05.02.2026, 15:55
Ich habe vor 3,5 Monaten in einer GK als Associate angefangen, direkt aus dem Referendariat kommend. Mein "Problem" mag seltsam klingen, aber ich frage mich, warum ich überhaupt eingestellt wurde: regelmäßig habe ich wenig bis nichts zu tun. Phasenweise gibt es mal eine Belastungsspitze, wo ich dann auch verfügbar bin und liefere, nur um danach wieder mir selbst überlassen zu werden. Dabei kommuniziere ich durchaus, dass ich gerade Kapazität habe.
Mein Partner ist super nett, aber macht gerne möglichst viel selbst bzw. hält sich maximal noch an die dienstältere Associate. Ich dachte es läge an meiner fehlenden Erfahrung und mit der Zeit würden es mehr Aufgaben werden...allerdings erhalte ich so gut wie nie Feedback, komme da also auch nicht weiter. Das gilt auch fachlich, mein Partner scheint davon auszugehen dass ich in dem Rechtsgebiet (eher ein Randgebiet) umfassend Kenntnisse habe. Dem ist nicht so, und laut der Ausschreibung waren Vorkenntnisse auch nicht erforderlich.
Ich hatte mir wohl erhofft, etwas an die Hand genommen und zumindest ganz am Anfang etwas angelernt zu werden - berechtigt? Oder muss ich noch mehr Eigeninitiative zeigen? Meine fehlende Auslastung schlägt sich natürlich auch in der Zeiterfassung nieder...
Mein Partner ist super nett, aber macht gerne möglichst viel selbst bzw. hält sich maximal noch an die dienstältere Associate. Ich dachte es läge an meiner fehlenden Erfahrung und mit der Zeit würden es mehr Aufgaben werden...allerdings erhalte ich so gut wie nie Feedback, komme da also auch nicht weiter. Das gilt auch fachlich, mein Partner scheint davon auszugehen dass ich in dem Rechtsgebiet (eher ein Randgebiet) umfassend Kenntnisse habe. Dem ist nicht so, und laut der Ausschreibung waren Vorkenntnisse auch nicht erforderlich.
Ich hatte mir wohl erhofft, etwas an die Hand genommen und zumindest ganz am Anfang etwas angelernt zu werden - berechtigt? Oder muss ich noch mehr Eigeninitiative zeigen? Meine fehlende Auslastung schlägt sich natürlich auch in der Zeiterfassung nieder...
05.02.2026, 18:48
Glaub mir du bist nicht der einzige.
Bei mir war gk Zeit bis zu. Ersten Jahresgespräch ziemlicher Blindflug a la keine Kritik ist (wohl) das höchste Lob.
Wie man so fachlich wachsen soll ist mir schleierhaft.
Die heterogene Auslastung bei permanentem billable druck kann ich auch bestätigen
Bei mir war gk Zeit bis zu. Ersten Jahresgespräch ziemlicher Blindflug a la keine Kritik ist (wohl) das höchste Lob.
Wie man so fachlich wachsen soll ist mir schleierhaft.
Die heterogene Auslastung bei permanentem billable druck kann ich auch bestätigen
05.02.2026, 19:09
Beruhigend zu wissen, wenn es auch die Sache nicht besser macht. Vielleicht mache ich ja aber auch ein Problem auf, wo keins ist? Denn ich wurde für meine geringen Billables auch noch nicht kritisiert. Ich werde wohl abwarten müssen, was zum Ende der Probezeit geschieht. Ich frage mich nur wirklich, warum dann diese Stelle ausgeschrieben & besetzt wurde?!
05.02.2026, 20:05
Wenn du dich auf der einen Seite über fehlende Auslastung wunderst und auf der anderen Seite wenig Expertise in deinem Rechtsgebiet hast, wäre es für mich irgendwie naheliegend, wenn du dich in die Sachen tief einarbeitest und auch mal links und rechts liest, um dir wirklich einen Überblick anzueignen (?)
05.02.2026, 20:32
Off Topic
Aber darf ich fragen, mit welchen Noten es bei dir geklappt hat?
Aber darf ich fragen, mit welchen Noten es bei dir geklappt hat?
05.02.2026, 20:52
(05.02.2026, 20:05)Lauser schrieb: Wenn du dich auf der einen Seite über fehlende Auslastung wunderst und auf der anderen Seite wenig Expertise in deinem Rechtsgebiet hast, wäre es für mich irgendwie naheliegend, wenn du dich in die Sachen tief einarbeitest und auch mal links und rechts liest, um dir wirklich einen Überblick anzueignen (?)
Es geht mir nicht um Lehrbuch-Wissen, sondern um die Praxis. Konkret zB dem Rechtsgebiet eigene Schriftsätze zu schreiben, ohne ein Muster oder Anleitung zu bekommen. Das kann ich mir leider nicht selbst anlesen. Auch hat mein Partner wie gesagt sehr spezielle Vorstellungen, die er mir aber vorab nicht mitteilt. Links und rechts einlesen sind halt meist auch keine billables.
Ohne meinen Arbeitgeber preiszugeben (was ich nicht möchte) macht es mmn wenig Sinn meine Noten zu nennen.
05.02.2026, 21:55
Ich musste die ersten zwei Monate auch um Arbeit kämpfen. Kann dir aber auch sagen, dass der Schrei groß war als meine Auslastung in einem Monat "nur" 60 Prozent war. Dann gebt mir halt Aufgaben 😂.
Am Ende der Probezeit war sie aber gut. Kann dir aber prophezeien, dass da am Ende knallhart auf die Zahlen geschaut wird. Wenn du dein eigenes Gehalt + Nebenkosten (Beck Zugänge, Arbeitgeberteil KV usw) nicht einspielst, bist du weg. Vielleicht bin ich da aber auch zu kalt eingestellt.
Geh aktiv auf alle (auch andere Associates) zu und fordere die Arbeit ein. Frag generell, wo und wie du dich gut einarbeiten kannst. Was hat den anderen geholfen ? Gibt es abgeschlossene Projekte, die du dir mal anschauen kannst. Tu alles außer dispo buchen.
Je öfter du als Arbeitserleichterung wahrgenommen wirst, desto mehr Aufgaben wirst du erhalten.
Am Ende der Probezeit war sie aber gut. Kann dir aber prophezeien, dass da am Ende knallhart auf die Zahlen geschaut wird. Wenn du dein eigenes Gehalt + Nebenkosten (Beck Zugänge, Arbeitgeberteil KV usw) nicht einspielst, bist du weg. Vielleicht bin ich da aber auch zu kalt eingestellt.
Geh aktiv auf alle (auch andere Associates) zu und fordere die Arbeit ein. Frag generell, wo und wie du dich gut einarbeiten kannst. Was hat den anderen geholfen ? Gibt es abgeschlossene Projekte, die du dir mal anschauen kannst. Tu alles außer dispo buchen.
Je öfter du als Arbeitserleichterung wahrgenommen wirst, desto mehr Aufgaben wirst du erhalten.
06.02.2026, 14:43
(05.02.2026, 21:55)medoLAW schrieb: Ich musste die ersten zwei Monate auch um Arbeit kämpfen. Kann dir aber auch sagen, dass der Schrei groß war als meine Auslastung in einem Monat "nur" 60 Prozent war. Dann gebt mir halt Aufgaben 😂.
Am Ende der Probezeit war sie aber gut. Kann dir aber prophezeien, dass da am Ende knallhart auf die Zahlen geschaut wird. Wenn du dein eigenes Gehalt + Nebenkosten (Beck Zugänge, Arbeitgeberteil KV usw) nicht einspielst, bist du weg. Vielleicht bin ich da aber auch zu kalt eingestellt.
Geh aktiv auf alle (auch andere Associates) zu und fordere die Arbeit ein. Frag generell, wo und wie du dich gut einarbeiten kannst. Was hat den anderen geholfen ? Gibt es abgeschlossene Projekte, die du dir mal anschauen kannst. Tu alles außer dispo buchen.
Je öfter du als Arbeitserleichterung wahrgenommen wirst, desto mehr Ausgaben wirst du erhalten.
Das würde ich so unterschreiben. Allerdings ist das mehrmalige "Betteln" um Arbeit auch irgendwie erniedrigend oder?
Ich kannte das Problem tatsächlich auch mit einer Art "Poolsystem", was aber nicht offen kommuniziert worden ist bei Einstellung. Das hat mich letztlich auch zu einem Wechsel getrieben weil es einfach furchtbar war keinen festen Partner zu haben bzw bei allen immer nach Arbeit fragen zu müssen.
Weiß nicht, das ist sicher auch Typsache aber wenn man dann für die eigene mangelnde Auslastung kritisiert wird, finde ich das lächerlich. Man geht in den ersten ein zwei Jahren halt auch nicht selbst auf Akquise Tour (in den "tollen GKs")
@Curt: dein Profil wäre sicher für viele hier interessant, weil einfach wenig eingestellt wird derzeit.
Ich nehme an mindestens 2xVB wird es schon gewesen sein?
06.02.2026, 20:08
(05.02.2026, 21:55)medoLAW schrieb: Je öfter du als Arbeitserleichterung wahrgenommen wirst, desto mehr Aufgaben wirst du erhalten.Verständlich, aber die Verbesserung der Arbeitserleichterung tritt ja auch nur bedingt von selbst ein, sondern setzt ein Feedback voraus.
Zu meinen Noten: Nein, kein Doppel-VB, allerdings einschlägige Erfahrung durch eine wissenschaftliche Mitarbeit.



