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Syndikus/ Inhouse /Legal Counsel - Erfahrungen
ÖffR123
Junior Member
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Beiträge: 5
Themen: 0
Registriert seit: Sep 2023
#31
18.05.2026, 14:07
Wie einige Vorredner sagten: Es kommt immer auf einen selbst und die jeweiligen Lebensumstände an. Da viele hier mit Ende 20/Anfang 30 ins Berufsleben starten und Anwälte werdenbraucht es eine gewisse Zeit und geänderte Lebensumstände (Kinder!), bis man einsieht: Geld ist nicht alles. Ob man übrigens 130 oder 150 verdient spielt kaum eine Rolle. Klar hat man nen taui mehr im Monat. Aber davon wird man nicht reich. Reich wird man durchs Erben (9/10 Reiche n D)oder durchs all-in gehen als Partner in der GK (oder Notar oä, 1/10 der Reichen in D)

Bevor hier wieder einige Berufsanfänger und Trolle, die Zuviel Suits oder Omid kauft (Ferraris) auf YT gesehen haben schnappatmung kriegen. Ich hab alles persönlich erlebt: GK MK Unternehmen und ÖD. Das tollste am Unternehmen finde ich: Nebentätigkeit als RA ist grds. möglich und das lässt sich gerade heute gut übereinkommen mit dem Hauptberuf. Dank Homeoffice und digital geführter Kanzlei. Damit lässt sich dann auch ohne in Richtung 200k Gehalt bringende Personalverantwortung ein top Gesamteinkommen in dieser Größenordnung generieren. Natürlich erhöht das den Aufwand- aber das meine Lieben, tut es injedem Job auf Gottes großer Erde, bei dem man höher hinaus will als der (jeweilige) Durchschnitt. Das gilt sogar im ÖD und in der gesamten Wirtschaft erst recht. 

Ok dem Sinne: Macht was aktuell für Euch passt und genießt die Möglichkeit als Juristen, alles machen zu können, auch noch später im Leben z.B. aus der beamtenstellung raus in die Anwaltschaft oder halt umgekehrt.
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numnum
Junior Member
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Beiträge: 3
Themen: 0
Registriert seit: May 2026
#32
21.05.2026, 14:03
In Ergänzung zum Thema Gehaltshöhe. Was ich in Gesprächen mit Studienkollegen, die in GKs arbeiten, mitgenommen habe, ist, dass es weniger drauf ankommt, was als Input reinkommt, sondern vor allem was als Output rausgeht. 


Für die 140k Jahresgehalt + Boni muss man entsprechend arbeiten, d.h. in der wenigen Freizeit, die man hat, ist man konsequenterweise nicht bereit Einschränkungen hinzunehmen. Das kostet natürlich deutlich mehr. Man geht (gerne) in teure Restaurants oder abends mit den Kollegen in teurere Bars, lässt sich Essen liefern statt selbst zu kochen und macht teure Urlaube. Hinzu kommen Statussymbole wie Autos, Uhren, Kleidung, Wohnung. Letztere muss zentrumsnah sein, weil man bei so viel arbeiten, nicht so lange pendeln will.

Zieht man das alles vom Einkommen ab, bleibt häufig weniger übrig, als man erwarten würde.

Versteht mich nicht falsch: die Tätigkeiten, die die Kollegen dort ausführen, haben sich intellektuell hoch spannend und fordernd angehört. Alle waren happy den Job zu machen. Aber als wir dann die Finanzen verglichen haben, waren viele dann doch eher ernüchtert.
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Sudoku
Member
***
Beiträge: 54
Themen: 3
Registriert seit: Oct 2024
#33
21.05.2026, 15:51
(21.05.2026, 14:03)numnum schrieb:  In Ergänzung zum Thema Gehaltshöhe. Was ich in Gesprächen mit Studienkollegen, die in GKs arbeiten, mitgenommen habe, ist, dass es weniger drauf ankommt, was als Input reinkommt, sondern vor allem was als Output rausgeht. 


Für die 140k Jahresgehalt + Boni muss man entsprechend arbeiten, d.h. in der wenigen Freizeit, die man hat, ist man konsequenterweise nicht bereit Einschränkungen hinzunehmen. Das kostet natürlich deutlich mehr. Man geht (gerne) in teure Restaurants oder abends mit den Kollegen in teurere Bars, lässt sich Essen liefern statt selbst zu kochen und macht teure Urlaube. Hinzu kommen Statussymbole wie Autos, Uhren, Kleidung, Wohnung. Letztere muss zentrumsnah sein, weil man bei so viel arbeiten, nicht so lange pendeln will.

Zieht man das alles vom Einkommen ab, bleibt häufig weniger übrig, als man erwarten würde.

Versteht mich nicht falsch: die Tätigkeiten, die die Kollegen dort ausführen, haben sich intellektuell hoch spannend und fordernd angehört. Alle waren happy den Job zu machen. Aber als wir dann die Finanzen verglichen haben, waren viele dann doch eher ernüchtert.

In einem Wort: Lifestyleinflation 

Kann man konsequent in den Griff bekommen indem zu Anfang des Monats einfach Summe x gleich Gen Invest/Rücklagen Konto bucht. 

Ohne entsprechende Disziplin bleibt durch gesteigerten Konsum fix nur noch dasselbe hänge wie bei Kollegen die brutto die Hälfte verdienen. Im Kollegenkreis immer wieder erlebt
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Vollejuristin
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Themen: 0
Registriert seit: May 2026
#34
22.05.2026, 10:54
Mich würde interessieren, was aktuell/zukünftig in Unternehmen für Typen gesucht werden bzw. wie viel Kanzlei-Erfahrung man sich idealerweise wünscht? Ich dachte immer, dass ich ca. 5 Jahre in der Kanzlei bleibe und dann höher einsteige im Unternehmen, oder steigen eher interne Leute zum Senior auf?
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Freidenkender
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Beiträge: 784
Themen: 1
Registriert seit: Mar 2022
#35
22.05.2026, 16:35
(22.05.2026, 10:54)Vollejuristin schrieb:  Mich würde interessieren, was aktuell/zukünftig in Unternehmen für Typen gesucht werden bzw. wie viel Kanzlei-Erfahrung man sich idealerweise wünscht? Ich dachte immer, dass ich ca. 5 Jahre in der Kanzlei bleibe und dann höher einsteige im Unternehmen, oder steigen eher interne Leute zum Senior auf?

sind es 2 oder 5 Jahre Kanzlei? Ich denke so pauschal kann man das gar nicht bestimmen. Es hängt sehr stark davon ab, was du in der Kanzlei gemacht hast. Interessant sind Menschen, die für das Unternehmen relevante Themen bereits als RA in (maßgeblicher) Funktion begleitet haben. Daher finde ich z.B. Kolleg:innen aus kleineren Einheiten interessanter, da man da häufiger direkt am Mandaten tätig ist.

Ob interne Leute eher aufsteigen? Auch das kann man nicht pauschal sagen. Hängt vom Potential interne ab. Ich bin sehr großer Fan davon Menschen zu entwickeln, aber wenn eine Vakanz da ist, dann musst du halt besetzen und nicht immer ist jemand in der Pipeline. Außerdem ist eine gesunde Mischung intern/extern gut.
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numnum
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Registriert seit: May 2026
#36
22.05.2026, 22:56
Es kommt auch einfach drauf an, welches Profil gesucht wird. Das ist individuell abhängig, je nachdem wie die jeweilige Rechtsabteilung aufgestellt ist oder welche/wessen Stelle besetzt werden soll.

Bei manchen DAX-Konzernen ist die Rechtsabteilung so groß und international wie manche Großkanzlei. Da braucht man "junges Blut" oder Leute, die man anlernen kann und will. Da wird auch mal ein newbie ohne Berufserfahrung eingestellt. 
In anderen DAX-Konzernen (wie zB dem, in dem ich die Wahlstation gemacht habe), besteht die Rechtsabteilung aus 12 Volljuristen/Syndizi, die alle ihre jeweiligen Fachgebiete bearbeiten und innerhalb derer sie ggü sämtlichen globalen Tochtergesellschaften agieren wie ein Unternehmer innerhalb des Unternehmens. Da braucht man entsprechende Erfahrung und Auftreten. Sollten solche Stellen ausgeschrieben werden, sind die häufig nur pro forma ausgeschrieben (weil HR darauf besteht, aber eigentlich hat man einen bestimmten Bewerber vor Augen, den man zuvor explizit darauf angesprochen hat). Sollte tatsächlich jemand Externes gesucht werden, dann gerne mit +5/+10 Jahre BE. Auch jemand, der sich aus einer (Jung-)Partnerschaft heraus bewirbt (und er/sie diese Wegbewerbung gut begründen kann). 

Pauschal lässt sich nicht sagen, wann der "perfekte" Zeitraum ist. Bei mir waren es knapp 2,5 Jahre bis ich mich umgeschaut habe. In diesen 2,5 Jahren als Anwalt habe ich unglaublich viel gelernt, was ich bei einem Unternehmen niemals hätte lernen können. Die erlernten Kompetenzen werden von den jeweiligen Entscheidern gerne gesehen, was ich selbst an mehreren Gesprächseinladungen und auch Zusagen feststellen konnte. Ich kann daher nur empfehlen erst Praxiserfahrung in einer Kanzlei zu sammeln und dann ins Unternehmen zu gehen. Das individuelle Auftreten und die Durchsetzungsstärke sind im Vergleich einfach viel stärker. Aber alle Wege führen nach Rom. Welcher der richtige ist, muss man für sich selbst entscheiden...
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Egal_
Posting Freak
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Beiträge: 1.427
Themen: 1
Registriert seit: Feb 2022
#37
Vor 10 Stunden
(22.05.2026, 10:54)Vollejuristin schrieb:  Mich würde interessieren, was aktuell/zukünftig in Unternehmen für Typen gesucht werden bzw. wie viel Kanzlei-Erfahrung man sich idealerweise wünscht? Ich dachte immer, dass ich ca. 5 Jahre in der Kanzlei bleibe und dann höher einsteige im Unternehmen, oder steigen eher interne Leute zum Senior auf?

"Senior" gibt es bei uns in dem Sinne nicht. Führungspositionen werden dann besetzt, wenn sie vakant sind und da kommt es, wie Freidenkender schreibt, auf das Potenzial der Internen an. Wenn kein Interner da ist, dem man es zutraut oder der die Position übernehmen soll (oft werden solche Entscheidungen politisch getroffen), wird nach einem Externen gesucht oder bei uns konzernweit. Beim letzen Mal war unsere BL-Stelle ca. ein Jahr unbesetzt, weil es bestimmte Vorgaben gab, die offenbar keiner erfüllt hat. Die AL-Stelle darunter wurde mit einer Kollegin besetzt, die erst nicht wollte, aber sich inzwischen sehr gut macht auf dieser Position. Wer zwischen den Zeilen gelesen hat, fragt sich vielleicht nun, warum beide Positionen gleichzeitig zu besetzen waren. Nun ja, ich kann sowohl bei uns im Konzern als auch aus anderen Konzernen und mittelständischen Unternehmen sagen, je höher man kommt, umso mehr Bewegung ist in den Stellen. Mal gewünscht vom Konzern, mal auch als Schleudersitz, weil man aus irgendwelchen Gründen in Ungnade gefallen ist. Bei meinem Mann in einem M-Dax Unternehmen wurde vor Kurzem umstrukturiert und einige Führungskräfte mussten gehen (wg. Umstrukturierung, aber offenbar auch Leistung). Ab einer gewissen Ebene steckt vor allem Unternehmenspolitik dahinter.
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: Vor 10 Stunden von Egal_.)
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