Ja klar freue ich mich über das Ergebnis, aber da gehörte mich Sicherheit auch viel Glück dazu, die Tagesform, etc. Das hätte auch deutlich anders laufen können: Anderer Termin, andere Prüfer, scheiß Tag, etc. Während meines Studiums und auch noch im Ref hatte ich zum Teil mit heftigen Panikattacken zu kämpfen, die mich auch heute noch gelegentlich begleiten. Nur kann ich damit inzwischen umgehen, sodass sie mich kaum noch beeinträchtigen. Habe mich halt selbst heftig unter Druck gesetzt, um vor allem auch den (vermeintlicihen) Ansprüchen andererer (oder das, was ich glaubte, anderen beweisen zu müssen) gerecht zu werden. Daher habe ich mich auch bewusst gegen manche möglichen Karriereoptionen entschieden, auch wenn sie verlockend klingen. Aber das ist nur ein Aspekt von vielen. Will nur sagen: Der Weg dahin war heftig und auch für mich psychisch enorm herausfordernd. Also keineswegs ein "Durchmarsch".

Leider nicht der Fall, wenn man depressiv ist. Da kannst du genau in dem Umfeld leben, was du dir genau so gewünscht hast und trotzdem blockieren/traurig sein. Das ist ja gerade das Problem, was viele andere Menschen daran nicht verstehen; es ist sehr losgelöst von den äußeren Umständen.

Natürlich muss der User hier keine Depressionen haben. Nur wenn es der Fall ist (daher zum Arzt gehen!), dann kann man noch so viel an den äußeren Umständen und der vermeintlichen inneren Einstellung schrauben, man bleibt depressiv und gelähmt.
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MrJudgeBW
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#90
22.07.2022, 13:46
(22.07.2022, 13:43)Gast schrieb:  
(22.07.2022, 13:12)MrJudgeBW schrieb:  
(22.07.2022, 12:48)Gast schrieb:  @MrJudgeBW

Danke erstmal für Deinen Input. 

Auch krass von Dir zu hören, dass Du auch mal Deine Downs hattest. Ich habe ja jetzt viel Zeit, hier die Threads durchzustöbern und Du hast ja mit den Examina nicht so Deine Probleme gehabt, zumindest im Ergebnis...  Cheese

Und saubere Sache, dass Du so reflektiert hinsichtlich Deiner Berufswahl warst. Ich meine, jeder GK-Partner würde dir aus Frankfurt/München die S-Klasse mit Fahrer nach BaWü schicken, um Dich zum Bewerbungs-Essen abzuholen...

Da darf man sich aber nicht vom "schönen Schein" blenden lassen. Um ein anderes Beispiel zu bringen: Man kann auch in einem Luxushaus in Malibu mit 10 Mio. Euro auf dem Konto und Privatjet vor der Tür mega unglücklich sein. Andererseits kann man auch als sehr einfach Mann ein glückliches und erfülltes Leben führen. Es kommt da immer auf die individuellen Ansprüche an und was man so erreichen will. Ja klar freue ich mich über das Ergebnis, aber da gehörte mich Sicherheit auch viel Glück dazu, die Tagesform, etc. Das hätte auch deutlich anders laufen können: Anderer Termin, andere Prüfer, scheiß Tag, etc. Während meines Studiums und auch noch im Ref hatte ich zum Teil mit heftigen Panikattacken zu kämpfen, die mich auch heute noch gelegentlich begleiten. Nur kann ich damit inzwischen umgehen, sodass sie mich kaum noch beeinträchtigen. Habe mich halt selbst heftig unter Druck gesetzt, um vor allem auch den (vermeintlicihen) Ansprüchen andererer (oder das, was ich glaubte, anderen beweisen zu müssen) gerecht zu werden. Daher habe ich mich auch bewusst gegen manche möglichen Karriereoptionen entschieden, auch wenn sie verlockend klingen. Aber das ist nur ein Aspekt von vielen. Will nur sagen: Der Weg dahin war heftig und auch für mich psychisch enorm herausfordernd. Also keineswegs ein "Durchmarsch".

Leider nicht der Fall, wenn man depressiv ist. Da kannst du genau in dem Umfeld leben, was du dir genau so gewünscht hast und trotzdem blockieren/traurig sein. Das ist ja gerade das Problem, was viele andere Menschen daran nicht verstehen; es ist sehr losgelöst von den äußeren Umständen.

Natürlich muss der User hier keine Depressionen haben. Nur wenn es der Fall ist (daher zum Arzt gehen!), dann kann man noch so viel an den äußeren Umständen und der vermeintlichen inneren Einstellung schrauben, man bleibt depressiv und gelähmt.

Das stimmt, mein Beitrag zielte aber auch nicht auf die Depression als Krankheit, sondern auf die Frage Wohlbefinden/subjektive (berufliche) Zufriedenheit. Im Übrigen aber 100% d'accord! DaumenHoch
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