03.03.2023, 13:17
Hey zusammen,
vorab: das soll kein Thread zum Justiz-Bashing sein oder der Vergleich mit GK-Gehältern. Das gibt es hier nun ja schon zur Genüge.
Mir geht es vielmehr darum, von Richter:innen oder die, die es mal waren, zu hören, ob die Tätigkeit in der Justiz eigentlich inhaltlich auch spannend oder interessant sein kann oder ob man wirklich nur Akten von A nach B schiebt. Hat euch euer Job erfüllt bzw tut er dies und wenn ja, warum? Ich bin seit Anfang des Jahres Proberichter und habe irgendwie das Gefühl, dass ich mich kaum mit einer Akte auseinandersetzen kann, weil hinter meinem Rücken 20 weitere auf die Bearbeitung warten. Das macht mir richtigen Druck und damit komme ich kaum klar. Wird das mit der Zeit besser?
vorab: das soll kein Thread zum Justiz-Bashing sein oder der Vergleich mit GK-Gehältern. Das gibt es hier nun ja schon zur Genüge.
Mir geht es vielmehr darum, von Richter:innen oder die, die es mal waren, zu hören, ob die Tätigkeit in der Justiz eigentlich inhaltlich auch spannend oder interessant sein kann oder ob man wirklich nur Akten von A nach B schiebt. Hat euch euer Job erfüllt bzw tut er dies und wenn ja, warum? Ich bin seit Anfang des Jahres Proberichter und habe irgendwie das Gefühl, dass ich mich kaum mit einer Akte auseinandersetzen kann, weil hinter meinem Rücken 20 weitere auf die Bearbeitung warten. Das macht mir richtigen Druck und damit komme ich kaum klar. Wird das mit der Zeit besser?
Wer Richter auf Probe bzw. Staatsanwalt werden möchte, sollte sich mit dem Karriere-Dossier über die Einstellungschancen und Bewerbungsvoraussetzungen informieren. Das Karriere-Dossier ist als Print-Buch sowie als E-Book für alle 16 Bundesländer erhältlich:
https://www.juristenkoffer.de/richter/karriere-dossier-richter-staatsanwalt-werden.php
Und zur Vorbereitung auf das alles entscheidende Vorstellungsgespräch sollte man auf die vielen hunderten Erfahrungsberichte anderer Juristen zugreifen, die bereits das Bewerbungsverfahren erfolgreich absolviert haben.
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03.03.2023, 22:24
Lässt sich so pauschal schwer sagen. Ich fand es im Zivilrecht - außer Dieselklagen, Verkehrsunfällen usw. - oft sehr spannend und habe durch Revisionszulassung auch mehrere in dem Teilgebiet grundsätzlichere BGH-Entscheidungen erwirkt. Da schaut man natürlich auch in die Gesetzesbegründung und wertet umfangreich die Rechtsprechung aus.
Man muss halt bei Routinesachen schnell und zielgerichtet arbeiten, um für Schwerpunkte Zeit zu haben. Wenn man das Wesentliche schnell erfasst, ein gutes Judiz hat, die Verfahren sinnvoll fördert und dann auch zupackend entscheidet, geht das schon. (also eigentlich wie im ach so praxisfernen Examen ;)
Aber nicht nur das Juristische kann spannend sein. Es hilft extrem, wenn man auch Menschen und ihre kleinen und großen Schicksale spannend finden kann und gern mit ihnen verhandelt...
Spannend fand ich auch immer die technischen oder medizinischen Fragen bei Sachverständigenanhörungen.
Soll heißen: die Arbeit an der Norm ist nicht das einzige, was erfüllend sein kann.
Man muss halt bei Routinesachen schnell und zielgerichtet arbeiten, um für Schwerpunkte Zeit zu haben. Wenn man das Wesentliche schnell erfasst, ein gutes Judiz hat, die Verfahren sinnvoll fördert und dann auch zupackend entscheidet, geht das schon. (also eigentlich wie im ach so praxisfernen Examen ;)
Aber nicht nur das Juristische kann spannend sein. Es hilft extrem, wenn man auch Menschen und ihre kleinen und großen Schicksale spannend finden kann und gern mit ihnen verhandelt...
Spannend fand ich auch immer die technischen oder medizinischen Fragen bei Sachverständigenanhörungen.
Soll heißen: die Arbeit an der Norm ist nicht das einzige, was erfüllend sein kann.
04.03.2023, 13:17
Spannend sind vor allem die Dinge, die Dein Vorgänger für Dich hat liegen lassen. Dafür hast Du aber praktisch keine Zeit, irgendwie muss es weg und das ist weder erfüllend noch sinnvoll.
Ansonsten hast Du natürlich absolute Albtraumgebiete (aktuell wohl: Beitragsanpassungsklagen in der PKV), das ist so dermaßen ätzend, dass man nur weg will.
Man kann natürlich - habe ich noch nicht gemacht -die Parteien vorab darauf hinweisen, dass § 137 ZPO gilt und bei Dir Anwendung findet. OLG Koblenz, 18.10.2022 - 3 U 758/22
Das habe ich noch nicht gemacht, weil es natürlich extrem viel Zeit kostet - aber das dürfte auch einige Klagen zur Unschlüssigkeit verhelfen.
Du merkst: Juristisch anspruchsvoll ist die Arbeit in der Justiz, aber Zeit hast Du dafür nicht :-) Wenn die zahlreichen unbesetzten Stellen in der Justiz wieder besetzt werden, mag das anders sein. Hier bleibt nur das Problem, dass gute Kandidaten nicht kommen und mit schlechten Kollegen machst Du auch nicht Jura am Hochreck :)
Ansonsten hast Du natürlich absolute Albtraumgebiete (aktuell wohl: Beitragsanpassungsklagen in der PKV), das ist so dermaßen ätzend, dass man nur weg will.
Man kann natürlich - habe ich noch nicht gemacht -die Parteien vorab darauf hinweisen, dass § 137 ZPO gilt und bei Dir Anwendung findet. OLG Koblenz, 18.10.2022 - 3 U 758/22
Das habe ich noch nicht gemacht, weil es natürlich extrem viel Zeit kostet - aber das dürfte auch einige Klagen zur Unschlüssigkeit verhelfen.
Du merkst: Juristisch anspruchsvoll ist die Arbeit in der Justiz, aber Zeit hast Du dafür nicht :-) Wenn die zahlreichen unbesetzten Stellen in der Justiz wieder besetzt werden, mag das anders sein. Hier bleibt nur das Problem, dass gute Kandidaten nicht kommen und mit schlechten Kollegen machst Du auch nicht Jura am Hochreck :)









