31.03.2026, 19:54
(31.03.2026, 19:11)BetterLearnAll25 schrieb:(31.03.2026, 18:39)Manifest schrieb: Komme aus Hessen, Großraum und Einzugsgebiet FFM, und selbst da werden 3,5k brutto (und sogar noch weniger) Berufseinsteigern mit a (und sogar mit b!) im zweiten als ernst gemeintes Einstiegsgehalt genannt.... Habe das so gleich von mehreren Ref/Studienkollegen mitbekommen.
Sorry, aber wer so ein Angebot annimmt, dem ist nicht mehr zu helfen. Man braucht kein 14P Examen um ausuzurechnen, wieviele Mandate man im Monat bearbeiten muss, bis die Unkosten als Arbeitnehmer wieder reingeholt sind. Und am Ende bekommt man nur den ganzen Schrott zugewiesen, auf den der AG keinen Bock oder Ahnung hat? Da kann ich auch gleich den Sprung in die Selbstständigkeit wagen.
Ich lese daraus vor allem, dass du nicht selbstständig bist. „Mandate = Gehalt“ ist schon sehr vereinfacht und Angestelltendenken Par excellence.
Es stellt sich die Frage, warum man mit dieser Einschätzung nicht konsequent selbst gründet und ein entsprechendes Geschäftsmodell aufbaut. Bezahl doch mal einen Berufseinsteiger 6k brutto. Entweder ist das tatsächlich so einfach oder die Milchmädchenrechnung geht nicht auf.
Die meisten Berufseinsteiger überschätzen ihre unmittelbare wirtschaftliche Verwertbarkeit massiv. Kein eigenes Geschäft, keine Erfahrung, aber hohe Gehaltsvorstellungen weil Studium lang oder so etwas.
Auch die Abwertung der „Schrottmandate“. Man gibt dem Einsteiger eine Möglichkeit, auf niedrigschwelligen Risiken zu lernen und überhaupt Umsatz zu machen. Jeder selbstständige hat seine Anfangsauslastung damit begründet.
Schimpfen über Arbeit unter dem gefühlten eigenen Niveau kenne ich fast nur von Angestellten, die die Hand aufhalten und meinen, man schulde ihnen das dicke Portfolio.
01.04.2026, 12:00
(31.03.2026, 19:54)Buffo schrieb:Was soll man bei Schrottmandaten lernen ? Man lernt, dass man mit denen auf Dauer kein Geld verdient und nicht glücklich werden will. Man lernt, dass man jemand anders finden muss, der einem diese Arbeit abnimmt.(31.03.2026, 19:11)BetterLearnAll25 schrieb:(31.03.2026, 18:39)Manifest schrieb: Komme aus Hessen, Großraum und Einzugsgebiet FFM, und selbst da werden 3,5k brutto (und sogar noch weniger) Berufseinsteigern mit a (und sogar mit b!) im zweiten als ernst gemeintes Einstiegsgehalt genannt.... Habe das so gleich von mehreren Ref/Studienkollegen mitbekommen.
Sorry, aber wer so ein Angebot annimmt, dem ist nicht mehr zu helfen. Man braucht kein 14P Examen um ausuzurechnen, wieviele Mandate man im Monat bearbeiten muss, bis die Unkosten als Arbeitnehmer wieder reingeholt sind. Und am Ende bekommt man nur den ganzen Schrott zugewiesen, auf den der AG keinen Bock oder Ahnung hat? Da kann ich auch gleich den Sprung in die Selbstständigkeit wagen.
Ich lese daraus vor allem, dass du nicht selbstständig bist. „Mandate = Gehalt“ ist schon sehr vereinfacht und Angestelltendenken Par excellence.
Es stellt sich die Frage, warum man mit dieser Einschätzung nicht konsequent selbst gründet und ein entsprechendes Geschäftsmodell aufbaut. Bezahl doch mal einen Berufseinsteiger 6k brutto. Entweder ist das tatsächlich so einfach oder die Milchmädchenrechnung geht nicht auf.
Die meisten Berufseinsteiger überschätzen ihre unmittelbare wirtschaftliche Verwertbarkeit massiv. Kein eigenes Geschäft, keine Erfahrung, aber hohe Gehaltsvorstellungen weil Studium lang oder so etwas.
Auch die Abwertung der „Schrottmandate“. Man gibt dem Einsteiger eine Möglichkeit, auf niedrigschwelligen Risiken zu lernen und überhaupt Umsatz zu machen. Jeder selbstständige hat seine Anfangsauslastung damit begründet.
Schimpfen über Arbeit unter dem gefühlten eigenen Niveau kenne ich fast nur von Angestellten, die die Hand aufhalten und meinen, man schulde ihnen das dicke Portfolio.
Und das Abnehmen der Schrottmandate stellt eben sehr wohl einen Wert für den Unternehmer dar. Da kann man sich noch so viel Phantasiearbeitgeberbruttozahlen ausdenken und auf angeblich fehlende Erfahrung berufen.
01.04.2026, 14:04
Das ist tatsächlich in nicht wenigen Regionen für Berufseinsteiger die Realität und das müssen noch nicht einmal der Osten oder die Kleinstadt sein. Das habe ich hier schon viele Male versucht rüberzubringen, wurde dafür aber stets lächerlich gemacht. Mich schockiert nur ein bisschen, dass es sich seit meinem Berufseinstieg vor 12 Jahren nicht gebessert hat. Wobei, so richtig schockiert es mich auch wieder nicht, wenn ich an die Angebote zurückdenke, die man mir in den letzten Jahren teilweise gemacht hat, und die vielfach nicht besonders waren.
Vor Kurzem hatte ich ein Angebot für 120k plus Bonus, also sehr ordentlich, hätte dafür aber alle Privilegien aufgeben müssen, die ich mir über die Jahre hinsichtlich WLB aufgebaut habe (Home Office, Arbeitszeit). Aber momentan will mich sowieso gerade keiner ;-)
Der Rat mit der Selbständigkeit ist nicht schlecht, aber es ist auch nicht für jeden etwas. Das soziale Netz, was mir in meinem Angestelltendasein die letzten Monate den Arsch gerettet hat, gibt es dann nicht mehr. Ein nicht zu verachtender Punkt, auch wenn viele denken, es treffe sie nicht. Ich steige voraussichtlich im Mai nach dann 8 Monaten AU wieder in den Job ein. Als Selbständiger hätte ich mich während der Chemo zur Arbeit quälen müssen.
@Sesselpupser: es gibt auch soziale Arbeitgeber außerhalb des öD, aber in der Tat gleichen die meisten Kanzleien einem Haifischbecken. Ich bin daher ganz froh darüber, inzwischen in einem tarifgebundenen Unternehmen mit Betriebsrat, Gewerkschaft und Schwerbehindertenvertretung zu sein. Bereit, Leistung zu erbringen, bin ich trotzdem.
Vor Kurzem hatte ich ein Angebot für 120k plus Bonus, also sehr ordentlich, hätte dafür aber alle Privilegien aufgeben müssen, die ich mir über die Jahre hinsichtlich WLB aufgebaut habe (Home Office, Arbeitszeit). Aber momentan will mich sowieso gerade keiner ;-)
Der Rat mit der Selbständigkeit ist nicht schlecht, aber es ist auch nicht für jeden etwas. Das soziale Netz, was mir in meinem Angestelltendasein die letzten Monate den Arsch gerettet hat, gibt es dann nicht mehr. Ein nicht zu verachtender Punkt, auch wenn viele denken, es treffe sie nicht. Ich steige voraussichtlich im Mai nach dann 8 Monaten AU wieder in den Job ein. Als Selbständiger hätte ich mich während der Chemo zur Arbeit quälen müssen.
@Sesselpupser: es gibt auch soziale Arbeitgeber außerhalb des öD, aber in der Tat gleichen die meisten Kanzleien einem Haifischbecken. Ich bin daher ganz froh darüber, inzwischen in einem tarifgebundenen Unternehmen mit Betriebsrat, Gewerkschaft und Schwerbehindertenvertretung zu sein. Bereit, Leistung zu erbringen, bin ich trotzdem.
01.04.2026, 15:09
(31.03.2026, 19:54)Buffo schrieb:Wenn ich von Schrottmandanten spreche, dann sind das auch welche aus denen man auch rein gar nichts lernen konnte. Ich hab das alles schon hinter mir wo ich zur Überbrückung für eine andere Stelle - die ich erst in ein paar Monaten antreten konnte - mich auf solch ein Abenteuer eingelassen habe. Und diese Erfahrung war das Geld in keinster Weise wert! Da wurde jedes Mandat angenommen, keine Prüfung vorgenommen, aktueller Aktenstand völlig unbekannt und dazu sich dann noch von der Gegenseite und vom Gericht in der mündlichen Verhandlung komplett einseifen lassen, weil man die Sache schon vor meinem Arbeitsantritt verbockt hatte!(31.03.2026, 19:11)BetterLearnAll25 schrieb:(31.03.2026, 18:39)Manifest schrieb: Komme aus Hessen, Großraum und Einzugsgebiet FFM, und selbst da werden 3,5k brutto (und sogar noch weniger) Berufseinsteigern mit a (und sogar mit b!) im zweiten als ernst gemeintes Einstiegsgehalt genannt.... Habe das so gleich von mehreren Ref/Studienkollegen mitbekommen.
Sorry, aber wer so ein Angebot annimmt, dem ist nicht mehr zu helfen. Man braucht kein 14P Examen um ausuzurechnen, wieviele Mandate man im Monat bearbeiten muss, bis die Unkosten als Arbeitnehmer wieder reingeholt sind. Und am Ende bekommt man nur den ganzen Schrott zugewiesen, auf den der AG keinen Bock oder Ahnung hat? Da kann ich auch gleich den Sprung in die Selbstständigkeit wagen.
Ich lese daraus vor allem, dass du nicht selbstständig bist. „Mandate = Gehalt“ ist schon sehr vereinfacht und Angestelltendenken Par excellence.
Es stellt sich die Frage, warum man mit dieser Einschätzung nicht konsequent selbst gründet und ein entsprechendes Geschäftsmodell aufbaut. Bezahl doch mal einen Berufseinsteiger 6k brutto. Entweder ist das tatsächlich so einfach oder die Milchmädchenrechnung geht nicht auf.
Die meisten Berufseinsteiger überschätzen ihre unmittelbare wirtschaftliche Verwertbarkeit massiv. Kein eigenes Geschäft, keine Erfahrung, aber hohe Gehaltsvorstellungen weil Studium lang oder so etwas.
Auch die Abwertung der „Schrottmandate“. Man gibt dem Einsteiger eine Möglichkeit, auf niedrigschwelligen Risiken zu lernen und überhaupt Umsatz zu machen. Jeder selbstständige hat seine Anfangsauslastung damit begründet.
Schimpfen über Arbeit unter dem gefühlten eigenen Niveau kenne ich fast nur von Angestellten, die die Hand aufhalten und meinen, man schulde ihnen das dicke Portfolio.
01.04.2026, 16:01
Außerdem kann ich mich noch sehr genau während meiner Ref Zeit an eine Veranstaltung des DAV erinnern, wo einem erstaunlich viele gute Tips für den späteren Anwaltsberuf gegeben wurden. Und einer dieser Tips war, dass man sich definitiv in der Selbständigkeit versuchen soll, bevor man solche Gehaltsangebote annimmt.
01.04.2026, 16:12
(01.04.2026, 15:09)BetterLearnAll25 schrieb: Wenn ich von Schrottmandanten spreche, dann sind das auch welche aus denen man auch rein gar nichts lernen konnte. Ich hab das alles schon hinter mir wo ich zur Überbrückung für eine andere Stelle - die ich erst in ein paar Monaten antreten konnte - mich auf solch ein Abenteuer eingelassen habe. Und diese Erfahrung war das Geld in keinster Weise wert! Da wurde jedes Mandat angenommen, keine Prüfung vorgenommen, aktueller Aktenstand völlig unbekannt und dazu sich dann noch von der Gegenseite und vom Gericht in der mündlichen Verhandlung komplett einseifen lassen, weil man die Sache schon vor meinem Arbeitsantritt verbockt hatte!
Dann ist das aber im Ganzen ein wirtschaftlich schlecht aufgestellter Laden. Dass der schlechte Gehälter zahlt, ist nur konsequent. Anders wäre es mE, wenn es ein hoch effizienter Laden ist, der nur schlechte Gehälter zahlt, damit sich die Chefs mehr in die Tasche stecken können.


