07.02.2024, 19:02
Hallo miteinander,
Mittlerweile bieten ja diverse Großkanzleien alternative Karrieretracks an mit angeblich geringerer Stundenanzahl und dementsprechend geringerer Vergütung.
Mich würde interessieren wie das in der Praxis gelebt wird. Mir sind beispielsweise Linklaters oder Baker McKenzie bekannt, die solche alternativen Wege anbieten.
Wenn man für 60h Wochenstunden dort 140k+ verdient, klingt es für mich fair, wenn man für 40h nur 90k im Jahr zum Einstieg verdient. Nun frage ich mich allerdings, ob das wirklich so eingehalten werden kann oder ob man am Ende gewaltige Gehaltseinbußen in Kauf nimmt um effektiv 1-2 Std früher Feierabend zu machen. Dass man je nach Modell nicht als Partner in Frage kommt, ist auch klar.
Auch würde mich interessieren, ob man das Interesse an diesen alternativen Modellen direkt in der Bewerbung äußern sollte oder erst in einem etwaigen Vorstellungsgespräch. Ich habe immer die Befürchtung, dass man als Berufseinsteiger schnell weniger ernst genommen wird, wenn man an weniger Arbeitszeit interessiert ist. Dabei sollte es aufgrund der entsprechend geringeren Vergütung eig völlig legitim sein dann auch deutlich weniger zu arbeiten.
Ich habe leider sehr wenig authentische Informationen über diese Modelle finden können.
Mittlerweile bieten ja diverse Großkanzleien alternative Karrieretracks an mit angeblich geringerer Stundenanzahl und dementsprechend geringerer Vergütung.
Mich würde interessieren wie das in der Praxis gelebt wird. Mir sind beispielsweise Linklaters oder Baker McKenzie bekannt, die solche alternativen Wege anbieten.
Wenn man für 60h Wochenstunden dort 140k+ verdient, klingt es für mich fair, wenn man für 40h nur 90k im Jahr zum Einstieg verdient. Nun frage ich mich allerdings, ob das wirklich so eingehalten werden kann oder ob man am Ende gewaltige Gehaltseinbußen in Kauf nimmt um effektiv 1-2 Std früher Feierabend zu machen. Dass man je nach Modell nicht als Partner in Frage kommt, ist auch klar.
Auch würde mich interessieren, ob man das Interesse an diesen alternativen Modellen direkt in der Bewerbung äußern sollte oder erst in einem etwaigen Vorstellungsgespräch. Ich habe immer die Befürchtung, dass man als Berufseinsteiger schnell weniger ernst genommen wird, wenn man an weniger Arbeitszeit interessiert ist. Dabei sollte es aufgrund der entsprechend geringeren Vergütung eig völlig legitim sein dann auch deutlich weniger zu arbeiten.
Ich habe leider sehr wenig authentische Informationen über diese Modelle finden können.
12.02.2024, 09:20
Der Grund warum du sehr wenig authentische Informationen zu den Modellen findest ist, dass sie
a) immer noch in der Minderheit sind;
b) die Modelle wohl häufig auch im einzelnen sehr individuell mit dem Team/zuständigen Partner abgesprochen sind und die wenigsten ihre Konditionen irgendwo im Internet posten
Genau Infos wirst du häufig nur im persönlichen Gespräch mit HR/Partner/den Personen bekommen, die ein Teilzeitmodell tatsächlich leben.
Ich arbeite als Student nebenher in einer GK und hatte auch schon einige Kennlerntage bei anderen GKs und mein Eindruck ist insgesamt folgender:
Ja, die Alternativenmodelle gibt es und sie werden tatsächlich auch gelebt und von den nutzenden Personen als sinnvoll erachtet (also Gehalt und zu erbringende Arbeit(szeit) werden im Vergleich zu den normalen Tracks als fair empfunden). Allerdings habe ich das alternative Modell bisher nur bei Anwälten gesehen, die schon schon mehrere Jahre Berufserfahrung haben und sich bewiesen haben. Und da gilt: Umso höher du in der Hierarchie stehst und umso länger du dabei bist, umso mehr kannst du an Freiheiten für dich heraushandeln, da man weiß, dass du performst.
Was mir (!) bisher nicht einmal vom bloßen Hörensagen untergekommen ist: Berufseinsteiger, die direkt mit den Teilzeitmodellen (ohne triftigen Grund wie Promotion o.ä.) eingestiegen sind. Das passt insgesamt wohl einfach nicht zu dem Spirit der in GKs gelebt und von Kanzlei und Mandanten (und eigentlich auch Kollegen!) erwartet wird. Wenn du zumindest nicht am Berufsanfang, wo die Lernkurve noch ordentlich steil ist, ordentlich Gas geben willst, dann wird man immer diejenigen bevorzugen, die dazu bereit sind ordentlich Stunden zu kloppen. Dass man als Anfänger mit dem Alternativenmodell nicht so richtig ernst genommen wird, ist also schon kein ganz falscher Eindruck.
a) immer noch in der Minderheit sind;
b) die Modelle wohl häufig auch im einzelnen sehr individuell mit dem Team/zuständigen Partner abgesprochen sind und die wenigsten ihre Konditionen irgendwo im Internet posten
Genau Infos wirst du häufig nur im persönlichen Gespräch mit HR/Partner/den Personen bekommen, die ein Teilzeitmodell tatsächlich leben.
Ich arbeite als Student nebenher in einer GK und hatte auch schon einige Kennlerntage bei anderen GKs und mein Eindruck ist insgesamt folgender:
Ja, die Alternativenmodelle gibt es und sie werden tatsächlich auch gelebt und von den nutzenden Personen als sinnvoll erachtet (also Gehalt und zu erbringende Arbeit(szeit) werden im Vergleich zu den normalen Tracks als fair empfunden). Allerdings habe ich das alternative Modell bisher nur bei Anwälten gesehen, die schon schon mehrere Jahre Berufserfahrung haben und sich bewiesen haben. Und da gilt: Umso höher du in der Hierarchie stehst und umso länger du dabei bist, umso mehr kannst du an Freiheiten für dich heraushandeln, da man weiß, dass du performst.
Was mir (!) bisher nicht einmal vom bloßen Hörensagen untergekommen ist: Berufseinsteiger, die direkt mit den Teilzeitmodellen (ohne triftigen Grund wie Promotion o.ä.) eingestiegen sind. Das passt insgesamt wohl einfach nicht zu dem Spirit der in GKs gelebt und von Kanzlei und Mandanten (und eigentlich auch Kollegen!) erwartet wird. Wenn du zumindest nicht am Berufsanfang, wo die Lernkurve noch ordentlich steil ist, ordentlich Gas geben willst, dann wird man immer diejenigen bevorzugen, die dazu bereit sind ordentlich Stunden zu kloppen. Dass man als Anfänger mit dem Alternativenmodell nicht so richtig ernst genommen wird, ist also schon kein ganz falscher Eindruck.
12.02.2024, 13:17
Das gilt so pauschal nicht, kommt mE wie schon gesagt vor allem auf Partner (und Rechtsgebiet) an. Kenne sowohl bei Freshfields, als auch bei Hengeler Beispiele von First-Year Associates, die direkt mit 80% eingestiegen sind - allerdings jeweils bekannt aus der Anwaltsstation/WissMit & nicht im M&A. Ob das im ersten Jahr sinnvoll ist, muss man sicherlich persönlich abwägen, da man natürlich für viele Tätigkeiten ohnehin länger braucht.
12.02.2024, 15:08
80% Modelle klingen - auch in der Justiz übrigens - nach einem schlechten Deal. Man bekommt 80% des Geldes für am Ende vmtl 95% der Arbeit, weil man gerade als Anfänger länger braucht UND gefühlt ja etwas mehr Puffer hat (für den man nicht bezahlt wird), und letztlich bei einem freien Tag pro Woche am ende doch eine email beantwortet und/oder am Vortag noch fertig machen muss, was getan werden muss (oder eben alle Tage mehr reinhaut, weil man seine Arbeitslast sonst nicht schafft).









