Vor 4 Stunden
Hallo alle zusammen,
Ich habe das 2. Examen aufgrund einer längeren depressiven Episode leider deutlich unter meinen Erwartungen abgeschlossen (5,9 Punkte). Mein Lebenslauf war bislang recht stark auf Großkanzlei ausgerichtet (Wimi, Ref, Kapitalmarktrecht, PE), und ich hatte mich dort eigentlich auch langfristig gesehen.
Dabei ging es mir nie um 140k+ bei 1900+ Billables. Eher hätte ich nach Kanzleien gesucht, die in den ersten Jahren etwas moderatere Anforderungen haben (z.B. 1600 Billables oder weniger) und entsprechend geringer vergüten.
Jetzt frage ich mich allerdings, ob dieser Weg mit der Note im 2. Examen realistisch überhaupt noch offensteht, sei es in der GK, MK oder spezialisierten Boutiquen. Mein Eindruck vom aktuellen Markt hilft dabei auch nicht weiter, weil viele Ausschreibungen Berufserfahrung voraussetzen.
Mir haben die spezialisierte Arbeitsweise, moderne Arbeitsatmosphäre und die Arbeit an wenigen, aber größeren Mandaten sehr gefallen. Gleichzeitig frage ich mich, ob ich die GK-Welt vielleicht etwas idealisiert sehe und ob es außerhalb davon ähnliche Tätigkeiten/Kulturen gibt, die ich bisher nicht auf dem Schirm habe.
Daher würde mich interessieren:
Konkret geht es um das Rhein/Main-Gebiet. Ich bin aktuell etwas ratlos und freue mich über jeden Austausch.
Ich habe das 2. Examen aufgrund einer längeren depressiven Episode leider deutlich unter meinen Erwartungen abgeschlossen (5,9 Punkte). Mein Lebenslauf war bislang recht stark auf Großkanzlei ausgerichtet (Wimi, Ref, Kapitalmarktrecht, PE), und ich hatte mich dort eigentlich auch langfristig gesehen.
Dabei ging es mir nie um 140k+ bei 1900+ Billables. Eher hätte ich nach Kanzleien gesucht, die in den ersten Jahren etwas moderatere Anforderungen haben (z.B. 1600 Billables oder weniger) und entsprechend geringer vergüten.
Jetzt frage ich mich allerdings, ob dieser Weg mit der Note im 2. Examen realistisch überhaupt noch offensteht, sei es in der GK, MK oder spezialisierten Boutiquen. Mein Eindruck vom aktuellen Markt hilft dabei auch nicht weiter, weil viele Ausschreibungen Berufserfahrung voraussetzen.
Mir haben die spezialisierte Arbeitsweise, moderne Arbeitsatmosphäre und die Arbeit an wenigen, aber größeren Mandaten sehr gefallen. Gleichzeitig frage ich mich, ob ich die GK-Welt vielleicht etwas idealisiert sehe und ob es außerhalb davon ähnliche Tätigkeiten/Kulturen gibt, die ich bisher nicht auf dem Schirm habe.
Daher würde mich interessieren:
- Gibt es hier Leute mit ähnlichem Examensprofil, die trotzdem in Kanzleien mit Transaktions-/Wirtschaftsrechtsbezug untergekommen sind?
- Welche realistischen Alternativen sollte man sich anschauen?
- Wie stark wird das 2. Examen in der Praxis tatsächlich noch gewichtet, wenn der Rest des Profils passt?
Konkret geht es um das Rhein/Main-Gebiet. Ich bin aktuell etwas ratlos und freue mich über jeden Austausch.
Vor 3 Stunden
(Vor 4 Stunden)zriwi schrieb: Hallo alle zusammen,
Ich habe das 2. Examen aufgrund einer längeren depressiven Episode leider deutlich unter meinen Erwartungen abgeschlossen (5,9 Punkte). Mein Lebenslauf war bislang recht stark auf Großkanzlei ausgerichtet (Wimi, Ref, Kapitalmarktrecht, PE), und ich hatte mich dort eigentlich auch langfristig gesehen.
Dabei ging es mir nie um 140k+ bei 1900+ Billables. Eher hätte ich nach Kanzleien gesucht, die in den ersten Jahren etwas moderatere Anforderungen haben (z.B. 1600 Billables oder weniger) und entsprechend geringer vergüten.
Jetzt frage ich mich allerdings, ob dieser Weg mit der Note im 2. Examen realistisch überhaupt noch offensteht, sei es in der GK, MK oder spezialisierten Boutiquen. Mein Eindruck vom aktuellen Markt hilft dabei auch nicht weiter, weil viele Ausschreibungen Berufserfahrung voraussetzen.
Mir haben die spezialisierte Arbeitsweise, moderne Arbeitsatmosphäre und die Arbeit an wenigen, aber größeren Mandaten sehr gefallen. Gleichzeitig frage ich mich, ob ich die GK-Welt vielleicht etwas idealisiert sehe und ob es außerhalb davon ähnliche Tätigkeiten/Kulturen gibt, die ich bisher nicht auf dem Schirm habe.
Daher würde mich interessieren:
- Gibt es hier Leute mit ähnlichem Examensprofil, die trotzdem in Kanzleien mit Transaktions-/Wirtschaftsrechtsbezug untergekommen sind?
- Welche realistischen Alternativen sollte man sich anschauen?
- Wie stark wird das 2. Examen in der Praxis tatsächlich noch gewichtet, wenn der Rest des Profils passt?
Konkret geht es um das Rhein/Main-Gebiet. Ich bin aktuell etwas ratlos und freue mich über jeden Austausch.
Hallo Zriwi,
mir ging es letztes Jahr ähnlich. GK und MK Stationen im Wirtschaftsrecht, Wismit... und im zweiten Examen bei einem ausreichend gelandet und keine Verbesserung gemacht. Kurzt vorab: Mehr als es Versuchen kann man es nie. Bewirb dich auf alle möglichen Stellen, kontaktiere Ausbilder aus deinen Stationen etc. Ich kann nur von mir berichten, subjektiv aus Frankfurt am Main. Es war völlig aussichtslos. Eine GK oder namenhafte MK war nicht möglich, dazu ist die Lage einfach zu schlecht im Land + es gibt viel Konkurrenz mit besseren Noten und/oder Berufserfahrung. Natürlich hatte ich auch Gespräche und Angebote, allerdings nicht bei Stellen die ich mir ursprünglich mal "erträumt" hatte und damit meine ich nicht als Associate in einer GK. Überhaupt eine im Wirtschaftsrecht schwerpunktmäßige Kanzlei zu finden ist mir nicht wirklich gelungen. Wenn dann nur kleine Buden in sehr weit entfernenten Rechtsgebieten die ich nicht machen wollte. Eher in Richtung "besserer Sachbearbeiter"... nichts mit große Anwaltliche Beratung oder gar Mandantenkontakt. Entsprechend waren auch die Gehaltsbänder echt niedrig. Etwas besser sah es dann aus bei Unternehmen/Versicherungen/Banken, sofern man sich auf die Tätigkeit und die Gebiete einlässt konnte man solide Angebote bekommen, besser als Arbeitslos. Aber natürlich nicht der große Traum vom Fachanwalt im Kapitalmarktrecht odersowas. In meinem Bekanntenkreis haben es allerdings Leute bei kleineren oder "unbeliebteren" Kanzleien reingeschafft trotz ausreichend, wenn grade in dem Bereich gesucht wurde. Also Spezialisierung kann sich auszahlen, wenn es sowas wie Arbeitsrecht ist, was in allen Kanzleiformen betrieben werden kann. Ich persönlich wollte allerdings nicht mit 50k brutto in Frankfurt am Main leben, wo jeder andere mit 100k+ rumspringt. Da kann man sich ja bis auf die Miete kaum was leisten im Alltag. 70k Sollten es dann doch schon sein...
Vor 3 Stunden
Wie war denn die Note im 1. Examen (Staatsteil). Das ist eine wichtige Information, die Du weggelassen hast. Bei meiner alten Kanzlei (MC) wurden beide Examina gleich gewichtet und eine Summe gebildet. Wenn das 1. 9 oder mehr Punkte waren, geht schon irgendwo in der 4. Reihe was..
Vor 2 Stunden
(Vor 3 Stunden)Sonnenschein schrieb:(Vor 4 Stunden)zriwi schrieb: Hallo alle zusammen,
Ich habe das 2. Examen aufgrund einer längeren depressiven Episode leider deutlich unter meinen Erwartungen abgeschlossen (5,9 Punkte). Mein Lebenslauf war bislang recht stark auf Großkanzlei ausgerichtet (Wimi, Ref, Kapitalmarktrecht, PE), und ich hatte mich dort eigentlich auch langfristig gesehen.
Dabei ging es mir nie um 140k+ bei 1900+ Billables. Eher hätte ich nach Kanzleien gesucht, die in den ersten Jahren etwas moderatere Anforderungen haben (z.B. 1600 Billables oder weniger) und entsprechend geringer vergüten.
Jetzt frage ich mich allerdings, ob dieser Weg mit der Note im 2. Examen realistisch überhaupt noch offensteht, sei es in der GK, MK oder spezialisierten Boutiquen. Mein Eindruck vom aktuellen Markt hilft dabei auch nicht weiter, weil viele Ausschreibungen Berufserfahrung voraussetzen.
Mir haben die spezialisierte Arbeitsweise, moderne Arbeitsatmosphäre und die Arbeit an wenigen, aber größeren Mandaten sehr gefallen. Gleichzeitig frage ich mich, ob ich die GK-Welt vielleicht etwas idealisiert sehe und ob es außerhalb davon ähnliche Tätigkeiten/Kulturen gibt, die ich bisher nicht auf dem Schirm habe.
Daher würde mich interessieren:
- Gibt es hier Leute mit ähnlichem Examensprofil, die trotzdem in Kanzleien mit Transaktions-/Wirtschaftsrechtsbezug untergekommen sind?
- Welche realistischen Alternativen sollte man sich anschauen?
- Wie stark wird das 2. Examen in der Praxis tatsächlich noch gewichtet, wenn der Rest des Profils passt?
Konkret geht es um das Rhein/Main-Gebiet. Ich bin aktuell etwas ratlos und freue mich über jeden Austausch.
Hallo Zriwi,
mir ging es letztes Jahr ähnlich. GK und MK Stationen im Wirtschaftsrecht, Wismit... und im zweiten Examen bei einem ausreichend gelandet und keine Verbesserung gemacht. Kurzt vorab: Mehr als es Versuchen kann man es nie. Bewirb dich auf alle möglichen Stellen, kontaktiere Ausbilder aus deinen Stationen etc. Ich kann nur von mir berichten, subjektiv aus Frankfurt am Main. Es war völlig aussichtslos. Eine GK oder namenhafte MK war nicht möglich, dazu ist die Lage einfach zu schlecht im Land + es gibt viel Konkurrenz mit besseren Noten und/oder Berufserfahrung. Natürlich hatte ich auch Gespräche und Angebote, allerdings nicht bei Stellen die ich mir ursprünglich mal "erträumt" hatte und damit meine ich nicht als Associate in einer GK. Überhaupt eine im Wirtschaftsrecht schwerpunktmäßige Kanzlei zu finden ist mir nicht wirklich gelungen. Wenn dann nur kleine Buden in sehr weit entfernenten Rechtsgebieten die ich nicht machen wollte. Eher in Richtung "besserer Sachbearbeiter"... nichts mit große Anwaltliche Beratung oder gar Mandantenkontakt. Entsprechend waren auch die Gehaltsbänder echt niedrig. Etwas besser sah es dann aus bei Unternehmen/Versicherungen/Banken, sofern man sich auf die Tätigkeit und die Gebiete einlässt konnte man solide Angebote bekommen, besser als Arbeitslos. Aber natürlich nicht der große Traum vom Fachanwalt im Kapitalmarktrecht odersowas. In meinem Bekanntenkreis haben es allerdings Leute bei kleineren oder "unbeliebteren" Kanzleien reingeschafft trotz ausreichend, wenn grade in dem Bereich gesucht wurde. Also Spezialisierung kann sich auszahlen, wenn es sowas wie Arbeitsrecht ist, was in allen Kanzleiformen betrieben werden kann. Ich persönlich wollte allerdings nicht mit 50k brutto in Frankfurt am Main leben, wo jeder andere mit 100k+ rumspringt. Da kann man sich ja bis auf die Miete kaum was leisten im Alltag. 70k Sollten es dann doch schon sein...
Das klingt gar nicht gut. Dass sich so ein Bild abzeichnet, habe ich befürchtet. Tatsächlich liebäugle ich auch mit dem FA im Bank- und Kapitalmarktrecht, aber das war jetzt nicht meine Priorität. Erstmal in diesem Bereich den Einstieg zu schaffen, wäre viel wert. Ich möchte auch gar keine 100k, aber mehr als 40-50k sollten es dann schon sein... Aber wenn ich hier so mitlese, scheint das aktuell besonders in der Anwaltschaft schwierig zu sein.
Hast du denn mittlerweile eine Stelle gefunden, mit der du glücklich bist?
Vor 2 Stunden
(Vor 3 Stunden)Law.NRW schrieb: Wie war denn die Note im 1. Examen (Staatsteil). Das ist eine wichtige Information, die Du weggelassen hast. Bei meiner alten Kanzlei (MC) wurden beide Examina gleich gewichtet und eine Summe gebildet. Wenn das 1. 9 oder mehr Punkte waren, geht schon irgendwo in der 4. Reihe was..
Ist das so? Ich hätte gedacht, dass man mit dieser Note im 2. auch mit einem soliden 1. Examen nichts reißen oder ausgleichen kann. Im 1. Examen hatte ich staatlich 8,2 (insgesamt 9,5). Ich kenne Beispiele mit ähnlichen Noten, die vor 2023 ganz gut untergekommen sind. Aber aktuell scheint ja gar nichts zu gehen.


