30.03.2021, 11:13
Hallo zusammen,
ich bin derzeit im Ref in Bawü und kann mir mittlerweile den Staatsdienst als Option für später vorstellen. Als Notenanforderungen werden in beiden Examina mindestens 8,00 Punkte verlangt. Weiß jemand, wie starr diese Voraussetzungen sind? Ist es partout ausgeschlossen, mit z.B. 6,xx und im zweiten meinetwegen 8,00 und aufwärts genommen zu werden?
Besten Dank!
ich bin derzeit im Ref in Bawü und kann mir mittlerweile den Staatsdienst als Option für später vorstellen. Als Notenanforderungen werden in beiden Examina mindestens 8,00 Punkte verlangt. Weiß jemand, wie starr diese Voraussetzungen sind? Ist es partout ausgeschlossen, mit z.B. 6,xx und im zweiten meinetwegen 8,00 und aufwärts genommen zu werden?
Besten Dank!
Wer Richter auf Probe bzw. Staatsanwalt werden möchte, sollte sich mit dem Karriere-Dossier über die Einstellungschancen und Bewerbungsvoraussetzungen informieren. Das Karriere-Dossier ist als Print-Buch sowie als E-Book für alle 16 Bundesländer erhältlich:
https://www.juristenkoffer.de/richter/karriere-dossier-richter-staatsanwalt-werden.php
Und zur Vorbereitung auf das alles entscheidende Vorstellungsgespräch sollte man auf die vielen hunderten Erfahrungsberichte anderer Juristen zugreifen, die bereits das Bewerbungsverfahren erfolgreich absolviert haben.
https://www.juristenkoffer.de/richter/karriere-dossier-richter-staatsanwalt-werden.php
Und zur Vorbereitung auf das alles entscheidende Vorstellungsgespräch sollte man auf die vielen hunderten Erfahrungsberichte anderer Juristen zugreifen, die bereits das Bewerbungsverfahren erfolgreich absolviert haben.
30.03.2021, 11:17
(30.03.2021, 11:13)Lost schrieb: Hallo zusammen,
ich bin derzeit im Ref in Bawü und kann mir mittlerweile den Staatsdienst als Option für später vorstellen. Als Notenanforderungen werden in beiden Examina mindestens 8,00 Punkte verlangt. Weiß jemand, wie starr diese Voraussetzungen sind? Ist es partout ausgeschlossen, mit z.B. 6,xx und im zweiten meinetwegen 8,00 und aufwärts genommen zu werden?
Besten Dank!
Ja. Mit einem ausreichend im Ersten dürftest du nur Chancen, in den BL haben, in denen ausschließlich das zweite Examen zählt (etwa Bayern). Wobei die Chance von 6,0 auf eine insoweit genügende Note zu kommen, auch eher überschaubar sein dürfte (wenngleich keineswegs ausgeschlossen!).
30.03.2021, 12:19
Wenn die Anforderungen in den Stellenausschreibungen explizit mit einer bestimmten Note vorgegeben sind, werden Behörden meiner Erfahrung nach nicht davon abweichen wollen.
Manche Ausschreibungen beinhalten dann eher den Passus "möglichst mit der Mindestnote..."
Andernfalls hagelt es Klagen abgelehnter Bewerber. Darauf hat der ÖD keinen Bock.
Manche Ausschreibungen beinhalten dann eher den Passus "möglichst mit der Mindestnote..."
Andernfalls hagelt es Klagen abgelehnter Bewerber. Darauf hat der ÖD keinen Bock.
30.03.2021, 12:33
Es gibt sehr starre Mindestvoraussetzungen z.B. 8 Punkte in einigen Ländern oder 7,76 Punkte in NRW. Das ist die formale Mindestgrenze und dann geht darunter nichts, selbst wenn Du im 1. Examen ein "gut" haben solltest oder sonst irgendwie ein besonders toller Typ bist.
Manche ließen in Ausnahmefällen ganz geringe Abweichungen von 8 Punkten zu, wenn Du z.B. ein besonders gutes 1.Examen+Dr. oder sonstige besondere Vorzüge hattest; ob und wann man so eine Ausnahme annimmt oder wie etwas gewichtet wird, kann Dir hier keiner sagen. Aber da absolute Ausnahme und nochmal unter den Leuten, die man nur notgedrungen nimmt, weil sie kein VB haben, sollte man sich diesbezüglich keine großen Hoffnungen machen. I.Ü. war das vor Corona. Mit 8 Punkten hast Du seit letztem Jahr nirgendwo mehr Chancen, auch wenn das irgendwo die formale Mindestgrenze ist. Selbst in unbeliebten NRW-Gebieten, in denen man früher unter 8 Punkten rein kam, warten VB-Leute inzwischen tw. mehrere Monate auf Einladungen. Wie lange das noch so bleibt, lässt sich natürlich nicht vorhersagen, aber im Hinblick darauf, dass eben schon bei VB-Leuten und anderen mit deutlich über 8 Punkten ein Stau herrscht, wirst Du Dich faktisch jedenfalls bei 8 Punkten sicher auf eine lange Wartezeit gefasst machen müssen, wenn es überhaupt etwas werden sollte. Aber wie gesagt, das ist eine Prognose anhand der Erfahrungen aus den letzten 12 Monaten. Mit weniger als 8 Punkten wirst Du es faktisch knicken können und bei 8 oder etwas mehr hast Du wenigstens die formale Mindestvoraussetzung, es wird in der Praxis aber mehr als schwierig-jedenfalls kurz-bis mittelfristig.
Es gibt hier im Forum vereinzelt Behauptungen, nach denen jemand z.B. mit 7,4 Punkten irgendwo bei der Justiz gelandet sein soll oder mit 7,6 Punkten in NRW. Das sind irgendwelche Trolle und Gerüchte. Es ist nicht auszuschließen, dass irgendwann irgendwo mal 7,5 als absolute Untergrenze gereicht haben mögen, als totaler Bewerbermangel auf der einen und besondere Pluspunkte beim Bewerber auf der anderen Seite bestanden. Aber abgesehen von diesen sehr extremen Ausnahmefällen, die auch aus einer völlig anderen Zeit stammten, weißt Du bei allem unter 7,5, dass das nicht wahr sein kann. Und bei der seit über 20 Jahren in NRW bestehenden starren Grenze von mind. 7,76 kann es auch keine Ausnahme bei 7,74 geben!
Manche ließen in Ausnahmefällen ganz geringe Abweichungen von 8 Punkten zu, wenn Du z.B. ein besonders gutes 1.Examen+Dr. oder sonstige besondere Vorzüge hattest; ob und wann man so eine Ausnahme annimmt oder wie etwas gewichtet wird, kann Dir hier keiner sagen. Aber da absolute Ausnahme und nochmal unter den Leuten, die man nur notgedrungen nimmt, weil sie kein VB haben, sollte man sich diesbezüglich keine großen Hoffnungen machen. I.Ü. war das vor Corona. Mit 8 Punkten hast Du seit letztem Jahr nirgendwo mehr Chancen, auch wenn das irgendwo die formale Mindestgrenze ist. Selbst in unbeliebten NRW-Gebieten, in denen man früher unter 8 Punkten rein kam, warten VB-Leute inzwischen tw. mehrere Monate auf Einladungen. Wie lange das noch so bleibt, lässt sich natürlich nicht vorhersagen, aber im Hinblick darauf, dass eben schon bei VB-Leuten und anderen mit deutlich über 8 Punkten ein Stau herrscht, wirst Du Dich faktisch jedenfalls bei 8 Punkten sicher auf eine lange Wartezeit gefasst machen müssen, wenn es überhaupt etwas werden sollte. Aber wie gesagt, das ist eine Prognose anhand der Erfahrungen aus den letzten 12 Monaten. Mit weniger als 8 Punkten wirst Du es faktisch knicken können und bei 8 oder etwas mehr hast Du wenigstens die formale Mindestvoraussetzung, es wird in der Praxis aber mehr als schwierig-jedenfalls kurz-bis mittelfristig.
Es gibt hier im Forum vereinzelt Behauptungen, nach denen jemand z.B. mit 7,4 Punkten irgendwo bei der Justiz gelandet sein soll oder mit 7,6 Punkten in NRW. Das sind irgendwelche Trolle und Gerüchte. Es ist nicht auszuschließen, dass irgendwann irgendwo mal 7,5 als absolute Untergrenze gereicht haben mögen, als totaler Bewerbermangel auf der einen und besondere Pluspunkte beim Bewerber auf der anderen Seite bestanden. Aber abgesehen von diesen sehr extremen Ausnahmefällen, die auch aus einer völlig anderen Zeit stammten, weißt Du bei allem unter 7,5, dass das nicht wahr sein kann. Und bei der seit über 20 Jahren in NRW bestehenden starren Grenze von mind. 7,76 kann es auch keine Ausnahme bei 7,74 geben!
30.03.2021, 12:57
Die Grenze in BaWü ist nicht starr.
31.03.2021, 08:29
Ich kenne persönlich einen, der mit knapp 7 genommen wurde in der Justiz (Sachsen-Anhalt). Da waren aber auch das 1. Examen und die Stationszeugnisse richtig gut.
Viele Länder haben da Öffnungsklauseln.
Viele Länder haben da Öffnungsklauseln.
31.03.2021, 08:34
Die Lage am OLG Hamm ist momentan angespannt, aber das sollte man nicht auf andere Länder übertragen. In den meisten anderen Bundesländern sind die Noten nicht wesentlich höher als sonst.
31.03.2021, 13:43
(31.03.2021, 08:34)Gast schrieb: Die Lage am OLG Hamm ist momentan angespannt, aber das sollte man nicht auf andere Länder übertragen. In den meisten anderen Bundesländern sind die Noten nicht wesentlich höher als sonst.
Das ist mal eine schöne Behauptung ins Blaue hinein. An mein Gericht in Niedersachsen sind in den letzten 12 Monaten nur Leute mit VB mind. im 2. Examen gekommen. Zumindest von zwei weiteren Gerichten in Sachsen und BaWü, wo Freunde tätig sind, weiß ich Ähnliches.
Und aus dem persönlichen Umfeld kenne ich zumindest drei Leute, mit ü8u9 (einer mit Dr., alle VB im ersten) die sich seit letztem erfolglos in mehreren Ländern beworben haben. Die haben entweder nach 9 Monaten noch keine Rückmeldung oder ihnen wurde mitgeteilt, dass auf absehbare Zeit in diesem Notenbereich wohl keine Einstellungen erfolgen würden.
Natürlich ist das auch noch nicht repräsentativ, aber mehr als eine hingeworfene Behauptung. Wenn es viele Einstellungen mit Prädikat gibt, ist das schon ein deutliches Indiz dafür, dass es davon offenbar recht viele Bewerber gibt. Dann greift man nicht oder nur höchst selten auf darunter liegende zurück. Ich behaupte nicht, dass es nicht auch mal Einstellungen ohne ein VB im 2. Examen in den letzten 12 Monaten gab. Ich halte das aber für sehr seltene Fälle, bei denen dann das VB knapp verfehlt war und zumindest das erste Examen sehr überzeugend war. Also trotzdem mehr als 17,x Punkte. Der Fragesteller fragt aber für 6,x und voraussichtliche 8,x, also insgesamt max. 16 Punkte. Da kann man schon fast garantieren, dass das nichts wird.
31.03.2021, 14:08
In Niedersachsen ist literally dieses Jahr noch jemand mit 8,1 genommen worden, aber okay
31.03.2021, 14:38
Es ist nicht ausgeschlossen, weil das keine feste Grenze ist. Mit 6 und 8 dürfte es aber (insbesondere grade) nichts werden.










