14.06.2026, 13:31
Hallo zusammen,
ich werde im Juli mein 1. StEx abgeschlossen haben und überlege derzeit, statt direkt im Oktober in Ref zu gehen (Bayern), zunächst ein halbes bis ganzes Jahr als WisMit in einer GK zu arbeiten (sofern die Noten am Ende passen). Zum einen, um (außerhalb der WisMit-Stelle) das materielle Recht weiter zu festigen (um da im Ref einfach bombensicher zu sein), zum anderen, um hoffentlich in der GK bereits "Vorwissen" für das Ref sammeln zu können (geplant wäre Litigation) und zum anderen, um Geld als Puffer für das Ref zu sparen. Zu viel Zeit will ich aber nicht zwischen dem 1. und 2. StEx lassen, also insb nicht promovieren. Bzgl letzterem hatte mir mein Prof, bei dem ich derzeit noch als Hiwi arbeite gesagt, dass WisMit + nicht promovieren/LLM im Lebenslauf als "Leerzeit" eher nicht so gut ankäme.
Insoweit würde mich interessieren, ob das jmd von euch auch so oder so ähnlich gemacht hat und/oder ob ihr das aus eurer Erfahrung empfehlen könnt bzw überhaupt für sinnvoll erachtet. Sollte das jemand gemacht haben würde ich auch interessieren bei welcher Kanzlei und ob man dort tatsächlich Wertvolles fürs Ref lernen konnte oder nicht.
Hintergrund ist, dass ich von vielen Freunden, die derzeit im Ref sind, immer nur mitbekomme, dass sie für gar nichts Zeit haben, insb nicht zum Wiederholen des materiellen Rechts, weil man mit dem neuen Zeug schon kaum neben Gerichtsarbeit etc hinterherkommt. Auch ist die Bezahlung vom Staat schon eher so, dass der Lebensunterhalt ziemlich auf Kante genäht wäre, ich also ggfs einen Nebenjob nehmen müsste, was aber zulasten der Lernzeit gehen würde. Also alles nicht so optimal, daher bin ich über jeden Input dazu dankbar :)
Danke und viele Grüße!
ich werde im Juli mein 1. StEx abgeschlossen haben und überlege derzeit, statt direkt im Oktober in Ref zu gehen (Bayern), zunächst ein halbes bis ganzes Jahr als WisMit in einer GK zu arbeiten (sofern die Noten am Ende passen). Zum einen, um (außerhalb der WisMit-Stelle) das materielle Recht weiter zu festigen (um da im Ref einfach bombensicher zu sein), zum anderen, um hoffentlich in der GK bereits "Vorwissen" für das Ref sammeln zu können (geplant wäre Litigation) und zum anderen, um Geld als Puffer für das Ref zu sparen. Zu viel Zeit will ich aber nicht zwischen dem 1. und 2. StEx lassen, also insb nicht promovieren. Bzgl letzterem hatte mir mein Prof, bei dem ich derzeit noch als Hiwi arbeite gesagt, dass WisMit + nicht promovieren/LLM im Lebenslauf als "Leerzeit" eher nicht so gut ankäme.
Insoweit würde mich interessieren, ob das jmd von euch auch so oder so ähnlich gemacht hat und/oder ob ihr das aus eurer Erfahrung empfehlen könnt bzw überhaupt für sinnvoll erachtet. Sollte das jemand gemacht haben würde ich auch interessieren bei welcher Kanzlei und ob man dort tatsächlich Wertvolles fürs Ref lernen konnte oder nicht.
Hintergrund ist, dass ich von vielen Freunden, die derzeit im Ref sind, immer nur mitbekomme, dass sie für gar nichts Zeit haben, insb nicht zum Wiederholen des materiellen Rechts, weil man mit dem neuen Zeug schon kaum neben Gerichtsarbeit etc hinterherkommt. Auch ist die Bezahlung vom Staat schon eher so, dass der Lebensunterhalt ziemlich auf Kante genäht wäre, ich also ggfs einen Nebenjob nehmen müsste, was aber zulasten der Lernzeit gehen würde. Also alles nicht so optimal, daher bin ich über jeden Input dazu dankbar :)
Danke und viele Grüße!
14.06.2026, 16:54
Ich kann nur zum letzten Absatz was aus Erfahrung sagen. Nämlich, dass ich im Ref Zeit trotz Nebenjob Zeit ohne Ende hatte. Das kann man schon einrichten, dass es nicht zu viel Zeit in Anspruch nimmt.
Wenn Du bspw. ohnehin nichts mit der Verwaltung oder dem öffentlichen Recht zu tun haben willst, mach die Verwaltungsstation beim Bürgermeisteramt in einem kleinen Ort. Da kannst Du einmal die Woche hin und musst nichts tun. Mit den anderen Stationen kann man das ähnlich handhaben
Wenn Du bspw. ohnehin nichts mit der Verwaltung oder dem öffentlichen Recht zu tun haben willst, mach die Verwaltungsstation beim Bürgermeisteramt in einem kleinen Ort. Da kannst Du einmal die Woche hin und musst nichts tun. Mit den anderen Stationen kann man das ähnlich handhaben
14.06.2026, 16:54
Ich halte das auch nur für bedingt sinnvoll. Du sammelst zwar Geld fürs Ref, aber konkret fürs Ref hilft dir die Arbeit als WisMit nur wenig. Wir im Unternehmen setzen unsere Refs/Studenten für einfache Zuarbeiten ein. Das ist nichts, wofür man ein spezielles Vorwissen außer dem allgemeinen Wissen aus dem Studium braucht und die jeweilige Aufgabenstellung ergibt sich auch erst kurzfristig und ist nicht repetetiv. Das wird in der GK nicht viel anders sein. D.h. diejenigen sammeln zwar in einzelnen Punkten Fachwissen an, aber das ist in dem Moment so speziell und vertiefend, dass man es nicht regelmäßig wieder benötigt (und wenn doch, greifen wir auf frühere Ausarbeitungen zurück).
Das materielle Recht wirst du in der GK nicht wiederholen, sondern musst in deiner Freizeit zusätzlich lernen. Ob dir das gelingen wird, hängt sicherlich davon ab, wie viel du arbeiten wirst und wie viel Erholung du brauchst. Ich nehme an, das Examen hat dich genug geschlaucht. Die meisten, die ich kenne, sind froh, wenn diese Zeit des 24/7-Lernens vorbei ist und man auch wirklich frei hat, wenn man Feierabend hat. Ok, in der GK, ist das sowieso nur teilweise der Fall, aber du musst für dich entscheiden, wie wichtig dir deine Freizeit ist.
Finanziell hätte es während des Refs gerne mehr Geld sein können, aber trotzdem sind wir alle klargekommen. Manche mit Nebenjob, andere ohne. Die mit Nebenjob haben ihn aber vor allem deswegen gemacht, um einen Fuß in der Tür zu haben, weniger aus finanziellen Gründen. Es ist nicht viel, aber die meisten kommen mit der Unterhaltsbeihilfe gut hin.
Deswegen: ja, finanzieller Puffer ist nicht schlecht, aber deswegen die eh schon lange Zeit mit Studium und Ref noch mehr verlängern, ich weiß nicht. Ich hätte es nicht gemacht. Pi mal Daumen 7-8 Jahre "Ausbildung" bis man Volljurist ist, waren mir mehr als genug und ich war froh, endlich richtig in den Beruf starten zu können.
Das materielle Recht wirst du in der GK nicht wiederholen, sondern musst in deiner Freizeit zusätzlich lernen. Ob dir das gelingen wird, hängt sicherlich davon ab, wie viel du arbeiten wirst und wie viel Erholung du brauchst. Ich nehme an, das Examen hat dich genug geschlaucht. Die meisten, die ich kenne, sind froh, wenn diese Zeit des 24/7-Lernens vorbei ist und man auch wirklich frei hat, wenn man Feierabend hat. Ok, in der GK, ist das sowieso nur teilweise der Fall, aber du musst für dich entscheiden, wie wichtig dir deine Freizeit ist.
Finanziell hätte es während des Refs gerne mehr Geld sein können, aber trotzdem sind wir alle klargekommen. Manche mit Nebenjob, andere ohne. Die mit Nebenjob haben ihn aber vor allem deswegen gemacht, um einen Fuß in der Tür zu haben, weniger aus finanziellen Gründen. Es ist nicht viel, aber die meisten kommen mit der Unterhaltsbeihilfe gut hin.
Deswegen: ja, finanzieller Puffer ist nicht schlecht, aber deswegen die eh schon lange Zeit mit Studium und Ref noch mehr verlängern, ich weiß nicht. Ich hätte es nicht gemacht. Pi mal Daumen 7-8 Jahre "Ausbildung" bis man Volljurist ist, waren mir mehr als genug und ich war froh, endlich richtig in den Beruf starten zu können.
14.06.2026, 16:58
Nachtrag: je nach Noten und Beliebtheit des Bundeslandes hast du sowieso eine Wartezeit, bis das Ref startet. Wie das in deinem Bundesland ist, solltest du unbedingt vorher recherchieren, bevor du dich erst später bewirbst. Die Wartezeit beginnt erst mit Bewerbungseingang.
14.06.2026, 18:27
Hi,
ich habe ganz bewusst damals 6 Monate gearbeitet um meinen LLM (die Studiengebühren) zu finanzieren. Ich habe 4 Tage die Woche gearbeitet und 3 Tage wirklich "frei" gemacht (Sport, Freunde, Beziehung).
Ich hatte im 1. Examen schon flächendeckend saubere Grundlagen und daher auch nicht das Gefühl "alles" vergessen zu haben. Es hat mich in vier Jahren noch nie jemand auf diese "verschwendete Zeit" angesprochen weil ich den LLM tatsächlich nach dem 2. Examen dann auch durchgezogen habe und klar war, wieso ich diese Zeit vor dem Ref gemacht habe (nämlich um Geld zu verdienen).
ich habe ganz bewusst damals 6 Monate gearbeitet um meinen LLM (die Studiengebühren) zu finanzieren. Ich habe 4 Tage die Woche gearbeitet und 3 Tage wirklich "frei" gemacht (Sport, Freunde, Beziehung).
Ich hatte im 1. Examen schon flächendeckend saubere Grundlagen und daher auch nicht das Gefühl "alles" vergessen zu haben. Es hat mich in vier Jahren noch nie jemand auf diese "verschwendete Zeit" angesprochen weil ich den LLM tatsächlich nach dem 2. Examen dann auch durchgezogen habe und klar war, wieso ich diese Zeit vor dem Ref gemacht habe (nämlich um Geld zu verdienen).
15.06.2026, 08:00
ich weiß es herrscht immer die Meinung, man habe nach dem Examen alles vergessen. Eigentlich steht man da hinsichtlich des materiellen Rechts am besten im Saft. Wenn du nun auf eine Stelle bei einer GK als WiMi schielst kannst du dich ja nicht so schlecht fühlen.
In Bayern geht es zumeist ohne Wartezeit weiter. Daher starte einfach direkt ins Ref. Natürlich kommt einiges neues dazu, aber es bleibt genug Zeit.
In Bayern geht es zumeist ohne Wartezeit weiter. Daher starte einfach direkt ins Ref. Natürlich kommt einiges neues dazu, aber es bleibt genug Zeit.









