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Gute Idee oder nicht?
Gast
Unregistered
 
#21
18.05.2021, 13:25
(18.05.2021, 07:41)Gast234 schrieb:  
(17.05.2021, 18:56)Gast schrieb:  
(17.05.2021, 18:37)Dergast schrieb:  Würdet ihr gleich in die Selbstständigkeit einsteigen oder würdet ihr erst einmal Erfahrungen in einer Kanzlei sammeln (mit dem Risiko sehr wenig zu verdienen oder sogar ausgebeutet zu werden)?

Selbstständige FWW Anwälte verdienen im Schnitt 3x so viel wie angestellte FWW Anwälte, also am besten sofort selbstständig machen. Wozu noch anderen zu arbeiten, wenn man auch selbst Porsche fahren kann?

Hier im Forum ist nicht nur der Anteil an Prädikatsjuristen gefühlt deutlich höher als in der Realität, auch scheint Selbständigkeit automatisch jenseits 150-200k zu bedeuten. 

Ja, Selbständigkeit kann gut sein und es gibt viele, die das erfolgreich durchziehen. In der Realität krebsen aber viele auch über Jahre am Existenzminimum rum oder kommen bestenfalls auf ein annehmbares Angestelltengehalt nach Abzug aller Kosten (bei full risk). Das Problem sind nicht die 500 Leasing wenn PZ gutes Angebot macht, sondern der ganze andre Sums. Habe auf Projekten über die Jahre unzählige Leute 40+ getroffen. Jeder dachte, Selbständigkeit haut supi hin. 

Insofern an den TE: Erstmal ein bis drei Jahre angestellt, ausser du hast Background (Daddy mit Kanzlei, Erbschaft, sonstiges rich kid). Dann bestenfalls mit Erfahrung in ein-zwei Gebieten, gebenenfalls FA und/ oder bereits Ruf in deinem Einzugsgebiet starten.

Wie immer weiß man am Ende eines Threads nie, was Sache ist und was letztendlich stimmt.

Für die einen ist es selbstverständlich, dass man viel Umsatz (150-200k) erzielt mit 50-60k Nettogewinn (was mMn wirklich sehr viel ist verglichen mit manchen Gehältern Angestellter- z.B. Bruttoverdienst 50k).
Für die anderen scheint es eher unmöglich (bis zu Existenzminimum) zu sein.
Zitieren
Gast
Unregistered
 
#22
18.05.2021, 13:41
(18.05.2021, 13:12)Gast10 schrieb:  
(18.05.2021, 13:02)Gast schrieb:  Was kriegt man bei 200k denn netto?

Angenommen

200k Umsatz
45% Kostenquote (Vorteile der Selbstständigkeit ggü. AN eingerechnet, vermindert, da steuerlich relevant)
= 110k Gewinn
- 35k Steuern (circa, kommt natürlich sehr auf die Verhältnisse an)
= 75
- 8500 € Versorgungswerk (realistisch? dafür aber nicht viel Rente)
- 4000 € PKV
= 62,5k netto p.a.


Wären 5200 netto pro Monat. Ist das realistisch? Das wäre ja ein ganz guter Lohn, allerdings nicht weit über dem eines Angestellten. Als Angestellter bräuchte man dafür ca. 110.000€ brutto, was in größeren Unternehmen durchaus erreichbar ist. Dafür trägt man als Selbstständiger das volle Risiko, kann eher kein Urlaub nehmen und darf nicht krank werden. Für mich als Außenstehenden dürfte das die Realität gut abbilden: man kann als Anwalt mit durchschnittlichem Geschick durchaus ein gutes Einkommen erwirtschaften, das Risiko zahlt sich aber für die meisten nicht aus. Letztlich geht es aber ja nicht nur ums Geld.

Also 62k NETTO sind seeehr viel. Und ich glaube nicht unbedingt, dass Angestellte 110k erreichen (vllt die Minderheit). 
Man kann froh sein wenn man überhaupt mit 50-60k einsteigt. (Mit "Angestellte" mein ich nicht nur die Juristen, sondern auch Absolventen von anderen Studiengängen)

Ja, man müsste aber dafür ja auch erstmal 200T Umsatz machen. Und man wird noch einiges für die Altersvorsorge zurücklegen müssen. Also schon überdurchschnittlich, was in den ersten Jahren nicht der Fall sein wird. Zu Vergleichen nur mit einem Angestellten, der schon ein paar Jahre dabei ist. Klar, 110K ist da schon ziemlich viel. Der wird in den meisten Fällen schon weniger kriegen, die Frage ist nur, ob es so viel weniger ist, dass es Risiko (und Mehrarbeit) lohnt. Rein finanziell bezweifle ich das, wobei ich nochmal darauf hinweise, dass man die Entscheidung ja nicht (nur) des Geldes wegen fällen sollte.

Vielleicht kann hier ja mal jemand Umsatz/Nettogehalt beispielhaft angeben.
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Gast 0815
Unregistered
 
#23
18.05.2021, 21:09
[quote pid='131541' dateline='1621338076']

Vielleicht kann hier ja mal jemand Umsatz/Nettogehalt beispielhaft angeben.
[/quote]

Ich weiß nicht, ob es Dir weiter hilft, bei mir ca. 150k Kosten bei 350 - 400 k Umsatz. Davon gehen ca. 10k€ in das Versorgungswerk (in den ersten Jahren der Selbstständigkeit für zu niedrige Beiträge entschieden) und ca. 5k€ an die PKV.
Die Steuern kannst du dir selbst ausrechnen, das hängt aber von der Frage ab, ob verheiratet oder nicht, Kirche oder nicht, Kinder etc...

Da in dem theoretischen Nettogehalt aber z.B. auch schon anzurechnende Einkünfte für Nutzung von zwei recht dicken Autos enthalten sind, kann ich auf Anhieb nicht ganz genau sagen, wieviel Geld mir netto tatsächlich zur Verfügung steht, es reicht halt offensichtlich aus, ich entnehme tendenziell eher weniger, als die ungefähr 10k€, die sich rechnerisch ergeben.
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